Erstmal vielen Dank, Anatol, für deine mehr als ausführliche Antwort. Macht auch nichts, dass du nicht ins Detail gehen kannst, ich kann mich an manche Szenen jetzt schon nicht mehr so dolle erinnern.
AnatolGogol hat geschrieben:Ich fand ihn zu albern und in Bezug auf die Story (ich kann mich kaum noch dran erinnern, um was es ging) recht fad und uninteressant.
Das sehe ich dann eben ganz genauso. Die Albernheit ist im späteren Verlauf ein arges Problem, besonders aber die Geschmacklosigkeiten (nennt mich da meinetwegen spießig, aber was daran lustig sein soll, wenn einem mit der Tür ein Finger abgetrennt und dieser dann von einem Hund gegessen wird, will mir nicht so recht in den Sinn) haben es mir übel angetan - das hatte anfangs was Tarantinoesques, wurde dann aber doch immer unpassender und einfallsloser.
AnatolGogol hat geschrieben:Mein Lieblings-Batman ist Keaton, weil er für die ambivalente Rolle einfach perfekt war.
Ja, Keaton war wirklich ein Geschenk des Himmels. Unscheinbar, schüchtern, fast schon tollpatschig agierend als Bruce Wayne, dann aber knallhart und abgebrüht als Batman. Großes Kino in Teil 1 die hervorragende Szene in Vickys Wohnung, wenn er dann ganz kurz die "Maske" Bruce Wayne fallenlässt und seinen Batman durchschimmert, das war fantastisch und jedes Mal, wenn ich das sehe, denke ich auch, dass Keaton der beste Batman war (auch wenn ich Bale tatsächlich für die Idealbesetzung halte). Deine Worte zu Clooney und Kilmer unterstreiche ich, Clooney hat nicht viel zu tun, in den Momenten mit Alfred aber ein paar schöne Szenen, die irgendwie ans Herz gehen (klingt pathetisch, stimmt aber) und Kilmer dagegen spielt komplett unauffällig und vergessenswert - gerade, weil Jim Carrey und Tommy Lee Jones im Film unvergessliche Overacting-Darstellungen abgeben. Was ich aber dann doch nicht ganz so sehe, ist der Punkt der Eindimensionalität Batmans unter Schumacher. Das ist sicher richtig, aber gerade Batman Forever versucht doch, da etwas zu differenzieren und Waynes persönliches Dilemma genauer zu zeichen - woran Kilmer vortrefflich scheitert und dadurch noch mehr untergeht, als wenn man diesen Eckplot komplett rausgeschnitten hätte (und es landete ja schon viel aus dieser Nebengeschichte auf dem Boden des Cutters). Gerade das ist ja mein Problem mit Kilmers Batman: Die offene Eindimensionalität eines Protagonisten im Spaßfilmumfeld gepaart mit schlecht gespielten und freilich auch schlecht geschriebenen Versuchen einer tieferen Charakterisierung à la Burton. Sicherlich, Schumacher trägt hier nicht gerade wenig dazu bei, dennoch hätte Kilmer das stärker und besser spielen müssen.
AnatolGogol hat geschrieben:Hast du Kilmer in The Doors gesehen?
Trotz meiner Oliver Stone Liebe: Nein. Mich hat da die wahre Geschichte auch einfach wirklich gar nicht tangiert. Werde den aber bei Zeiten vielleicht mal in Erwägung ziehen.