Re: Zuletzt gesehener Film

8374
Klar ist vor allem, dass Fassbenders Filme sich viel mehr unterscheiden als die von Neeson. Bei letzterem ist "Silence" wohl etwas die Ausnahme aber sonst sind bei ihm fast alle Rollen und Filme seit Ewigkeiten immer die gleichen. Und das, obwohl Neeson vor allem in den 90ern gezeigt hat, dass er eigentlich mehr drauf hätte. Wirklich schade drum... :(
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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Zuletzt gesehener Film

8375
Casino Hille hat geschrieben:Ich fand bei Non-stop grade die Auflösung auch gut. War für mich pfiffig und nicht unbedingt vorhersehbar. Die Motivation des Täters geht eigentlich auch immer. Und ansonsten bleibt der Film den Showdown über erstaunlicherweise beinahe durchgehend im Flugzeug (Klar ist das von außen nicht so dolle getrickst, aber wen interessiert das? Die paar Shots stören mich nun gar nicht, wenn der Rest so gut ist!). Ich hab dem damals euphorische 9 Punkte gegeben, zu denen ich stehe. War wirklich ein Highlight meines Kinojahres. Unknown Identity war auch gut (so eine Art moderne Hitchcock-Version), ein cleverer Film.
Vielleicht fand ich die Auflösung in Non-Stop gerade wegen des etwas zu spät gewählten Zeitpunktes zu unglaubwürdig.
Beim Ende fand ich den Ablauf over the top, der hat nicht wirklich zu dem vorherigen gepasst. Die Effekte waren vielleicht schwach, aber nicht so, dass sie stören würden. Vielleicht war es sogar etwas unnötig vom Kameramann, das Flugzeug am Ende überhaupt zu verlassen.
Moderner Hitchcock beschreibt Unknown ziemlich gut, bei dem fand ich die Auflösung insgesamt deutlich stimmiger als bei Non-Stop. Diese Wendung passt absolut zum vorherigen und ist gleichzeitig überraschend.
Hast du Run by Night gesehen? Der ist eine schön dreckige Story rund um Ehre, sehr gut gespielt zudem (nicht zuletzt dank dem wie immer tollen Ed Harris).
Das noch nicht. Vielleicht finde ich ja im nächsten Jahr mal die Zeit für den. In Vodkas Text zu dem Film finde ich schließlich viele meiner Eindrücke über JCS wieder.
It's the BIGGEST... It's the BEST
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Re: Zuletzt gesehener Film

8376
HCN007 hat geschrieben:"The Light Between Oceans" war zu träge und melodramatisch
Lustig, in Light between Oceans fand ich Fassbender ganz gut - auch wenn Vikander noch viel besser war.

Aber deine Aufzählung ist was ich meine. Das sind verdammt viele Filme (und im letzten Malick war er auch noch dabei). Das "auf die Nerven gehen" klingt auch viel negativer als es gemeint ist. Fassbender ist durchaus ein Schauspieler, der überzeugen kann wenn er von einem guten Regisseur richtig eingesetzt wird (so geschehen z.B. bei Tarantino oder Vaughn). Das Problem ist dass er jetzt scheinbar wahnsinnig populär ist und wenn Darsteller auf diese Art "entdeckt" werden verlieren sie in meinen Augen leicht ihre Vielfalt und sind plötzlich nur noch omnipräsent in für sie völlig vorhersehbaren Rollen und Filmen zu finden, werden auf eine Art zu einem Klischee ihrer Selbst. Dasselbe Phänomen beobachte ich auch bei den hier erwähnten Waltz und Neeson, und auch bei Regisseuren: Nolan natürlich (ich weiss du liebst ihn) und Villeneuve wird garantiert der Nächste sein.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8377
The Light Between Oceans fand ich damals auch sehr cool, habe ich auch mit 8/10 bepunktet - Vikander und Fassbender haben dort super funktioniert, da hats ja auch klar gefunkt.

