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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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danielcc hat geschrieben:1. kindlich-humorvolle Dinge fallen eben in FYEO mehr (und negativ) auf, weil der Rest doch eher ernst sein soll. Das ist das Problem! OP ist einfach in Summe verrückter...
Nur gibt es für mich eben eher wenig "kindlich-humorvolle" Gags in FYEO. Was ist denn so kindlich? Im Vergleich zu Bond im Bärenkostüm oder als Tarzan ist das nicht dieselbe Liga, noch nicht mal derselbe Sport. Sicher will FYEO ernster sein als MR, was dann ja auch nicht so die große Kunst ist. Aber er präsentiert sich immer noch mit einem gewissen Augenzwinkern.
danielcc hat geschrieben:2. natürlich ist eine AUtoverfolgung im Kleinwagen kein Problem, aber mit dummen Sprüchen von Bond in Richtung zu Melina, mit der humorvollen Einbindung der lokalen Bewohner, der Musik und vor allem in Anbetracht der grade noch toternsten Situation und Melinas Rache-Motiv, wirkt das dann doch etwas unpassend
Für Bond selbst ist die Situation wohl eher Berufsalltag, er weiß auch noch nichts von Melinas Hinterrund, von daher gehen seine Sprüche für mich okay. (er sagt "Ich liebe es, durchs Land zu fahren", mein Gott...). Melina lächelt daraufhin, was für mich auch okay ist. Sie muss ja nicht den ganzen Film über ernst dreinblicken. Es gibt ja später sogar noch eine Szene, wo sie weint. FYEO ist im Moore-Universum sicher an der absoluten Ernsthaftigkeitsgrenze, aber ist dann doch kein LTK. Ehrlich, ich verstehe die Probleme mit dem Humor nicht.
danielcc hat geschrieben:3. Kristatos ist in der Tat der blasseste aller Bösewichte. Da ist Drax doch eine ganz andere Liga. Kristatos ist eine langweilige Rolle, die für Bond nie wirklich bedrohlich ist, und wird auch noch von Glover unglaublich uninspiriert gespielt.-
Also ich finde die Kiel-hol-Aktion schon wesentlich bedrohlicher als beispielsweise Whitakers Spielzeugsoldaten, aber okay.
danielcc hat geschrieben:4. Die PTS: ehrlich gesagt, zum ersten Mal habe ich gelesen, dass hier das Thema Rache aufgegriffen wird. OK, da bin ich selbst schuld nur unterstützt es eben noch meine Meinung zur PTS! Diese hat kein Bezug zur Handlung, kein Bezug zu den Charakteren des Films und führt nicht mals den Stil/die Stimmung des Films ein! Dass es hier auch im weitesten Sinne um Rache geht, wird zu keinem Zeitpunkt im Film aufgegriffen! Die PTS wirkt wie ein Fremdkörper im Film. Ich denke jedes Mal: Diese SZene hätte Sinn als letzte Szene von OHMSS gemacht. (wenn überhaupt)
Aber das Rache im späteren Film ein Thema ist, ist dir aber schon bewusst? Blofeld hat eine Rechnung mit Bond offen, Bond ebenfalls mit ihm. Dadurch ist für mich schon ein Zusammenhang gegeben. Was hätte Bond zu Melina sagen sollen? "Hey, ich kenn mich aus mit Rache und so, weil auch schon mal jemand, den ich liebte, ermordet worden ist"... ? Ich denke, man muss in einem Film Subtext nicht auch für die Leute in der letzten Reihe erklären.

Der PTS von FYEO anzukreiden, sie hätte nichts mit dem restlichen Film zu tun, wirkt auch ziemlich seltsam auf mich. Was ist mit den PTS von GF, TB oder OP? Die werden gerade immer dafür gelobt, eigenständige kleine Filme zu sein...
danielcc hat geschrieben:5. Bibi ist einfach nervig und die Tatsache, dass Onkel-Roger sich ständig um sie kümmern muss, hat in einem Bondfilm NICHTS zu suchen. Da könnte man Bond auch gleich zum Familienvater machen.
Muss er sich ständig um sie kümmern? Ich hatte eher den Eindruck, dass sie sich zuviel um ihn kümmert.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Die PTS Szenen sind für mich immer Schwachpunkte der Filme wenn sie nicht oder nur oberfälächlich mit der eigentlichen Filmhandlung verbunden sind. Das ist Verschwendung von Erzählzeit.

