Re: Zuletzt gesehener Film

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Agent 009 hat geschrieben:Die Kritiken sind auch soweit ganz gut. Vorallem die von Filmstarts. Und Stallone war mit Rocky und Rambo als auch mit den Expendables Filmen erfolgreich ;)
Dieser Erfolg ist relativ! Rambo hat grad mal 110 Mio eingespielt bei einem Budget von mindestens 50 Mio. Schwacher Erfolg. Rocky hat nicht viel mehr eingespielt war aber günstiger. Ein hohes Budget lohnt einfach scheinbar nicht mehr bei unseren alten Stars

Aber egal, habe soeben The Last Stand gesehen und bin positiv überrascht. Total merkwürdig, dass der Film SO gefloppt ist grade in den USA.

Also, ausführliche Kritik später aber so viel vorab: Toll inszenierte Action, wirklich witzige Charaktere und Sprüche und eine erfreulich altersgerechte Rolle und Darstellung von Schwarzenegger. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen macht er nicht auf 40jähriger Actionstar.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2643
The Last Stand, Jee-woon Kim, 2013

- Spoiler! Sorry, ist etwas länger geworden -

Ich muss gestehen, ich war weder bei Stallone noch bei Schwarzenegger jemals ein wirklicher Fan von deren Durchschnitts-Actionfilmen der 80er und danach. Für mich ist Stallone Rocky und Rambo, Schwarzenegger in erster Linie der Terminator und Conan. Das sind die Filme die die beiden unsterblich gemacht haben, nicht die Vielzahl von unbedeutenden Normalo-Actionfilmen à la Phantom Commando, Red Head, City Hai, City Kobra etc. Das ist auch mit der Grund, warum ich dem Revival grade dieser Filmchen durch Stallones Expendables Reihe nicht viel abgewinnen kann.

Grade Schwarzenegger versuchte sich nach seinem letzten großen Hit True Lies (und ggf. noch dem 95er Eraser) in einer Reihe von austauschbaren und nichtssagenden Rollen wie Sixth Day, End of Days oder Collateral Damage – allesamt mäßiger Erfolge oder gar Flops.

Nun ist die steirische Eiche zurück in seiner ersten Hauptrolle nach dem Ausflug in die Politik, und ich habe keine Ahnung wie die Wahl seines Comeback Films bezeichnen soll: Dumm und naiv oder ganz schön clever? In den USA jedenfalls ist er damit gnadenlos gescheitert. Liegt es an seinen privaten Verfehlungen oder schlicht an verloreren gegangener Popularität? Oder möchten die Amis, wie schon bei Last Action Hero, Arnie einfach nicht in einer fehlbaren Rolle sehen?

Wie auch immer. Mit The Last Stand ist ein frischer Actionfilm unter der Regie des (nicht englisch sprechenden) Jee-woon Kim entstanden, der – um den Bogen zurück zu spannen – mich besser unterhalten hat als alle oben genannten Arnie Actionfilme der ersten Stunde (80er) und die der Vor-Gouverneur-Phase. Dabei versucht der Film zu keinem Zeitpunkt mehr zu sein als das was er ist. Kein Terminator, kein Conan, kein True Lies. Arnie spielt eine altersgerechte Rolle, mehr als ein Mal verweist er im Film selbst auf sein Alter oder gar seine Speckröllchen und auch Kamera und Maske geben sich keine Mühe Arnold auch nur ein Jahr jünger aussehen zu lassen als er ist. Das wirkt zunächst erschreckend, tut dem Film und dem Star dann aber doch richtig gut. Mit Falten und Naturmimik erkennt man bei Schwarzenegger erstmals so etwas wie Charaktertiefe, während Kollege Stallone dank Steroide und Gesichts-Bügelei immer mehr zur grotesken Kunstfigur verkommt. Mit angemessen Rollen könnte Schwarzenegger sehr wohl noch eine weitere Karriere-Phase einläuten. Nicht selten musste ich an Eastwoods „rüstigen Rentner“ in Gran Torino denken.

