Bester Spider-Man Film ist...?

2002: Spider-Man (Keine Stimmen)
2004: Spider-Man 2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (60%)
2007: Spider-Man 3 (Keine Stimmen)
2012: The Amazing Spider-Man (Keine Stimmen)
2014: The Amazing Spider-Man: Rise of Electro
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (20%)
2017: Spider-Man: Homecoming (Keine Stimmen)
2018: Spider-Man: Into the Spider-Verse
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (20%)
2019: Spider-Man: Far From Home (Keine Stimmen)
2021: Spider-Man: No Way Home (Keine Stimmen)
2023: Spider-Man: Across the Spider-Verse (Keine Stimmen)
2024: Spider-Man: Beyond the Spider-Verse (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

31
Nee, also bis auf TAS 2 hat mich bisher keine Marvelverfilmung so richtig umgehauen. Erst recht nicht diese ganzen hochgehypten wie "Thor", "Iron Man" etc. "Iron Man 2" war für mich sogar richtig schlecht, meiner Meinung nach die schlechteste Comicverfilmung die ich kenne und "The Avengers" fand ich auch ziemlich schwach. Okay, "X-Men: First Class" war schon eine Verbesserung zu den alten "X-Men-Filmen" und "The Punisher" von 2004 fand ich auch nicht schlecht. Aber so richtig gepackt hat mich nur dieser hier.
Andrew Garfield ist meiner Meinung nach einfach ein besserer Schauspieler als Maguire und er ist nun mal nicht der typische Schönling. Ich finde man nimmt ihn den Außenseiter schon durchaus ab. Und Emma Stone ist vielleicht auch vom Aussehen nicht das gelbe vom Ei, aber im Gegensatz zu Dunst besitzt sie Taltent und ihre Rolle ist auch nicht so charakterlos gestaltet worden wie Mary-Jane. Von der Besetzung her fand ich höchstens James Franco als Harry Osbourne in den alten besser und natürlich die ganzen anderen Bösewichter wie Willem Damfoe und Alfred Molina, die aber meiner Meinung nach total unterfordert waren. Und selbstverständlich J.K. Simpson als Mr. Jameson. Aber ansonsten fand ich die "Amazing Spider-man-Filme" allemal besser als die von Raimi.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

32
Habe nur den ersten Garfield Spider-Man gesehen. Basierend darauf fand ich persönlich Macguire DEUTLICH besser in der Rolle. Überhaupt ist der erste Spider-Man Film mit ihm eigentlich DER Comicfilm der alles ins Rollen gebracht hat. Besser als Raimi konnte man das gar nicht machen. Da passt alles, starke Darsteller, eine einfache aber brauchbare Story, die Effekte und vor allem der Spaß der transportiert wird.
Auch in dieser Hinsicht ist das Reboot das überflüssigste Kinovorgaben der letzten Jahre.
Allerdings fand ich auch immer Dunst ziemlich langweilig.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

33
Dunst war auch furchtbar, aber Maguire konnte ich einfach nicht ernst nehmen. Wenn er die Maske aufhatte, war das ja okay, aber in jedem Finale hat er sich immer die Maske abgesetzt und als Superheld wirkte er einfach lächerlich. Sorry, aber meiner Meinung nach waren beide volkommen fehlbesetzt.
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Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

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Heute erneut TASM 2 geschaut und könnte mein Review auf einer der Vorderseiten praktisch so noch einmal schreiben. Eigentlich ist es schon erschreckend, dass der Erstling aufgrund seines extremen Plagiates und seiner damit einhergehenden fehlenden Frische nicht zu überzeugen weiß, ist ja sogar irgendwo verständlich, aber das ein Sequel, dass von Natur aus viel freier in seinen Möglichkeiten ist als ein Remake dann trotzdem noch so belanglos bleibt und derart unentschlossen zwischen verschiedenen Handlungssträngen und Widersachern hin und her springt und den Protagonisten zu einem arroganten und selbstgefälligen Arschloch verkommen lässt... ich bin fassungslos!
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Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

39
Sehe die Schwächen bei TAS einfach gar nicht. Garfields Parker/Spiderman ist doch extrem nah an den Comics und vorallem an der Zeichentrickserie (Die nach den Comics ist) angelehnt und somit doch deutlich, extrem viel mehr Spider-Man als alle 3 Raimi-Filme zusammen. Schon allein deshalb hat TAS die Daseinsberechtigung. Diese Vorteile (und das macht Spider-Man praktisch aus) haben beide TAS Filme vor der Raimi Trilogie. Auch wenn ich letztere echt gern mochte, finde ich das TAS der beste Spider-Man Film bis dato ist.

