Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: 21. Juli 2022 15:06 In CR spielt er entweder den harten, schroffen Muskelhelden oder den verliebten Snob,
Guck ihn dir einfach nochmal an, und du wirst ganz viele kleine Nuancen finden, die den Unterschied machen.

Was an Brosnan in TWINE so toll sein soll, hat sich mir noch nie erschlossen. Weil er im tiefgründigen Dialog mit Elektra mal mit den Zähnen knirscht?
"Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen."

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: 21. Juli 2022 15:06 Sein bester Auftritt war wohl die des brutalen Einzelkämpfers in QOS.
Für mich hat Craig seine beste schauspieleriche Leistung (innerhalb des Bond-Universums) in SP. Aber im Gegensatz zu anderen Bonds (vor allem bei Connery gibt es starke Schwankungen) ist die Leistung bei Craig konstant top.

In CR gefällt mir vor allem die Folter-Szene. Aber auch die Szene im Zug ist köstlich.
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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Die Schwankungen sehe ich eher in CR, wo Craig tw sehr hölzern agiert und auch immer wieder ins Overactiung kippt. Die Zugszene ist deshalb so gut, weil die Dialoge und Green so gut sind. Ansonsten bin ich bei Hille, QOS passt am besten zu seinem Schauspiel-Stil und v.a. zu seiner Physis, allerdings hat er hier das schwächste Drehbuch erwischt (aber ich will nicht abschweifen).
Brosnan wird aufgrund seines Äußeren gern als mimisches Leichtgewicht abgetan (ja, das passiert auch Männern :)), was er definitiv nicht ist. Hille hat schon ein paar tolle Leistungen genannt. Bei Bond wird sein Potential nicht voll genutzt, so weit würde ich mit gehen, aber auch da liefert er ab.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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vodkamartini hat geschrieben: 21. Juli 2022 15:35 Tja, wenn es Schwankungen innerhalb eines Filmes gibt, ist die Leistung nicht konstant top.
Das ist Interpretationssache. In so gut wie jedem Bond gibt es auch mindestens eine eher schwache Szene.

Eine Szene ändert für mich aber wenig bis gar nichts an der Leistung des Darstellers im Film.

Bei Connery ist es aber eben so, dass seine Leistung in DAF so viel schlechter ist als in TB, dass es da schon mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten gibt.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Ich finde seine Leistung in DAF sehr erfrischend, er nimmt das ganze Trara mit einem Augenzwinkern auf die Schippe. Die paar Pfund mehr passen da ebenfalls sehr gut dazu. Witzigerweise wird übrigens in den allermeisten Bondbüchern TB immer für die erkennbar einsetzende Bondmüdigkeit hinsichtlich seiner Darstellung angeführt ebenso wie sein wieder erkennbarer Spaß in DAF, aber das nur am Rande. :)
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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vodkamartini hat geschrieben: 20. Juli 2022 22:16 Das hätte er genauso hin bekommen, nur anders gespielt. Brosnan war ein guter Bond und passte optimal in seine Zeit (die 90er). ich halte nicht so viel davon, die Darsteller gegeneinander auszuspielen. Craig ist auch alles andere als ein Schauspieltitan und vor Bond nicht groß oder nachhaltig in Erscheinung getreten.
Vielleicht habe ich mich etwas unpassend ausgedrückt. Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war folgendes: Über Craig brach seinerzeit ein Shitstorm herein, Aussagen, wie, der ist kein Bond, unpassend usw. Und warum? Weil einige fanden, dass er optisch nicht so ganz in die Rolle passt wie z.B. Brosnan. ABER: Wenn ich solche wie erwähnte Szene mit Craig sehe sollte klar werden, was die Verantwortlichen wohl von Anfang an in ihm sahen, was aber vielleicht dem normalen Zuschauer erst mal verborgen blieb. Der Mann macht das durch sein Schauspiel locker wieder weg. In Szenen wie dieser zweifle ich keine Sekunde daran, dass ich da James Bond auf der Leinwand sehe und vergesse völlig, dass er optisch etwas aus dem Rahmen fällt. Und das muss man erst mal schaffen und zeugt für mich von Schauspielkunst. Deshalb muss man ihn trotzdem nicht zum Schauspielgott erheben und Barbaras Vergötterung für ihn ist auch mir, wie ich schon in einem anderen Thread kundgetan habe, so allmählich mehr als befremdlich. Brosnan hat ebenfalls überzeugende Szenen abgeliefert, aber nicht unerheblicher Grund für seine Verpflichtung war auch sein Aussehen, was ich nicht abwertend meine, ich mochte auch Brosnan in der Rolle.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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vodkamartini hat geschrieben: 21. Juli 2022 16:24 Witzigerweise wird übrigens in den allermeisten Bondbüchern TB immer für die erkennbar einsetzende Bondmüdigkeit hinsichtlich seiner Darstellung angeführt
Das stimmt nur so halb. Ich glaube, der enorme Erfolg von TB war ein Grund dafür, warum Connery von den Fans und den Medien immer mehr verfolgt und mit merkwürdigen Fragen gequält wurde und das führte dann in YOLT und DAF zu seiner müden Darstellung.