Und es ist noch weniger geschickt in solchen Szenen auch schon gleich eine der spektakulärsten Acgtion Szenen der jeweiligen Filme zu verpulvern. Aber das ist ja schon früh zu einer Gewohnheit bei Bond geworden die Filme bereits mit einem Höhepunmkt zu beginnen.

Es stört nicht wirklich, da in Bondfilmen ja ohnehin die Action im Mittelpunkt steht, und die Geschichten und Chatakterisierungen nur Beiwerk sind, aber es ist trotzdem wirkungsvoller und ästhetischer wenn alles verbunden ist. Wenn die PTS in den Film einführt und auf den Film einstimmt und gleichzeitig auch schon die Handlung sich entwickelt.

Gute PTS haben wir in FRWL, LaLD, TSWLM und genial in QoS.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

78
GUT…. Zugegeben-ganz so hart hätte ich mit dem Film tatsächlich nicht ins Gericht gehen sollen.

Dennoch: 1 . OFFENE RECHNUNG MIT BLOFELD, RACHE:

Ich halte es für sinnlos ja gar absurd dieses Thema auf derartige Weise gerade in einen Film wie FYEO einfließen zu lassen. Man hatte diesen Strang bereits vor Jahren fallen gelassen. Seit dem letzten Connery Bond hatten wir nichts mehr von Blofeld gesehen. Und gerade die Tatsache dass er nie in einem Moore Bond zu sehen war weil er eben nicht mehr in diese Ära und Zeit gepasst hat(!) macht sein völlig absurdes plötzliches auftauchen so surreal und lächerlich. Wozu mit einem Thema abschließen welches über 10 Jahre lang keines war?! Wozu sollte Blofeld jetzt plötzlich wieder Thema sein? Und dieses noch dazu in bloß 4 Minuten abgehandelt werden? Wenn überhaupt hätte man dem Kult um diese Figur gerecht werden müssen indem man näher darauf eingeht. Doch wenn ein uns bekannter Charakter welcher eine derart große Rolle im Bond Universum gespielt hat nach Jahren plötzlich für 4 minuten wieder auftaucht um dann auch wieder mit einem dümmlichen witz abzutreten ist das bloß entmystifizierend und schlicht-UNNÖTIG! Wozu sollte das gut sein? Der Zuseher hat sich längst damit abgefunden dass dieser Charakter vor langer Zeit fallen gelassen wurde. Und in einen Film wie FYEO passt das dann schon gar nicht. Und wenn schon hätte man näher auf Bonds offene Rechnung eingehen müssen zumal es sich bei dem Mord an dessen rau um ein kleines Kernstück der Reihe gehandelt hat. LÄCHERLICH!

2 . Octopussy und AVTAK nehmen sich generell bewusster nicht ernst! Somit passt der oftmals extrem tiefe Humor auch irgendwo dazu. FYEO hingegen nimmt sich allerdings alleine schon auf Grund der Tatsache dass er sich als realistischeren knallharten Film verkauft extrem ernst! Ich bleibe bei meiner Meinung bezüglich der völlig unpassenden Gegensätze.

3. Und was den Schurken betrifft. Mit Drax lässt sich das keines falls vergleichen! Fragt man einen nicht gänzlich so fanatischen Bond Fan nach kristatos kriegt man zunächst meist ein: Wer war das noch gleich? Zu hören. Und das nicht ohne Grund!!!

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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stimme 100% zu, simon.

noch was: Ich finde nicht, dass eine PTS die nichts oder wenig mit der Handlungh zu tun hat, automatisch schlecht sein muss. Die PTS haben doch von anfang an (FRWL und GF) mehr die Aufgabe, den Stil und die Stimmung des folgenden Films anzukündigen und evtl. eine Charakter einführen.

Nur die PTS bei FYEO steht in krassem Gegensatz zum folgenden Film. Wie gesagt: Die Szene BEENDET etwas, sie stellt aber überhaupt keinen Beginn dar.


