
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
1951In wessen Kommentar war nun mehr Ironie? 

"It's been a long time - and finally, here we are"
Du meintest, er wird ganz vergessen!danielcc hat geschrieben:Wenn es Silva nur um Rache geht, dann ist der Plot um die Festplatte reichlich überflüssig und wird dann ja auch halb vergessen
Aber SP lässt doch nie einen Zweifel daran, dass das was C vor hat böse und schlecht ist. Ich brauche da keine riesige ausgefeilte Begründung. Der Film sagt: "Dieses Programm darf nicht online gehen!" Und das reicht mir als Zuschauer, da dieser ganze Countdown eh nur ein austauschbarer MacGuffin wie jeder andere bei Bond ist, der in diesem Fall eben mehr Aktualitätsbezug hat, als wenn C jetzt wie viele zuvor einfach nur Atomraketen abfeuern wollen würde (was den Film übrigens 0 verändern würde, er würde ja immer noch genau gleich ablaufen).danielcc hat geschrieben:Es gibt nur ein Riesenproblem dabei: Ich finde das was C da vor hat, wirklich gut und sinnvoll!
Das muss sie auch nicht. Das tun andere Bondfilme ja auch nicht (FYEO, FRWL etc.). Wichtig ist nur, dass das ganze super schlimm wäre und Bond es aufhalten muss. Es geht bei Bond nicht um das "Was?" (bis auf wenige Ausnahmen, namentlich OHMSS, LTK, (CR und) QOS), sondern um das "Wie?" und das funktioniert bei SP wie seit langem (aka 1999) nicht mehr.danielcc hat geschrieben:Die Story krankt einfach wahnsinnig daran, dass uns gar nicht klar gemacht wird, was daran schlimm sein soll
Blofeld ist ja auch gar nicht so wirklich trocken betrachtet der Strippenzieher. Streng genommen ist C derjenige, der den Plan austüftelt und der von diesem ganzen Netzwerk in erster und direkter Linie profitieren würde. Er ist dann ja der, der Kontakt mit SPECTRE aufnimmt, da er diese für die Finanzierung und Umsetzung seines Planes braucht. Was Oberhauser davon hat, ist offensichtlich: Geld und natürlich Schutz vor diesem System, da C ihm sicherlich den Rücken decken würde. Und da Oberhauser weiß, dass in solchen Projekten so oder so die Zukunft liegt, hat er wohl am meisten davon, von Anfang an ein solches zu finanzieren.danielcc hat geschrieben:Dass Blofeld hinter allem steht, wird gar nicht so richtig klar!
Dieses hier eben nicht. Das hat auch gar nichts mit Faulheit zu tun: Es ist einfach eine Bondsche Adaption eines aktuellen Themas.Thunderball1965 hat geschrieben:Ein Programm kann man auch nachher abschalten.
Aber der Witz ist doch: Ich "mache" mir das nicht so einfach. Sondern SP funktioniert genauso einfach für mich eben.danielcc hat geschrieben:so einfach wie du es dir machst, Hille
TMWTGG hat tatsächlich ein Problem mit seinem MacGuffin, aber mehr, weil dieser die eigentlich interessantere Geschichte später plötzlich ohne Grund verdrängt. SF macht später denselben Fehler, allerdings genau umgekehrt, hier wird der MacGuffin nach einer Stunde sogar vollständig vergessen, um eine ganz andere aus dem Nichts kommende Erzählung loszustarten. FYEO hingegen hat für mich keinen langweiligeren Aufhänger als im Vergleich dazu beispielsweise die Gilbert Vorgänger. Der Film hat andere Probleme: Hauptsächlich sein Standard-Bond-Ablauf ohne besondere eigene Eigenschaften, die ihn ein wenig zu einem im Serienjargon "Case of the Week" machen.danielcc hat geschrieben:Grade einige Bondfilme kranken aus meiner SIcht genau an dem gleichen Problem (TMWTGG, FYEO).
Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob es mir gefällt oder nicht, also ob ich auf C's Seite stehe oder eben nicht. Letztendlich war es für mich aber nicht schwer festzustellen, dass C aber eben nicht das vorhat, was er vorgibt. Das fand ich auch schlüssig erzählt, sodass es letztendlich für mich kein Problem dargestellt hat.danielcc hat geschrieben:Es gibt nur ein Riesenproblem dabei: Ich finde das was C da vor hat, wirklich gut und sinnvoll!