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

40
Näher an den Comics etc. sind ja einige Argumente, die man oft hört und das mag für Comicleser schön und gut sein. Aber mal ehrlich, wirklich gravierende Unterschiede sind das einfach nicht. Ob Spidey jetzt seine Netze aus seinen Armen heraus abfeuert oder dafür spezielle Apparate nutzt und ob seine erste Freundin jetzt Gwen Stacey oder Mary Jane heißt... who cares? An der Qualität der Filme ändert das nichts. TAS hat gegenüber dem Raimi-Film gleich mehrere Nachteile: Erstens funktioniert er wie ein Remake und erzählt die exakt selbe Story (besonders was Onkel Ben und Peters Erkunden seiner Fähigkeiten angeht) noch einmal und tauscht böse gesagt nur den Goblin gegen die Echse aus (verwendet aber auch hier die selbe Motivation und das gleiche Dilemma des Charakters), ohne dem ganzen neue Aspekte hinzuzufügen oder neue Facetten zu entdecken. Stattdessen verkommt Spider-Man (noch mehr im Sequel) zu einem arroganten Sprücheklopfer, der mit seinem Alter Ego Peter Parker menschlich rein gar nichts mehr gemein hat. Zweitens war Spiderman 2002 eben noch etwas neues, es war nach Singers X-Men und sogar mehr als Singers X-Men die Geburtsstunde des modernen Comicfilmes und war Vorbild für große andere Blockbuster wie "Batman Begins", "Iron Man" oder "Kick-Ass". The Amazing Spider-Man hingegen kommt 10 Jahre danach schon deutlich zu spät und erzählt uns eine Origin-Story, die wir eben A) schon einmal gesehen haben und die wir B) so auch bereits aus diversen anderen Filmen mittlerweile kennen. (Man muss sich mal klar machen, dass praktisch jeder MCU-Origin-Film der Phase 1 nach diesem Schema aufgebaut gewesen ist.)
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Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

41
Ok CH.
Man merkt einfach, das du dich mit der Materie Spider-Man, außerhalb der Raimi Filme, nicht wirklich auskennst^^ Ist jetzt nicht böse gemeint, aber du scheinst halt wirklich weder die Comics, noch die guten Zeichenserien von Spidey zu kennen.

Fangen wir mal an.
Aus Parker ein Trottel zu machen war ein No-Go.
In den Comics war Peter ein Looser. Ja, aber nicht weil er Tollpatschig oder Schüchtern war, sondern weil er einfach intelligent war. In keiner der wichtigen Comicversionen ist Peter vorher ein Trottel. Aber das hätte ich sogar noch durchgehen lassen, aber was Raimi nach dem Biss durchzieht zeigt einfach ganz deutlich, dass Raimi 0 Ahnung von der Materie hatte. Er hatte wahrscheinlich grobe Beschreibungen auf dem Tisch liegen und bei Parker stand dann "Trottel, Looser, Außenseiter" oder sowas, denn worum es bei der Figur geht, versteht er zu keinem Zeitpunkt.
Raimi gelingen unterhaltsame Filme, welche die Oberfläche von Spider-Man gut übertragen, aber den Kern überhaupt nicht treffen. Auch filmisch hat er viel, viel Mist gebaut. Sogar unabhängig von den Comics. Jeder Bösewicht verkommt bei ihm zu einem "Opfer der Umstände". Was bis Doc Octopus noch halbwegs funktionierte, war spätestens bei dem Sandman nur noch lächerlich.
Als Spider-Man ist er der super Athlet, sobald die Maske ab ist, stolpert er über seine eigenen Füße? Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, selbst ohne Comichintergrund, mit Comichintergrund zeigt es nur wieder, das Raimi nichts verstanden hat.
Nach dem Biss gewinnt Peter am Selbstbewusstsein und durch seine Körpersprache, Austrahlung und fehlenden Schüchternheit wird er plötzlich beliebt. Nicht weil die Leute wissen, dass er ein Superheld ist, sondern weil er einfach selbstbewusst geworden ist.