Zu Nolan und Villeneuve: Ich finde beide großartig und die sehr tiefgründige und vielschichtige Art des Geschichtenerzählens (auf Youtube gibt es viele detaillierte Analysen dazu) spricht mich gerade extrem gut an. Das Problem ist hier nur von meiner Seite auch, dass damit beide eben sehr individuell und speziell sind, sich also nicht wirklich als universelle Filmemacher eignen, die wie z.B. Ridley Scott, Steven Spielberg, Martin Scorsese, usw. in unterschiedlichste Filmbereiche eingesetzt werden können, da das erzählerische Konzept beider Regisseure eben begrenzt ist. Klar wird irgendwann der Punkt kommen, an dem auch ich mal sagen muss, dass beide sich in ihrem Konzept wiederholen und nichts neues mehr bringen - Ein Punkt, an dem ich mir z.B. von Nolan mehr "Dark Knight" wieder wünsche oder die Zeiten eines "Blade Runner 2049" bei Villeneuve herbeisehne.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8378
iHaveCNit: The Killing of a Sacred Deer (2017)

2017 geht zu Ende, was im Januar mit „Passengers“ begann, geht nun nach 100 Filmen der diesjährigen Kinostarts (20 davon habe ich im Heimkino nachgeholt, 80 direkt im Kino gesichtet) mit „The Killing of a Sacred Deer“ des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos zu Ende. Wie auch bei „The Lobster“ arbeitet er hier mit Colin Farrell zusammen, der hier als Filmpartnerin Nicole Kidman (wie schon im diesjährigen Film „Die Verführten“ von Sofia Coppola) zur Seite gestellt bekommt. Dazu gesellt sich der junge Barry Keoghan, der dieses Jahr bereits in „Dunkirk“ und „Das Gesetz der Familie“ zu sehen war. Zu sehen ist hier in „The Killing of a Sacred Deer“ ein Film, der unglaublich unangenehm ist, mir aber aufgrund seiner Ernsthaftigkeit besser gefallen hat als der etwas abstrus absurde „The Lobster“.

Steven ist Herzchirurg und er lebt ein glückliches Leben mit seiner Frau und seinen 2 Kindern. Bereits seit kurzer Zeit jedoch hat er den jungen Martin unter seine Fittiche genommen, den ein Geheimnis mit Steven verbindet. Einige Zeit verrinnt, als seine beiden Kinder aus heiterem Himmel gelähmt werden und aus dem Geheimnis zwischen Steven und Martin ein perfides Spiel wird.

Der Film basiert auf einer griechischen Tragödie und schildert ein intensives Rachedrama, das wunderbar eingefangen worden ist. Die Kamerafahrten und wie die Kamera entgegen der üblich gewohnten Art einfach mal so rein- oder auch rauszoomt ist richtig stark, so stark, dass ich mir vielleicht anschauen werde, was Thimios Bakatakis noch in Zukunft machen wird. Der Film entfaltet schon nach wenigen Minuten eine so unangenehme Stimmung, auch durch den Einsatz der kaum erträglichen Filmmusik, die sich immer weiter entfaltet und ein regelrechtes Unbehagen erzeugt. Stark finde ich auch, dass der Film schrittweise diese eigentlich ganz normale Situation von einem „Hier stimmt doch was nicht“ bis hin zu einem „Ach du ….“ steigert – und auch einige Situationen sind in ihrer klinischen Sterilität so unglaublich absurd und distanziert, dass man es kaum ertragen kann. Bei Farrell, Kidman und auch Keoghan sind hier Top-Leistungen zu sehen, die dem Film richtig gut tun. Wieder mal ein Film über das klassische Thema der Rache, in der man sich die Frage nach Vergeltung oder Vergebung stellt, der aber im Vergleich zu „Nocturnal Animals“ aus dem letzten Jahr nicht eine uneingeschränkte Sogwirkung und Spannung entfalten konnte.

