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von Casino Hille
'Q Branch' - MODERATOR
Alles aus John Steinbecks Jahrhundert-Roman Jenseits von Eden in einem einzigen Film zu adaptieren wäre unmöglich gewesen. Sein Magnum Opus ist eine epische Familiensaga, die sich vom Bürgerkrieg bis zum Ersten Weltkrieg erstreckt und drei Generationen zweier Familien umfasst, dafür mehrfach die Chronologie verlässt oder die Perspektive wechselt (sogar eine klare Hauptfigur zu benennen fällt schwer). Angesichts dieser also schier unmöglichen Aufgabe, sechshundert Seiten in zwei Stunden zu pressen, entschied sich Regisseur Elia Kazan für eine radikale Vereinfachung. Kühn konzentrierte er sich in seinem tiefgründigen Melodram hauptsächlich auf das letzte Viertel von Steinbecks Roman: eine Neuinterpretation der biblischen Geschichte von Kain und Abel als Allegorie der zerfallenden "Nuclear Family" der Vereinigten Staaten.
Kazans Film, der 1917 an der kalifornischen Küste spielt, wurde wie der Roman zu einem Klassiker. Einen großen Anteil daran hat ein eigentlich trauriger Umstand. Es ist der erste von nur drei großen Filmen, die James Dean vor seinem tragischen Tod drehte (die anderen beiden sind "Rebel Without a Cause" und "Giants"). Und er ist gleich in seiner ersten Hauptrolle bereits absolut brillant! Als eigensinniger junger Mann, der mit seinem Bruder um die Zuneigung ihres religiösen Vaters ringt (und das alles vor dem Hintergrund der schockierenden Enthüllung, dass seine totgeglaubte Mutter noch lebt und im Nachbarort einen Puff leitet), erreicht seine schonungslos emotionale Darstellung männlicher Verletzlichkeit eine ergreifende Intensität. Ebenso fesselnd ist Kazans Meisterschaft, jede Szene mit einer kraftvollen, düsteren Romantik zu durchdringen. Häufig verwendet er Dutch Angles oder nicht-zentrierte Kameraeinstellungen, um eine Welt emotionaler Unausgewogenheit, moralischer Verirrung und jugendlicher Entfremdung zu vermitteln.
Gleichzeitig überflutet er die Leinwand mit eindrucksvoll barocken Bildern der Landschaft des Salinas Valley und nutzt dabei die damals revolutionäre CinemaScope-Fotografie meisterhaft. Seine malerischen, sonnendurchfluteten Technicolor-Außenaufnahmen verströmen eine nostalgische Zärtlichkeit, und heute noch poppen die Farben aus dem Bildschirm heraus. Steinbecks Schatten ist dennoch groß. Sein weltliterarischer Triumph erforschte eingehend einen manichäischen Dualismus, die generationenübergreifende Vererbung von Schuld und die erdrückende Last der Kriegsängste. Kazan hat nicht ansatzweise die Zeit, all diesen Aspekten gerecht zu werden. Seine fiebrige, expressionistische Poesie ist aber nicht weniger eindringlich und unmittelbar als Steinbecks Prosa. 8/10
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Let the sheep out, kid.