Re: Zuletzt gesehener Film

2611
Im Kino - Django Unchained (2013)
Drehbuch und Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Jamie Foxx, Chrisoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Don Johnson

Das hier ist also Tarantinos Western, der fast vier Jahre auf sich hat warten lassen und annähernd drei Stunden lang läuft. Ich muss sagen, dass mir der Film ganz gut gefallen hat. Zum einen liefert Robert Richardson eine schöne Kameraarbeit ab, auch wenn sie meiner Meinung nach nicht ganz mit Deakins' Arbeiten bei den Coen-Brothers mithalten kann. Ausserdem zeigen sich die Darsteller von ihrer besten Seite und zeigen uns packende Charaktere. Allen voran natürlich Christoph Waltz, dessen schauspielerisches Talent auch Eloquenz und Mehrsprachigkeit umfasst und hier optimal genutzt wird.

Tarantino arbeitet den Film hindurch mit viel schwarzem Humor und einer sehr unverblümten Darstellung dieser schändlichen Epoche. Django Unchained ist dadurch schonungslos ehrlich und zugleich auf überdrehte, abgehobene Art satirisch. Ähnlich wie bei Inglourious Basterds, nur extremer. Die blutrünstigen Rachefantasien wirken hier auf jeden Fall besser, greifbarer für mich als in Tarantinos letztem Film, weil es dem Regisseur hier wahrlich gut gelingt, beim Zuschauer zunächst glühenden Hass gegen die Sklaventreiber zu schüren und ihn die anschliessende Vergeltung dann umso mehr geniessen zu lassen. Das ist schwarzweisser, dafür aber "befreiender" als noch in Inglourious Basterds. In anderen Momenten, wie der Ku-Klux-Klan-Szene, gönnt sich Tarantino überraschend viel Blödel-Humor, der jedoch erfrischend wirkt und auch eine satirische Wirkung zeigt.

Natürlich gibt's auch Schwächen: Der Story fehlt meiner Meinung nach hin und wieder der adäquate Zusammenhang, statt ineinander greifen die Rädchen manchmal ins Leere und besonders im letzten Filmdrittel mehren sich seltsame Wendungen, die den Film in die Länge ziehen. Ausserdem hapert es bei Pacing und Rhythmus im Feintuning, so dass viele starke Einzelszenen sich mehr schlecht als recht zu einem Ganzen zusammenfügen. Zuletzt finde ich noch, dass Tarantino zu häufig mit visuellen Stilmitteln herumspielt, die entweder nicht in den Film oder untereinander nicht passen: z.B. die schnellen Zooms, die irgendwie an einen Guy-Ritchie-Film erinnern, oder teilweise schlecht platzierte Zeitlupen.

Meine Lieblingsszene im Film: die Hinrichtung der drei Brüder. :twisted:

Ich schwanke zwischen 7 und 8/10 Punkten.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

2612
Etliche Folgen der 4. Staffel von Castle. Absolute Top Staffel bisher (bin bei Folge 15) und es wird nicht langweilig. Leigt wohl an den guten Einzelfällen aber vorallem an den Charakteren. DAS ist die Stärke der Serie :)

Filme:

Einfach zu haben BD - 8,5/10

Gefiel mir viel besser als letztes mal. Eine gute Geschichte die knackig verpackt und mit guten Darstellern bestückt zu überzeugen weis. Emma Stone ist ein echt tolles Mädchen, keines von diesen typischen Hollywoodpüppchen an denen mehr Plastik ist als an einer Ladung Semtex. Sympathische Figuren machen den Film sehenswert und heben ihn deutlich von 0815 Teeniefilmen oder RomCom's und dergleichen ab.

El Gringo - 7/10

Schwache Story - mir egal. Scott Adkins rockt. Die Actionszenen sind grandios, die Figuren total bescheuert und over the top, aber genau das macht diesen Film so unterhaltsam. Trash in reinkultur mit einem Adkins der zeigt wo es lang geht. Der Film kommt zwar nicht an Undisputed 3 oder Ninja ran, weiß dennoch zu überzeugen. Zumindest für Fans von Adkins und "hirnausaction" ;)
Zuletzt geändert von Agent 009 am 22. Januar 2013 12:04, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Zuletzt gesehener Film

2613
Agent 009 hat geschrieben:
Filme:

Einfach zu haben BD - 8,5/10

Gefil mir viel besser als letztes mal. Eine gute Geschichte die knackig verpackt und mit guten Darstellern bestückt zu überzeugen weis. Emma Stone ist ein echt tolles Mädchen, keines von diesen typischen Hollywoodpüppchen an denen mehr Plastik ist als an einer Ladung Semtex. Sympathische Figuren machen den Film sehenswert und heben ihn deutlich von 0815 Teeniefilmen oder RomCom's und dergleichen ab.