Dabei setzt der Film jedoch nicht nur auf seine Protagonisten. Mit Forest Whitaker ist ein schauspielerisches Schwergewicht an Bord, was eigentlich in der ersten Hälfte den Film trägt. Sehr viel Zeit wird auf die Flucht des Bösewichts und dessen Verfolgung durch Whitakers FBI Agenten verwendet, während parallel Sheriff Owens in seinem verschlafenen Nest gezeigt wird. Erstaunlich ist dabei, wie viel Mühe sich das Drehbuch macht, die Flucht und die Konsequenzen daraus logisch zu erklären. Da wird wirklich jede Möglichkeit, den flüchtigen Drogendealer zu stoppen, erläutert und ausgeschlossen, so dass man sich glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt mit oft so typischen „warum-tun-sie-nicht-dies-und-das“ Gedanken plagen muss.

Newcomer Jee-woon Kim gelingt dabei eine frische aber nicht revolutionäre Inszenierung. Besonders die schnelle Flucht mit der Corvette wirkt mitreißend. Selten erlebt man Geschwindigkeit im Kino so glaubhaft. Der Action-Höhepunkt kommt dann recht schnell, als Owens zusammengetrommelte Sheriff Truppe auf Cortez‘ Schergen um den fiesen Burrell treffen. Hier wird herzhaft geballert und gemetzelt und es kommt zu dem ein oder anderen guten Lacher. Überhaupt trägt Johnny Knoxville viel zum Spaß des Films bei. Sein Waffenvernarrter Lewis zusammen mit dem ein oder anderem werhaften Opa (oder Oma) in der Stadt lassen das phasenweise wie eine Persilflage auf die amerikanische Waffengesetzgebung erscheinen. Überhaupt ist des Örtchen Soummerton Junction voller skuriler Charaktere, die immer wieder für Lacher sorgen.

Zum Schluss gipfelt das Ganze dann konsequenterweise in dem was alle erwartet haben - dem Zweikampf zwischen Schwarzeneggers Sheriff und dem Drogendealer. Zunächst sehr spannend als Versteckspiel mit Autos im Maisfeld, dann als Prügelei auf der Grenzbrücke zu Mexiko. Auch dieser Kampf ist dann sehr liebevoll an Arnolds Alter angepasst. Er spielt keinen Überhelden mehr, aber man nimmt ihm ab, dass er den fießen, schmierigen Cortez so in die Schranken weisen könnte.

Eine absolute Empfehlung für alle Actionfans. Allemal besser als Stallones Expendables.
7/10
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Re: Zuletzt gesehener Film

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Der Süd-Koreaner Kim Jee-woon ist aber kein Newcomer, sondern ein versierter Genre Regisseur der mit A Bittersweet Life (2005) bereits einen herausragenden Gangsterfilm gedreht hat. Außerdem hat er unter anderem A Tale of 2 Sisters und den ausufernden Actionfilm The Good, the Bad, the Weird gedreht.

Re: Zuletzt gesehener Film

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Maibaum hat geschrieben:Der Süd-Koreaner Kim Jee-woon ist aber kein Newcomer, sondern ein versierter Genre Regisseur der mit A Bittersweet Life (2005) bereits einen herausragenden Gangsterfilm gedreht hat. Außerdem hat er unter anderem A Tale of 2 Sisters und den ausufernden Actionfilm The Good, the Bad, the Weird gedreht.
Ja sorry, ich weiß. Kenne seine Filme zwar nicht aber das hatte ich dann doch schon einige Male gelesen. Meinte "Hollywood Newcomer". Ist doch sein erster Film dort oder?
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Re: Zuletzt gesehener Film

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Ich teile deine Sichtweise in Bezug auf Schwarzenegger nicht wirklich. Er hatte in seiner Karriere deutlich mehr zu bieten als von dir erwähnt. Gerade Red Heat, Predator und Total Recall sind für mich neben Conan – Der Barbar und Terminator 1 die absoluten Sahnestücke in seiner Karriere. Ebenso konnte er in den Komödien von Reitman (zumindest in den beiden ersten) seinem Image gekonnt neue Facetten abgewinnen. True Lies halte ich dagegen für maßlos überschätzt. Schwarzenegger war eigentlich immer dann am besten, wenn er mit erstklassigen Regisseuren zusammengearbeitet hat. Ob ich Cameron hier hinzurechnen möchte weiss ich nicht, da mich sein Output seit den 90ern nicht mehr wirklich vom Hocker gerissen hat. Hätte er nach The Abyss aufgehört würde ich wohl anders denken...
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2647
AnatolGogol hat geschrieben:Ich teile deine Sichtweise in Bezug auf Schwarzenegger nicht wirklich. Er hatte in seiner Karriere deutlich mehr zu bieten als von dir erwähnt. Gerade Red Heat, Predator und Total Recall sind für mich neben Conan – Der Barbar und Terminator 1 die absoluten Sahnestücke in seiner Karriere. Ebenso konnte er in den Komödien von Reitman (zumindest in den beiden ersten) seinem Image gekonnt neue Facetten abgewinnen. True Lies halte ich dagegen für maßlos überschätzt.

