Welcher ist euer Lieblingsfilm des "Star Wars" Universums?

Krieg der Sterne (George Lucas, 1977)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (7%)
Das Imperium schlägt zurück (Irvin Kershner, 1980)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 12 (29%)
Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Richard Marquand, 1983)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (17%)
Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (George Lucas, 1999)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (7%)
Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger (George Lucas, 2002) (Keine Stimmen)
Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith (George Lucas, 2005)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Wars: Das Erwachen der Macht (J.J. Abrams, 2015)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (12%)
Rogue One: A Star Wars Story (Gareth Edwards, 2016)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Wars: Die letzten Jedi (Rian Johnson, 2017)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (12%)
Solo: A Star Wars Story (Ron Howard, 2018)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (J.J. Abrams, 2019)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 41

Re: Star Wars

6076
hmm, auf Metacritic - die einzige wahre Rezensions-Sammelseite - steht die Serie bei 71. Das ist ja dann in etwa so durchwachsen wie No Time To Die der bei 68 steht. Oder habe ich da was falsch verstanden ;-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Star Wars

6077
Da ich ziemlich ausdrücklich und (wie ich eigentlich dachte) unmissverständlich von Fans und nicht von Kritikern geschrieben habe, zählt bei Metacritic wenn man die Seite anführen will der User-Score von 8.4 – und das sind ziemlich gute Werte. Mal zum Vergleich: "The Force Awakens" hat dort einen User-Score von 6.7, "Rogue One" liegt bei 7.6, "The Last Jedi" hat den Wert 4.1, "Solo" schafft bei den Usern stolze 6.1, und "The Rise of Skywalker" kann froh über 4.6 sein. Die Prequels brauche ich wohl gar nicht erst abchecken. :wink: Von daher: Ich bleibe überzeugt bei meiner Aussage, dass "The Mandalorian" für die breite Zuschauerschaft das beste ist, was es aus dem "Star Wars"-Kosmos gab, seit 1983.

Wenn du mehr Wert auf Kritiker als auf Zuschauermeinungen legst, dann wäre natürlich der überragende "The Last Jedi" laut Metacritic das beste "Star Wars"-Produkt der letzten paar Jahrzehnte. :) Musst du mir jetzt aber glauben oder dir die Zahlen selbst raussuchen.

PS: Auf Imdb steht "The Mandalorian" auch viel besser da als der Rest von "Disney Wars".
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Star Wars

6078
Casino Hille hat geschrieben: 1. November 2021 18:55 Ich bleibe überzeugt bei meiner Aussage, dass "The Mandalorian" für die breite Zuschauerschaft das beste ist, was es aus dem "Star Wars"-Kosmos gab, seit 1983.
Dem schließe ich mich an und sehe es persönlich auch so.
#London2025

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Star Wars

6079
Vielleicht liegt Dinsney Serie mehr bei SW 🤣.

Da ich von The M nur den Piloten auf Pro7 gesehen habe (hat Spaß gemacht), kann ich nicht so viel dazu sagen, aber komisch und unpassend ist es es irgendwie die Dom-Torretto-Stimme bei einem coolen Typen wie Boba zu hören. Ich wette OTon ist um Galaxien besser.

Wirklich komisch, ich verbinde die Stimme zu 100% mit Vin Diesel habe dabei sofort diesen etwas dumpf-trotteligen Sichelschrittgänger vor dem inneren Auge, autsch.
TOFANA IOAM

Re: Star Wars

6082
Agent 009 hat geschrieben: 3. November 2021 12:42 Kessler hat Jango Fett schon in Episode 2 gesprochen. Dieser gab seine DNA ja für die Klone und somit auch für seinen Sohn Boba her. Folglich haben sie alle dieselbe Stimme. ;)
Aber von mir hast du ja gelernt: schaue niemals Synchro wenn du Original bekommen kannst.

*geisterte nicht irgendwo eine Liste von dir rum, wo Ep. 2 dein „Liebling“ (Ironie) war?
TOFANA IOAM

Re: Intergalaktische Familienprobleme: Die Saga

6084
Nachdem ich mich das letzte Mal vor Urzeiten in diesem Thread gemeldet habe und mir letztens noch einmal alle Star Wars-Spielfilme angetan habe, hatte ich einfach Lust, meine jeweiligen Eindrücke zu den Filmen mehr oder weniger kurz zu schildern.