Den sehe ich sehr ähnlich bis genauso. Ich würde noch hinzufügen, dass es den Machern gut und überzeugend gelang, Aspekte wie Moral und das Nachdenken über die eigenen Taten in die streckenweise sehr abgedrehte Handlung zu integrieren. Das können wohl nicht allzu viele Komödien von sich behaupten. oder?
http://michael.huenecke.hat-gar-keine-homepage.de/

Re: Zuletzt gesehener Film

2616
Beim ersten mal war ebenfalls klasse. Stimmt wohl.

@topic:

Jurassic Park III BD - 8/10

Ich weiß, 99% aller JP-Fans werden mir wiedersprechen - kann ich mit leben. Ich glaube bei diesen Filmen ist es wie bei keinen anderen. Ich liebe sie alle 3. Ich liebe Dinosaurier seit ich klein war. Klar, die Filme sind nicht immer 100% korrekt, seis drum. Es ist dennoch eine der schönsten, gänsehauterzeugendsten und Tränen ind ie Augen treibstensten Szenen der Filmgeschichte wenn Neil, Goldblum und Co. auf diese Lichtung im ersten Teil Fahren, Ellie über die längst ausgestorbene Pflanze rätselt und sie dann alle zum 1. mal diese gewaltigen Tiere sehen. Man, es ist einfach unglaublich toll. Naja, jedenfalls ist der erste klar unerreicht - kein wenn und aber.

Beim dritten Film ist die Story recht lahm. Aber ein riesiges Plus ist Sam Neil. Er ist vielleicht das größte Plus des Films. Tolle Bilder, tolle Aufnahmen und noch nicht ALLES CGI. Der Soundtrack ist auch ziemlich gut, wenn auch teilweise aus den anderen Filmen, speziell 1. zusammengeschustert. Traurigste Szene des Franchise: Der Tod des T-Rex. Ich hoffe sie bringen ihn für den 4. teil zurück. Kein Stampfen, kein Schrei erzeugt soviel Gänsehaut wie der des Tyrannosaurus Rex. :3 Naja, weiter gehts. Die anderen Darsteller machen ihren Part solide. Eigentlich sind alle zum Fressen verdammt, bis auf die Eltern und der Junge. Also nicht wirklich viele Charakterzüge zu erkennen. Zumindest keine die in Erinnerung bleiben.... ;)

Für mich klar der schwächste, aber immer noch ein guter Film. Ich liebe die 2 Anlagen und ihre "Themenpark"-Monster einfach. :)

Ich hoffe nur das sie beim 4. nicht dort ansetzen, wo der letzte endete. Ich will einen Film auf der Isla Nublar mit Neil und Goldblum. Alte Schauplätze besuchen *-* und den T-Rex. Mehr nicht. Ich will keine Dinos in der Stadt. Die Pteranodonts die am Ende "frei" waren.. ne. Sollte man ignorieren. ;)

Re: Zuletzt gesehener Film

2617
Django Unchained, Quentin Tarantino, 2013

Ich werde mehr und mehr fassungslos und zweifele immer mehr an meinem "(Sach)verstand", was Filme angeht zumal in Bezug auf das Phänomen Tarantino. Für mich lässt sich sein Erfolg und vor allem sein Ansehen und seine künstlerische Beachtung in gewissen Kreisen nur noch mit medialer Gleichschaltung und perfektionierter Selbstinszenierung erklären.

Auch sein neuster Film ist nicht mehr oder weniger als ein mit professionellen Mitteln inszenierter Schülerfilm. Positiv formuliert kann man feststellen, dass Tarantino es geschafft hat, ein eigenes Genre zu definieren - den Tarantino Film. Seine Stilistik ist nicht minder eindeutig wie die von Spielberg oder Hitchcock. Aber nur weil sich jemand wiederholt, macht das diesen Stil nicht zur Kunst, weil er die immer gleichen Mechanism walten lässt, ist er kein Künstler. Bei Django finde ich das besonders dramatisch.

