Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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danielcc hat geschrieben:Ob nun bewusstlos hin oder her, unnötige Gewalt gab es schon sehr früh. BEstes Beispiel ist der kaltblütige Mord an Prof. Dent gleich im ersten Film, nachdem dieser seine Waffe gelehrt hat und klar keine BEdrohung mehr ist...
Stimmt, da hast du recht, danielcc. Allerdings ist das der einzige Mord Bonds dieser Art, der mir vor den Craig-Bondfilmen einfällt. Ich fand die Hinrichtung Prof. Dents einfach unnötig und schockte mich damals schon etwas, als ich den Film vor vielen Jahren sah.
Plenty O'Toole: I'm Plenty!
James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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danielcc hat geschrieben:Für mich ist der Fleming Bond aber auch ein wenig Antiheld. Er mag seinen Job nicht so recht, mag ihn nur, wenn es richtig zur Sache geht, behandelt Frauen schlecht und ist ansonsten ein Snob, hat gewisse Selbstzweifel, etc...
Ja Bonds Verhältnis zu seinem Job ist selbst in den Romanen nicht so homogen. Mal ist mag er seinen Job (gut, diese Momente sind in der Unterzahl), mal wartet er nur drauf dass M ihn feuert.

DN habe ich leider noch nicht gelesen. Wird Dr Dent darin auch "hingerichtet"?

Und zu Craig: Aus meiner Sicht ist er ein Mix aus Roman-Bond, Connery und auch seiner eigenen Note.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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danielcc hat geschrieben:
Ob die Filme nun jemals homogen waren, da werden wir uns wohl nie einigen. Man kann aber kaum verleugnen, dass sich die Filme immer mal mehr oder weniger stark vom Vorgänger unterschieden haben, sei es inhaltlich oder stilistisch. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen:

- Da war der relativ ungehobelte Schotte, dann der englische Gentleman Moore
- Da war ein größenwahnsinniger Stromberg, dann ein popeliger Kleinkrimineller Kristatos
- Da waren die Wodka Martinis bei Connery, die in LALD auf ein mal dran gegeben wurden
- Da war eine schmachtende Moneypenny bei Moore, und dann eine selbstbewusste, emanzipierte bei Brosnan
- Da waren englische Traumsportwagen in TB, dann japanische Reisschüsseln in YOLT
- Da waren schnörkellose Spionage Thriller wie FRWL, dann sci-fi Bombast in YOLT
- Da war ein junger dynamischer Quartermaster in einer Nebenrolle in DN, und dann ein granteliger Q in FRWL
- Da war brave 80er Jahre Altherren Optik, dann MTV Optik in DAD
- Da war die Kund-Fu Welle, dann Blaxploitation, dann Sci-Fi
- Da war ein frauen-verschlingender Bond in TSWLM, dann ein monogamer Bond in FYEO oder TLD

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, wahrscheinlich mit viel extremeren Beispielen, deren wir uns aber kaum noch bewusst sind.
Ach Daniell, ist das dein Ernst?
Das sind doch fast alles absurde Kleinigkeiten, und zum Teil an den Haaren herbeigezogene Konstruktionen. Selbst der extreme Übergang von Connery zu Moore hat die Filme nur unwesentlich verändert.
Homogen bedeutet doch nicht das jeder bond exakt dem vorherigen ähnelt. Warum nicht auch noch erwähnen das Bond in FRWL eine andersfarbige Hose trägt als evtl. in TSWLM?

Wenn du mal wieder Hitchcock nimmst, dann sind seine Thriller, von The Lodger (1926) bis Frenzy (1972) auch eine ziemlich homogene Gruppe von Filmen. Obwohl bei Hitchcock viel extremere Ausschläge in der Variation seiner Lieblinsthemen und in den kulturellen Veränderungen in 50 Jahren Filmgeschichte vorkamen als in den Bond Filmen.

