Re: Zuletzt gesehener Film
9211zum Thema Horror-Kinoabend - später schaue ich mir "Wir" an !
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Bis vor kurzem wäre ich noch zu der gleichen Einschätzung gekommen. Nachdem ich beide Filme/Serien in den letzten 12 Monaten nochmals gesehen habe, ist es für mich qualitativ aber ein ziemlich totes Rennen. Den Vergleich zwischen Costners Wolf und Zwicks Samurai finde ich interessant, besonders da er sich mir nie aufgedrängt hat. Aber du hast recht, die Indianer-Rundreise und der Japan-Trip haben diverse Berührungspunkte. Im zentralen Punkt (mal abgesehen von den qualitativen Unterschieden) gehen beide Filme aber recht stark auseinander. Samurai setzt die fremde Kultur nach gewohntem Hollywood-Schema in Szene, in dem in erster Linie die kulturellen Unterschiede herausgearbeitet werden. Costners Film macht das teilweise zwar auch, setzt aber viel stärker auf die Figuren als auf das kulturelle Drumherum und vor allem arbeitet er sehr stark die Gemeinsamkeiten der Kulturen bzw. der Menschen dahinter heraus. Die Indianer mögen ihre eigenen Bräuche und Sitten haben, aber am Ende zeigt der Film sie als Menschen wie du und ich, gerade auch durch die Betonung von Alltagssituationen. Gemeinsamkeiten statt Unterschiede - das ist meines Erachtens die große Stärke vom Wolf und auch sein Alleinstellungsmerkmal, denn zuvor gab es das in dieser Form nicht.Revoked hat geschrieben: 26. März 2019 20:07 So bleibe ich am Ende unbefriedigt und befinde Shogun als wesentlich bessere Japan-Pocahontas-Avatar Variation
Interessant. Aus der Erinnerung heraus würde ich tendenziell den Samurai höher einschätzen als den Wolfstänzer. Verzeih mir, aber der Wolfstänzer ist für mich über weite Strecken gut gemeinter Kitsch, aber eben trotzdem Kitsch. Eine Geschichte über den sogenannten White Savior eben, der den kolonialistischen Traum auslebt, "zivilisatorischen" Intellekt mit wildem, aber natürlich herzensguten Primitivismus in Einklang zu bringen... Na ja.AnatolGogol hat geschrieben: 27. März 2019 09:34 Mit dem Samurai bin ich persönlich nie recht warm geworden, da Zwick-typisch sperrig inszeniert
Das ist aber schon eine etwas bösartige Zusammenfassung, lieber Hille.Casino Hille hat geschrieben: Eine Geschichte über den sogenannten White Savior eben, der den kolonialistischen Traum auslebt, "zivilisatorischen" Intellekt mit wildem, aber natürlich herzensguten Primitivismus in Einklang zu bringen
Liest sich für mich, als ob du die Filme vertauscht hättest.Casino Hille hat geschrieben: Mag sein, dass Zwick und der Samurai nicht unbedingt viel besser sind, schon gar nicht auf dem Papier, wobei ich ihn schon für wesentlich tiefgründiger halte darin, wie er die eigene Historie reflektiert und dabei einer fremden Kultur begegnet.
So habe ich das auch empfunden. Außer Samuraiklischees gab es nichts zu sehen von den Japanern. In dieser Hinsicht hat dann wie gesagt (das wenn auch etwas langatmige) Shogun die Nase vorn.AnatolGogol hat geschrieben: 27. März 2019 11:43 Liest sich für mich, als ob du die Filme vertauscht hättest.Ich kann bei Samurai nicht besonders viel tiefründigeres hinsichtlich der eigenen Vergangenheit erkennen.
Ersteres mag man gern so empfinden, aber Last Samurai baut eben exakt so episch auf (bis Algren wieder in Yokohama ist) wie DWW, um dann in einer absolut belanglosen Schlacht zu enden. Algren nimmt kulturell nichts von seinen Erlebnissen mit. Außer die üblichen Treue, Mut, Aufopferung, prinzipientreuer Krieger KlischeesCasino Hille hat geschrieben: 27. März 2019 10:42 So oder so ist der epische, breite Ansatz von Dances with Wolves mir mehreren Spuren zu dick aufgetragen, da funktioniert Last Samurai etwas besser...

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