Die Originaltrilogie, oder: Hilfe, mein Papa ist ein Sithlord!

Star Wars (1977)

Wie sagte der große Sir Alec Guinness, der bekanntermaßen selbst kein großer Enthusiast der Filme war, doch so schön über das Skript von George Lucas‘ Weltraumoper: „I thought the dialogue was pretty terrible and the characters fairly meaningless – but there was a story value. I found I wanted to know what happened next, what was on the next page?” Dies mag zwar forsch klingen, erscheint aber im Kern doch sehr zutreffend.
Der Originalfilm ist letztlich ein klassisches Märchen im Weltraumgewand und funktioniert auf dieser Ebene so einwandfrei, dass der große Erfolg dieser Geschichte über einen jungen Mann, der mit einem Schwert aus Licht bewaffnet auszieht, um ein böses Imperium zu besiegen, kaum verwundert. Die Simplizität des Geschehens und seiner Gut-Böse-Konstellation erweisen sich als die größte Stärke des Films neben der kreativen Gestaltung der Weltraumwelt und der zahlreichen sie bewohnenden Spezies, und das noch gänzlich handgemacht (von späteren Verschlimmbesserungen einmal abgesehen). Die Charaktere sind hier allesamt Archetypen, wie man sie aus Märchen kennt, tragen aber gerade dadurch auch zum Spaß bei. Und wenn dann noch so illustre Darsteller wie Peter Cushing oder Sir Alec Guinness mit von der Partie sind, lässt sich ohnehin nicht viel meckern.
Höchstens am dritten Akt lässt sich bemängeln, dass die hier gezeigte Weltraumschlacht etwas zu lang gestreckt und teilweise zu sehr auf ihre Effektspielereien ausgerichtet wirkt. Dennoch ist der erste Krieg der Sterne immer noch ein sehr unterhaltsamer Streifen, der seinerzeit genau die richtigen Knöpfe gedrückt hat und immer noch schön anzusehen ist.

The Empire Strikes Back (1980)

Ein Film, der oft als der perfekte Film, nicht nur innerhalb der Star Wars-Reihe sondern auch im Unterhaltungskino generell, gehandelt wird. Ganz so euphorisch würde ich das nicht sehen, aber der zweite Beitrag der Reihe ist nach wie vor ein ziemliches Brett. Anstatt den Märchenansatz des Erstlings fortzuführen, ist dieser Film düsterer, eigenwilliger und weniger kindlich, ohne dabei gänzlich an Leichtigkeit zu verlieren. Die Charaktere werden weiter entwickelt und sind nicht länger nur Archetypen, bekommen mehr Ecken und Kanten verliehen und sind insgesamt viel interessanter als noch im Vorgänger. Ihre Gegner sind nicht länger nur böse Weltraumfaschisten, sondern oft auch sie selbst, besonders Luke muss sich genauso mit seinem Innern auseinandersetzen wie mit den bösen Jungs vom Imperium, und hier kann Mark Hamill endlich beweisen, was für ein starker Schauspieler er ist. Es ist bewundernswert, wie zielgerichtet die Geschichte erzählt wird, die Hauptcharaktere an ihre Grenzen bringt und letztlich scheitern lässt. Der Film ist beinahe schon die Antithese seines Vorgängers, dessen Fröhlichkeit und positive Naivität hier durch Tragik und Verzweiflung abgelöst wird.
Dazu ist Irvin Kershners Inszenierung weniger holprig als die von George Lucas und vermag es gekonnt, zwischen den schwerwiegenden Momenten der Geschichte und den von Komik geprägten Szenen hin und herzuschwingen, wobei gerade die komischen Passagen hier nie ins Alberne übergehen, wie sie es in späteren Vertretern der Reihe nur zu häufig tun. Die Actionszenen sind packend inszeniert und toll getrickst. Die philosophischen Untertöne, im Erstling noch auf ziemlich platte religiöse Metaphern beschränkt, erreichen hier viel mehr Tiefe, sind weniger aufdringlich und effektiver in das Geschehen eingebunden.
Es bleibt festzuhalten, dass „The Empire Strikes Back“ seinen Ruf als filmischer Höhepunkt der Reihe absolut verdient hat, und ist in jedem Fall ein wahnsinnig gutes, mutiges und interessantes Stück Film.