Die Webshooter die du ansprichtst, damit hast du "Näher an den Comics" völlig falsch verstanden. Darüber freut man sich zwar als Fan, da sie auch immer ein Zeichen dafür waren, das Peter durch seine Intelligenz zum Superhelden wird, da er sein wichtigstes Werkzeug selbst entwickelt und es nicht "geschenkt" bekommt, aber das wäre ja noch vertretbar.

Die Sprüche, waren sogar einer der größten Kritikpunkte bei den Fans.
Die gehören dazu!!!! Spider-Man ist arrogant zu seinen Feinden!!! Er reißt in einer Tour blöde Sprüche!!! DAS IST SPIDER-MAN! Ihm das zu nehmen, was Raimi getan hat, wäre so, als würde man Bruce Wayne seine "Dunkelheit" nehmen und ihn dauergrinsend und fröhlich pfeifend durch die Gegend laufen. Ein totales No-Go diese nicht zu nutzen. Zumal er das nutzt, um seine Feinde zu verunsichern und durch die Wut zu unüberlegten Handlungen zu treiben.

Die Originsstory ist in großen Teilen unantastbar,aber wenn du etwas kritisieren willst, dann das Raimi sie 1:1 ohne neue, unter Fans lange totdiskutierte, Aspekte zu bereichern. Du kannst nicht sagen, dass Remake bringt keine neuen Aspekte rein, denn mit der Richard Parker Sache wurde etwas gänzlich neues eingebaut, was in 1 zwar nur eingeläutet wird aber in 2 zu einem Runden Schluss gebracht wird. Der Rest ist unantastbar. Der Tod von Onkel Ben ist ein Muss, wie der tot von Bruce Waynes Eltern. Im Remake wurde soweit neue Wege gegangen, wie es "erlaubt" ist, viel mehr hätten sie nicht machen dürfen. Und auch das folgende Training ist sicherlich zuletzt bei Raimi geklaut sondern hat eig sowas wie "Tradition" . Aber da du es als 1:1 Kopie bezeichnest, obwohl es schon allein durch die Webshooter neue Aspekte gibt, macht es mir schwer diese Kritik, wie bei dem Orgin ohne neue Aspekte Ding, die Kritik ernst zu nehmen, da es schon SEHR voreingenommen wirkt, wenn man offensichtliches wohl bewusst übersieht^^ :wink:
Zur Ehrenrettung: Anfangs war geplant, einen bereits fertigen Spider-Man zu zeigen, ohne Origin-Story. Aber das hat wohl, durch den Vater-Aspekt, der ja in 3 wohl noch weiter ausgebaut wird, nicht geklappt.

Auch auf anderen Sektoren finde ich die Filme durch und durch besser. Wie du schon sagtest waren, insbesondere in 1 und 2, die Darsteller der Bösewichte gnadenlos unterfordert. In den TAS hat man auf der Seite großartig passende Darsteller und die Figuren weisen viel mehr auf, als die Abziehbilder der Raimi-Trilogie. Apropos Abziehbild. Onkel Ben war bei Raimi z.B einfach ein 08/15 guter Onkel, Sheens Version hat da viel mehr Tiefe zu bieten.
Kirsten Dunst Mary Jane macht aus der Comicvorlage, ein toughes starkes Mädel, ein dümmliches Püppchen und zu Peter hab ich mich schon reichlich ausgelassen. Zwar hat TASM 2 einige längen die nicht nötig waren, doch am Ende ist alles rund und auch so empfinde ich die Filme einfach als "besser". Bessere Darsteller, bessere Figuren und deutlich weniger Naiv. Gerade auf dem Beziehungssektor zeigt Webb einfach, dass er sein Handwerk versteht und man hat wirklich das Gefühl die Story zwischen Peter und Gwen ist wie aus dem echtem Leben geschrieben. Dazu stimmt die Chemie zwischen beiden. Und wenn du Garfield als Frauenschwarm siehst, dann hast du mit den Frauen in deiner Umgebung nicht viel gesprochen. Wirklich Sexy, gutaussehend fand ihn bisher keine mir bekannte Frau und schon gar nicht wurde ein Edward/Jakob Effekt erzeugt wie bei Twilight. Er ist zwar nicht Hässlich, aber das war Peter in den Comics auch nie^^

Das alles ist natürlich kein Angriff gegen dich, falls sich iwas mal irgendwie wie ein Angriff oder beleidigend liest.

