Gerade darin sehe ich wieder den "alten Bond".Thunderball1965 hat geschrieben:Miss Fields. Sie soll Bond abholen – mit Handschellen – und was tut sie? Sie steigt mit ihm in die Kiste.

Gerade darin sehe ich wieder den "alten Bond".Thunderball1965 hat geschrieben:Miss Fields. Sie soll Bond abholen – mit Handschellen – und was tut sie? Sie steigt mit ihm in die Kiste.
Da aber auch Greene wissen müßte, daß Bond nicht gerade für seinen Kadavergehorsam bekannt ist, und gerne mal "auf eigene Faust" weiter ermittelt, dachte ich halt, daß es für Greene wichtig sein könnte was Bond weiß.MrWhiTe hat geschrieben:Für Greene ist es überhaupt nicht relevant wie viel Bond weiß. Er hat zu diesem Zeitpunkt den CIA und auch die Engländer schon in der Tasche.
Da gibt es nämlich noch eine Szene mit M und einem Minister in London, der M befielt Bond abzuziehen oder die Amerikaner würden ihn ausschalten, da er bzw. die Regierung auch an dem Deal mit Greene interessiert ist.
Darum war/ist es zu diesem Zeitpunkt nur wichtig, die einzige Bedrohung aus dem Weg zu schaffen.
Woher sollte er das denn wissen?Dirk hat geschrieben:aber auch Greene wissen müßte, daß Bond nicht gerade für seinen Kadavergehorsam bekannt ist, und gerne mal "auf eigene Faust" weiter ermittelt
Von Bean. Denn bei der Szene im Flugzeug, als Greene Bond als Plage (oder so) bezeichnet, und Felix das Handy mit dem Wort "sorry" zurückreicht, da verkündet Bean ja ganz theatralisch, daß es sich um James Bond handelt ("Das wäre mir doch fast entgangen."). Und wenn er ihn kennt, dann weiß der so was auch. Und da der CIA und Greene ja quasi Best Buddys geworden sind, dürfte das auch Greene erfahren haben. Zumal er ihn ja vorher schon als Plage bezeichnet.Casino Hille hat geschrieben:Woher sollte er das denn wissen?
Ich mag TWINE auch so wie er ist. Die geschnittenen Szenen davon schau ich mir aber trotzdem immer wieder gerne an.Hannes007 hat geschrieben:Daran wäre ich auch sehr interessiert. Obwohl ich QOS mittlerweile sehr mag, genau so wie er ist.
Jetzt, wo ich wieder ein funktionsfähiges TV-Gerät habe, kann ich meine Reihe von Bond-Film-Sichtungen fortsetzen. Und was wäre eine bessere Fernseh-Einweihung als „der große James Bond“(Fiona)?Dienstag, als Quante bei ZDF ausgestrahlt wurde, habe ich mal wieder reingeschaut und kurz vor Schluss, also nach einer knappen Stunde, ausgeschaltet.
In letzter Zeit hatte ich hier im Forum den Eindruck einer erhöhten Eigenständigkeit des Films anstelle von Abhängigkeit vom Vorgänger gewonnen. Dem war diesmal nicht so. Der Film setzt genau da an, wo CR endet: Bond hat Mr. White in seinen Kofferraum gestopft und flieht mit ihm. Dank dem Forum wusste ich, dass es zwei Verfolger sind, mit dem Wissen konnte man der Verfolgungsjagd auch folgen – eine Verfolgungsjagd, bei der man nicht weiß, wer wen warum verfolgt – ein absolutes No-go.
Eine wichtige Rolle bekommen auch wieder Figuren aus dem Vorgänger. Vesper wird immer wieder erwähnt und wichtige Bezüge hergestellt. Und später taucht wie aus dem Nichts ein freundlicher alter Mann auf, dessen Beziehung zu Bond ohne CR absolut unverständlich bleibt.
Dass Greene der Bösewicht des Films sein soll, trägt zur Eigenständigkeit bei. Aber insgesamt gefällt es mir nicht, dass in einem James Bond-Film der Bösewicht eine Hafengarage zur Arbeit benutzt und in Hawaiihemd und legerer Kleidung am Hafengelände spazierend Verhandlungen führt. Mein aktuelles Lieblingszitat diesbezüglich, von Silva (!):
Denn Bond trägt jetzt auch keine Anzüge mehr bei der Arbeit, sondern T-Shirt und Jeans à la Bourne. Wenigstens hat man wieder ein Dummchen à la Goodnight, in Form von Miss Fields. Sie soll Bond abholen – mit Handschellen – und was tut sie? Sie steigt mit ihm in die Kiste.Was ist nur aus dem alten 007 geworden?
