Casino Hille hat geschrieben: Heute 17:06Fast jede Einstellung konzentriert sich ausschließlich auf Jesse und Céline, sie sind immer gemeinsam im Bild.
Ich versuche mich grad an Szenen zu erinnern, in denen es doch Schuss/Gegenschuss-Momente gibt. Vielleicht im Diner, wenn sie imaginär ihre Freunde anrufen oder im Riesenrad im Prater? Sprich: wenn sie nicht durch die Straßen laufen.
Da sind wir uns einig.
Du hast ihn wahrscheinlich vorgestern im Metropolis gesehen. Ich konnte es leider nicht einrichten,
hab die Filme aber sowohl einzeln als auch als Trilogie alle mehrfach im Prince Charles Cinema in London gesehen, wo die Triple-Feature-Abende mit diesen Linklater-Perlen immer ausverkauft sind.
2013 bei der Europapremiere von "Before Midnight" auf der Berlinale hab ich im Publikum gespürt wie der ganze Saal Linklater, Delpy und Hawke abfeiert. In solchen Momenten frage ich mich immer (rhetorisch) wie es eigentlich Menschen geben kann, die diese Trilogie oder zumindest "Before Sunset" nicht kennen. Ich bilde mir ein, dass das diese Art Film ist, über die jeder in seinem Leben mal "stolpert", sowas wie ein Weltkulturerbe. Um dann zu verstehen, dass es doch nur eine ganz kleine Bubble an Menschen zu sein scheint, die damit etwas anfangen kann.
Meine Erklärung ist: wenn ein Film eine 10/10 für mich ist, ist das der Fall, weil er mich zu 100% erreicht, ohne in jeder zweiten Szene Kompromisse einzugehen, um ein "kommerzielles" bzw. "breiteres" Publikum zu erreichen. Genauso gibt es Filme, die für andere Menschen eine 10/10 sind, und mich überhaupt nicht abholen. Umso mehr freue ich mich immer, wenn ich Filme wie "Before Sunset" entdecke, die seit der Jugend dann ein ganzes Leben bleiben, und zu denen man immer wieder zurückkehren kann.