Ich bewerte QOS mit...

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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1366
dernamenlose hat geschrieben:Ich fand die Parallelmontage bei Tosca schon immer gelungen, die erste in Sienna aber nicht, weil ich da keinen Zusammenhang erkennen konnte.
Muss man denn da einen Zusammenhang erkennen können bzw. muss es da überhaupt einen Zusammenhang geben?
Nico hat geschrieben:eine weniger schöne Autoverfolgungsjagd mündet. "Weniger schön" deshalb, weil man, obwohl sie anscheinend gut inszeniert ist, kaum etwas von ihr erkennt
Jedes Mal wieder finde ich es interessant, wenn jemand das schreibt. Erst letzte Woche habe ich QOS (im Triple Feature mit CR und SF) wieder gesehen, gemeinsam mit fünf Leuten und drei davon kannten QOS nicht einmal. Und nicht einer von ihnen hatte auch nur zu einer Sekunde Probleme mit dem Schnitt oder mit der Erkennbarkeit der Szenen, viel mehr haben zwei von ihnen QOS sogar als den besten der drei Filme aufgrund seiner Actionszenen empfunden (!), während der dritte im Bunde war CR besser fand, er aber QOS auch mochte und ihm witzigerweise auch erst im Nachhinein auffiel, dass der Schnitt schneller war. Wie gesagt, interessant, dass da einige Probleme mit haben, aber ich finde die Action in QOS (fast) durchweg grandios, sehr übersichtlich und erkenne das alles ganz ausgezeichnet, gerade die Autoszene ist ein Genuss und nicht zuletzt durch den genialen Soundtrack sehr mitreißend. Mit der Flugzeugjagd habe ich ein paar Probleme, aber die haben wenig mit der Inszenierung zu tun (wobei natürlich schon, aber nicht mit dem Schnitt). Meine Lieblingsaction in QOS ist aber die anschließende Verfolgung in Siena, was eine tolle Stuntarbeit und eine schöne Bildkomposition. Ganz toll!
Nico hat geschrieben:Zu nennen wären unzählige Zweikämpfe zwischen Bond und schnell vergessenen Gegnern, die sinnlose und schwer zu folgende Bootsaction,
Also mit den unzähligen Zweikämpfen mag ich nicht wirklich mitgehen. In meinem Kopf ist es genau einer, mit dem etwas ähnliches stattfinden könnte: Slade. Und der ist nicht wichtig, soll nie wichtig sein und darf daher auch schnell vergessen werden, soll sogar schnell vergessen werden. Aber wieso ist die Bootsaction sinnlos? Die ist doch eindeutig durch die Handlung motiviert und passt zum Charakter Bond (der die Jungfrau in Not nie einfach aufgibt) wie die Faust aufs Auge.
Nico hat geschrieben:Fragt man sich zwischenzeitlich, ob man hier gerade wirklich einen James Bond-Film guckt
Ich finde ja, dass QOS sich durchaus nach Bond anfühlt, nur in einer Neuinterpretation, wie eben auch Casino Royale. Es ist nur eindeutig kein Film der alten Formel mehr.
Nico hat geschrieben: der Deckname R. Sterling (Robert Sterling war Bonds Tarnname in TSWLM!) auf Bonds Visitenkarte von Universal Exports
Endlich fällt das mal noch jemandem auf. QOS hat wirklich ein paar liebevolle Anspielungen an die großen Klassiker zu bieten. Und die auf GF ist natürlich ebenfalls top.
Nico hat geschrieben:Da liegt es auf der Hand, dass die einzelnen Locations viel zu wenig und viel zu kurz gezeigt werden
Nun ja, das mag sein, aber die Wirkung von QOS ist eben eine andere und der Schwerpunkt liegt anders. Ich finde, nicht jeder Film muss zwangsweise seinen Locations als solchen Raum und Luft geben, wenn es nicht ins Konzept passt und dafür das Gebotene alles schlüssig Sinn ergibt, dann darf man da von der Norm doch gerne abweichen. Aber ob das bei QOS der Fall ist, ist natürlich eine andere Geschichte.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1367
Casino Hille hat geschrieben:
dernamenlose hat geschrieben:Ich fand die Parallelmontage bei Tosca schon immer gelungen, die erste in Sienna aber nicht, weil ich da keinen Zusammenhang erkennen konnte.
Muss man denn da einen Zusammenhang erkennen können bzw. muss es da überhaupt einen Zusammenhang geben?
Ja. Denn sonst sind die Szenen unnötig. Dann kann ich auch ein Kind, dass eine Sandburg baut parallel dazu zeigen.
Es muss entweder eine inhaltliche oder dramaturgische Verbindung geben. Und bei der Tosca-Szene gibt es die auf jeden Fall!
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1368
Finde ich auch interessant, das mit dem Schnitt. Es gab ja jetzt schon wirklich genug Leute, die damit Probleme haben und wie beschrieben, ich sehe es ebenso. Aber nicht, weil ich weiß, dass andere das auch so sehen, sondern weil ich schon2008 im Kino dachte: Das ist aber heftig. Ich versuche bei jeder Sichtung, mich drauf einzulassen, aber es geht nicht. Ich steh einfach mehr auf ruhigen Schnitt. Wie gesagt, oft hat es seine Berechtigung und passt zum Film an sich, aber deshalb muss es mir ja noch nicht gefallen.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1369
dernamenlose hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:
dernamenlose hat geschrieben:Ich fand die Parallelmontage bei Tosca schon immer gelungen, die erste in Sienna aber nicht, weil ich da keinen Zusammenhang erkennen konnte.
Muss man denn da einen Zusammenhang erkennen können bzw. muss es da überhaupt einen Zusammenhang geben?
Ja. Denn sonst sind die Szenen unnötig.
Nicht unbedingt, ein Film muss emotional wirken und erst in zweiter Linie rational. Und emotional funktioniert das zumindest bei mir hervorragend, ich brauche da keine übergeordnete Metaphorik dahinter. Filmisch benötigt der Film die Parallelmontage auf jeden Fall, allein des farblichen Kontrasts zu den dunklen Gängen wegen, gleichzeitig ist das ganze eine ästhetisch reizvolle Spielerei, wie Nico es erwähnte (Reiter fällt, Bond fällt, Reiter fällt, Gittertür kracht von der Decke runter auf den Boden und versperrt Bond den Weg).
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1370
Casino Hille hat geschrieben:Aber wieso ist die Bootsaction sinnlos? Die ist doch eindeutig durch die Handlung motiviert und passt zum Charakter Bond (der die Jungfrau in Not nie einfach aufgibt) wie die Faust aufs Auge.
Wobei das hier ja wieder komplexer ist, weil die Rettung weniger mit der Frau in Not zu tun hat (die auch gar nicht in Not ist, und deswegen auch gar nicht gerettet werden möchte, gleichzeitig aber trotzdem das wahrscheinlich nicht überlebt hätte, also doch gerettet wird), sondern mehr mit dem Trauma des Verlustes, so daß Bond hier nicht an der Frau interessiert ist (die er nachher achtlos weiter gibt), sondern nur an ihrer Funktion als mögliches Opfer.

Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1371
Maibaum hat geschrieben:Wobei das hier ja wieder komplexer ist, weil die Rettung weniger mit der Frau in Not zu tun hat sondern mehr mit dem Trauma des Verlustes
Natürlich richtig, aber durch den Umstand, dass wir hier das Motiv der wehrlosen Frau haben ist es (trotz hintergründig anderer Motivation) ein typisches Bond-Motiv und charakteristisch für die Reihe. Zumal Camille für Bond natürlich schon wehrlos scheint. Von ihrem eigentlichen Vorhaben kann er in dem Moment wenig wissen und erfährt dann ja auch erst im Nachhinein davon.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1373
Klar, er braucht sie doch nicht mehr und was weiter mit ihr passiert kann ihm zurecht ziemlich egal sein, weil er erstens keine Zeit hat, sich mit ihr abzusabbeln (er muss das Signal weiter verfolgen, bevor er es verliert) und zweitens seine Aufgabe ja auch erfüllt ist. Er hat ihr das Leben gerettet, mehr gibt es da nicht zu tun.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1376
danielcc hat geschrieben:man stelle sich vor:
- Honey Rider steigt aus dem Meer, Bond reagiert nicht un widmet sich seiner Mission
- Bond trickst Goldfinger beim Kartenspiel aus, und lässt Jill Masterson im Zimmer zurück
- ...