Hinzu kommt das, wie nenne ich es bloß, Moonraker-Syndrom: Die Handlung besteht aus Fetzen, die bloß von Action zu Action führen sollen. Verfolgungsjagd im Prolog als: Action! Dann das Gespräch mit White, als Vorbereitung für die nächste Verfolgung – Action! (Leider konnte ich in meiner Woche in Siena nicht das tolle Pferderennen sehen.) Dann geht Bond ins Hotel (ich hoffe, ich vergaß nichts?) – Action! Dann steigt er in Camilles Auto – Action! Sie gehen zum Hafen – Action! Etc. etc.
Camilles Rachestory, die an B-Actionfilme der 90er oder Nebenhandlungen von Cobra 11-Folgen erinnert, schwache Dialoge und technokonzerthafte Kameraführung runden das Ergebnis ab.
Warum ich Quante über dem zuletzt gesehenen Skyfall platziere? In einigen Momenten ist er besser, selbstironisch, der Bösewicht sogar eigenständig (was Silva nicht gerade von sich behaupten kann), doch dann der große Minuspunkt: Die Abhängigkeit vom Vorgänger. So etwas sollte eine gute Fortsetzung so gering wie möglich halten, doch hier ist etwa das Gegenteil der Fall: Jede zentrale Stelle – fast jede – erschließt sich aus CR.Maibaum hat geschrieben:Komm schon TB65, wieso ist Quante denn nicht letzter? Warum ist SF schlechter? Sie doch wenigstens so konsequent und setz quante ganz nach unten.
Maibaum hat geschrieben:Wofür um Himmels willen noch 2 Punkte? Warum nicht -5?
Das ist ein Witz, das entwertet deine ganze Liste.
Das ist doch sogar sehr sympathisch!craigistheman hat geschrieben:Viele werden mich jetzt für verrückt halten aber QoS ist tatsächlich in meinen Top 3.
Wann kommt gleich der kurze Text? Und solange Quante nicht in meinen Top3 ist, ist niemand verrückt.craigistheman hat geschrieben:Ich werde in absehbarer Zukunft eine lange Kritik zu Quantum of Solace schreiben. Viele werden mich jetzt für verrückt halten aber QoS ist tatsächlich in meinen Top 3. Ich hab den Film 2008 mit 6 Freunden und meiner Schwester in einem großen Kino angeschaut. Als der Film zu Ende war, war die Stimmung im Saal durchwegs positiv. Ich wurde selten so gut unterhalten und wusste gleich dass der Film einen sehr hohen Stellenwert in meinem persönlichen ranking bekommen würde.
In QoS wirkt alles wie aus einem Guss. Die Action (und davon gab es bei Bond selten so viel auf einmal) treibt die Handlung voran, was ich sehr schätze. Der angeblich so katastrophale Schnitt hat mich überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, am Geschehen selbst beteiligt zu sein. Die Actionszenen haben aus meiner Sicht die Messlatte so hoch gelegt, dass der Nachfolger Skyfall im direkten Vergleich nur scheitern konnte. Genauso verhält es sich mit den Locations. Selten gab es in einem Bondfilm so viel Abwechslung. Von grau und hässlich bis traumhaft und exotisch ist alles vertreten. Was den Film aber so besonders macht, ist der Fokus. Wir sehen alles aus der Sicht von Bond, seine Gefühlslage bestimmt den Grundton des Filmes. Dieser ist sehr düster, man hat aber mit all den bunten Farben (Panama als Double für Haiti und Bolivien) einen fantastischen Kontrast zu der ganzen Gewalt.
Der Film fühlt sich oft wie ein Arthaus-Film an, alles ist auf das Notwendigste reduziert. Dennoch findet man an den richtigen Stellen unheimlich viele Anspielungen auf frühere Bondfilme, oder zumindest auf den alten Stil. Dennis Gassner hat sich sehr an Ken Adam gehalten, eine willkommene Abwechslung zu Peter Lamont.