Nein, die Sichtweise teilen wir zum großen Teil. Vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt. Mir geht es weniger um die Beschränkung seiner Erfolge auf Termnator und Conan. Grade die von dir genannten Predator und Total Recall schätze ich sehr. Dass er ebenso mit Twins und Junior erfolgreich war, ist Fakt.

Aber ich halte eben - wie auch bei Stallone - im Gegensatz zu anderen Genre Fans nicht viel von seinen reinen Actionfilmen wie Red Heat, Phantom Kommando...

P.S.: Habe letztens noch mit einem befreundeten Filmfreund drüber gesprochen: In der Tat ist True Lies wohl überschätzt. Wobei, das ist das falsche Wort. Der Film hat zu seiner Zeit sehr gut funktioniert und ist nach wie vor handwerklich gut. Aber der Humor und die Story, das Tempo und die etwas platte Darstellung der Figuren würde man heute so absolut nicht mehr machen. Der Film ist sehr schlecht gealtert.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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danielcc hat geschrieben: Aber ich halte eben - wie auch bei Stallone - im Gegensatz zu anderen Genre Fans nicht viel von seinen reinen Actionfilmen wie Red Heat, Phantom Kommando...
Red Heat ist prinzipiell aber auch nicht anders aufgebaut als Recall, T2 oder True Lies. Allesamt sind Actionfilme mit einem ordentlichen Schuss Humor, True Lies fokusiert sich über weite Strecken der ersten Hälfte vielleicht mehr als andere Arnie-Actioner auf den Komödienteil aber im Prinzip sind das alles Filme nach dem gleichen Grundmuster. Und der Humor geht deutlich über ein paar coole Oneliner hinaus, Belushi ist ja eigentlich nur aus dem Grund im Film. Und Arnold spielt sehr witzig mit seinem Image. Wenn man so will ist Red Heat der erste "echte" Arnie-Actioner wie man ihn gemeinhin auf dem Schirm hat. Alles davor hatte in Punkto Humor höchstens ein paar Sprüche oder dümmlichen Slapstick (Conan der Zerstörer!) an Bord.
danielcc hat geschrieben: P.S.: Habe letztens noch mit einem befreundeten Filmfreund drüber gesprochen: In der Tat ist True Lies wohl überschätzt. Wobei, das ist das falsche Wort. Der Film hat zu seiner Zeit sehr gut funktioniert und ist nach wie vor handwerklich gut. Aber der Humor und die Story, das Tempo und die etwas platte Darstellung der Figuren würde man heute so absolut nicht mehr machen. Der Film ist sehr schlecht gealtert.
Das könnte ich jetzt nicht behaupten. Wobei ich Filme aber eh nie an aktuellen Sehgewohnheiten messe sondern immer im zeitgenössischen Kontext. Ich war schon Sommer 94 im Kino maßlos enttäuscht. Der Film ist zahnlos, viel zu lang und wie ich finde in den Actionszenen der 2. Hälfte schwach inszeniert. Die erste Hälfte hat ein paar gute Actionszenen, vor allem die Verfolgung auf dem Pferd, aber eigentlich mit Beginn der Posse um Paxton/Curtis/Arnie läuft der Film abwärts.
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Re: Zuletzt gesehener Film

2649
@Daniel, danke für die Rezension, ich freue mich schon tierisch auf Samstagabend!

Witzig, dass True Lies angesprochen wird den ich eigentlich seit ein paar Tagen gerne mal wieder sehen würde. Eine gute 6 hat der Film bei mir verdient, kommt aber nicht an Last Action Hero, Predator oder die ersten beiden Terminator (vor allem 2) heran.
AnatolGogol hat geschrieben: Der Film ist zahnlos, viel zu lang und wie ich finde in den Actionszenen der 2. Hälfte schwach inszeniert. Die erste Hälfte hat ein paar gute Actionszenen, vor allem die Verfolgung auf dem Pferd, aber eigentlich mit Beginn der Posse um Paxton/Curtis/Arnie läuft der Film abwärts.
Meiner Meinung nach fehlen vor allem eine logische Verknüpfung und ein nahtloses Ineinanderfliessen der beiden Handlungsstränge (Action-Story mit den Terroristen um Art Malik und die ganze Geschichte um Bill Paxtons Figur). Topas lässt grüssen. Die meisten Einzelszenen des Films empfinde ich aber als solche als durchaus gelungen.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

2650
Da brauchen wir jetzt vielleicht den Arnie thread aber egal...
Ich denke, man sieht Filme immer abhängig auch davon, wie und ob man mit ihnen aufgewachsen ist, von daher ist meine Wahrnehmung sicher keine objektive Darstellung.