Wenn man nicht M's Ansicht teilt würde Bond seinen Job verlieren, das Franchise wäre am Ende angekommen. Allein deshalb habe ich mir den Film schon so angeguckt, dass ich M zustimme, auch wenn ich dies nicht tat. Und ehrlich gesagt habe ich von Anfang an geahnt, wer wirklich dahinter steckt.danielcc hat geschrieben:es geht ja nicht nur um den eben nicht wirklich funktionierenden Countdown am Ende. Es geht ja darum, dass den ganzen Film über eine Diskussion geführt wird, bei der wir zwingend Ms Ansicht teilen müssten, ich dies aber nicht tue.
C hat einfach die besseren Argumente und mir ist nicht klar, warum eine Zusammenarbeit der Geheimdienste nun was schlimmes sein soll
...welches ist? Dass Geheimdienste die Guten sind und uns vor Überwachung schützen wollen?Casino Hille hat geschrieben:Dieses hier eben nicht. Das hat auch gar nichts mit Faulheit zu tun: Es ist einfach eine Bondsche Adaption eines aktuellen Themas.Thunderball1965 hat geschrieben:Ein Programm kann man auch nachher abschalten.
Genau das meine ich auch. Letztendlich hat dies viele Vorteile, aber der Missbrauch ist eben auch sehr einfach. Das wurde im Film gut und überzeugend dargestellt.Casino Hille hat geschrieben:Es geht übrigens nebenbei nicht nur um eine Zusammenarbeit von Geheimdiensten. Es geht auch darum, dass C Einblicke in alle Geheimoperationen bekommt (was bei 100 prozentiger Transparenz allein des Missbrauchs wegen nie gut sein kann) und um eine Ersetzung von staatlich finanzierten Killern durch Drohnen... was, schaut man sich den momentanten Drohnenkrieg im Nahen Osten an, einen Irrsinn sondergleichen darstellt.
Gewagte Aussage, Unrecht hast du aber sicher nichtvodkamartini hat geschrieben:Mal ganz ohne Ironie. Ein hier im Bondforum erarbeitetes Skript für den nächsten Film bräuchte sich bestimmt nicht hinter dem tatsächlichen verstecken.
in SP erscheint mir das einfach nur so als Rationalisierung und Legitimierung des Bond'schen Handelns dazugepappt. In vielen Bond-Filmen wird die gesamte Galerie von kollektive Ängste vor düstern Mächten durchgekämmt (Medienmacht, Öl, Wasser, Weltraum, Waffenhandel, jetzt Geheimdienstmacht etc.). Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik findet hingegen nicht statt. Bond watscht einen Heuhalm im Heuhaufen ab -that's it.Casino Hille hat geschrieben:Es geht übrigens nebenbei nicht nur um eine Zusammenarbeit von Geheimdiensten. Es geht auch darum, dass C Einblicke in alle Geheimoperationen bekommt (was bei 100 prozentiger Transparenz allein des Missbrauchs wegen nie gut sein kann) und um eine Ersetzung von staatlich finanzierten Killern durch Drohnen... was, schaut man sich den momentanten Drohnenkrieg im Nahen Osten an, einen Irrsinn sondergleichen darstellt.
Es ist schon ein ziemlicher Offenbarungseid, wenn ein Film seine komplette Bedrohung aus den Vorgänger-Filmen rechtfertigt, weil alles was wir in Spectre erfahren ist, dass sie mit Online-Apotheken und gefälschten Medikamenten Geld verdienen und die globale Überwachung einrichten wollen. Die es in der Realität schon längst gibt und die keine Doppelnull mal eben aus der Welt schaffen kann. Das ist ähnlich als würde uns Spectre mit dem Ozonloch drohen oder damit, dass 1% der Menschheit die Mehrheit allen Wohlstands besitzt. Die Naivität mit der uns erzählt wird, dass eine Regierungsorganisation, ja ein Geheimdienst GEGEN Totalüberwachung kämpfen würde ist nachgerade entzückend in ihrer Blauäugigkeit.
Dafür ist Bond auch die falsche Plattform. Dann müssten es ganz andere Filme sein. Daher ist die Kritik reichlich überzogen.NickRivers hat geschrieben:Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik findet hingegen nicht statt.
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