NickRivers hat geschrieben:
Was ich auch nicht verstehe, ist die Sache mit LeChiffres Leerverkäufen (aka Short Sales):
nur zur Info: Leerverkäufe sind -man glaubt es nicht- legale kriminelle Geschäftspraktiken obwohl sie unfassbar dumm sind. Vermutlich gehen deswegen nach wie vor so viele geprellte Gläubiger dem auf dem Leim.
Leerverkauf ist eigentlich ein Glückspiel zwischen zwei Playern: dem Verleiher und dem Leerverkäufer. Der Verleiher "verleiht" Bonds (also Shares oder Stocks

) dem Leerverkäufer zum aktuellen Wert und macht mit ihm aus, die zu einem fixierten Zeitpunkt wieder aber dann zu diesem aktuellen Preis zurückzu"kaufen". Während der Phase darf der Leerverkäufer damit machen, was er will (weiterverleihen, verkaufen mit Rückkaufoption etc.).
Steigen die Bonds in der Zwischenzeit, dann hat der Verleiher das Spiel verloren: sinken sie, dann hat der Leerverkäufer das Pummerl.
Dieser Vorgang wird in CR korrekt beschrieben, NUR für den Gläubiger Obanna ist das, wären die Flugzeugaktien bei geglückter Sabotage gefallen, ein Nullsummenspiel. Er wäre bestenfalls Break Even ausgestiegen.
LeChiffre kauft um 10 Mio. $ die Flugzeugaktien, verleiht sie zum selben Preis und -sagen wir- nach geglückter Sabotage kauft er sie um eine Million $ aktuellem Wert zurück. Wie hoch ist sein Gewinn?
Richtig: 9 Mio.$! ABER wie hoch ist Obannas Gesamtkapital als Gläubiger am Geschäft?
Richtig: nach wie vor 10 Mio.$ (also 9 Mio.$ Cash + 1 Mio. $ Aktien). Wenn die Aktien dann noch fallen, wäre das für Obanna sogar ein Verlust!!
Da die Sabotage fehl schlug, hat jetzt LeChiffre einen saftigen Verlust, da er die stark an Wert gewonnenen Aktien zurückkaufen muss.
Nur ist das wirklich unbedingt ein Verlust?
Er kann ja noch hoffen, dass die Aktien nochmal an Wert steigen, und die könnte er dann zu einem noch größeren Gewinn verkaufen. Damit könnte er ohne Kriminalität seine Gläubiger ruhig stellen.