Nicht nur, dass es albern ist, wenn einfach jeder Film von ihm auf verschachtelte Erzählweise setz, nein, Tarantino setzt dieses Mittel auch ein, wenn es Szenen erkennbar zerstört. Diese Rückblicke von Dialogen in einen laufenden Dialog reingeschnitten, bringen niemandem etwas. Ich kann dieser Art der Inszenierung nicht viel abgewinnen, zumal hier noch erschwerend hinzu kommt, dass das Pacing des Films recht schwach ist. Die erste Etappe des Films (Finden und Töten der Brüder) geht viel zu leicht und schnell. Das zweite Drittel (Candyland) endet enttäuschend, stellt aber das eigentliche Ende des Films dar. Das letzte Drittel wirkt da wie angeklatscht, inkohärent, unschlüssig und unpassend.

Ich kann ja verstehen, wenn man als Tarantino Fan von diesem Film gut bedient wird. Aber das ein solches Werk dann ausgerechnet fürs beste Drehbuch nominiert und ausgezeichnet wird, da fehlen mir die Worte. Die Story ist unausgegoren und es fehlt am richtigen Tempo, an einer ausgefeilten Dramaturgie. Was hingegen wohl viele amüsiert, ist das ausschweifende Palavern von Christops Waltz' Doctor King Schultz. Zweifellos, Waltz ist wunderbar unterhaltsam, er trägt den Film (aber eben auch nur solange er dabei ist). Aber geniale Dialoge sucht man vergeblich.
Was fürs Drehbuch gilt, setzt sich leider im Soundtrack – Tarantino typisch – fort. Die total inhomogene Auswahl von unterschiedlichsten Originalstücken zerstört an vielen Stellen die Stimmung für mich. Spätestens wenn Tarantino in einer Szene modernen Hip Hop spielen lässt, reißt es mich förmlich brutal raus aus dem Film. Auch hier gilt: Nur weil er diesen Weg mit Pulp Fiction eingeschlagen hat, sollte er bei jedem Film von Neuem prüfen, ob er ihn so weitergehen muss.

Visuell kommt Django Unchained dagegen recht üppig daher. Viele nette Einstellungen, ungewöhnliche Zooms (OK, die kennen wir bei Tarantino auch), berauschende Bilderfluten in Zeitlupe, gegen das Licht, mit Nebel, Blut und und und. Der ganze visuelle Mumpitz, den man sich so erdenken kann. Ist das Kunst? Ist das immer passend? Da habe ich leider eine eigene Meinung...

Richtig übel finde ich letztlich, dass aus reinen Marketinggründen der Film dann auch noch zu Tarantinos Abrechnung mit dem brutalen Sklaventum stilisiert wird. Der Film gibt das gar nicht her. Es wird nur über deutlich, dass sich Tarantino wie schon bei den Vorgängerfilmen wieder einen Hintergrund ausgesucht hat, der ihm das Ausleben seiner Gewaltphantasien ermöglicht, ohne dass es ihm jemand übel nehmen kann. Nazis kann man ja abmetzeln, Sklavenhalter kann man ja abmetzeln... Was dort aber im Showdown an Gewalt inszeniert wird, steht in keinem Verhältnis zur Geschichte, zur Realität oder zu sonst was. Es ist pure Verherrlichung.
Immerhin ist Django damit viel konsequenter als Inglorious Basterds. Letztlich ist die schonungslose Jagd auf die feisten weißen Skalvenhändler hier das, was man im Vorgänger erwartet hatte.

Was bleibt ist ein großartiger Christoph Waltz und ein bemüht agierender Leonardo DiCaprio, witzges Geschwafel von Waltzs Charakter und einige gelungene Bilder, kombiniert mit oft albernem Klamauk.

