Ich war nun gestern in der OV. Das englische Original hat für mich besser "funktioniert", keine Ahnung wieso.... Vielleicht kam in der deutschen Synchronisation doch einiges nicht ganz 1 : 1 rüber oder Englisch ist meine stärkere Sprache oder die Originalstimmen sind mir vertrauter im Ohr weil ich mir die letzten Monate viel Interviematerial, Reviews voriger Filme und die ersten 4 Craig-Bonds auf Englisch angeschaut habe. Mich würde interessieren, ob es anderen von Euch, die das Original gesehen haben ebenfalls so ging.
Das Ende hat mich genauso "verlassen" zurück gelassen wie beim ersten Schauen auch. Lust zu weinen inklusive... Zu wissen wie es endet "half" mir nicht. Trotzdem und auch Dank vieler Beiträge hier, ergab einiges doch etwas mehr Sinn. Ausgenommen das Ende, wo ich immer noch sehr befürchte, dass das weitere Werden des Bond-Kosmos schlimmstenfalls empfindlich Schaden nehmen wird, oder aber bestenfalls so durchgreifen verändert wird, dass für klassische Fans (und da zähle ich mich jetzt mal frech dazu) viel Liebgewonnenes wegbrechen wird (und muss).
Für mich ist jetzt klarer geworden, was mich neben dem Ende so gestört hat. Ich habe das Gefühl, dass viel zu viele Handlungsstränge abgearbeitet werden sollten. Zu viele, um sie gut und im gebotenen Maße "tief" zu erzählen. Dadurch - so glaube ich - hat sich bei vielen von uns der Eindruck einer gewissen Oberflächlichkeit gebildet oder noch verstärkt. Vielleicht wäre es rückblickend geschickter gewesen vom viel verkündeten "we tight all the lose ends" weg zu gehen und nur ein oder zwei Stränge zu Ende zu bringen, die aber mit mehr Muße und Tiefe. So hatte ich auch dieses Mal das Gefühl, dass mit vielem sozusagen mit der Tür ins Haus gefallen wurde. Auch habe ich bei der Zweitsichtung noch weniger verstanden, warum man solche Rundumschläge (z.B. Felix auch gleich töten) hat tätigen müssen. Ok, der Sinn dahinter ist mir klar, Bond soll leiden, aber für die Zukunft wäre Leiter vielleicht eine Konstante gewesen, die weiteren Filmen gut getan hätte.
Noch immer fand ich Madeleine als Mutter extrem stark, als Partnerin von Bond eher schwach und für mich nicht "fühlbar". Auch das liegt, so denke ich, daran, dass die Zeit, diese Beziehung glaubhafter darzustellen, einfach gefehlt hat. Was nicht an der Madeleine-Darstellerin liegt! Ich sah sie auf Youtube in einem "Danke und auf Wiedersehen"-Interview, wo sie gerührt war und sehr sympathische und glaubhafte Tränen geweint hat. Auch das Interview von RTL mit ihr auf dem roten Teppich bei der Premiere, da war sie mir extrem sympathisch. So unterkühlt, wie Lea Seydoux von manchen empfunden wurde, kann sie also nicht sein. Kann ich von Craig so leider nicht sagen. So attraktiv ich ihn als Mann auch finde, sympathisch wirkt er auf mich oft nicht in Interviews. Dabei würde ich ihn so gerne nicht nur optisch mögen.
Noch immer kann ich die Vaterschaft Bonds gut akzeptieren, auch wenn das ebenfalls gravierende Auswirkungen auf die Zukunft haben wird, es sei denn man ignoriert es in künftigen Filmen. Die Szene, wo er sich den Hasen in die Hose klemmt.... Gänsehaut pur.
Viel mehr genießen konnte ich dieses Mal die Optik. Die Landschaftssequenzen waren großartig und hatten die epische Note, die sie haben sollten. Die Musik von Hans Zimmer... wundervoll.
Eins ist mir aufgefallen, beim Spekulieren (hier und in diversen Reviews) wie es weitergeht... Ja, Bond wird immer wieder von anderen Darstellern gespielt, ja, er war schon mehrfach im Ruhestand und wurde für tot gehalten. Ja, 007 ist nur eine Nummer, die heute Bond und morgen ein/e andere/r trägt.... Aber noch nie ist der filmische Mensch vor den Augen des Publikums tatsächlich gestorben. Es wurde ja schon angedeutet, dass Bond ein Alias für einen echten Namen des Mannes sei. Wie löst man das für die Zukunft, da bin ich echt gespannt. Würde man hingehen und in Bond 26 so tun, als hätte es die fünf Filme vorher nie gegeben.... Ich glaub ich wär als treuer Fan echt beleidigt, wenn man es sich so einfach machen würde.