„The Killing of a Sacred Deer“ - My First Look – 9/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8379
iHaveCNit: The Greatest Showman (2018)

Vorhang auf, Manege frei für das Kinojahr 2018 ! Es beginnt mit einer großartigen Show über Träume, Selbstverwirklichung und dem Drang, endlich anerkannt zu werden. Nach „Birdman“ 2015, „The Revenant“ 2016 und „Passengers“ 2017 wird dieses Jahr nun „The Greatest Showman“ eröffnen. Hugh Jackman ist nach „Les Miserables“ wieder in einem Musical unterwegs, dass hier die Anfänge dessen feiert, was wir heutzutage als Zirkus kennen. Aber auch einen Blick hinter den Kopf wirft, der diese Idee hatte. Herausgekommen ist ein toller Start für mein Filmjahr 2018.

P.T. Barnum war schon immer ein Träumer, der das Leben in Armut und die Zurückweisung der Eliten nur allzu gut kennt. Doch das hält ihn nicht davon ab, mit der aus reichen Verhältnissen stammenden Charity zusammenzukommen. Als er seinen Job verliert, kommt er auf die Idee, ein Kuriosenkabinett aufzuziehen, das jedoch nicht überall gut ankommt und für P.T. Barnum sowie alle in seiner Familie sowie des Teams seines Kabinetts diverse Herausforderungen bereithält.

Der Film nimmt einen mit in eine großartige Show über Träume, Selbstverwirklichung und dem Drang nach Anerkennung. Dabei macht der tanz- und musikerfahrene Charakterkopf Hugh Jackman in der Rolle des P.T. Barnum eine tolle Figur und der Rest des großartigen Ensembles von Michelle Williams über Zac Efron und Zendaya bishin zu Rebecca Ferguson tut es ihm gleich. Schade, dass der Film in seinen 105 Minuten dann doch relativ schnell zu Ende geht und nur wenig Zeit bleibt, das erkennbare Potential des Films und seinen Charakteren voll auszuschöpfen. Die Songs, die Choreographien und deren Inszenierungen sind mindestens ähnlich atemberaubend wie zum Beispiel „La La Land“ und „Die Schöne und das Biest“ aus dem letzten Jahr. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Regisseur von „Die Schöne und das Biest“ Bill Condon mitproduziert hat und die oscarprämierten Songschreiber Benji Pasek und Justin Paul aus „La La Land“ hier mit an Bord sind. Ich habe damals, als ich zum ersten Mal den Trailer gesehen habe, ein richtiges Hochgefühl und Gänsehaut bekommen. Das konnte der Film in gewisser Art auch einhalten. Ich habe das erkennbare Potential erwähnt. Über P.T. Barnum gab es ja nur bruchstückhafte Erinnerungen, mit denen man arbeiten konnte. Der vielseitige und ambivalente Charakter eines P.T. Barnum hätte mit entsprechendem Tiefgang in der Geschichte noch stärker beleuchtet werden können. Manchmal kam mir der Film dann doch etwas gestellt und künstlich vor, doch geht es hier bei einer Show doch nicht darum, wie gestellt und künstlich etwas ist, sondern um die Show selbst und die Möglichkeit, sich einfach mal gehen zu lassen, dementsprechend sehe ich eine leichte Oberflächlichkeit des Films natürlich auch als Stilmittel des Films an. Denn man sieht in einer Show ja auch nur die Show an sich und nicht das, was hinter den Kulissen passiert. Aber trotz allem bleibt natürlich die Geschichte um einen träumenden Freigeist und Opportunisten und um ein Gefolge, dass einst ausgegrenzt, aber gemeinsam eine Familie wurde. Und dafür gefällt mir der Film richtig gut, denn ich kann mich damit auch gut identifizieren. Ich kann mich nur wiederholen. Vorhang auf, Manege frei – eine großartige Show und ein toller Start ins Kinojahr 2018.