Return of the Jedi (1983)

Am ehesten ließe sich das Finale der Originaltrilogie vielleicht als eine Mischung aus der verspielten, fast kindlichen Atmosphäre des Erstlings und des sehr viel düsteren Tons des Mittelteils beschreiben. Während all die Possen auf dem Mond Endor mit den pelzigen Ewok-Kreaturen einen sehr leichten, teils sehr albernen Ton aufweisen, ist der Unterton der finalen Konfrontation zwischen Luke, Vader und dem Imperator sowie des ersten Drittels im Palast der überproportionalen Weltraumnacktschnecke Jabba ernster und beinahe schon unheimlich gehalten, wenn man die unsägliche, nachträglich eingefügte Gesangeseinlage ignoriert (dafür gehört Lucas eigentlich gehörig bestraft). Man könnte also meinen, dass dies zu einer Diskrepanz im Ton des Films führen könnte, aber „Return of the Jedi“ ist erstaunlich gut darin, eine ordentliche Balance zwischen diesen beiden Atmosphären herzustellen. Sicher kann man gerade dem ersten Drittel vorwerfen, für den Rest des Geschehens nichts zu leisten außer die Han Solo-Figur zurückzuholen, mit der der Film dann ohnehin nichts anzufangen weiß, und bei genauerer Überlegung ergibt Lukes ganze Herangehensweise nicht wirklich Sinn. Allerdings ist die ganze Sequenz so atmosphärisch inszeniert, das Actionspektakel so mitreißend und gerade Hamills Darbietung so überzeugend, dass ich doch gewillt bin, der Szene ihre dramaturgischen Patzer zu verzeihen.
Überhaupt punktet dieser Film gerade, was das Spektakel betrifft. Die Actionszenen auf Endor sind auch trotz gelegentlicher Albernheiten der Ewoks sehr unterhaltsam anzusehen, die finale Weltraumschlacht ist viel packender inszeniert als das Äquivalent im ersten Sternenkrieg und die gesamte Konfrontation mit dem Imperator im Thronraum führt die Entwicklungen aus dem Vorgänger auf meisterhafte Weise zu Ende, was in einer der vermutlich aufregendsten Sequenzen resultiert, die die Filmreihe je hervorgebracht hat.
Regisseur Marquand gelingt ein famoser Abschluss der Originaltrilogie, der sich manchmal zu sehr im albernen Slapstick verliert und dessen Dramaturgie nicht immer ganz rund erscheinen mag, aber dennoch die Entwicklungen seiner Vorgängerfilme konsequent und auf spannende Art und Weise zu Ende führt. Zudem erfüllt er sein Hauptanliegen mit Bravour: Er macht einfach einen Mordsspaß. Und was will man mehr von so einem Film?

Die Prequels, oder: Der seltsame Fall des Anakin Skywalker

Als George Lucas nach seiner Originaltrilogie wieder begann, Star Wars-Filme zu drehen, wünschten sich viele schnell, er hätte es nie getan. Seine Prequel-Trilogie wurde lange aufs Übelste verspottet und gehasst, wobei sie mittlerweile so alt sind, dass sich hier für manchen wieder ein Nostalgie-Faktor einstellt, gerade im Vergleich zu den neuen Ablegern von Disney. Bei meiner neuesten Sichtung der drei Filme musste ich aber wieder feststellen, dass die Kritik ihre Berechtigung hat. Alle drei sind leider keine sonderlich guten, teils sogar katastrophale, Filme und ich werde wohl nie sonderlich mit ihnen warm werden. Aber eins nach dem anderen.