Last Action Hero und True Lies waren meine ersten Arnie Filme im Kino. Bis dahin wusste ich sozusagen nur von den erfolgreichen "Überfilmen" Terminator und der Conan Rolle. Als ich dann erst später angefangen habe, seine anderen Filme zu sehen, konnte ich diesen nicht so viel abgewinnen. Filme wie Phantom Kommando (der ja in Genre Kreise viel Anerkennung geniest), Red Heat, City Hai oder selbst Running Man (der ja sogar als besonders gelungen oder intelligent gilt) sind mir allesamt zu durchschnittlich, allein auf Action und platten Humor ausgelegt.
Den Conan Filmen hat Schwarzenegger immerhin einen Stempel aufgesetzt, Terminator ist für mich eine andere Klasse (auch und besonders Teil 2, sorry), True Lies ist seinerzeit immerhin ein Mega-Spektakel gewesen und was das Ausmaß der Action angeht doch ein anderes Niveau als Red Heat, Total Recall ist ein durchaus raffinierter und ambitionierter Sci-Fi Streifen. Diese setzen sich - zumindest in meiner Wahrnehmung - mehr oder weniger deutlich von der Durchschnitts-Kost der oben genannten Filme (Red Heat...) ab.
Hinzu kommt vielleicht, dass ich Schwarzenegger eher in einem nicht realen Szenario ernst nehmen kann, eben als Robotor, Fantasy.Krieger oder Sci-Fi Superheld.

Übrigens, wenn du von den "echten Arnie Actionern" sprichst, welche sind das für dich? Das ist sozusagen der Ursprung meiner Überlegung gewesen: Die reinen Arnie Actioner sind nämlich kaum die, die ihn weltberühmt gemacht haben, sondern es sind seine Ausnahme-Rollen in Conan, Terminator...

Wie auch immer: The Last Stand ist sicher eher in der Tradition er Filme wie Red Heat und Kommando zu sehen, aber für mich deutlich spaßiger und frischer (logisch).

Was mir im Umfeld dieser Diskussion aufgefallen ist, wie relativ erfolglos doch viele normale Actionfilme heute sind, und wie unscharf oder teils falsch die öffentliche Wahrnehmung in Bezug darauf ist. Ein Jason Statham als namhaftester Vertreter des heutigen Action Genres hat keine Blockbuster fabriziert bislang, die Expendables Filme als ultimative Actionhelden-Versammlung spielt kaum mehr als das doppelte Budget ein, Stallones munterer Rambo Nachschlag war kaum ein kommerzieller Erfolg, Die Hard 4 lief mehr Recht als schlecht. Diese ganze Diskussion um die erfolgreiche Rückkehr der Action Ikonen der 80er ist schlicht falsch.
Was gut läuft sind actionhaltige Comicverfilmungen, ganz egal wer die Hauptrolle spielt, und kompromisslose Actionfilme mit Helden, die man nicht in der Rolle erwartet (Neeson...)
Zuletzt geändert von danielcc am 31. Januar 2013 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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danielcc hat geschrieben: Den Conan Filmen hat Schwarzenegger immerhin einen Stempel aufgesetzt,
sprich bitte nicht so positiv im Plural, sonst könnte man noch meinen Der Zerstörer oder Red Sonja wären etwas anderes als übelster Dumm-Trash. :D

