Re: Romanbesprechung: Colonel Sun (Markham / Amis, 1968)

16
Ich fasse mich bei den Nach-Flemings jetzt mal ein bisschen kürzer:

CS als erster Bond aus der Feder eines anderen Autoren hat mir gut gefallen. Markham imitiert Flemings Schreibstil sehr gekonnt, beschreibt auch detailliert, aber nicht so ausufernd und anstrengend wie Fleming. Griechenland und seine Inseln werden schön beschrieben, ich fühlte mich fast wie vor Ort, der Handlung ist leicht zu folgen, es werden prägnante Charaktere geschaffen, sowohl böse Baddies als auch sympathische Verbündete. Lange Zeit bleibt unklar, worum es eigentlich geht, für meinen Geschmack etwas zu lange. Auffällig auch, dass die Handlung quasi sofort startet. Man hat noch nicht mal drei Seiten gelesen und schon ist eine ganze Menge passiert.

Fazit: Ein unterhaltsamer Bond, der deutlich besser und flüssiger daherkommt als die meisten Flemings. Hätte gerne mehr Bonds aus der Feder Markhams gelesen.

Mir unbekannt war bisher, dass die Folter-Szene nahezu 1:1 in den Film "Spectre" übernommen wurde inkl. wörtlicher Zitate von Colonel Sun / Oberhauser.
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"

Re: Romanbesprechung: Colonel Sun (Markham / Amis, 1968)

18
Revoked hat geschrieben: Gestern 22:09 Das ist alles sehr richtig was du schreibst. CS ist nicht nur in den Top 3 non-Flemingbonds sondern nebenbei auch noch Top 10 aller Bonds.
Nicht bei mir. Ich habe ihn einmal gelesen und fand, dass er in der zweiten Hälfte nicht mehr wirklich einhält, was er in der ersten verspricht. Alles ging auf einmal ein bisschen zu schnell, zu einfach, zu linear. Was ich ausserdem komisch fand: Soweit ich mich erinnere taucht Sun genau einmal auf, bevor Bond am Ende auf ihn trifft. Das hätte man entweder gleich weglassen und den grossen Schurken erst ganz zum Ende à la Dr. No zeigen sollen, oder aber häufiger und konsequenter zu seiner Perspektive wechseln als dieses eine Mal.

Gutes Buch, aber keine Offenbarung. Das vielzitierte "genau wie Fleming, nur besser" sehe ich viel, viel eher in Faulks' Devil May Care. Der schafft es zusammen mit Forever And A Day auch in meine Non-Fleming Top 3. Platz drei ginge dann wohl an Carte Blanche oder Trigger Mortis. Ausserdem mochte ich Zero Minus Ten, und würde eigentlich gerne bei Benson weitermachen.

Für Nico steht jetzt erst mal ganz viel "Hääää?!" und "W-T-F!" in Gestalt John Gardners bevor. :lol:
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.