Ok CH.
Man merkt einfach, das du dich mit der Materie Spider-Man, außerhalb der Raimi Filme, nicht wirklich auskennst^^ Ist jetzt nicht böse gemeint, aber du scheinst halt wirklich weder die Comics, noch die guten Zeichenserien von Spidey zu kennen.
Fangen wir mal an.
Aus Parker ein Trottel zu machen war ein No-Go.
In den Comics war Peter ein Looser. Ja, aber nicht weil er Tollpatschig oder Schüchtern war, sondern weil er einfach intelligent war. In keiner der wichtigen Comicversionen ist Peter vorher ein Trottel. Aber das hätte ich sogar noch durchgehen lassen, aber was Raimi nach dem Biss durchzieht zeigt einfach ganz deutlich, dass Raimi 0 Ahnung von der Materie hatte. Er hatte wahrscheinlich grobe Beschreibungen auf dem Tisch liegen und bei Parker stand dann "Trottel, Looser, Außenseiter" oder sowas, denn worum es bei der Figur geht, versteht er zu keinem Zeitpunkt.
Raimi gelingen unterhaltsame Filme, welche die Oberfläche von Spider-Man gut übertragen, aber den Kern überhaupt nicht treffen. Auch filmisch hat er viel, viel Mist gebaut. Sogar unabhängig von den Comics. Jeder Bösewicht verkommt bei ihm zu einem "Opfer der Umstände". Was bis Doc Octopus noch halbwegs funktionierte, war spätestens bei dem Sandman nur noch lächerlich.
Als Spider-Man ist er der super Athlet, sobald die Maske ab ist, stolpert er über seine eigenen Füße? Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, selbst ohne Comichintergrund, mit Comichintergrund zeigt es nur wieder, das Raimi nichts verstanden hat.
Nach dem Biss gewinnt Peter am Selbstbewusstsein und durch seine Körpersprache, Austrahlung und fehlenden Schüchternheit wird er plötzlich beliebt. Nicht weil die Leute wissen, dass er ein Superheld ist, sondern weil er einfach selbstbewusst geworden ist.
Die Webshooter die du ansprichtst, damit hast du "Näher an den Comics" völlig falsch verstanden. Darüber freut man sich zwar als Fan, da sie auch immer ein Zeichen dafür waren, das Peter durch seine Intelligenz zum Superhelden wird, da er sein wichtigstes Werkzeug selbst entwickelt und es nicht "geschenkt" bekommt, aber das wäre ja noch vertretbar.
Die Sprüche, waren sogar einer der größten Kritikpunkte bei den Fans.
Die gehören dazu!!!! Spider-Man ist arrogant zu seinen Feinden!!! Er reißt in einer Tour blöde Sprüche!!! DAS IST SPIDER-MAN! Ihm das zu nehmen, was Raimi getan hat, wäre so, als würde man Bruce Wayne seine "Dunkelheit" nehmen und ihn dauergrinsend und fröhlich pfeifend durch die Gegend laufen. Ein totales No-Go diese nicht zu nutzen. Zumal er das nutzt, um seine Feinde zu verunsichern und durch die Wut zu unüberlegten Handlungen zu treiben.
Die Originsstory ist in großen Teilen unantastbar,aber wenn du etwas kritisieren willst, dann das Raimi sie 1:1 ohne neue, unter Fans lange totdiskutierte, Aspekte zu bereichern. Du kannst nicht sagen, dass Remake bringt keine neuen Aspekte rein, denn mit der Richard Parker Sache wurde etwas gänzlich neues eingebaut, was in 1 zwar nur eingeläutet wird aber in 2 zu einem Runden Schluss gebracht wird. Der Rest ist unantastbar. Der Tod von Onkel Ben ist ein Muss, wie der tot von Bruce Waynes Eltern. Im Remake wurde soweit neue Wege gegangen, wie es "erlaubt" ist, viel mehr hätten sie nicht machen dürfen. Und auch das folgende Training ist sicherlich zuletzt bei Raimi geklaut sondern hat eig sowas wie "Tradition" . Aber da du es als 1:1 Kopie bezeichnest, obwohl es schon allein durch die Webshooter neue Aspekte gibt, macht es mir schwer diese Kritik, wie bei dem Orgin ohne neue Aspekte Ding, die Kritik ernst zu nehmen, da es schon SEHR voreingenommen wirkt, wenn man offensichtliches wohl bewusst übersieht^^
Zur Ehrenrettung: Anfangs war geplant, einen bereits fertigen Spider-Man zu zeigen, ohne Origin-Story. Aber das hat wohl, durch den Vater-Aspekt, der ja in 3 wohl noch weiter ausgebaut wird, nicht geklappt.
Auch auf anderen Sektoren finde ich die Filme durch und durch besser. Wie du schon sagtest waren, insbesondere in 1 und 2, die Darsteller der Bösewichte gnadenlos unterfordert. In den TAS hat man auf der Seite großartig passende Darsteller und die Figuren weisen viel mehr auf, als die Abziehbilder der Raimi-Trilogie. Apropos Abziehbild. Onkel Ben war bei Raimi z.B einfach ein 08/15 guter Onkel, Sheens Version hat da viel mehr Tiefe zu bieten.
Kirsten Dunst Mary Jane macht aus der Comicvorlage, ein toughes starkes Mädel, ein dümmliches Püppchen und zu Peter hab ich mich schon reichlich ausgelassen. Zwar hat TASM 2 einige längen die nicht nötig waren, doch am Ende ist alles rund und auch so empfinde ich die Filme einfach als "besser". Bessere Darsteller, bessere Figuren und deutlich weniger Naiv. Gerade auf dem Beziehungssektor zeigt Webb einfach, dass er sein Handwerk versteht und man hat wirklich das Gefühl die Story zwischen Peter und Gwen ist wie aus dem echtem Leben geschrieben. Dazu stimmt die Chemie zwischen beiden. Und wenn du Garfield als Frauenschwarm siehst, dann hast du mit den Frauen in deiner Umgebung nicht viel gesprochen. Wirklich Sexy, gutaussehend fand ihn bisher keine mir bekannte Frau und schon gar nicht wurde ein Edward/Jakob Effekt erzeugt wie bei Twilight. Er ist zwar nicht Hässlich, aber das war Peter in den Comics auch nie^^
Das alles ist natürlich kein Angriff gegen dich, falls sich iwas mal irgendwie wie ein Angriff oder beleidigend liest.
Achja: NEIN ! Spider-Man 1 war sicherlich nicht das Vorbild für Batman Begins. Ganz und gar nicht. X-Men hat Comicverfilmungen wieder populär gemacht. Spider-Man hat nur gezeigt, dass in dem Sektor wahrlich Blockbuster entstehen können. Aber als Vorbild für Batman Begins? Niemals. Nur weil er voher da war? Nolan hat nur genutzt was da war, um dieses wieder umzuschwenken. Sie haben nur eine Gemeinsamkeit, dass es ein Comicvorbild gibt, aber mehr nicht. Nolan hat mit TDK das Genre nun sehr beeinflusst, mehr als Spider-Man jemals zuvor. Spider-Man löste nur eine Welle aus, auf dessen Erfolg Nolan mitreiten konnte um das Genre neu zu definieren!