Star Wars – Episode I: The Phantom Menace (1999)

Episode I ist tatsächlich noch der beste der drei Filme, hauptsächlich weil er noch am konsequentesten erzählt ist. Nicht unbedingt im Bezug auf den etwas konfusen Handlungsverlauf, sondern eher, was den Ton des Films betrifft. „Phantom Menace“ ist bewusst ziemlich leichtfüßig und kindlich angelegt und hält diese Atmosphäre auch konstant den ganzen Film durch, nur die Szenen auf Corouscant wirken wie Fremdkörper, wenn der Kinderfilm plötzlich ernste und komplexe (aber eigentlich ziemlich oberflächliche) politische Spielchen thematisieren will. Ansonsten ist die Dramaturgie des Films in typischer Star Wars-Manier recht simpel gehalten, was ihm definitiv gut tut. Tatsächlich ist die Tattoine-Sequenz, die etwas verloren in der Mitte des Films hockt, weil sie keine andere Bewandtnis hat, als den kleinen Anakin einzuführen, und sonst in keiner Weise mit dem restlichen Plot zu tun hat, mit die unterhaltsamste, weil authentischste Sequenz des Films. Die Sets sehen toll aus, das Podrennen gehört mit dem fabelhaften Lichtschwertduell am Ende zu den Actionhighlights des Films und Liam Neeson ist einfach eine coole Socke, auch wenn sein Charakter für die Absichten der Prequels ziemlich kontraproduktiv ist (warum genau ist Obi-Wan eigentlich nicht der Held des Films?).
Ansonsten hat dieser Film leider nicht allzu viel zu bieten. Die teils sehr albernen Gags lassen sich durch den kindlichen Ton noch entschuldigen, dagegen wird die eigentlich sehr simple Handlung merkwürdig chaotisch erzählt und soll durch Institutionen wie die Handlungsföderation oder den galaktischen Senat komplexer erscheinen, als sie eigentlich ist. Von Neeson abgesehen bleiben alle Charaktere blass, besonders schafft es der Film nicht, ernstzunehmende antagonistische Kräfte aufzubauen, von der im Titel versprochenen Bedrohung ist wenig zu spüren. Einzig der finale Lichtschwertkampf lässt das bedrohliche Potenzial der Maul-Figur erahnen, macht das aber durch ihr „Ende“ (haha, schön wär‘s) schnell wieder zunichte. Hinzu kommt, wie fleißig Lucas hier die Entmystifizierung seines eigenen Mythos betreibt und sogar für die mystische Macht selbst eine rationale Erklärung bietet.
Alles in allem kann „Phantom Menace“ streckenweise gut unterhalten, hat teils sogar sehr spannende Szenen zu bieten, ist aber im Großen und Ganzen eine relativ zähe und alberne Angelegenheit.

Star Wars – Episode 2: Attack of the Clones (2002)

Was für eine Gurke! Wo der Vorgängerfilm hauptsächlich Langeweile hervorrufen mag, treibt es der Mittelteil der Prequel-Trilogie so weit, dass sich beim Zuschauer sogar körperliche Schmerzen einstellen. In diesem Film funktioniert absolut nichts. Die Dialoge sind grässlich und werden von Charakteren gesprochen, die flacher als Toastbrot sind, was für ein Franchise wie Star Wars, das noch nie für seine komplexen Charaktere bekannt war, schon eine Leistung ist. Die Handlung ist so unsinnig wie sie spannungsarm ist, was auch an der Hirnverbranntheit aller beteiligten Akteure liegt. Dazu ist der Film mit Spezialeffekten durchtränkt, die selbst das schlechteste Videospiel vor Fremdscham erröten lassen würden, von seiner tonalen Inkonsistenz ganz zu schweigen. Trug sein Vorgänger ziemlich offen seine alberne und kindliche Ausrichtung zur Schau, gibt sich „Attack of the Clones“ viel ernster und komplexer mit seinem Fokus auf Politik, Macht und die persönliche Tragödie Anakin Skywalkers, was jedoch alles sehr oberflächlich und teilnahmslos geschildert wird. Gleichzeitig beweist der Film durch die Flachheit seiner Charaktere und das Festhalten an der immer gleichen Gut-Böse-Konstellation eine Naivität, die die Behandlung so komplexer Bereiche wie dem der Machtpolitik gar nicht erlaubt. Dazu trägt auch bei, dass der Film durchzogen ist von Albernheiten, die teilweise hart an der Schmerzensgrenze sind. Und spätestens, wenn die von bunten Spezialeffekten verseuchte, seelenlose Materialschlacht am Ende beginnt, wird die aufgesetzte Ernsthaftigkeit schnell als das entlarvt, was sie ist: aufgesetzt. Und es kommt der Verdacht auf, dass sich hier niemand so wirklich dafür interessiert hat, eine Geschichte zu erzählen.
Ziemlich wahrscheinlich der Tiefpunkt der Reihe und zweifellos einer der frustrierendsten und schlechtesten Blockbuster-Filme aller Zeiten. Wie kann man das Talent und die Zeit von Schauspielern wie Samuel L. Jackson oder gar Christopher Lee nur so vergeuden!