„The Greatest Showman“ - My First Look – 9/10 Punkte.

Verdict – Highly Recommended – Repeat It !
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8380
Thunderball1965 hat geschrieben:Vielleicht fand ich die Auflösung in Non-Stop gerade wegen des etwas zu spät gewählten Zeitpunktes zu unglaubwürdig.
Was mich jetzt interessieren würde: Was meinst du da konkret? Die Auflösung, WER der Täter ist oder das Drumherum (also wie entdeckt Neeson es, wieso tut der Täter was er tut)? Weil ich finde, dass da erstens ein Unterschied drin liegt und zweitens, dass man in beiden Fällen sowohl Pros als auch Cons für die Entscheidungen des Films finden kann.

Den großen Twist von Unknown Identity sehe ich gespalten: Einerseits ist er nicht sonderlich glaubwürdig, andererseits ist er thematisch in meinen Augen ein interessantes Weiterspannen der vorherigen Ideen zum Thema "Identität" und "Sinnsuche", die der bis dato geltenden Hitchcock-Hommage neue Aspekte abgewinnt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8381
Casino Hille hat geschrieben:
Thunderball1965 hat geschrieben:Vielleicht fand ich die Auflösung in Non-Stop gerade wegen des etwas zu spät gewählten Zeitpunktes zu unglaubwürdig.
Was mich jetzt interessieren würde: Was meinst du da konkret? Die Auflösung, WER der Täter ist oder das Drumherum (also wie entdeckt Neeson es, wieso tut der Täter was er tut)? Weil ich finde, dass da erstens ein Unterschied drin liegt und zweitens, dass man in beiden Fällen sowohl Pros als auch Cons für die Entscheidungen des Films finden kann.
Stimmt, das war etwas uneindeutig formuliert von mir.
An der Auflösung gefällt mir grundsätzlich die Idee,
Spoiler
dass es die Person war, die am Anfang schon verdächtigt wurde und gegen die als Täter prinzipiell sogar nicht wirklich etwas gesprochen hat - wie man rückwirkend feststellen kann, sobals man es weiß. :)
Aber was die Motivation angeht und die Art, wie der Film sie erzählt, fand ich damals relativ haarsträubend.
Ein paar der Dinge der Actioneinlage danach finde ich dann wieder okay, aber in diesem Abschnitt ist der Film insgesamt am schwächsten.
Spoiler
Den Sturzflug des Flugzeugs, das gerade von 2 Kampfjets begleitet wird, fand ich dann wieder over the top - weniegr in der Inszenierung als grundsätzlich, davon, dass es da drin ist.
Den großen Twist von Unknown Identity sehe ich gespalten: Einerseits ist er nicht sonderlich glaubwürdig, andererseits ist er thematisch in meinen Augen ein interessantes Weiterspannen der vorherigen Ideen zum Thema "Identität" und "Sinnsuche", die der bis dato geltenden Hitchcock-Hommage neue Aspekte abgewinnt
Da kann ich durchaus nachvollziehen, dass diese Auflösung tatsächlich dafür sorgt, dass von diesem Zeitpunkt zurückblickend einiges nicht in Gänze klar und schlüssig erscheint, und sehe es trotzdem komplett Gegenteilig.
Spoiler
Jemand hat seine Identität verloren und macht sich auf die Suche nach ihr, findet heraus, dass offenbar auf der Konferenz, zu der er eingeladen war, ein Anschlag verübt werden soll und dann, dass er ihn eigentlich begehen sollte!
Spoiler
Gleichzeitig ist das Vorgehen der Personen aus der Organisation hinter Liam Neesons Charakter dann doch etwas fragwürdig...
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Mother! von Darren Aronofsky

8382
Enthält Spoiler



Vom Schmerz des Teilens

Am Anfang war das Feuer, aus dem Feuer entstand das Leben.
Ein Leben, eine Zweisamkeit welche jäh erschüttert wurde als die Menschen kamen
und das Teilen begann.

