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von dernamenlose
Agent
Wir
Es gibt Filme, die nur unterhalten wollen, ohne jede zweite Ebene und Tiefe. Es gibt Filme die so fixiert auf ihre Aussage sind, dass sie ihren Unterhaltungswert vergessen. Und es gibt Filme die beides miteinander verbinden. Der zweite Film des US-Amerikaners Jordan Peele ist vordergründig ein Horrorfilm, hintergründig eine Gesellschaftskritik und als Gesamtprodukt natürlich beides.
„Wir“ sticht aus der Masse der immer gleichförmigen Horrorfilme der letzten Jahre angenehm heraus, weiß zu überraschen, kommt fast komplett ohne Jumpscares aus und kreiert Bilder die sich ins Gedächtnis brennen. Der Trailer lieferte einen hervorragenden Vorgeschmack auf das was der Film bietet, ohne dabei aber zu viel zu verraten; „Wir“ entwickelt sich schließlich in eine völlig andere Richtung als es zu erwarten war.
Neben den gruseligen und horrorlastigen Elementen merkt man Peele aber auch durchgehend seine komödiantischen Wurzeln an, immer wieder werden hier Gags eingestreut, die meistens zünden und einen auch nicht aus der Atmosphäre herausreißen.
Der Film erweist sich als Innovativ, in vielen Punkten neu und überraschend, gleichzeitig aber auch als verwirrend und teilweise zu offen gelassen. Und am Ende gibt es einen Twist zu viel, der die Logik, falls sie je vorhanden war, komplett begräbt.
Dieser Film ist definitiv nichts für jedermann, viele wird er entweder verstören oder komplett verwirren, und all jene, die es überhaupt nicht mögen am Ende ohne Erklärung allein gelassen zu werden sollten ohnehin die Finger von diesem Film lassen.
Wer aber Lust auf einen auf alle Fälle interessanten Film hat, eine düstere Atmosphäre und ein gewisses Maß an Gewalt ertragen kann, der kann hier ruhig mal einen Blick riskieren. Neben einem einzigartigen Kinoerlebnis wird man auch mit einer famos aufspielenden Lupita Nyongo belohnt, die man für die kommenden Jahre definitiv im Blick behalten sollte.
8/10
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."