6/10
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2618
Revolution – Director´s Cut (1985/2008) – Hugh Hudson

Oftmals ist die Hintergrundgeschichte eines Filmes mindestens genauso spannend wie der Film selbst und in dieser Hinsicht ist Hugh Hudsons Unabhängigkeitsepos Revolution keine Ausnahme. Der Film wurde bei seiner Veröffentlichung 1985 von den Kritikern förmlich geschlachtet und fiel beim Publikum gnadenlos durch. Seitdem trägt er den Stempel „Megaflop“ und gilt gemeinhin als völlig missratener Film. Dies ist um so erstaunlicher, da die an der Entstehung dieses Films beteiligten Macher zum damaligen Zeitpunkt allesamt „top notch“ waren, also die Creme de la Creme des Filmbusiness. Regisseur Hudson galt in der ersten Hälfte der 80er Jahre als das neue Regie-Wunderkind des britischen Films, nachdem er mit seinem makellosen und zurecht mit Oscars überhäuften Erstling Chariots of Fire (1981) sowie dem von Kritiker- und Publikumsseite ebenfalls gut aufgenommenen Nachfolger Greystoke (1983) zwei bemerkenswerte Filme hingelegt hatte. Hauptdarsteller Al Pacino war Mitte der 80er vermutlich auf dem Höhepunkt seines Ruhms, nachdem er kurz zuvor mit De Palmas Scarface erneut seinen in den 70er Jahren begründeten Status als Schauspielgigant eindringlich untermauert hatte. Hinter Revolution stand die britische Produktionsfirma Goldcrest, die zu Beginn der 80er Jahre eine schier unglaubliche Siegesserie bei den Academy Awards hingelegt hatte (Chariots of Fire, Ghandi, Killing Fields) und in gerade mal sechs Jahren sagenhafte 15 Oscars und 30 Nominierungen einheimste.

Und dennoch: Revolution war definitiv der falsche Film zur falschen Zeit. In der Hochphase des Reaganschen Hurrapatriotismus, als entsprechend gepolte Filme wie Rocky IV und Rambo II die Kassen sprengten war eine sperrige, ambitionierte und vor allem kritische Auseinandersetzung mit dem Thema amerikanische Revolution so fehl am Platze wie es die beiden als Beispiel genannten Filme direkt im Anschluss an 9/11 gewesen wären. Hinzu kam der Frevel, dass es ausgerechnet eine britische Produktionsfirma gewagt hatte sich des amerikanischen Nationalheiligtums Unabhängigkeitskrieg anzunehmen, gedreht noch dazu auf Englands mehr oder minder grünen Auen! Und so liessen renommierte und weniger renommierte Kritiker ihrem Zorn freien Lauf und verdammten den Film in der gleichen Manier wie sie es bereits fünf Jahre zuvor mit dem ähnlich gearteten Heaven´s Gate getan hatten. Der Film war tot, ebenso erholte sich Hudsons Karriere nie wieder davon. Goldcrest hing nach dem ruinösen Einspiel wirtschaftlich am seiden Faden und musste keine zwei Jahre später als Folge das Handtuch werfen. Pacino, zutiefst getroffen von den vernichtenden Kritiken (gerade auch im Hinblick auf seine Darstellung) drehte im Anschluss für vier Jahre keinen Film mehr.

Aufgrund dieser Geschichte ist es verständlich, dass Regisseur und Star auch viele Jahre danach diesen Film noch im Kopf hatten bzw. haben, Hudson um so mehr, da er damals auf Druck von Goldcrest den Film in einem noch unfertigen Zustand veröffentlichen musste und so nie seine endgültige Version abliefern konnte. Daher waren beide Feuer und Flamme, als ihnen im Jahr 2008 die Chance geboten wurden für die DVD-Veröffentlichung den Film gemäß ihren Vorstellungen neu zu veröffentlichen. Der Vergleich dieses „Director´s Cut“ mit der ursprünglichen Kinofassung ist hochinteressant und ein sehr gutes Beispiel, wie mit vergleichsweise wenigen Mitteln ein Film eine deutlich veränderte Wirkung bekommt. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass Hudson entgegen der allgemeinen Tendenz bei Director Cuts kein neues Material verwendet hat wie er auch am eigentlichen Schnitt nichts veränderte. Was er jedoch vornahm waren diverse Szenekürzungen, die in Summe zwar kaum mehr als eine Minute Filmzeit ausmachen, die den Film aber erstaunlicherweise deutlich straffer, dynamischer und weniger „mäandernd“ wirken lassen. Gleich ganz entfernt wurden zwei längere, in den Augen von Hudson überflüssige Szenen, nämlich die Konversation zwischen Daisy und ihrem Vater sowie das unpassende Happy End zwischen Tom und Daisy. Vor allem das fehlende Happy End lässt den Film deutlich stimmiger und homogener wirken. Das Herzstück des neuen Director´s Cut ist jedoch ein von Pacino 2008 neu eingesprochener, von Hudson geschriebener Off-Monolog, mit welchem während des gesamten Filmes die Beweggründe von Pacinos Figur Tom Dobbs kommentiert werden. Diese Off-Monologe haben eine erhebliche Wirkung auf den Film, da nun endlich die Geschichte zwischen Vater und Sohn wie von Hudson ursprünglich vorgesehen ins Zentrum des Films rückt. Auch der Wandel in Dobbs Einstellung gegenüber der amerikanischen Revolution wird nun viel deutlicher und verständlicher. Diese Wirkung wird dabei nicht etwa durch große Erklärungen erreicht sondern einfach dadurch, dass uns die Hauptfigur an ihren Gedanken teil haben lässt. Das ist manchmal etwas wirr und unzusammenhängend – genau wie Gedankengänge und –Fetzen eben oft sind – aber immer wunderbar passend und erhellend zu den Ereignissen im Film. Der Film wird dadurch nun wesentlich „abgerundet“.