Star Wars – Episode 3: Revenge of the Sith (2005)

Dies ist ein Film, der in meiner Wertschätzung immer wieder Sprünge nach oben und unten macht, und diesmal war es eher ein ziemlicher Fall nach unten. Dabei hat der Film eigentlich den vielversprechendsten Plot der Prequels, da er endlich Anakin Skywalkers Wandel zur dunklen Seite thematisiert, eine Entwicklung, die eigentlich über die drei Filme hätte stattfinden sollen, aber stattdessen nun innerhalb dieses einen Films abgehandelt wird, und das nicht einmal konsequent. Anstatt sich ganz auf Anakins Sinneswandel und seine Beziehung zu den Jedi, seinem Mentor Obi-Wan und dem manipulativen Palpatine zu beschränken, befasst sich „Revenge of the Sith“ mit erstaunlich vielen Nebenschauplätzen, die keinerlei thematische Relevanz haben und die Charaktere in keiner Hinsicht weiterbringen. Gemeint ist hier vor allem der gesamte Plot um den uninteressanten Asthma-Roboter General Grievous, der sich wohl nur im Film befindet, um einen Bezug zur Clone Wars-Serie herzustellen. Dies sorgt auch dafür, dass der eigentlich interessante Plot um Anakin zu schnell und unspektakulär abgefrühstückt wird und seine Wandlung vom aufrechten Jedi zum Kinder mordenden Sith-Lord zu keiner Sekunde glaubwürdig erscheint. Dabei hilft auch nicht, dass die Charaktere weiterhin meist flache Schablonen bleiben, mit denen mitzufiebern sich als ziemlich schwer herausstellt. In seiner düsteren Grundstimmung ist dieser Film zwar konsequenter als sein Vorgänger, hat aber ähnliche Probleme: Die politischen Wirrungen sind uninteressant und oberflächlich, die angedachten Parallelen zu faschistischen Machtergreifungen der Geschichte plump und überzogen. Wieder versucht sich der Film an einer behaupteten Komplexität, die die tatsächlichen Geschehnisse gar nicht hergeben, und schließlich legt der Film doch lieber sein Augenmerk auf bombastische CGI-Schlachten und Kämpfe, die zwar teils besser aussehen als im Vorgänger, aber größtenteils spannungsarm und, viel schlimmer noch, seelenlos bleiben.
Einige Stärken hat er dann allerdings doch: Der düstere Ton, der den Film durchzieht, ist angenehm, John Williams‘ Musik ist in jedem der Filme toll, einige der Actionszenen sind tatsächlich unterhaltsam, und darstellerisch sind sowohl Hayden Christensen als auch Ewan McGregor um einiges besser als im Vorgänger. Gerade McGregor überzeugt in seiner letzten Konfrontation mit Anakin (nach dem fürchterlichen Lichtschwertduell) in der emotionalsten und besten Szene des Films bzw eigentlich aller drei Prequels. Hier deutet sich an, welch emotionale Schlagkraft dieser Film und die gesamte Trilogie hätten haben können, wären sie besser erzählt und konzipiert worden. So ist „Revenge of the Sith“ zwar kein solches Desaster wie sein direkter Vorgänger, aber doch ein schwacher Film, der eine Menge an Potenzial liegenlässt und gerade das bei mir hervorruft, was ein Film über den moralischen Abfall eines aufrechten Helden niemals hervorrufen sollte: Gleichgültigkeit.

Die Sequels, oder: Alles auf Anfang!... oder lieber nicht... oder lieber doch...

Kommen wir zu den Filmen, die die Mäusefirma hervorgebracht hat. Ich bin zwiegespalten, was die Disney-Ära von Star Wars betrifft. Von den eher bedeutungslosen Spin-Offs abgesehen, war die Sequel-Trilogie an sich eine Verbesserung zu dem teils fürchterlichen Schabernack in den Prequels, jedoch zeigt sich hier deutlich, dass Disney keinen wirklichen Plan hatte, wie sie die Trilogie gestalten sollten, und nach jedem Film neu umgeschwenkt ist, was in einer bizarren Mischung an filmischer Qualität geführt hat.

