1908
von Casino Hille
'Q Branch' - MODERATOR
Mag sein, Maibaum, aber dennoch hat Vodka in der Masse recht. Große popkulturelle Events wie "Avatar", "Star Wars: Das Erwachen der Macht" oder "Avengers: Endgame" locken in der Breite viel mehr Leute an als Nischenfilme wie "Loving Vincent" oder meinetwegen "Tulpenfieber" und "Der Geschmack von Rost und Knochen". Und da sind dann auch viele dabei, die vor allem des Event-Gedankens wegen dann doch mal mit den Freunden, Kollegen oder sonstigen Bekanntschaften mitgehen, zumal das ganze dann am nächsten Tag auch auf dem Schulhof, in der Kantine oder im Büro Gesprächsthema ist. Das sollte eigentlich jedem klar sein, dass es derartige Phänomene in großer Zahl nur bei richtigen Events geben kann. Eine Kollegin bei mir im Büro hatte vor 2015 nicht einen einzigen Star Wars Film gesehen (ja, sowas gibt es) und ist dann auch in den Abrams-Film (danach übrigens in keinen weiteren). Woran lag das? Das extreme Marketing, der spürbare Hype bei uns im Büro und auch bei ihr im Freundeskreis und so weiter haben ihr das Gefühl vermittelt, dass man diesen Film einfach sehen muss. Kino ist für viele Leute immer noch in erster Linie ein (da man sich dann auch Nachos, Cineplex und 3D Imax gibt sehr teures) Event und die gehen dann höchstens ein- bis zweimal im Jahr in das voraussichtlich größte Spektakel. Natürlich gibt es auch eine Schicht, die sich für den Mainstream gar nicht interessiert, die wird es immer geben und die gehen dann entweder sehr oft oder nur themenbezogen ins Kino. Aber Samedis Behauptung, ein Nischenfilm würde Nicht-Kinogänger eher ins Lichtspielhaus motivieren als ein Blockbuster-Event wie "Avengers: Endgame", was es so in der Form eben auch nur alle paar Jahre gibt, ist nüchtern betrachtet vollkommen verkehrt und ich hätte nicht mal gedacht, dass man das überhaupt diskutieren kann.
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Let the sheep out, kid.