Es ist übrigens gerade die Homogenität der Bondfilme die mir momentan Spaß macht.

Was ich dann auch sehe wie du ist daß mir ebenfalls nicht ganz klar ist warum Dings, wenn ihm CR noch eher zugesagt hat, nur einen für ihn enttäuschenden Film weiter, plötzlich schon von einem Film nichts mehr erwartet, von dem noch keiner weiß wie er sein wird, und wie er sich als Teil der Gesamtserie verhalten wird.
Das finde ich auch seltsam.

Ansonsten sind ja auch hier im Forum Leute die meinen Das Craigs bonds gar keine Bonds mehr sind.
Von daher ist seine ablehnende Haltung auch kein Einzelfall.

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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Maibaum hat geschrieben: Ach Daniell, ist das dein Ernst?
Das sind doch fast alles absurde Kleinigkeiten, und zum Teil an den Haaren herbeigezogene Konstruktionen. Selbst der extreme Übergang von Connery zu Moore hat die Filme nur unwesentlich verändert.
Homogen bedeutet doch nicht das jeder bond exakt dem vorherigen ähnelt. Warum nicht auch noch erwähnen das Bond in FRWL eine andersfarbige Hose trägt als evtl. in TSWLM?
Das sind eben nur Kleinigkeiten, weil wir sie heute so beurteilen! Wenn ich damals MR geshehen hätte, und als nächsten Film FYEO, dann hätte ich mich als neuer Fan gefragt, warum die auf einmal komplett die Marschrichtung ändern. FYEO hat doch praktisch nichts mit dem zutun, was den MR-Bond ausgezeichnet hat.
Übrigens wurde ja grade der Übergang von Connery zu Moore bewusst als Bruch konstruiert. Absichtlich wurden bis dato wesentliche Elemente aufgegeben in LALD.

Wie auch immer. Mich würde dann interessieren, warum für dich der Übergang von "homogen-Bond" zu CR so gravierend ist, und was den scheinbaren Bruch ausmacht? Ist an CR denn vieles SO unterschiedlich als es bei den vielen Brüchen und Veränderungen im Laufe der Jahre war?
Sicher: CR hat ein um Längen besseres Drehbuch, Craig ist ein deutlich besserer Schauspieler als Moore oder Brosnan, der Film hat eine gewisse Bedeutung (thematisch) und erstmals wurde die übliche Abfolge oder der Aufbau des Films geändert, aber das was für mich Bond ausmacht, sehe ich in CR teilweise mehr als in vielen vorherigen Filmen.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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danielcc hat geschrieben:

Das sind eben nur Kleinigkeiten, weil wir sie heute so beurteilen! Wenn ich damals MR geshehen hätte, und als nächsten Film FYEO, dann hätte ich mich als neuer Fan gefragt, warum die auf einmal komplett die Marschrichtung ändern. FYEO hat doch praktisch nichts mit dem zutun, was den MR-Bond ausgezeichnet hat.
Und das ist eben nicht so. Du liest mal wieder nicht wirklich was ich schreibe.
Ich habe die beiden ja damals im Kino bei der Erstaufführung gesehen, und da war überhaupt kein Bruch für mich feststellbar. Und ich sehe auch heute keinen. Das hatten wir aber schon x-mal dikutiert. Der Aufbau der Filme ist fast identisch, die Anlage der Actionszenen und deren Einfügung in die Handlung, die Frauenszenen und ähnliches. Ob Bond am Ende eine Festung im All stürmt oder ein Kloster verändert die Filme nur am Rande.

