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von HCN007
Agent
Ich glaube, das mit dem Oscar muss man differenziert betrachten - die Verleihung hat durch die lange Tradition etwas wie prestigeträchtigen Charakter in der Filmindustrie, aber ist stellenweise eine Farce, wenn man sich ansieht, wer zum üblichen Wählerkreis zählt und nach welchen Kriterien entschieden wird. Aber wenn der Oscar eines nicht ist, dann ist es zum einen representativ zu sagen, was das Beste im Bereich Film oder auch Schauspiel im Jahr gewesen ist. Es gibt nicht umsonst genug Oscar-Bait-Bullshit, der uns pünktlich in der Saison von Oktober bis März/April in den Kinos geliefert wird.
Man muss nur ein historisch wichtiges Drama bzw. auch Biopic abfeuern, ein paar krass traurige Szenen einbauen und schon hat man Oscar-Bait-Bullshit (inklusive dem unschuldigen Armen Opfer).
Weder die Oscars noch das Box-Office sind representativ für die Aussage "Beste/r/s xxx im Jahr". Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Und auch jeder andere Filmpreis liefert kein klares Bild darüber, was das Beste gewesen ist.
Ich bin ein Freund davon, wenn Schauspieler originale Charaktere aus dem Nichts erschaffen. Von daher habe ich mit Eddie Redmayne´s Oscarsieg Anfang des Jahres wenig gehalten. Klar ist die Körperspannung beim künstlichen Verkrampfen, um Hawking darzustellen eine Herausforderung, aber Hawking ist wie Chris Kyle, Alan Turing und DuPont ein kopierter Filmcharakter - und eben Michael Keaton in Birdman als Riggan Thompson zwar eine Parabel auf die Karriere von Keaton, aber ein Charakter, der aus dem Nichts erschaffen wurde, und von daher hätte ich Keaton damals den Oscar mehr gegönnt.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "