Taylor Sheridan war noch nicht fertig mit seiner Grenzbegehung. Zum Glück für den Kinozuschauer. Nach Mexiko (Sicario) und Texas (Hell or High Water) zieht es den momentan spannendsten Chronsiten inneramerikanischer Existenzkämpfe ins winterliche Wyoming.
Im Kino: Wind River (Taylor Sheridan)
In "Wind River" dreht sich fast alles um Gnadenlosigkeit. Es geht um grausame Schicksale, fehlende Perspektiven, kompromisslose Rache. Und es geht um Kälte, nicht um den gewöhnlichen, alljährlichen Winterfrost, sondern um eine Kälte, die zum Killer wird. Das Sterben ist allgegenwärtig in diesem nihilistischen Neo-Western von Taylor Sheridan. Mensch und Natur sind hier gleichermaßen erbarmungslos, bedingen sich darin quasi gegenseitig. Ein fataler Kreislauf, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. In den USA gibt es einen Begriff für diese existentiellen Grenzerfahrungen. Obgleich von der modernen Geschichtswissenschaft kritisch gesehen, ist der sogenannte "Frontier-Mythos" nach wie vor quicklebendig. Jene Theorie einer Nationengründung an der hart umkämpften Grenze zwischen Wildnis und Zivilsisation hat sich fest ins amerikanische Selbstverständnis eingebrannt ...
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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