Achja: NEIN ! Spider-Man 1 war sicherlich nicht das Vorbild für Batman Begins. Ganz und gar nicht. X-Men hat Comicverfilmungen wieder populär gemacht. Spider-Man hat nur gezeigt, dass in dem Sektor wahrlich Blockbuster entstehen können. Aber als Vorbild für Batman Begins? Niemals. Nur weil er voher da war? Nolan hat nur genutzt was da war, um dieses wieder umzuschwenken. Sie haben nur eine Gemeinsamkeit, dass es ein Comicvorbild gibt, aber mehr nicht. Nolan hat mit TDK das Genre nun sehr beeinflusst, mehr als Spider-Man jemals zuvor. Spider-Man löste nur eine Welle aus, auf dessen Erfolg Nolan mitreiten konnte um das Genre neu zu definieren!

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

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PutPut hat geschrieben: Man merkt einfach, das du dich mit der Materie Spider-Man, außerhalb der Raimi Filme, nicht wirklich auskennst^^ Ist jetzt nicht böse gemeint, aber du scheinst halt wirklich weder die Comics, noch die guten Zeichenserien von Spidey zu kennen.
Das ist ja aber Gott sei dank auch gar nicht nötig, um die filmische Qualität des vorliegenden Materials zu bewerten. :wink:

Da kann man dann an einen Fan auch direkt einmal ein paar Fragen stellen: Sind Doctor Connors, Electro und der Green Goblin unter Webbs Regie denn nicht auch bloß Opfer der Umstände? Was genau hat Raimi denn an Spider-Man angeblich nicht verstanden und zeigt das deutlich, sobald der Biss im Film (übrigens viel früher als nach der ewigen Exposition des Remakes) vollzogen war? Ist der Kontrast zwischen Athlet und Trottel in Spider-Man von Raimi wirklich so viel größer als der zwischen arrogantem Verbrechensbekämpfer und Heulsuse? Denn pardon, nichts anderes verkörpert Garfield in der Rolle. Die "Coolness", die er als Held zeigt, legt er nicht auf, viel mehr weint er Papa, Mama, Onkel und hin und wieder auch mal der Freundin nach. Zwar versucht man das in einigen Momenten im Sequel zu kaschieren, aber dort wirkt es so gezwungen, dass man es der Regie direkt anmerkt. (Man nehme beispielsweise nur einmal die fürchterlich unlustige Slapstick-Einlage mit ihm und den Oscorp-Bodyguards, die Gwen verfolgen.)

Weiterhin sprichst du von Peter als intelligenten Jungen und davon, dass er durch seine Intelligenz zum Superhelden wird. Ist das bei Webb so? In beiden Fällen ist es der Spinnenbiss, der ihn zum Spider-Man macht. Punkt. Netzfaden hin oder her, dass mag zwar als Argument gelten, aber streng genommen habe ich Garfield in TAS ohnehin seine Streberseite nie so richtig abgenommen. Dafür wirkt er in den Schulszenen zu sehr am Unterricht desinteressiert (heißt es nicht einmal sogar, dass er immer zu spät kommt?), dafür gibt man sich zu offensichtlich Mühe, ihn als Genie zu zeichnen, ganz peinlich wäre in diesem Fall das Einstein-Plakat an seiner Tür oder die Tatsache, dass er an einem Nachmittag das Problem löst, an dem Connors sein Leben lang gearbeitet hat. (Ja, ich hab mitbekommen, dass es am Ende dann doch nicht ganz geklappt hat, aber das sollen wir ja erstmal glauben.)

Spider-Man ist arrogant zu seinen Feinden? Ich mag das zwar nicht, aber du hast da natürlich recht, wenn man auf die Vorlage schielt. Leider macht dieses Auftreten nur im Kontext wenig Sinn. In der einen Szene sitzt er heulend und am Boden zerstört wegen seinem toten Onkel in seinem Zimmer und im nächsten Moment reißt er locker Witze über das Taschenmesser eines Gegners? Ernsthaft? Das raubt dem Charakter jegliche Glaubwürdigkeit und wir sehen sehr gut, dass etwas, was im Comic funktionieren mag, nicht auch in einem Film funktionieren muss. Verunsichert er seine Feinde denn wirklich damit? In TAS und TAS 2 hat das jedenfalls kein einziges Mal funktioniert und wenn er mal wirklich auf Konfrontationskurs ist (im Aufeinandertreffen mit dem Green Goblin) wird er ja dämlicherweise sowieso plötzlich ernst und nachdenklich. Wozu dieser Sinneswandel, wenn das arrogante doch Fassade ist?

