007.Mirco hat geschrieben: Klar, der Zeitunterschied spielt mit Sicherheit auch eine Rolle, aber meiner Meinung nach, hätte man z. B. die Story aus dem Roman LALD im Film besser verarbeiten können, denn die Story des Romans ist größtenteils sehr zeitlos und könnte auch noch in der heutigen Zeit spielen. Genauso verhält es sich auch bei den anderen Romanen.
Ja, weil es viele zeitlose Ideen in den Romanvorlagen gibt, finde ich es schade, wenn sie nicht oder kaum erkennbar aufgegriffen werden.
Man hat den Eindruck, jeder möchte den Filmen noch seinen eigenen Stempel aufdrücken. Manches lässt sich vielleicht nicht konkret und authentisch verfilmen, manche Handlungsstränge wären vielleicht auch nicht so publikumswirksam. Aber hier ist es wie in der Musik oder bei Computerspielen, viele Entwickler arbeiten auf Sicherheit. Was könnte besser ankommen, was ist In, welche Schauplätze sind besonders optisch wirksam, wie viel muss es in dem Film Krachen und Rauchen...?
Die älteren Filme hatten keinen so großen Aufwand an technischen und pyrotechnischen Elementen und dennoch kam eine gute, auf die Handlung fokusierte Verfilmung dabei heraus.
Wenn ich in CR die romantischen Stellen gegen Ende des Buches zwischen Bond und Vesper lese (als sie gemeinsam in der kleinen Unterkunft absteigen, die Vesper aussuchte, als Bond im Krankenhaus lag), dann finde ich das auch mal schön. Bond ohne Hektik, relaxt und mit ganz normalen Problemen zwischenmenschlicher Beziehungkriseleien konfrontiert.
Im Film das länger so auszuschmücken, wäre vielen zu langweilig; wobei solche Elemente durchaus einen Bondfilm bereichern - auch für die zusehenden Frauen.
007.Mirco hat geschrieben:Was die Personenbeschreibungen angeht, kann ich nur sagen, dass sie, wie du bereits erwähnt hast, zum Teil erheblich von der Romanvorlage abweichen, was ich sehr schade finde, denn dadurch wird viel Potenzial der einzelnen Personen verschwendet.
Besonders dann, wenn man sich an das Buch gut erinnern kann und nach längerer Zeit den betreffenden Film wieder ansieht (was ja nicht so selten vor kommt

).
Dann stockt man schon, während die betreffende Person im Fernseher erscheint.
007.Mirco hat geschrieben:Die Filme, zu denen ich die Romane gelesen habe, können auch nicht ganz an die Bücher heranreichen, wobei sie nicht schlecht sind, im Gegenteil. Aber in den Romanen wird die Story zum Teil doch erheblich spannender rübergebracht. Okay, man muss dazu sagen, dass im Film nicht immer die Zeit vorhanden ist, um die Story und die Personen so ausführlich zu beschreiben.
Ich war auch erstaunt, was es ausmacht, die Bücher gelesen zu haben. Ich lese generell gerne und habe bei Bond genretechnisch eine Ausnahme gemacht. Zudem greife ich gerne auf ursprünglichere Informationen zurück, also, wie hat sich in Bonds Fall Fleming dieses oder jenes gedacht?
Dass es in der heutigen Zeit der vielen Sponsoren, Modetrends usw. zu offensichtlichen Verschiebungen kommt, scheint im Voraus klar zu sein. Aber auch mit anderen Eingriffen muss man einfach leben; das sehe ich teilweise nicht so.
Bei CR hätte ich mir einen höheren Buchbezug gewünscht. Andere Bondfilme kenne ich noch aus der Kindheit und gerade weil sie nicht so von modernen Actionelementen strotzen, bin ich mit diesen Filmen nicht nur groß geworden, sondern auch zufrieden (es gäbe immer etwas, das man noch verbessern würde oder daran auszusetzen hätte).
Als ich mir CR ansah, hätte man womöglich och mehr herausholen können (auch aus der Person Bond).
007.Mirco hat geschrieben:Ich persönlich unterscheide aber zwischen dem Roman-Bond und dem Film-Bond, denn das sind für mich zwei verschiedene Welten. Normalerweise vergleiche ich die Filme auch nicht mit den Romanen, denn wie schon gesagt, sind das zwei verschiedene Welten für mich.
Ja, wie ich oben auch erwähnte, sind es zwei Welten, was manche Leute nicht zu trennen vermögen. Viele kennen den Filmbond, zumal ein Film schneller gesehen, als ein Buch gelesen ist (noch dazu, so viele unterschiedliche).
Ich mag beides, Film und Buch, aber ich neige meistens zum Buch. Als ich CR sah, war ich stellenweise nicht sicher, ob ich nun in einem anderen Film gewesen bin oder ob das Bond war.
Es gibt gute Elemente, aber größtenteils musste ich mich umstellen. Erst nach einem Weilchen verdauen war er dann gewissermaßen akzeptiert.
CR und der Wechseln nach über 20 Bondfilmen, den "Anfang" zu wagen, erinnert mich immer an Star Wars. Jahre später kommt dann der Anfang, wobei es bei Bond noch verwirrender ist, als bei Star Wars. Die ersten beiden Teile gingen so, der neue dritte Teil ließ langsam das alte Gefühl wieder aufblühen.
Bei Bond müsste das nun schon im zweiten Teil, in QoS, folgen und noch mehr Bondgefühl wecken, als es CR annähernd konnte.
Der Einstieg war für DC nicht leicht, aber auch der zweite Teil, gerade wegen CR, macht es deshalb nicht weniger erholsam.
Mal sehen, was wieder alles weggelassen wird, obwohl QoS ja eine Kurzgeschichte ist.
Ciao,
GE