:-)
Dann wären es andere Filme.

Hier in QoS macht das jednefalls Sinn.

Aber auch hier wieder möchtest du daß alle Bonds gleich sind, währen du dich über andere beschwerst wenn die dasselbe möchten. Du mußt dich mal entscheiden ... ;)

Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1378
Gestern Abend nochmal QOS gesehen. Wertungstechnisch ändert sich bei mir nix. Die erste Hälfte gefiel mir noch eine Spur besser als bei der letzten Sichtung, die zweite etwas weniger.
Besonders der Abschiedsdialog zwischen Bond und Camille wirkt jetzt deutich schwächer. Weil ich euch nach vergleich mit der OV recht geben muss: Es ist der reale Damm gemeint. Und damit verliert der Dialog den Großteil seines Reizes, den er auf mich immer ausgeübt hat. Ehrlich gesagt halte ich dieses Satz jetzt für sowohl im Dialog, als auch im Film allgemein für deplatziert.
Der Schnitt macht mich inzwischen schon richtiggehend traurig. Denn so kreative Action wie in QOS zu Beginn gab es bei Bond oder auch allgemein bisher ganz selten. Und dann zerstört man diese herrliche Action durch ein Schnittgewitter. Der Film könnte ein oder sogar zwei Punkte besser abschneiden, wenn er dieses Problem nicht hätte.
Naja, heute werde ich in SPECTRE wohl sehen, wie man das richtig macht!
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"

1379
Hallo Liebes Forum,

wieder einmal kommt hier eine neue Bewertung bezüglich meines Marathons. Dieses Mal war „Ein Quantum Trost“ aus dem Jahre 2008 dran. Gestern Abend erfolgte die Sichtung und hier folgt auch schon die Bewertung. Es ist meine 2. letzte Bewertung für diesen Marathon. Viel Spaß!


Zum zweiten Mal kam der Brite Daniel Craig als 007 auf die Leinwand. Sein Vorgängerfilm „Casino Royale“ war extrem gut und erhielt von mir 10/10 als Bewertung. Kann hier sein 2. Film mithalten? Schauen wir ihn uns doch Mal genauer an. Was ich natürlich erst einmal bemängeln muss ist, dass wir keine Pistolenlaufsequenz am Anfang haben. Das ist sehr schade. Trotzdem versucht man mit einer Actionszene davor abzulenken. Leider ist sie sehr unübersichtlich, weil die Schnitte sehr schnell sind und oft Nahaufnahmen zeigen. Danach kommt eine eher fantasieloser Main-Title, indem Daniel Craig in den Sand schießt. Der Song ist mittelmäßig, weshalb sich auch nur eine kleine Menge Bondfeeling aufbauen kann. Trotzdem fällt mir ein gutes schon schnell am Film auf: Die Dialoge. Hier findet man wirklich tolle Arbeit. Natürlich die Dialoge im Untergrund von Siena und allgemein mit M, bare auch Greene hat einige tolle Dialoge auf Lager. Man sieht ganz klar den Willen auch Bondfeeling aufzubauen, was oft außerhalb der Dialoge nicht funktioniert. Es gibt einfach zu wenig Infos, sodass bei der Verfolgung über die Dächer von Siena keine Spannung entstehen kann, außer zum Ende, als beide versuchen an ihre Waffen zu kommen.