Darren Aronofsky ( The Wrestler )erzählt eine Geschichte des
Schmerzes und des Verlustes. Vom Schrecken der einseitigen Liebe, einstürzenden
Hoffnungen, untergehenden Welten und legt den Finger immer tiefer ins offene
Fleisch. In seinen besten Momenten kann Aranofsky ein Gemälde des Schreckens
erschaffen das einen Inne halten lässt und erschaudern. Mother! ist weniger
Unterhaltung, eher wie ein Besuch in einer Galerie: Man nimmt Platz. Vertieft
sich in das Gemälde und hält Inne, bis sich einem die ganze Herrlichkeit
offenbart. Aber man braucht Zeit, Geduld sehr viel Geduld.

Der Dichter ( Javier Bardem ) und seine Frau ( Jennifer
Lawrence ) bewohnen in der Abgeschiedenheit der Wildnis ihr zu renovierendes
Eigenheim, nach und nach passieren Dinge, die auf den ersten Blick seltsam
erscheinen. Nach Deutung der Symbolik aber in etwas verwandelt werden können
das ganz nah beim Menschen selbst zu finden ist. Ein Gefühlszustand der für
jeden erfahrbar ist, vielleicht schon mal harte Realität war. Als der Dichter
einen Gast zum übernachten herein bittet und daraufhin immer weitere Leute sich
ins Haus einquartieren, schrillen bei dessen Frau schon die Alarmglocken. Die
Vorboten des Horrors die im grandiosen Finale in einem abartigen Overkill die
Hölle über die Frau des Dichters hereinbrechen lässt. Wobei der Horror nur
wenig mit Blut oder von ihm verschmierte Gesichtern zu tun hat. Er spielt sich
woanders ab. Im Kopf bei der Rückkopplung der Gedanken beim Zuschauer.
Aranofsky zeigt wie Gefühle aussehen müssten wenn man sie auf eine Leinwand
packen könnte. Die passenden Bilder fürs Poesie Album der Ohnmacht. Worte als
Bilder. Unfassbar seine finale Zuspitzung der Dinge.

Nur ohne das Inne halten, ohne die Lust am entschlüsseln der
Deutung bleibt Mother! Ein wirres Machwerk ohne wirklichen Zusammenhang. Erst
das dechiffrieren der Ereignisse führt zu Erkenntnis das da monströses Kino
geschaffen wurde. Beim Versuch die Ding zu entschlüsseln bleiben Spoiler nicht
aus. Wer den Film nicht kennt sollte unbedingt folgende Reihenfolge beachten:
Erst Film dann weiterlesen. Der Dichter ist ein Egoist. Einem dem es nicht
genügt was er hat und nach so viel mehr giert. Ein Welteneinreiser.

Du liebst es das ich dich liebe

Die ungebetenen Gäste am Anfang symbolisieren nichts anderes
als das Teilen des Ehemanns, welches seiner Frau so missfällt. Der Ruhm den ihm
sein Schreiben eingebracht hat ist Teil seiner Persönlichkeit geworden. So darf
man die ungebeten Gäste weniger als Personen , sondern als Symbol des Teilens
sehen, später auch als Abspaltung von ihr nachdem sie ihm „Inspiration genug“
war. Sie genügt ihm nicht alleine, der Ruhm, die Anerkennung das sind die Dinge
mit denen sie nicht konkurrieren kann. So ist es auch nicht verwunderlich als
der Dichter sagt: Die Leute sie können mich wirklich verstehen. Und sie darauf
erwidert „aber ich liebe dich“. Anerkennung und Ruhm sind der Motor des
Dichters, sie ist nur die Inspiration.

