Drehbuch und Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Jamie Foxx, Chrisoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Don Johnson
Das hier ist also Tarantinos Western, der fast vier Jahre auf sich hat warten lassen und annähernd drei Stunden lang läuft. Ich muss sagen, dass mir der Film ganz gut gefallen hat. Zum einen liefert Robert Richardson eine schöne Kameraarbeit ab, auch wenn sie meiner Meinung nach nicht ganz mit Deakins' Arbeiten bei den Coen-Brothers mithalten kann. Ausserdem zeigen sich die Darsteller von ihrer besten Seite und zeigen uns packende Charaktere. Allen voran natürlich Christoph Waltz, dessen schauspielerisches Talent auch Eloquenz und Mehrsprachigkeit umfasst und hier optimal genutzt wird.
Tarantino arbeitet den Film hindurch mit viel schwarzem Humor und einer sehr unverblümten Darstellung dieser schändlichen Epoche. Django Unchained ist dadurch schonungslos ehrlich und zugleich auf überdrehte, abgehobene Art satirisch. Ähnlich wie bei Inglourious Basterds, nur extremer. Die blutrünstigen Rachefantasien wirken hier auf jeden Fall besser, greifbarer für mich als in Tarantinos letztem Film, weil es dem Regisseur hier wahrlich gut gelingt, beim Zuschauer zunächst glühenden Hass gegen die Sklaventreiber zu schüren und ihn die anschliessende Vergeltung dann umso mehr geniessen zu lassen. Das ist schwarzweisser, dafür aber "befreiender" als noch in Inglourious Basterds. In anderen Momenten, wie der Ku-Klux-Klan-Szene, gönnt sich Tarantino überraschend viel Blödel-Humor, der jedoch erfrischend wirkt und auch eine satirische Wirkung zeigt.
Natürlich gibt's auch Schwächen: Der Story fehlt meiner Meinung nach hin und wieder der adäquate Zusammenhang, statt ineinander greifen die Rädchen manchmal ins Leere und besonders im letzten Filmdrittel mehren sich seltsame Wendungen, die den Film in die Länge ziehen. Ausserdem hapert es bei Pacing und Rhythmus im Feintuning, so dass viele starke Einzelszenen sich mehr schlecht als recht zu einem Ganzen zusammenfügen. Zuletzt finde ich noch, dass Tarantino zu häufig mit visuellen Stilmitteln herumspielt, die entweder nicht in den Film oder untereinander nicht passen: z.B. die schnellen Zooms, die irgendwie an einen Guy-Ritchie-Film erinnern, oder teilweise schlecht platzierte Zeitlupen.
Meine Lieblingsszene im Film: die Hinrichtung der drei Brüder.

Ich schwanke zwischen 7 und 8/10 Punkten.