Die Bondmüdigkeit hat also bei der Promo für TB eingesetzt, hat sich dann aber erst in YOLT und vor allem in DAF in den Filmen niedergeschlagen.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Es stimmt gar nicht. Connery "müde" oder "lustlose" Performances zu unterstellen entbehrt jeder Grundlage und ist ehrlich gesagt ein Märchen, welches man deshalb als Fake leicht erkennen kann, weil jeder es woanders beginnt. Für einige betrifft es nur YOLT oder nur DAF, für manche beide, für einige fängt es schon bei TB oder gar GF an. Alles Quatsch. Der Mann war ein Profi. Eine etwaige Überdrüssigkeit der Rolle, die er privat empfunden hat, hätte er vor der Kamera nicht offen gezeigt.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Man muss natürlich noch erwähnen, dass auch wenn Connery in YOLT und DAF (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr so überzeugend spielt wie noch in GF und TB, so ist er auch dort ein viel besserer Schauspieler als Moore und Brosnan in all ihren Filmen.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Connery spielt in YOLT oder DAF nicht so überzeugend? Sehe ich überhaupt nicht... Hier werden wieder einmal Äpfel mit Birnen verwechselt...

Auch dieses ständige Brosnan-Bashing verstehe ich nicht. Ich würde sogar behaupten, Brosnan hat aus seinen Rollen immer das Maximum herausgeholt, schon in GE hat er mir etwa auch bei den ruhigen Szenen (vor allem in der OV) sehr gut gefallen.

Das Drehbuch von CR ist nun einmal um eine Hausnummer besser als jenes zu DAD, aus verschiedensten Gründen. Brosnan als 007 mit einer ähnlich tollen Rolle wäre schon interessant gewesen...

Und ja, ich finde seine Leistung, etwa auch in TND (beim Dr. K. oder Paris) oder in TWINE, wenn es ernster oder ruhiger wird, nach wie vor sehr überzeugend. Dass er dann der "Baller"-Bond wird, dafür kann ja Brosnan überhaupt nichts dafür - so war die Rolle geschrieben. Wird Craig in NTTD übrigens auch am Ende 😁
Bond... JamesBond.de

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: 21. Juli 2022 16:41 Es stimmt gar nicht. Connery "müde" oder "lustlose" Performances zu unterstellen entbehrt jeder Grundlage und ist ehrlich gesagt ein Märchen, welches man deshalb als Fake leicht erkennen kann, weil jeder es woanders beginnt. Für einige betrifft es nur YOLT oder nur DAF, für manche beide, für einige fängt es schon bei TB oder gar GF an. Alles Quatsch. Der Mann war ein Profi. Eine etwaige Überdrüssigkeit der Rolle, die er privat empfunden hat, hätte er vor der Kamera nicht offen gezeigt.
Ich finde es nicht gänzlich aus der Luft gegriffen und meine es zumindest in YOLT zu erkennen. Aber vielleicht ist es auch nur dem Umstand geschuldet, dass ich weiß, dass Connery in Japan nun völlig entnervt von dem ganzen Bondrummel war, der dort sogar noch Europa übertraf. Zumindest hat er das selbst gesagt. Aber letztlich hat er auch dort eine professionelle Leistung abgeliefert. Für mein Empfinden hat/versprüht er in GF und in DAF den meisten Spaß, aber natürlich hat man ihm dort auch die entsprechenden Szenen ins Skript geschrieben.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Wenn Brosnans Bond seine mehr oder weniger romantischen Szenen mit Paris Carver oder Elektra hat und er anschließend um sie trauert, sehe ich da nicht weniger Nuancen in seinem Spiel als bei Craig in vergleichbaren Szenen in dessen Filmen. Sicher ist das kürzer und subtiler angelegt als die romantischen Eskapaden des Craig-Bonds, aber das muss ja nicht schlecht sein. Craigs Leistung in seinen langen Romantik-Monologen finde ich da teils weniger überzeugend, sowohl in dem unsäglichen Liebesgeständnis vor Madeleine in NTTD, aber auch schon in dem "Brustpanzer" - Dialog in CR sehe ich wenig Bewegung in Craigs Spiel (zugegebenermaßen ist da aber auch der Dialog recht schwach).
Ich möchte Craig gar nicht niedermachen, ich mag ihn als Bonddarsteller, aber den großen schauspielerischen Fortschritt zu Brosnan kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Was Connerys angebliche Lustlosigkeit betrifft, denke ich, dass auch die generelle Wahrnehmung von YOLT und DAF, die ja im Vergleich zu Connerys ersten vier Filmen weit weniger positiv angesehen werden, da mit reinspielt und manche ihren eher negativen Gesamteindruck der Filme dann auch auf den Hauptdarsteller beziehen, plus natürlich das Wissen rund um Connerys Genervtheit von dem Ganzen. Von alldem losgelöst betrachtet kann ich keinen großen qualitativen Abfall in Connerys Spiel nach TB erkennen. Craig soll ja nach SP auch von der Rolle genervt gewesen sein, aber Vorwürfe eines plötzlichen lustlosen Spiels seinerseits in NTTD habe ich bis jetzt jedenfalls noch nicht gehört
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)