Wann kommt deine TSWLM Kritik?
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Jo, stimmt die PTS baut nicht gerade Spannung für den Rest des Films auf ,aer ob sie und die anderen Szenen in dem Film eifach nur gut anzuschauen sind iterresiert keinen. Man kann immer sich über Sachen wie Logik usw. beschweren doch Szenen des Films von den Verfolgungsszenen in Südtirol bis zu den Klettereinlagen fand ich den Film durchweg einfach nur noch gut.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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simon hat geschrieben:Ich halte es für sinnlos ja gar absurd dieses Thema auf derartige Weise gerade in einen Film wie FYEO einfließen zu lassen. Man hatte diesen Strang bereits vor Jahren fallen gelassen. Seit dem letzten Connery Bond hatten wir nichts mehr von Blofeld gesehen. Und gerade die Tatsache dass er nie in einem Moore Bond zu sehen war weil er eben nicht mehr in diese Ära und Zeit gepasst hat(!) macht sein völlig absurdes plötzliches auftauchen so surreal und lächerlich. Wozu mit einem Thema abschließen welches über 10 Jahre lang keines war?! Wozu sollte Blofeld jetzt plötzlich wieder Thema sein?
Wieso sollte Blofeld ausgerechnet nicht mehr in die Moore-Ära passen mit ihren Superschurken? Der einzige Grund, warum Blofeld seit 1971 nicht mehr auftauchte, sind rechtliche Quengeleien mit Kevin McClory. Blofeld sollte ursprünglich sogar in TSWLM auftauchen und von einer Gang junger Terroristen entmachtet werden, aber auch das ging nicht. Im Originaldrehbuch von FYEO sagt Blofeld auch den Satz "I thought we should celebrate the tenth anniversary of our last meeting", was rechtlich aber nicht ging. Die PTS wurde ursprünglich mit einem neuen Darsteller im Sinn geschrieben, da Moore nach MR überlegte, auszusteigen. So sollte die Kontinuität zwischen den Darstellern hergestellt werden. Ein zweiter Grund war sicherlich McClorys Konkurrenz-Unternehmen, in dem Blofeld eine Rolle spielte. Blofeld in den ersten paar Minuten sterben zu lassen, war ein Seitenhieb in Richtung McClory. Und im Prinzip war es tatsächlich McClory, der einen würdigen Abgang dieser Figur verhinderte.

Meinungen in Großbuchstaben zu schreiben macht sie übrigens nicht weniger subjektiv. Wenn du mit deinen Rezensionen keine Diskussion und nur Beifall à la danielcc wünschst, solltest du das vorher vermerken.
simon hat geschrieben:2 . Octopussy und AVTAK nehmen sich generell bewusster nicht ernst! Somit passt der oftmals extrem tiefe Humor auch irgendwo dazu. FYEO hingegen nimmt sich allerdings alleine schon auf Grund der Tatsache dass er sich als realistischeren knallharten Film verkauft extrem ernst! Ich bleibe bei meiner Meinung bezüglich der völlig unpassenden Gegensätze.
Für dich passen Blofeld und diverse Gags nicht in einen so ernsten Film, für mich signalisieren die Dinge gerade, dass der Film eben doch nicht so ernst ist. Ich sehe nirgends, wo sich FYEO als "knallhart" verkauft. Aber scheinbar unterscheiden sich da unsere Eindrücke einfach grundlegend.
simon hat geschrieben:3. Und was den Schurken betrifft. Mit Drax lässt sich das keines falls vergleichen! Fragt man einen nicht gänzlich so fanatischen Bond Fan nach kristatos kriegt man zunächst meist ein: Wer war das noch gleich? Zu hören. Und das nicht ohne Grund!!!
Naja, wenn man einen Normalzuschauer nach Bondschurken fragt, kommt mit Sicherheit Goldfinger und Beißer, dann eventuell noch die beiden aus den letzten beiden Bonds, aber das wars dann auch schon.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Wie kommst du darauf dass ich auf Almosen aus bin? Nur Beifall zu ernten ist ganz und gar nicht worauf ich hoffe. In der Regel ist es nun mal so dass bloß Dannie etwas dazu zu sagen hat, kann ich ja nichts dafür…und auch der ist nicht immer meiner Ansicht und tut das auch offen Kund! Sind ja sonst nicht allzu viele an diesem Thread interessiert. Insofern freue ich mich über ein wenig Kontra deinerseits. Meine Ansicht deinen letzten Eintrag betreffend:

1. Was du zu Blofeld erzählt hast ist insofern interessant für mich da mir vieles um die rechtlichen Schwierigkeiten etc. nicht bewusst war. Dennoch ändert das zumindest aus meiner Sicht nichts an der Tatsache dass es eben sonderbar wirkt wenn eine einst derart „wichtige“ Figur in bloß einigen Minuten zu sehen ist und dann auch wieder abdankt. Vor allem wenn sie schon nach derart langer Zeit wieder auftaucht. Ob das nun ein Seitenhieb gegen Mc Clory war oder nicht ist meiner Ansicht nach dahingehend unwesentlich. Ich empfinde es unabhängig der Hintergründe als unpassend und absurd.

2. Ja ich denke was die Art wie der Film sich vor allem damals vermarktet hat ( man sehe sich die Trailer aus den 80ern an ) angeht unterscheiden sich unsere Eindrücke.

3. Zu der Kristatos „wer war das noch gleich“ Sache einige kleine Anekdoten aus meinem Leben: Mit meinem Bruder sah ich mir unsere Gesamte Jugend hindurch Bond Filme rauf und runter. Jahre später diskutierten wir über die Eindrücke damaliger Zeit und schon stellte sich im Zuge dessen der „Kristatos? Warte mal…hmm…“ Moment ein. Meine Frau musste die Filme die letzten 4 Jahre hindurch über sich ergehen lassen und kann quasi überall mitreden. Sage ich „hey Baby – wie wäre es heute mal mit FYEO?“ stellt sie mir als erstes die Frage: Wer war denn da gleich der Schurke? Der Killer mit der Brille? Sogar auf einer Premieren Aftershow Party ging es mir so mit Menschen die zwar keine Fans waren wie wir das sind doch zumindest alle Filme bewusst gesehen haben. Ich denke durchaus dass dieser Charakter vor allem im Gegensatz zu sämtlichen anderen der blasseste war. Obwohl Kamal in OP und Whitaker in TLD natürlich nah ran kommen. Das sehe ich durchaus so. Doch hat auch whitaker mehr an Wiedererkennungswert wie ich finde. Doch worin würdest du an Kristatos einen Wiedererkennungswert sehen? Welchen?

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Ich fand Kristatos ganz gut. Nicht toll, aber überzeugend genug. Er sieht etwas zu unscheinbar aus, also rein äußerlich, um wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Außerdem ist der Darsteller auch einer der unbekanntesten von Bonds Gegenspielern gewesen. Ich kannte ihn damals nicht, und mir fällt auch kein anderer Film mit ihm ein.

Generell unterscheidet sich FYEO kaum von den Bonds zuvor oder denen danach. Die Tatsache das es mal nicht um die Rettung der Welt geht macht den Film nur minimal "bodenständiger" als Moonraker oder AVTAK. Brutaler ist er auch nicht als andere, wie auch generell die Bondfilme nach TB was Kinogewalt betrifft immer weiter hinter den jeweilis gängigen Gewaltlevels zurückblieben.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Warum auch immer, aber Julian Glover ist ganz im Gegenteil einer der am besten beschäftigten von allen Bond-Gegner-Darstellern. Eine bekannte Rolle ist allemal die des Gegenspielers in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug.

Aber das ist ja grad das komische an ihm: Dieser Mann ist so uncharistmatisch, dass man ihn gleich wieder vergisst.

FYEO unterscheidet sich aber sehr wohl von den Bondfilmen davor (und manchen danach):
- Bond war noch nie so tief in persönliche/familiäre Dinge involviert, wie die Geschichte mit Kristatos, Bibi und ihrer Trainerin (warum auch???)
- Bond musste sich noch nie gegen seinen Willen mit Teenie-Frauen (bibi) rumplagen
- Der Film hat praktisch keine aufwendigen Kulissen.
- Der Bösewicht hat keinen großen Plan und gehört auch keiner großen Verbrecherorganisation an
- es gibt keine Gadgets, die Bond benutzt
...
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

86
1. Ich fand ihn nicht uncharismatisch, auch wenn ich den Namen schon wieder vergessen hatte.
Zum Ausgleich hat Bond hier mit Topol noch einen guten Verbündeten, der Ausnahmswesie auch mal überleben darf.