Auch mag es sein, dass die Entstehungsgeschichte unantastbar ist, dennoch hätte man sie dann entweder anders gestalten müssen (Oh Schreck - wir lösen uns von der Vorlage!) oder sie einfach nicht verfilmen sollen. Warum steigen wir nicht in ein bestehendes Universum mit einem bereits fertigen Spider-Man ein und erleben mit ihm Abenteuer (Onkel Bens Tod dann gerne in einer Rückblende abgehandelt)? Ich verstehe einfach nicht, warum diese Origin-Story rein musste! Wegen seiner Vater-Geschichte? Die hätte man auch anders einbauen können, wenn sie denn bislang überhaupt nötig war, in TAS 2 fungiert sie nur als Lückenfüller und verlagert mir den Fokus zu oft weg von der eigentlichen Handlung rund um die Bösewichte. (Wie das ganze gemacht wird ist ohnehin herrlich konfus: In Teil 1 findet er die Tasche, geht einer Spur nach, wird Spider-Man und vergisst dann die ganze Geschichte rund um seinen Vater komplett, bis er dann in Teil 2 wieder über die Tasche stolpert und zufällig den richtigen Hinweis entdeckt...? Alles klar?) Eine 1:1 Kopie bleibt es dennoch in vielen Belangen, manchmal hatte ich sogar das arge Gefühl, dass einzelne Einstellungen übernommen worden. (Beispiel: Kamera filmt von oben den mit seinen Händen und Füßen eine Wand raufkletternden Peter Parker, bei Raimi an einer Hausfassade, bei Webb in seinem Skaterversteck.)
PutPut hat geschrieben:Auch auf anderen Sektoren finde ich die Filme durch und durch besser. Wie du schon sagtest waren, insbesondere in 1 und 2, die Darsteller der Bösewichte gnadenlos unterfordert. In den TAS hat man auf der Seite großartig passende Darsteller und die Figuren weisen viel mehr auf, als die Abziehbilder der Raimi-Trilogie. Apropos Abziehbild. Onkel Ben war bei Raimi z.B einfach ein 08/15 guter Onkel, Sheens Version hat da viel mehr Tiefe zu bieten.
Leider muss ich auch dem widersprechen. Der Goblin und Doctor Oktopus haben nachvollziehbare Motive, während The Lizard eigentlich genau gleich wie der Goblin entsteht und ähnlich veranlagt ist (ehrlich gesagt, erinner ich mich gar nicht mehr daran, was die Echse wollte <--- schlechtes Zeichen!) und weder Electro, noch Harry Osborne kommen in dem Storry-Wirrwarr des Zweitlings so richtig zur Geltung, Electro wird zwischen durch mal für eine ganze Stunde vergessen und Harry und Peter unterhalten sich einen Nachmittag lang und sind plötzlich nach 8 Jahren Funkstille wieder beste Freunde? Klar, weil ja sonst keine Emotionalität in dem Konflikt wäre. Ob es die überhaupt brauchte, ist nochmal eine andere Sache. Wo Sheen Onkel Ben (der als Charakter ähnlich langweilig wie Jonathan Kent bei Superman ist) mehr Tiefe verleihen soll als Cliff Robertson, verstehe ich eigentlich auch nicht. Beide bekommen wenige Szenen und sind insgesamt nicht mehr als die Motivation für Peter, zum Superhelden zu werden. In Spiderman von 2002 gefällt mir das sogar deutlich besser, da Peter so etwas wie seine Rache auch bekommt und nicht wie im Remake vergebnislos nach einem Phantom sucht.