Ich mochte Revolution schon immer, auch bzw in Unkenntnis einer anderen Version gerade in der Kinofassung. Ich mochte den epischen Ansatz des Filmes, die fantastische Ausstattung, den ungewöhnlichen Blickwinkel des Films aus der Sicht eines einfachen Bürgers, die generelle kritische und unpathetische Herangehensweise, die fabelhafte Kameraarbeit, den quasi dokumentarischen Look und die herausragenden Darstellerleistungen von Pacino und Sutherland. Allerdings blieben mir auch einige Schwächen nicht verborgen, so wirkte der Film in seiner Inszenierung häufiger mal zäh. Auch wünschte man sich bei der Geschichte um Vater und Sohn Dobb eine kohärentere Linie. Am unpassendsten empfand ich die Liebesgeschichte zwischen Tom und Daisy (wie auch Nastassja Kinskis Darstellung mich nie wirklich vom Stuhl riss um es charmant zu formulieren). Nicht nur unpassend zu den sonstigen Geschehnissen des Films, sondern auch unglaubwürdig motiviert sowie filmisch kontraproduktiv im Hinblick auf die zentrale Vater-Sohn-Beziehung. So waren es vor allem die Szene, in der ein liebestoller Tom bei Valley Forge hinter Daisys Wagen herrennt sowie das konterkarierende Happy End, welche mir unangenehm aufstiessen. Dennoch ein guter, solider Film und weit entfernt vom vernichtenden Urteil des indifferenzierten Kritikerbashing. Nachdem ich nun den Director´s Cut gesehen habe muss ich sagen, dass er in jeder Hinsicht noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber der Kinofassung darstellt. Die Wirkung von Pacinos Off-Monolog ist enorm, der Film wirkt durch die diversen Kürzungen deutlich straffer und homogener. Kern des Films ist nun eindeutig die Vater-Sohn-Beziehung als Analogie zur Emanzipierung der amerikanischen Kolonien von ihrem Mutter- bzw. hier ja dann eher Vaterland England. Durch das weggelassene Happy End und die Kommentierung aus dem Off ist die zarte Beziehung zwischen Tom und Daisy nun auch glaubwürdiger und nicht mehr gänzlich deplaziert. Der Film ist einfach deutlich runder und vermutlich in dieser Form recht nahe an dem, was Hudson ursprünglich erreichen wollte. Natürlich muss man klar sagen, dass der Director´s Cut keinen völlig anderen Film aus Revolution macht, wer mit der Kinofassung nichts anfangen konnte wird dies vermutlich auch nicht wirklich mit dem DC. Aber für alle anderen lohnt sich der zweite Blick auf diesen zu Unrecht verdammten Film alle mal. Freunde von Emmerichs thematisch sehr ähnlicher Revolutionsposse „Der Patriot“ sollten aber eher die Finger davon lassen.
Wertung: 8,5 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2619
Django Unchained (2012) – Quentin Tarantino