2. Was du da aufzählst sind alles Nebensächlichkeiten. Dadurch wird der prinzipielle Charakter der Filme nur ganz am Rande verändert. Wenn es solche Unterschiede nicht gäbe, dann wären die Filme ja komplett identisch. Die Ähnlichkeit in Struktur, Erzählweise, Inszenierung, Dialogaufbau verändert sich durch diese Dinge fast gar nicht.

Übrigens, da der Lotos Esprit vorkommt gibt es schon Gadgets, auch wenn sie hier keine zentrale Bedeutung haben.

Und die spektkulären Bauten sind hier durch eine spektakuläre Naturkulisse ersetzt.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

87
Ich denke, mit meiner sehr positiven Meinung zu CR hab ich gezeigt, dass ich Veränderungen durchaus offen gegenüberstehe und sie sogar begrüße. Ist nun einfach ansichtssache, dass ich der Meinung bin, dass die Veränderungen in FYEO aber doch eher zum Negativen sind. Ich hab damals geschrieben, dass aufgrund der von mir grad erwähnten Elemente, FYEO wirkt, als habe Onkel-Roger es im Mittelmeer Urlaub mit ein paar Vorabend-Ganoven zu tun.
Man kann doch nicht abstreiten, dass FYEO ein anderes Gefühl vermittelt, was den Charakter durchaus von den anderen Filmen der Reihe separiert.

In den anderen Filmen werden spektakuläre Naturkulissen eben noch durch spektakuläre Sets ergänzt.

Für mich persönlich funktionieren viele Sachen in FYEO eben nicht optimal:
- der Bösewicht
- der Henchman (der während eines Rennens auf einmal hinter Bond her ist???)
- die peinlichen Neben-Charaktere Bibi und Ferrara, die so gar nicht zum Grundton des Films passen wollen
- die ausgedehnten Privat-Feden, die mit Bonds Job eigentlich nichts zu tun haben
- der schwache Showdown
- das recht unterkühlte Bondgirl
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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CR Unterscheidet sich zunächst einmal nur dadurch das auf eine der richtig großen Verfolgungsjagd Action Szenen verzichtet wurde. Und dann natürlich das man der JB Figur versucht etwas mehr Substanz zu verleihen. Das "Reboot" der Serie verändert finde ich an und für sich nur wenig, und nach ein paar Minuten hat es auch keine wirkliche bedeutung mehr.
QoS is auf den ersten Blick sogar noch typischer für die ganze Serie, rein von seinem Aufbau her.
Aber beide sind im wesentlichen modifizierte Varianten der guten alten Bond Grundidee, wie sie sich in den ersten 5 Filmen entwickelt hat. Ich entdecke da mehr Gemeinsamkeiten als Abweichungen.

Für mich unterscheidet sich FYEO kaum von Moonraker oder Octopussy. Ob der Showdown im Weltraum, auf einem Kloster oder auf der Golden Gate Bridge stattfindet, verändert den prizipiellen Charakter der Filme nur wenig. Die individuelle Qualität dieser Szenen entscheidet sich eher über die Art der Umsetzung und die Einbindung in das was vorher war. Da ist das Ende von FYEO tatsächlich nicht so besonders.

Ich sehe FYEO wahrscheinlich sogar hier und da ähnlich, aber deine Kritikpunkte sind mit zu willkürlich. Wenn du z.B. peinliche Nebencharaktere nicht magst dann müßtest du das auch an den deiner Meinung nach guten Filmen kritisieren. Der Anteil an peinlich schlechten Dialogen und Figuren z.B. in FRWL ist verblüffend hoch. Connerys eigentlich erste Szene ist extrem schlecht, und die ganzen M/Moneypenny Szenen sind hier auch bemerkenswert primitiv. Da müssen sich die Moore Bonds nicht hinter verstecken.

