Komme gerade aus dem Kino.
Zuerst mal: Mir gefällt dieser Streifen von den Craig-Filmen am besten. Ich bin sehr positiv überrascht, hatte ich doch den überschwänglichen Kritiken eher kritisch gegenübergestanden.
Positiv:
+ ein extrem durchtriebener Bösewicht! Mit Silva fiebert man richtig mit, dieser Charakter ist undurchschaubar.
+ Titellied und Intro
+ familiäre Vorgeschichte von Bond wird näher beleuchtet
+ wunderbare Landschaftsaufnahmen, besonders Schottland
+ der Humor ist zurück!
+ Q ist besser als ich dachte; allerdings aus meiner Sicht noch etwas überzeichnet
+ bisher Craigs beste Leistung als Bond
+ Bond-Flair kommt durch
+ gute Bösewicht-Basis
Negativ:
- Bond-Girls kommen etwas kurz
- Plot so ähnlich schon in GoldenEye (ehemaliger MI6-Agent will Rache nehmen)
- Unlogisch: Silva plant jeden einzelnen seiner Schritte genauestens in London, aber bombt dann in Schottland stupide alles in Grund und Boden? Finde ich etwas komisch...
- "Mutti-Komplex" gegenüber M von Bond und Silva wirkt etwas albern
- so einen "kaputten" Bond habe ich selten erlebt, finde das von Beginn bis zur Mitte etwas übertrieben, danach wird es besser
- technische Gimmicks von Q fehlen mir dann doch etwas; einen explodierenden Stift kann man immer gebrauchten

!
- Unlogisch: Wieso flieht der Wildhüter mit M mit einer Taschenlampe? Er müsste doch davon ausgehen, dass Silva überlebt haben könnte?
- Veröffentlichung der Liste der Agenten wird zum Ende des Films hin überhaupt nicht mehr thematisiert
- Gunbarrel am Anfang FEHLT! Am Ende ist die Sequenz vollkommen unnötig!
Fazit: Bisher der beste Bond-Film mit Daniel Craig, aber für die bereits dagewesene Grundidee "Ex-Agent wendet sich gegen MI6" gibt es Abzüge. Silva erinnert mich etwas an einen Alec Trevelyan in Schizophren. Gut, Silva geht es um M, Trevelyan ging es darum, Großbritannien zu schaden und sich für seine Eltern zu rächen, aber es ähnelt sich doch stark.
Ich gebe mal 8,5/10 Sternen.