danielcc hat geschrieben:True Lies ist seinerzeit immerhin ein Mega-Spektakel gewesen und was das Ausmaß der Action angeht doch ein anderes Niveau als Red Heat,
Das ist aber nicht fair, dann musst du auch sagen, dass True Lies ein anderes Ausmaß hat als Lethal Weapon. Red Heat ist ja nun wahrlich kein Low-Budget-Filmchen gewesen, aber natürlich kostete ein urbaner Cop-Actioner Ende der 80er weniger als ein Cameronsches Megaspektakel der 90er.
danielcc hat geschrieben: Total Recall ist ein durchaus raffinierter und ambitionierter Sci-Fi Streifen. Diese setzen sich - zumindest in meiner Wahrnehmung - mehr oder weniger deutlich von der Durchschnitts-Kost der oben genannten Filme (Red Heat...) ab.
Ja das ist er sicherlich - und ich bin ja auch nicht gerade als Verhoeven-Gegner bekannt - aber Red Heat macht für das was er ist, nämlich ein rasanter, recht harter Actioner mit zwei hervorragend harmonierenden Hauptdarstellern und viel Humor - eigentlich alles richtig.
danielcc hat geschrieben: Hinzu kommt vielleicht, dass ich Schwarzenegger eher in einem nicht realen Szenario ernst nehmen kann, eben als Robotor, Fantasy.Krieger oder Sci-Fi Superheld.
Widerspricht dass dann aber eigentlich nicht der Tatsache, dass die The last Stand gut gefallen hat?
danielcc hat geschrieben:Übrigens, wenn du von den "echten Arnie Actionern" sprichst, welche sind das für dich? Das ist sozusagen der Ursprung meiner Überlegung gewesen: Die reinen Arnie Actioner sind nämlich kaum die, die ihn weltberühmt gemacht haben, sondern es sind seine Ausnahme-Rollen in Conan, Terminator...
Eigentlich alles ab Red Heat mit Ausnahme der Komödien - und selbst Kindergarten-Cop hat ja ein paar Actionelemente und ist quasi die Umdrehung der normalen Formel mit entgegengesetzter Gewichtung von Action und Humor. Den ersten wirklich davon abweichenden Film - sieht man mal von Batman & Robin ab - war dann Collateral Damage, der in seiner bierernsten Art zum scheitern verurteilt war. T2 ist für mich auch prinzipiell eine Actionfilm mit ordentlich Humor, man denke nur an die ganzen Passagen mit dem Kind. Die Integrierung von Humor als wichtige Komponente öffnete Arnie die Tür zum Massenpublikum.

danielcc hat geschrieben:
Was mir im Umfeld dieser Diskussion aufgefallen ist, wie relativ erfolglos doch viele normale Actionfilme heute sind, und wie unscharf oder teils falsch die öffentliche Wahrnehmung in Bezug darauf ist. Ein Jason Statham als namhaftester Vertreter des heutigen Action Genres hat keine Blockbuster fabriziert bisland, die Expendables Filme als ultimative Actionhelfen-Versammlung spielt kaum mehr als das doppelte Budget ein, Stallones munterer Rambo Nachschlag war kaum ein kommerzieller Erfolg, Die Hard 4 lief mehr Recht als schlecht. Diese ganze Diskussion um die erfolgreiche Rückkehr der Action Ikonen der 80er ist schlicht falsch.
Was gut läuft sind actionhaltige Comicverfilmungen, ganz egal wer die Hauptrolle spielt, und kompromisslose Actionfilme mit Helden, die man nicht in der Rolle erwartet (Neeson...)
Stallone hatte eigentlich außerhalb seiner beiden Serien nie wirklich großen Erfolg an der Kinokasse. Selbst Filme wie Cliffhanger oder Demolition Man liefen nur passabel gemessen an ihren riesigen Budgets. Arnold hechelt wie du ja richtig sagtest auch seit Mitte der 90er einem Erfolg hinterher. Willis hat außerhalb seiner Die Hard-Reihe auch viele Flops hingelegt. Ich denke es ist eh eine Fehleinschätzung, wenn man die großen drei Actionikonen immer als Erfolgsgaranten hinstellt. Das war früher nicht so und ist es auch heute nicht. Fakt ist, dass die Jungs in spezifischen Rollen sehr sehr erfolgreich waren. Fakt ist auch, dass Arnie Anfang der 90er auch außerhalb "seiner" Serien erstaunlich erfolgreich war und quasi zu einem pop-kulturellen Phänomen aufstieg. Fakt ist aber halt auch, dass dies nur eine relative kurze Zeit anhielt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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AnatolGogol hat geschrieben:
danielcc hat geschrieben: Hinzu kommt vielleicht, dass ich Schwarzenegger eher in einem nicht realen Szenario ernst nehmen kann, eben als Robotor, Fantasy.Krieger oder Sci-Fi Superheld.
Widerspricht dass dann aber eigentlich nicht der Tatsache, dass die The last Stand gut gefallen hat?
Ja das stimmt. Habe ja auch sogar gesagt, dass Last Stand sicher zunächst mal mehr in Tradition der Filme wie Commando oder sogar Last Action Hero ist - und sicher kein Ausnahme Film wie Terminator.
Habe aber auch gesagt, dass die Wahrnehmung und Bewertung des Ganzen dann wohl immer sehr subjektiv ist. Die Filme damals vor Last Action Hero habe ich alle nicht im Kino gesehen. Im Vergleich zu T2 wirkten sie dann hinterher im TV für mich sehr durchschnittlich und schon Mitte der 90er altbacken.