Das Hauptproblem in FYEO ist die uninspirierte visuelle Umsetzung, die Geschichte finde ich eher gelungen.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Ich bin ja auch immer hin- und hergerissen was nun das wirklich Neue und Andersartige an CR und QOS angeht. Das ist nämlich gar nicht so einfach zu sagen. Klar,d ie Filme haben deutlich mehr Charakter-Substanz und Bond ist deutlich dreidimensionaler. Aber in anderer Hinsicht ist CR wieder mehr klassisch Bond als manch anderer FIlm.

Aber hier gehts ja um FYEO und da bin ich anderer Meinung. Es kann ja nicht sein, dass die Optik, der Stil und die Schauwerte für dich nur nebensächlich sind. Grade bei Bond sind sie doch Teil der Definition der Reihe. Ob nun FYEO vom generellen Aufbau ähnlich wie MR oder OP ist? Mag sein, aber dann kann man gleich sagen: Jeder Film der Humor mit Action und Sexappeal verbindet ist ein typischer Bondfilm. MR (um bei dem Beispiel zu bleiben) ist eben doch sehr anders, nämlich spektakulär, mit einem Bösewicht von Format, einem Bond der sich nicht mit Alltags-Problemen beschäftigen muss, in dem viel auf dem Spiel steht, jedes Detail ein stückweit larger-than-life ist.

Einen Charakter wie Bibi sehe ich in keinem anderen Film. Hier hätte Bond gleich nicht Dr. Sommer spielen können. Die Trainerin spielt eine Rolle die vollkommen unerheblich ist. Erich Kriegler ist ein total farbloser Henchman. Fast schade, dass einige der besten Actionszenen für diesen Film verschwendet wurden.

Bei mir springt bei FYEO der Funke nicht über. Liegt wohl vor allem an der biederen Inszenierung aber auch an den anderen Punkten.

Was meinst du, wenn du sagt, der Film unterscheidet sich kaum von OP oder MR?
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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only"

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Der Unterschied ist wahrscheinlich das du dich stärker mit den Filmen beschäftigst, während ich die Bonds eher von außen betrachte.
Da kommen dir die Abweichungen bedeutsamer vor, als sie es für mich sind.

Klar ist FYEO weniger bombastisch als seine direkten Vorgänger, aber die grundsätzliche Art wie die Filme aufgebaut sind, wie die Handlung entwickelt wird, wie die Rollen charakterisiert sind, wie und wann Action vorkommt, wie der Höhepunkt zu sein hat, das verändert sich von Film zu Film nur selten. Allenfalls im Lauf der Jahrzehnte um sich veränderten Sehgewohnheiten anzupassen. Aber selbst da bleiben sich die Bonds erstaunlich treu. Vielleicht auch ein Grund für die anbleibende Beliebtheit.

Eiene Figur wie Bibi mag neu sein, aber sie hat keinen besonderen handlungsverändernden Charakter. Da könnte man auch sagen es gibt keinen anderen Bond indem ein Gegner mit eieem Hubschrauber in einen Schornstein gekippt wird. Aber prinzipiell ist diese Szene nur eine Variation anderer bizarrer Todesarten, wie sie eben typisch für die Bond Filme sind. Und Bibi ist nur eine unbedeutende Nebenfigur, wie andere auch in anderen Flmen. Und wenn du Bibi als schlecht empfindest dann mindert das für dich natürlich die Qualität von FYEO, im Gegensatz zu anderen JB Filmen die gelungenere Nebenepisoden haben, aber das macht aus FYEO keinen grundsätzlich anderen Film.

Gleiches gilt für einen schwachen Showdown, ein unterkühltes Bondgirl, ein blasser Henchman. Dass mindert den Unterhaltungswert des betreffenden Filmes, berührt die grundsätzliche Formel aber kaum.

Klar ist der Film etwas geerdeter als MR, aber auch nicht genug um ihn deutlich von MR zu unterscheiden.

Mir ist eher die Umsetzung wichtig, wie einfallsreich der einzelne JB Film die JB Formel variert. Und da liegen dann für mich schon große Unterschiede, auch zwischen 2 Filmen die direkt hintereinander entstanden sind.