Filmkritik: James Bond 007: Ein Quantum Trost
Hallo liebes Forum und welcome back zu meinen Reviews. Heute war der 2008 erschienene, 22. Bondfilm an der Reihe, den ich jetzt bewerten werde! Viel Spaß damit!
Bond hat einen der Hintermänner von Le Chiffre ausfindig gemacht und bringt ihn nach Sienna, wo dieser von M verhört werden soll. Der Hintermann, Mr. White, kann jedoch durch die Mithilfe eines MI6 Agenten, der anschließend von 007 getötet wird, fliehen. In London kann der MI6 durch Rückverfolgung von registrierten Geldscheinen eine Verbindung zwischen dem MI6-Verräter und einem in Haiti lebenden Mitglied von Le Chiffres Organisation erkennen und 007 wird dorthin geschickt. Bond kommt dem Umweltaktivisten Dominic Green auf die Spur, der in Bolivien eine Dürre vortäuscht um den Präsidenten an sich zu binden, auf die Spur. Bond und eine bolivianische Agentin besiegen Greene nach einem Showdown in der Wüste und erfahren mehr über seine/ Le Chiffres Organisation.
Bond ist noch tief von Vespers Verrat gezeichnet und deshalb besonders verbittert und hart, wie man in Daniel Craigs Darstellung erkennen kann. Craig macht seine Sache gewohnt gut und baut seine Version von James Bond weiter aus. Besonders am Ende wird klar das Bond mit Vesper abgeschlossen hat und deshalb ist es auch gut, dass man in Skyfall Quantum erst einmal hat ruhen lassen. So wie ich es beobachten konnte macht DC fast alle Stunts selber (oder hat zumindest sehr gute Doubles), kein Wunder, denn Craig hat in QOS einen noch trainierten Body als im Vorgänger, einzig die Frisur ist meistens so ganz optimal. Ich störe mich nicht daran, aber irgendwie sieht mir die zu „plattgedrückt“ aus. Ok, aber wie gesagt ist das eine Nebensächlichkeit und nicht weiter schlimm, da sonst alles an Craig passt.
Nach dem Dänen Mads Mikkelsen darf sich jetzt mal wieder ein Franzose als Bösewicht beweisen: Mathieu Amalric alias Dominic Greene ist der Name der Person, die Bond das Leben schwer macht. Amalric ist zwar sicherlich passend, aber irgendwie wirkt er mir zu abhängig von seinen Handlangern. Man kann es erkennen immer wenn sich Bond und er begegnen, Greene wirkt dann immer etwas überfordert mit der Situation. Ich weiß nicht ob das Absicht ist, oder nicht, aber auf jeden Fall verhindert es die bestmögliche Bewertung des Bösewichts.
Wieder mal hat es Bond mit einer hübschen Agentin zu tun, hier heißt sie Camille und wird von Olga Kurylenko dargestellt. Genau wie Bond ist auch Camille auf Rache aus, zwar nicht auf Quantum, aber auf einen Kunden von Dominic Green. Dieser Fakt verhindert Liebesszenen komplett und lenkt den Fokus mehr auf die Handlung. Kurylenko (beim Namen kommt ein wenig FRWL Nostalgie auf) macht einen guten Job, auch wenn sie mit Eva Green natürlich nicht mithalten kann.
Für Bondverhältnisse sind relativ viele Charaktere aus dem Vorgänger wieder dabei: M (natürlich), Rene Mathis, Felix Leiter (sogar derselbe Schauspieler, eine Seltenheit bei Leiter) und Mr. White. Mathis überzeugt mich wieder besonders. Ich hatte vergessen ihn in meinem CR-Review zu erwähnen, schade, denn er gehört zu den interessantesten Kontaktmännern die es bei Bond je gab. Leider stirbt er in QOS.
Nach Martin Champbell übernimmt in QOS der Schweizer Marc Forster den Regieposten. Sein Film beruht auf einem wieder einmal genialen Drehbuch von Haggis, Purvis und Wade. Die Thematik wird sehr gut wiedergegeben und der gesamte Film schafft es über 106 Minuten pure Spannung aufzubauen. Man erkennt deutlich, dass der „Romantik-Teil“ in diesem Film nicht vorhanden ist und für kleiner Affären bleibt in 106 Minuten auch keine Zeit. 106 Minuten, davon gerade einmal eineinhalb Stunden reine Handlung ist für einen Bondfilm außergewöhnlich kurz, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Film nie langweilig wird, geschweige denn zu lang erscheint.
Was der Film an Minuten nicht hat, das hat er an Schnitten. Die Anzahl dieser würde für einen 2 ½ stündigen Thriller reichen. Ich habe an sich nichts gegen schnelle Schnitte und bei Actionszenen ist es oft sogar passend, aber bei einer einfachen Schlägerei verliert man schnell den Überblick. Ich glaube den folgenden Satz habe ich sogar hier im Forum gelesen und er trifft es sehr gut: „202 Schnitte in 180 Sekunden PTS sind zu viel“
Ein weiteres Problem ist, dass der Film nicht wirklich in die Bondreihe passt. Ich störe mich nicht an der am Anfang fehlenden Gunbarrel und am Fehlen von Q und Moneypenny, aber für Kinogänger die mit einer gewissen Erwartungshaltung in einen Bond gehen, für die dürfte dieser Streifen schon sehr….wie soll ich sagen….“aus der Mythologie entrissen“ gewirkt haben. Hier hat Marc Forster wirklich Mut bewiesen und für die Leute die sich darauf einlassen können auch einen super Thriller geschaffen. Leider gab es nach diesem Film, wie nach fast jedem umstrittenen Bond, ein Paar Jahre Pause.
Der Film spielt an wunderbaren Schauplätzen und in tollen Sets. Letztere wurden erstmals von Dennis Gassner erbaut. Mir gefallen die Sets allesamt sehr gut, gerade auch, weil sie sich an die modernen Locations anpassen. Zu erwähnen sind Das Hotel in der Wüste und Bonds Hotelzimmer in Bolivien.
Wo wir gerade schon bei modernen Einflüssen sind, komme ich nicht um David Arnolds Soundtrack herum. Seine bisher (leider) letzte Arbeit überzeugt mich mehr denn je. Das Bondthema wird mit einer Leichtigkeit variiert und erweitert, dass es richtig Spaß macht zuzuhören. Doch nicht nur bei den Variationen des Bondthemas brilliert, nein, auch bei neuen Themen kann er punkten. Night at the Opera ist hier besonders lobend zu erwähnen.
Fazit:
Marc Forsters etwas eigenwilliger Bondfilm bekommt, nicht zuletzt durch Daniel Craig und die spannende Story, 8 von 10 Punkten. Mehr gibt es aufgrund der Kürze und der schnellen Schnitte leider nicht. So, ich hoffe meine Kritik hat euch gefallen, wenn nicht, dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jede neue Idee!