Für mich waren damals allenfalls die ersten 4 etwas anders, weil sie noch nicht so richtig die für die Serie bestimmenden großen Verfolgungsjagden enthielten, und bis GF auch etwas altmodischer wirkten. Aber von YOLT bis DAD waren das definitiv alles in sich sehr ähnliche Filme.
Die Unterschiede lagen einzig und allein darin wieviel Spaß sie beim Anschauen machten.
Und was das betrifft liegen und lagen für mich halt Welten zwischen GE und TND.
Wie auch immer. Mich würde dann interessieren, warum für dich der Übergang von "homogen-Bond" zu CR so gravierend ist, und was den scheinbaren Bruch ausmacht? Ist an CR denn vieles SO unterschiedlich als es bei den vielen Brüchen und Veränderungen im Laufe der Jahre war?
Sicher: CR hat ein um Längen besseres Drehbuch, Craig ist ein deutlich besserer Schauspieler als Moore oder Brosnan, der Film hat eine gewisse Bedeutung (thematisch) und erstmals wurde die übliche Abfolge oder der Aufbau des Films geändert, aber das was für mich Bond ausmacht, sehe ich in CR teilweise mehr als in vielen vorherigen Filmen.
Auch hier wieder etwas was ich nicht gesagt habe. Ganz im Gegenteil habe ich weiter oben geschrieben: "Und alle weiteren unterschieden sich dann noch weniger von den Vorgängern.Und das sehe ich mit leichten Abstrichen nach wie vor so. Was im Großen und Ganzen auch für James Craig gilt."

Die Craig Bonds sind absolut Teil der Reihe, die Unterschiede hast du oben benannt: vor allem Drehbuch und bessere Regie (in QOS sogar viel, viel besser).
Ich finde das QOS zwar ein paar Sachen anders macht als jeder Bond vorher, aber im Großen und Ganzen ist das trotzdem ein typischer Bondfilm. Dafür liebe ich ihn auch. Anders und dabei trotzdem gleich zu sein.

Das die Themen jetzt evtl. etwas näher dran sind am tatsächlichen Weltgeschehen ist interessant, berührt den grundsätzlichen Aufbau der Filme aber wieder gar nicht.

Die Frage wäre dann tatsächlich ob der neue Mut zu Intelligenz und Stil jetzt aus den Bond Filmen wirklich etwas Neues gemacht hat. Ich glaubs eher nicht, außer das sie mir deutlich mehr Spaß machen als die Alten.

Und was das betrifft hoffe ich das Mendes nun diese Art von gewonnener Qualität fortführt. Wenn ich an Jarhead denke habe ich da momentan noch wenig Bedenken.

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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MX87 hat geschrieben:
danielcc hat geschrieben:Für mich ist der Fleming Bond aber auch ein wenig Antiheld. Er mag seinen Job nicht so recht, mag ihn nur, wenn es richtig zur Sache geht, behandelt Frauen schlecht und ist ansonsten ein Snob, hat gewisse Selbstzweifel, etc...
Ja Bonds Verhältnis zu seinem Job ist selbst in den Romanen nicht so homogen. Mal ist mag er seinen Job (gut, diese Momente sind in der Unterzahl), mal wartet er nur drauf dass M ihn feuert.

DN habe ich leider noch nicht gelesen. Wird Dr Dent darin auch "hingerichtet"?