Der Film hält definitiv was sein Trailer versprach – leider war das nicht allzu viel. Django Unchained ist für mich Tarantinos bislang schwächste Arbeit und lässt sich in Kürze zusammenfassen mit: zu wenig Substanz für eine solche Laufzeit. Dabei beginnt der Film absolut prächtig, die erste dreiviertelstunde verging wie im Nu und bot kurioserweise gefühlt doppelt so viel an Handlung, Szenen und Dialogen wie die anschliessenden 2 Stunden. Waltz spielt toll auf und man merkt, dass ihm die Rolle von Tarantino auf den Leib geschrieben wurde. Und in besagter erster Dreiviertelstunde erzählt der Film auch die Geschichte von Doc Schulz, das ist witzig, skurril und voller unerwarteter Wendungen: eben ganz wie man es von Tarantino erwartet. Das ganze ist zudem optisch spektakulär eingefangen und man merkt Tarantino vor allem in dieser ersten Dreiviertelstunde seine Vorliebe für Corbuccis Leichen pflastern seinen Weg sehr deutlich an. Leider war es das dann, die anschliessende Konzentration auf Django und die geplante Befreiung seiner Frau zieht sich wie Kaugummi. Nun ist es in Tarantino-Filmen wahrlich nichts ungewöhnliches, dass sehr viel Filmzeit mit minimaler Handlung gefüllt ist. Das ist angesichts der Fülle und Qualität an Dialogen allerdings selten ein Handicap. In DU verhält es sich leider anders, da neben dem Fehlen einer Handlungsentwicklung gefühlt zwischen Minute 45 und 120 eben auch Tarantinos geniale Dialogperlen nur sporadisch aufblitzen. Der Rest ist dann ultrablutiges Showdown-Abgepose, wie auch die gesamte Django-Figur eigentlich ausschliesslich aus Gepose besteht. Entsprechend bleibt Hauptdarsteller Fox blass und ist für mich zu keinem Zeitpunkt eine Identifikationsfigur. Hinzu kommt, dass das wenige an Handlung absolut vorhersehbar ist und nie für Überraschungen sorgt. Was war sonst noch? Di Caprio spielt gut, vor allem nach der Enttarnung von Waltz & Fox hat er sehr gute Szenen. Jackson hat ebenfalls ein paar gute Momente, ist aber allzu oft auch gefangen in der Pose des „bösen, aber irgendwie auch coolen Niggers“. Don Johnson hat einen sehr schönen und denkwürdigen Kurzauftritt, wie auch die Ku-Klux-Klan-Szene sehr witzig ist. Bezeichnend, dass auch sie bereits in der ersten Dreiviertelstunde vorkommt.
Wertung: 6 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2620
Rapunzel - Neu verföhnt BD - 10/10

Einer von Disneys besten. Tolle und sympathische Figuren, großartiger Stil (von der Optik her) und auch die Musik ist absolut toll. Die Geschichte ist süß und spannend neu interpretiert. Hätte nichts dagegen wenn man auch so bei dem ein oder anderem Klassiker Hand anlegen würde. Käme sicherlich gut. :) Mit Drachenzähmen und König der Löwen einer meiner liebsten Animations/Disneyfilme. (Schrägstrich da Drachenzähmen kein Disney ist)

Re: Zuletzt gesehener Film

2621
Agent 009 hat geschrieben:Rapunzel - Neu verföhnt BD - 10/10

Einer von Disneys besten. Tolle und sympathische Figuren, großartiger Stil (von der Optik her) und auch die Musik ist absolut toll. Die Geschichte ist süß und spannend neu interpretiert. Hätte nichts dagegen wenn man auch so bei dem ein oder anderem Klassiker Hand anlegen würde. Käme sicherlich gut. :) Mit Drachenzähmen und König der Löwen einer meiner liebsten Animations/Disneyfilme. (Schrägstrich da Drachenzähmen kein Disney ist)
Absolute Zustimmung. Ein grandioser Film
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2622
Black Swan BD - 9/10

Großartig inszeniertes Psycho-Drama von Darren Aronofsky. Natalie Portman spielt die Hauptrolle so grandios, der Oscar ist absolut gerechtfertigt. Die Musik wirkt manchmal so beklemmend in Kombination mit den teilweise verstörenden Bildern. Wie z.B zu Beginn des Filmes. Ich könnte jetzt auch noch weitere Szenen nennen aber will ich nichts vorweg nehmen. Auch Nebendarsteller wie Vincent Cassel, Winona Ryder und Mila Kunis spielen ihre Rolle absolut makellos. Für mich, jemanden der normalerweise garnichts mit Ballet anfangen kann, gehört dieser Film zu den besten seines Jahrgangs. Er übertrumpft sogar den schon starken The Wrestler, erreicht aber von den "krassen" Bildern her nicht die Effektivität eines Requiem for a Dream, bei dem mir wahrlich die Spucke weg blieb.