Wenn man heute wiederum sowas wie Last Stand im Kino sieht, blüht die "Teenander-Liebe" wieder etwas auf.

Aber ein Unterschied ist für mich doch, dass die komödiantischen Elemente in Last Stand für mich gut funktionieren und die Inszenierung halbwegs frisch oder innovativ ist, was man einem Red Heat sicher auch damals nicht nachsagen konnte oder? Ich finde auch schön, dass Last Stand sich nicht für das schämt, was er ist. Bei Filmen wie Commando habe ich heute immer das Gefühl, das haben die damals wirklich ernst gemeint :?:
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Re: Zuletzt gesehener Film

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danielcc hat geschrieben: Aber ein Unterschied ist für mich doch, dass die komödiantischen Elemente in Last Stand für mich gut funktionieren und die Inszenierung halbwegs frisch oder innovativ ist, was man einem Red Heat sicher auch damals nicht nachsagen konnte oder?


Es muss ja auch nicht immer alles innovativ und neuartig sein. Red Heat ist sicherlich kein Film der diesen Anspruch erhebt, eigentlich tut dies kein Film von Walter Hill. Wahrscheinlich mag ich ihn auch genau deshalb als Filmemacher so gern, weil er sich nicht scheut seine 60er und 70er Jahre Wurzeln konsequent beizubehalten ungeachtet aller Trends. Ich finde es geradezu angenehm einen Filmemacher zu erleben, der nicht permanent seinen Stil an gängige Sehgewohnheiten meint anpassen zu müssen. Ich bin auf seinen neuen Film mit Stallone gespannt und ob dies auch auf diesen zutrifft.
danielcc hat geschrieben:Ich finde auch schön, dass Last Stand sich nicht für das schämt, was er ist. Bei Filmen wie Commando habe ich heute immer das Gefühl, das haben die damals wirklich ernst gemeint :?:
Man kann mit Commando sehr viel Spass haben, man muss sich aber auch auf den Film einlassen. Eine Fragestellung wie „war das Ernst gemeint“ ist dabei eigentlich schon ein Kardinalfehler, den Commando war sicherlich nie als etwas anderes gedacht als hirnfreie Kawumm-Unterhaltung. Und hirnfrei meine ich in diesem Zusammenhang durchaus positiv. Das ist alles andere als der Gipfel der Filmkunst und ein großartiger Film ist es auch nicht, aber deshalb kann er trotzdem Spass machen. Und sein Status zeigt ja, dass er genügend Leuten Spass gemacht hat. :wink:
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Re: Zuletzt gesehener Film

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Bin gespannt wie viele von den angekündigten Schwarzenegger Filmen wirklich kommen werden und wenn ja, wie der Erfolg sein wird. Aktuell glaube ich, dass selbst ein Terminator 5 mit ihm kein Selbstläufer ist. Das Franchise ist verwässert, der Held ist mehr als angezählt, T3 war kein ganz großer Erfolg und T4 trotz Bale noch weniger.

Am meisten gespannt bin ich aber was die Riege der alten Helden angeht bei Willis. Der ist doch am vielseitigsten und immer für eine Überraschung gut. Glaube auch, dass er derjenige ist, dessen Star-Wirkung am ehesten noch Ausstrahlung in die heutige Zeit hat, da er mit Filmen wie Sixth Sense auch ein ganze neues Publikum begeistern konnte. Der neue Stirb Langsam könnte ein größerer Erfolg werden, zumindest ist die Marketing Kampagne größer als bei Last Stand oder auch Jack Reacher, wenn auch der Trailer nach wie vor sehr generisch ist. Der Film ist ja nun doch wieder R-rated (aber nur 97 min lang)
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