Und zu Craig: Aus meiner Sicht ist er ein Mix aus Roman-Bond, Connery und auch seiner eigenen Note.
Nein, die Figur taucht in der Romanvorlage gar nicht auf. DN und TB basieren zwar sehr genau auf den jeweiligen Büchern, in beiden Fällen wurde bei der Verfilmung jedoch eine Figur mit den entsprechenden Szenen "dazugedichtet"; bei DN sind es Dent und Miss Taro (die im Roman zwar auch eine Informantin Dr. No's ist aber nur kurz erwähnt wird). Im Buch reist Bond also früher von Kingston nach Crab Key und der Schwerpunkt liegt mehr auf den dort spielenden Szenen.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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Alex No hat geschrieben:
Tanaka hat geschrieben: Und ja, Bond erschießt die Polizisten, den stehenden Polizisten und den anderen den er niedergeschlagen hatte, erschießt er ebenfalls (obwohl dieser bewusstlos wirkte).
Bei mir klingelt es nicht und das macht mich neugierig..... An welcher Stelle ist denn das? Meinst du das Wachpersonal der Botschaft?
Es geht wohl um die Szene auf den Straßen, wo Bond von den gekauften Polizisten angehalten wird, und die in seinem Kofferraum Mathis entdecken
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Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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danielcc hat geschrieben:
Alex No hat geschrieben:
Tanaka hat geschrieben: Und ja, Bond erschießt die Polizisten, den stehenden Polizisten und den anderen den er niedergeschlagen hatte, erschießt er ebenfalls (obwohl dieser bewusstlos wirkte).
Bei mir klingelt es nicht und das macht mich neugierig..... An welcher Stelle ist denn das? Meinst du das Wachpersonal der Botschaft?
Es geht wohl um die Szene auf den Straßen, wo Bond von den gekauften Polizisten angehalten wird, und die in seinem Kofferraum Mathis entdecken
Genau, diese Szene meinte ich, danielcc!

Tanaka
Plenty O'Toole: I'm Plenty!
James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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Bei allem darf an nicht vergessen: Bond ist 00-Agent, ergo ist kaltblütiges Töten eine "Einstellungsvorraussetzung"...

Bei QOS finde ich zwar, dass Bond den ersten Polizisten definitiv erschießt. Beim zweiten finde ich das aber unklar. Zwar hören wir einen Schuss aber das sieht eher aus als würde der zweite "nur" K.O. geschlagen...

Gibts irgendwo vielleicht das QOS-Skript online wo man nachlesen könnte?
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: "Ich erwarte, dass Sie sterben, Mr. Bond"

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Um nochmal zum Kern der Frage zu kommen:
Für mich ist BOND ein Held schon seit Jugendzeiten! Zum ersten mal wahrgenommen seit AVTAK(mit R.M.),seit dem alles nachgeholt und bin bis heute begeistert! Was soll da "Out" sein?
Nehmen wir doch mal BATMAN,SUPERMAN oder CAPTAIN AMERICA und SPIDERMAN!

Die gibts schon ewig doch nur alle paar Jahre neu...keine 22mal wie Bond...und warum? Ganz klar...Diese Form von Unterhaltung alla Bond macht Spass! Und man geht halt mit der Zeit! Alles muss besser,schneller,cooler werden! Das schafft Bond ohne unglaubwürdig zu werden! Grade "Graig"...Härte...weinen...Blut...Schmerzen! Das hatten nicht alle Bonddarsteller vor Ihm!Die anderen Superhelden sind SIENCE FICTION...um darüber zu kritisieren müsst ich schon auf einem anderen Planeten leben!
Manche sagen Er wär ein Arschloch....sind wir das nicht auch manchmal? Meine Frau sagt "JA"! Was reg ich mich auf....Connery war zu seiner Zeit cool...das war Ende der 60er...frag mal meine Oma...dann Lazenby..eine Notlösung um Connery zu entschärfen..er war gut,was Sean nicht von einem Comebach zurück hielt! Moore war witzig,hat jede ins Bett bekommen und schlägt Frauen...war zu der Zeit normal...Dalton war anders...fast unnahbar und ein harter Hund! Meine damalige Freundin fand das cool...heute denkt sie anders...und das ohne mich! Pierce hatte alles..und sah dabei noch gut aus...Heute haben wir Daniel und er ist cool....eben weil wir die neue Zeit haben...alle waren COOL...eben jeder zu seiner Zeit! und mit derer muss man gehen! Was ich kurzum damit sagen will,ist nur,das Leute,die denken,das Bond "out of time" wäre sich lieber an Hannibal oder andere "realen" Dinge und Visionen halten sollen!
Ich freu mich schon auf den nächsten Bond....obwohl ich "SKYFALL" noch nicht gesehen hab!