Irgendwie ist dies ein Thread bei dem ich nicht so die große Lust habe mitzureden, obwohl ich SF eigentlich sehr gerne verteidige, da viele der angeblichen Logiklöcher gar keine sind. Im englischen Sprachraum nennt man sowas mitunter "Nitpicking".
Dario hat geschrieben:So isses...der Tod des Gegners sollte möglichst Spektakulär sein findest du nicht?
Eigentlich versuchen das die Bösen immer genauso mit Bond z.B. versuchen sie ihn mittels Laser zu durchtrennen. Klappt halt nicht... ich glaub Bond weiß wieso ein Messer reicht
Mal davon abgesehen, dass Silvas simpler Tod absolut Sinn macht und verschiedene Themen die sich durch den Film ziehen perfekt abrundet: "Alt vs Neu" (Messer = altmodische Art) und "Ratte vs. Ratte".
Ein extravaganter Tod wäre nur des extravagantes Todes dabeigewesen und hätte dem Ende schlecht getan, da so die Handlung in den Hintergrund gerückt wird. Wäre zu aufgesetzt gewesen.
Die Todesszene von Kananga in LALD halte ich übrigens für den Moment in dem der Film total Banane wird. Wen zum Geier hat das denn schon 1973 überzeugt?
Carvers Abgang in TND ist da meilenweit besser.
Zu den anderen Szenen:
- Die U-Bahn-Szene ist super gefilmt und geschnitten. Es wurden nur zwei Waggons durch die Kulisse gejagt, dennoch wird im Film vollkommen überzeugend ein weit längerer Zug "vorgegaukelt" (Kino Magie

). Die Abstinenz von Musik ist okay, da der brutale Sound schon spektakulär genug ist.
- Dass Silva alles geplant hat ist tatsächlich auf den ersten Blick weit hergeholt. Allerdings wird im Film (heute zum 3. mal gesehen) mehr als einmal gesagt, dass Silva ein genialer Kopf ist, dazu ist er ehemaliger Agent und kennt nunmal die Notfallpläne des MI6. Dieser Plotpunkt geht sicherlich in die Richtung einer Gradwanderung in Sachen Logik, aber funktioniert.
- Für Silva ist die simple Abrechnung mit M viel erstrebenswerter als die Weltherrschaft, die er - überspitzt gesagt - durch seine Hacker-Tätigkeit ohnehin hat. Für ihn ist der Mord an M sein Lebensziel. Dass er dafür mehr Aufwand als eigentlich nötig betreibt und gerne mal es komplizierter als nötig macht reiht ihn nur in das Vorgehen der anderen Bondschurken ein. Auch Blofeld, Goldfinger, Stromberg, Drax oder andere haben es öfter kompliziert als nötig gemacht. Es ist das gleiche in der extravaganten Art des Ausführung, nur was dem jeweiligen Schurken besonders am Herzen liegt und dementsprechen das Ziel ist, DAS ist dann eben unterschiedlich.
Ergo: Silva agiert nicht unlogischer oder komplizierter als andere Schurken.
- "Ich hab das Haus sowieso nie gemocht": Für mich passend und durchaus mit der Craigschen Bondinterpretation vereinbar. Zynismus und Sarkasmus hatte Daniels Bond ja oft gezeigt, da reiht sich der Spruch gut ein. Man kann es auch als eine kleine Hommage an OHMSS ("This never happened to the other fella") verstehen, da - wenn man es so sehen will - hier die vierte Wand gebrochen wird.
- Das Knacken des Codes ist auch nicht schlechter inszeniert als sonst in Filmen. Aber war es nicht so, dass der Code vielleicht auch so leicht geknackt werden sollte?
- Q's "bitte bringen Sie das Equipment in einem zurück": Sorry, passt gar nicht zur Situtation, da ja weder die Waffe noch der Sender so ist, dass man ihn NICHT in einem Stück zurückbringen könnten. und überhaupt, warum sollte Bond die Walther zurückbringen???
Es dürfte beim MI6 bekannt sein, dass der Materialverschleiß bei Bond ziemlich hoch ist. Nehmen wir mal an wir wären Q und hätten unsere Abteilung aufgemacht. Wir müssen 007 demnächst sein Zeug geben. Es ist bekannt, dass er innerhalb von ein paar Monaten zwei MI6-eigene Aston Martin DBS zerlegt hat (CR + QOS) und auch sonst nicht zimperlich handelte.
Warum er die Walther zurückbringen sollte?
- So ne Walther kostet schon ein paar hundert Pfund
- Regierungseigentum
- Der Handabdrucksensor sollte vielleicht nicht in die falschen Ingenieursfinger (Kopieren) geraten.
Bei der Formulierung ist wahrscheinlich etwas in der Synchro verloren gegangen. "In einem Stück" sollte wohl eher (ich denke in der OV ist das besser formuliert) heißen, dass er beides intakt zurückbringen sollte.
- Die Flucht von Bond/M und die anschließende Szene mit Tanner, Q und Mallory: 1. Warum ist die Aktion "höchst inoffiziell", wenn M doch selbst den Auftrag gibt? und die Szene mit Mallory ist ein Klischee. Die hätte man besser schreiben müssen
Denkst du ernsthaft der Auftrag von M wäre offiziell? Offiziel ist sie entführt worden bzw. vermisst. Zich Behörden würden einspruch einlegen, dass die MI6-Cheffin sich mit einem ihrer Agenten alleine nach Schottland zurückzieht.
Für mich war dies schon beim ersten ansehen klar. Kann man denn nicht bei einem Film etwas mitdenken?
Ja, in solchen Momenten ist das Drehbuch zu naiv. Immerhin, es war kein Gerichtssaal wie viele Denken sondern ein politischer Ausschuss und die verlaufen ja tatsächlich oft auf diesem Niveau (man schaue sich mal Bundestagsdebatten an )
In der Tat. Aber bedeutet die Anhörung denn nicht, dass die 00-Abteilung (die dort erwähnt wird) damit auch offiziell gemacht wird? Weiss jetzt die ganze Welt, dass es die 00-Abteilung gibt?
Im Hintergrund sieht man in dem Raum ja TV-Kameras...