Immer wieder sieht man im voranschreiten der Geschichte, im
Haus merkwürdige Risse aus denen Blut herausquillt. Die Frau des Dichters hat
den beiden ein Reich geschaffen, ein zu Hause . Je mehr ihr Mann sich entfernt
und sich dem Ruhm hingibt je mehr Risse bekommt das Haus. Das Haus als Seele.
Die Seelenwelt der Jennifer Lawrence.Noch expliziter wird es im finalen Akt als
hundert von Menschen das Haus in Schutt und Asche legen und alle in die Brüche
geht. Alles stirbt. Alles. Mit dieser radikalen Art des Films setzt Aranofsky
die Seelenwelt frei. Immer weiter entfernt sich ihr Mann von ihr. Ihr Haus wird
in Trümmern gelegt, das Haus das Heim, die Beziehung der beiden. Alles schwarz
und grau und zerstört. Und das ist der Moment. Hier angekommen wird das
Bild,welches Aranofsky zeichnet zum Meisterwerk. Ohne diese Deutung und einem
Interesse des Nachdenkens beim Schauen bleibt mother jedoch wohl nur ein
gewöhnliches Bild.
http://www.vize-com.de/
-Mein Fimblog

Re: Zuletzt gesehener Film

8383
Kann man so sehen. Für mich ist mother ein verquaster, wenig interessant gemachter Horrorfilm, dessen dreifache Interpretationsebenen erstens absolut offenkundig sind (was typisch Aronofsky ist, der immer ein Holzhammer-Regisseur war und von Subtilität und Feinsinn nie etwas verstand) und zweitens die wenig aufregende Inszenierung auch nicht viel interessanter machen.
https://filmduelle.de/
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Re: Zuletzt gesehener Film

8385
iHaveCNit: Score – Eine Geschichte der Filmmusik (2018)

Bevor es nach „The Greatest Showman“ im Spielfilmsektor weitergeht, wollte ich mir einen Dokumentarfilm nicht entgehen lassen. Wer mich kennt, weiß wie ich Filmmusik liebe und da ist es auch nicht überraschend, dass ich, als ich von „Score“ erfahren habe, ihn in meiner Liste aufzunehmen. Mithilfe von Crowdfunding hat Drehbuchautor und Regisseur Matt Schrader die finanziellen Möglichkeiten erhalten, sich diesem wichtigen Thema der Filmgeschichte in einem ca. 90-minütigen Dokumentarfilm zu widmen.

Ich finde es als Filmsammler und auch Fan von Filmmusiken immer wieder sehr schade, dass in den meisten Veröffentlichungen für das Heimkino die Extras sehr rare bis gar nicht vorhandene Hintergrundinfos zu der Erschaffung der Musik im Film bieten. Wenn diese mal da sind, sind es meist nur kurze Vignetten von ein paar Sekunden bis wenige Minuten. Wer einen aggregierten Blick auf den gedanklichen Prozess und die Arbeitsweise unterschiedlichster Filmmusikkomponisten werfen möchte und sich auch für eine Abhandlung der Epochen der Filmmusik und den Einfluss der entsprechenden Filmmusikkomponisten interessiert, der bekommt hier in den 90 Minuten einen schnellen, umfassenden Überblick, der in meinen Augen dann doch noch gerne mehr in die Tiefe hätte gehen können und auch natürlich noch länger hätte sein können. Aber trotz allem natürlich einen großen Respekt an Matt Schrader, der diesen Film auf die Beine gestellt hat und hier die Gelegenheit bekommen hat, mit nahezu allen wichtigen Komponisten Interviews zu führen und sich auch an die erinnert hat, die nicht mehr unter uns weilen. Unter den Beteiligten waren unter anderem Hans Zimmer, John Debney, John Williams, Tom Holkenborg, Trent Reznor, Atticus Ross, Danny Elfman, Joe Kramer, und viele mehr.

Dokumentarfilme unterliegen bei mir keiner Wertung.

„Score“ - My First Look – Ohne Wertung !
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