Greene ist verrückt und abgebrüht, was ihn zu einem guten Schurken macht. An Le Chiffre kommt er so nicht ran. Die Actionszenen auf dem Wasser lassen auch zu wünschen übrig. Der Schnitt versaut die Szenen und der Soundtrack versucht vergeblich das Bondfeeling zu stabilisieren. Dazu erhält Tanner keine Einführung. Ist einfach da. Hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht, weil ich Kenear grandios finde. Felix Leiter ist wieder dabei und lässt an „Casino Royale“ erinnern. Die Idee mit der Oper ist irgendwie komisch. Ich weiß nicht was ich von ihr halten soll. Dann ist diese Actionszene auch noch komisch. Man legt eine Soundrack extrem laut über die schlechten Schnitte. Zum Glück kommt danach ein alter Freund: Mephis. Er wird gut rübergebracht und der Charakter überzeugt durch Professionalität und Kompetenz. Danach folgen tolle Dialoge zwischen Fields und 007. In der Szene mit der Polizeikontrolle können Daniel Craig und Giancarlo Giannini ihr Talent zeigen. Es gelingt ihnen. Auch in dieser Schlucht findet eine emotionale Szene zwischen Bond und Camille statt. Die Bilder aus der Wüste erinnern mich an „Der Spion der mich liebte“ und Fields wird anstatt mit Gold wie in „Goldfinger“ mit Öl übergossen. Es gibt hier und da kleine Anlehnungen an die guten alten Zeiten.

Die Szenen in der Bar, die vom SEK gestürmt wird, bilden Bondfeeling. Die Szene hier ist wieder übersichtlicher und bietet Action. Leider ist sie sehr kurz. Aber so versucht man in der Story weiter zu kommen. Auch das Finale im Hotel bietet Bondfeeling und ist auch wieder ein wenig übersichtlicher. Greene dreht erst einmal richtig ab und versucht Bond mit einer Axt umzubringen. Hier entsteht Spannung. Es gibt einen tollen Abschluss mit Daniel Craig und M. Leiter ersetzt Beam und Bond war laut eigener Aussage nie weg. 007 hat nach und nach im Film mit Vesper abgeschlossen, sodass er zum Schluss ihr Halsband wegwirft. Dann kommt die Pistolenlaufsequenz. Sie lässt erhoffen, dass der nächste Film wieder besser wird!

Fazit: Wer gute Dialoge möchte, ein grandioses Finale und gute emotionale Szenen, der ist mit diesem Film sehr zufrieden. Ich werfe leider gute Schnitte, Actionszenen und ordentlich Bondfeeling nicht über Bord! Ihr könnt euch am 17.01.2016 um 20:00 Uhr im SRF 2 selbst eine eigene Meinung bilden!

Bewertung: 6/10

Ich hoffe meine Bewertung hat euch gefallen. Bitte schreibt noch einmal ordentlich Kritik und sagt offen, was ihr an meinen Bewertungen allgemein gut und schlecht findet. Nächsten Samstag erfolgt meine letzte Sichtung von „Skyfall“ (2012). Die Bewertung folgt wahrscheinlich am Sonntag inklusive einer Auswertung vom gesamten Marathon. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß im Forum und eine gute und erfolgreiche Woche!

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Hier die Ära-Ergebnisse (in %):
Sir Sean Connery (beendet): 55/70 = 79%
George Lazenby (beendet): 7/10 = 70%
Sir Roger Moore (beendet): 52/70 = 74%
Timothy Dalton (beendet): 15/20 = 75%
Pierce Brosnan (beendet): 29/40 = 73%
Daniel Craig (angefangen): 16/20 = 80%

Hier die Platzierungen:
1. Daniel Craig
2. Sir Sean Connery
3. Timothy Dalton
4. Sir Roger Moore
5. Pierce Brosnan
6. George Lazenby