Der Showdown findet in einem Hotelkomplex in der bolivianischen Wüste statt. Diese spiegelt Bonds Gefühle wieder. So verhält es sich auch mit der Kameraarbeit. Selten wurden bei Bond derart subtile Mittel eingesetzt um eine Geschichte zu erzählen. Die Handlung um Greene, Quantum und den Rohstoff Wasser ist eigentlich völlig nebensächlich, wenn auch sehr aktuell und innovativ (was man von der Handlung in SF leider nicht gerade sagen kann). Sie bietet einen guten Ausgangspunkt um die eigentliche Story, welche im Vorgänger ihren Ursprung findet, fort zu führen, nämlich die Vollendung von Bonds Charakterentwicklung zu dem was wir unter Bond verstehen. Er agiert hier zwar oft sehr drastisch und rücksichtslos, andererseits merkt man dass er aus seinen Fehlern lernt. Seine Beziehung zu M rückt mehr in den Vordergrund, sein Sarkasmus und seine Unantastbarkeit ebenfalls. Dennoch ist er sehr menschlich und fehlbar, Daniel Craig vermag das perfekt zu verkörpern.
Ich habe dieses permanente Rumgehacke auf QoS nie wirklich verstanden. Es war von vornherein klar dass es sich um ein Sequel zu CR handeln würde. Dann schaut man sich CR doch nochmal an wenn man ein schlechtes Gedächtnis hat und alles vergessen ist. Klar war auch dass es in dem Plot um Bonds Rachegefühle geht (welche eigentlich viel milder und vor allen Dingen begründeter sind als in LTK. Bond rächt sich zum Schluss nicht, er zeigt sich seinem Opfer gegenüber menschlich und rettet auf diese Art seine Seele). Klar war auch dass es sich um einen sehr kurzen, actiongeladenen Thriller handeln würde. Zimperlich war der Craig-Bond auch noch nie.
Manche Kinogänger, darunter auch Bondfans haben derartige Vorurteile gegenüber diesen Filmen, dass sie sich auf nichts anderes mehr als IHRE Erwartungen einlassen können. Sobald der fertige Film dann mal etwas aus der Reihe tanzt, künstlerischer, ungewohnter aber vor allen Dingen anspruchsvoller und komplizierter in seiner Aussage ist als die übliche 007-Suppe, sehen alle rot. Dass man den sehr hektischen Schnitt derart kritisiert, ist mir genauso rätselhaft. Bei Bourne ist es legitim und realistisch (fand den Schnitt beim Bourne Ultimatum übrigens einfach nur epileptisch und grauenhaft), bei QoS, wo der schnelle Stil ja auch inhaltlich eine Berechtigung hat, beschweren sich dann alle.
Dann dieser grauenhaft dumme Vorwurf, QoS wäre kein richtiger Bond mehr, weil running gags oder Elemente wie "The name is Bond, James Bond..." fehlen... Ich meine was ist denn ein richtiger Bond?! Für mich eindeutig mehr als nur der Versuch die Liste mit den "typischen" Elementen abzuhaken. Aber das versteht der 08 15-Kinogänger halt nicht wirklich. Überhaupt glaube ich fast dass vielen QoS ein Stück zu hoch war. Da nehme ich auch kein Blatt mehr vor den Mund. Wenn man sich dann den Hype um den lauwarmen Nachfolger ansieht, ich sage dazu nur GoldenEye-recycling und pseudo-Batman-Kindheitstrauma-Ich komme zurück-Hans Zimmer-Ein Sturm zieht auf-Gedöns, kann man auch echt die Wut kriegen. Sieht ganz so aus als hätten die Produzenten aufgrund der vernichtenden Kritik zu QoS kalte Füße bekommen, und einen anbiedernden Film abgeliefert der alle Gelegenheits-Bondfans zufrieden stellt. Tja, Pech für mich, mir gefiel nämlich eben genau diese raue unkonventionelle Art, bekannt aus CR und QoS. Das ist anspruchsvolles Actionkino. So fühlt sich Bond im 21. Jahrhundert an, und Bond ist immer mit der Zeit gegangen ohne zu nostalgisch zu werden.
Die Stimmen die sagen QoS sei kein Film für Kinder haben übrigens recht, aber seit wann war James Bond auch für Kinder gedacht?
David Arnold möchte ich an dieser Stelle noch loben, er hat mit dem Soundtrack zu QoS, seine wohl beste Arbeit bis jetzt, das fast unmögliche geschafft: Einen unkonventionellen und hochmodernen Score zu komponieren, jedoch voll mit Verweisen auf John Barry, der den Film perfekt untermalt und stellenweise sogar ergänzt. Die angebliche Abwesenheit des 007-Themas ist eine dreiste Lüge der Presse, es kommt nur in einer etwas dezenteren und aus meiner Sicht interessanteren und zeitgemäßen Version zum Einsatz.
Jetzt habe ich doch mehr geschrieben als ich wollte.
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