;)

Re: Zuletzt gesehener Film

2623
Monster und Aliens

Ein toller Film. War Kung Fu Panda noch etwas zu harmlos, ist Monster und Aliens ein schonungloser Angriff auf sämtliche Lachmuskeln. Und das liegt nicht nur an den zahlreichen Anspielungen auf diverse Horror und Sci-Fi-Klassiker, sondern auch an ein paar herrlich innovativen Einfällen, die zum Teil auf Pixar-Niveau sind. Da wären unter anderem ein paar großartige Actionszenen, ein temporeicher Soundtrack, bunte Farben, knackige Animationen und eine Top-Syncronisation (allen voran Oliver Kalkofe als gehirnloser Blubberkopf B.O.B.) Leider flacht der Filme zum Ende hin ein Stück weit ab, mit dem Eintreten Susans in das feindliche Raumschiff gehen Tempo und Atmosphäre verloren, und die schlussendlichen Wendungen dürften wirklich nur ganz kleine Zuschauer überraschen. In Summe bleibt jedoch ein spaßiger und fantasievoller Kinder-Streifen, der sich nicht allzu ernst nimmt und mit seiner Crossover-Konstellation sicherlich einer der gelungensten Animationsfilme der letzten Jahre ist.

8/10
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Re: Zuletzt gesehener Film

2624
The Expendables 2 - 10/10

Zumindest auf meiner Action-Fanboy Skala. Der Film rockt einfach total. Sei die Story noch so simpel und die Gewalt noch so übertrieben. Ich LIEBE es. Alle großen Stars der Actionszene sind dabei. (Die kleineren ala Snipes, Seagal und so lass ich mal weg) Es ist einfach ein Fest. Ich liebe jede Sekunde in der JCVD aufm Bildschirm ist. Großartig der Kerl. Schade das er nicht noch mehr Screentime hatte. (Hier hoffe ich auf nen Extended Cut wie beim Erstling) Einfach saugut. Nur Stallone sollte in Zukunft das Rennen vermeiden. ;) Sieht nicht mehr so cool aus. Ich freue mich jedenfalls auf die kommenden Wochen. Erst gibt es Last Stand (Schwarzenegger), dann Die Hard 5 (Willis) & Parker (Statham) und im März dann endlich Bullet to the Head (Stallone) . Zudem wird es nocht The Tomb mit Sly und Arnie geben, sowie Van Damme' Welcome to the Jungle & Eagle Path. Dieses Jahr wird soooo gut :)

Re: Zuletzt gesehener Film

2625
Agent 009 hat geschrieben:The Expendables 2 - 10/10

Zumindest auf meiner Action-Fanboy Skala. Der Film rockt einfach total. Sei die Story noch so simpel und die Gewalt noch so übertrieben. Ich LIEBE es. Alle großen Stars der Actionszene sind dabei. (Die kleineren ala Snipes, Seagal und so lass ich mal weg) Es ist einfach ein Fest. Ich liebe jede Sekunde in der JCVD aufm Bildschirm ist. Großartig der Kerl. Schade das er nicht noch mehr Screentime hatte. (Hier hoffe ich auf nen Extended Cut wie beim Erstling) Einfach saugut. Nur Stallone sollte in Zukunft das Rennen vermeiden. ;) Sieht nicht mehr so cool aus. Ich freue mich jedenfalls auf die kommenden Wochen. Erst gibt es Last Stand (Schwarzenegger), dann Die Hard 5 (Willis) & Parker (Statham) und im März dann endlich Bullet to the Head (Stallone) . Zudem wird es nocht The Tomb mit Sly und Arnie geben, sowie Van Damme' Welcome to the Jungle & Eagle Path. Dieses Jahr wird soooo gut :)
Auf die Filme bin ich auch schon verdammt heiß, aber ich werd mir jetzt wohl erstmal die Star-Trek-Filme ansehen. Dann komme ich ja vielleicht auch schon zu den Expendables. :)
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