Mary Jane und Gwen Stacey hingegen nehmen sich aus meiner Sicht nicht viel, auch wenn Stone insgesamt die etwas bessere Schauspielerin ist. Maguire und Dunst hatten aber wenigstens so etwas wie eine natürliche Chemie, ein gutes Zusammenspiel, man nahm den beiden ab, dass zwischen ihnen irgendetwas ist (was Raimi in Teil 2 und 3 dann aber mit MJs tausenden Affären zu unterbinden wusste). Garfield und Stone wirken auf mich aber immer so, als wenn sie sich nicht riechen könnten, der Funke springt da nie über und teilweise liegt das natürlich auch daran, dass der gute Andrew leider nur ein mittelmäßiger Schauspieler ist und über den Gesichtsausdruck eines schwärmenden Teenagers nicht hinauskommt. Schade drum, aber ich verstehe, wenn man hier anderer Meinung ist. Das Garfield aber für die Altersgruppe 12-16 ein Schwarm ist, davon bin ich überzeugt und davon kann mich auch niemand abbringen. Überhaupt empfinde ich seine Parker-Szenen vor der Verwandlung im ersten Teil sogar als große Schwachstelle gegenüber dem Raimi-Film. Dort hat man gerne zugeschaut, wie aus Parker ein Held wurde, man hatte Sympathie, auch, weil die Wandlung so enorm war. Das ist bei Webb im viel geringeren Maße der Fall.
PutPut hat geschrieben:NEIN ! Spider-Man 1 war sicherlich nicht das Vorbild für Batman Begins. Ganz und gar nicht.
Aber garantiert sogar. Nolan selbst nennt Spider-Man häufig als Vorbild für seinen Film (wenn auch Superman von Richard Donner noch etwas häufiger) und übernimmt genau wie die Marvel-Filme rund um die Avengers sehr viel von Raimis filmischem Aufbau der Origin-Story. Das kann man eigentlich auch gar nicht leugnen, es ist in vielen Dingen offensichtlich, auch wenn ich bereit bin zuzugeben, dass BB nicht das idealste Beispiel für die These ist.
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Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

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Ich sehe wir kommen da nicht auf einen Nenner, besonders da ich bei exakt allem was du sagt, nun das Gegenteil schreiben könnte xD Ich empfinde es einfach als gänzlich anders.
Alles was ich eben noch dazu sage.

Ich finde es deutlich glaubhafter, dass ein junger, trauernder Junge, sobald er seine Maske trägt, eine Show abziehen kann, um vor dem Gegner nicht schwach zu wirken, also eben seine hippige flippige Art abzuziehen (jeder der mal Liebeskummer hatte, weiß wie leicht es eigentlich ist, nach außen hin glücklich zu wirken, auch wenn man dann vllt etwas übertreibt) , als jemand der mit Kostüm quasi alles kann und ohne Maske nicht einmal gerade aus gehen kann ohne zu stolpern.
Bestes Beispiel ist die Pizzaszene aus, ich glaub Teil 2. Spider-Man balanciert die Pizzen wie ein junger Gott, während er durch New York schwingt UND Verbrecher bekämpft, und als er am Ziel ist, schafft er es nichtmal die Tür zu schließen ohne die Besen umzukippen und das ganze zieht sich dann auch noch 5 Minuten hin. Bei aller Liebe, das ist einfach nicht glaubwürdig und du kannst mir nicht erzählen, dass dein Gegenbeispiel unglaubwürdiger wäre. Da bringt mich keiner von ab.

Und:
Versteh den Fehler bei dem Aspekt mit dem besten Freund nicht.
Ich hatte Jahrelang einen besten Freund, bis man sich auseinander gelebt hat. Zufällig hatte er ab und an mit meinem Bruder zu tun und kam zu seinem Geburtstag. Nach 9 Jahren kein Kontakt haben wir quasi den ganzen Abend wie früher zusammen gequatscht und hätten die eigentlich geplanten Treffen danach funktioniert, wären wir nach 2 tagen wieder wie damals gewesen. So ist das nunmal bei besten Freunden oO

Re: Spider-Man 1-3 / The Amazing Spider-Man (Sony Pictures)

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Nunja, die beiden kennen sich ja vorher nur als kleine Kinder und haben praktisch gegenseitig verpasst, wie sie erwachsen geworden sind, eine Zeit, in der sich wirklich noch vieles ändert. Das sie da direkt wieder gemeinsam die große Freundschaft aufbauen, wird für mich nicht deutlich und ist vielleicht nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich und hätte besser erzählt werden müssen.

By the way: Kennst du die Deleted Scenes? Habe gerade alle auf der Blu-ray angeschaut und bin erschrocken, dass das wahrscheinlich allesamt die besten Szenen des Filmes gewesen wären. Besonders die längere Friedhofssequenz ist unglaublich gut gelungen und der erste Moment, in dem ich Garfield als Schauspieler wirklich eine gute Leistung zusprechen würde. Schade, dass man diese Momente gestrichen und dafür andere überflüssige Sequenzen drin behalten musste. :roll:
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