Star Wars: The Force Awakens (2015)

Eines muss man JJ Abrams lassen: Er weiß, was die Fans von einem Star Wars-Film erwarten. Was an der Neuauflage des Sternenkriegs direkt auffällt, ist die fast schon aufdringliche Orientierung an den drei Originalfilmen und die gnadenlose Ignorierung von allem, was danach kam. Und bis zu einem gewissen Grad funktioniert das auch prächtig. Das unangenehm künstliche Ambiente der Prequels weicht wieder echten Sets, die Actionszenen haben Pepp, Spannung und Esprit, und die Geschichte, die erzählt wird, ist einfach gestrickt und sich ihrer Simplizität bewusst. Tradition und Nostalgie werden hier großgeschrieben und haben sicherlich maßgeblich zum großen Erfolg des Streifens beigetragen. Hier liegt aber auch die große Schwäche des Films: Er ist sich so traditionsbewusst, dass ihm jegliche Eigenständigkeit abhanden gekommen zu sein scheint. Nicht nur, dass der Plot als solcher nur eine Blaupause des allerersten Star Wars-Films darstellt, Abrams scheint gar nicht daran interessiert zu sein, etwas zu erzählen, das der Zuschauer nicht schon Jahrzehnte zuvor gesehen hat. Anstatt die immerhin 30 Jahre betragende Zeitspanne zwischen dem Ende von „Return of the Jedi“ und dem Beginn dieses Films mit interessanten Entwicklungen zu füllen, die „The Force Awakens“ mit einer vielversprechenden Ausgangslage versehen könnten, setzt Abrams dem Zuschauer einen Weltzustand vor, der bis auf einige Begrifflichkeiten genau der Welt des 1977er Originals entspricht, und die wenigen Erklärungen dazu, wie sich in der befreiten Galaxie erneut eine faschistische Supermacht bilden konnte, bleiben erstaunlich vage. Am deutlichsten wird diese „Alles auf Anfang“-Einstellung an der Darstellung der Originalcharaktere Han und Leia, welche beide trotz ihres beachtlichen Alterszuwachses genau dieselben Personen zu sein scheinen, als die man sie 1977 schon kennenlernte. Im Falle Hans ist das besonders fatal, da dieser immerhin am Ende der Originaltrilogie seine Schurkenattitüde an den Nagel hängte, nur um das mottenzerfressene Ding nun doch wieder an sich zu nehmen.
In einer Sache hebt sich Abrams dann allerdings doch vom Originalfilm ab, nämlich in den Mysterien, die er kreiert. Es ist beinahe schon unverschämt, wie viele Fragen um Charaktere und deren Motivation oder Herkunft Abrams hier aufwirft, nur um die Beantwortung dieser bequem auf die Folgefilme zu verlegen. Dies steigert allerdings nicht, wie es sicher intendiert war, die Spannung des Zuschauers, sondern eher seine Verwirrung und das Gefühl, dass der Film abseits von einer Wiederholung des Originalfilms nicht wirklich weiß, wo es eigentlich hingehen soll. Dies wird auch durch die Tatsache bestärkt, dass manche potenziell interessanten Plotpunkte wie die Wandlung eines Sturmtrupplers zum Guten im Laufe des Films vergessen und nicht weiter verfolgt werden.
Trotz dieser Probleme weiß der Film, gut zu unterhalten und hat mit Daisy Ridley und John Boyega ein sehr sympathisches Figurenduo aufzuweisen, das einen gekonnt durch den Handlungsverlauf hindurchzuführen weiß. Überhaupt leistet Abrams gute Arbeit in der Einführung aller neuen Figuren, von dem uninteressanten CGI-Wesen Snoke einmal abgesehen.
„The Force Awakens“ ist kompetent inszeniert und über weite Strecken unterhaltsam. JJ Abrams hat Star Wars mit diesem Film wieder den Spaßfaktor gegeben, die die Reihe zwischenzeitlich verloren hatte, verlässt sich aber lieber auf eine stumpfe Wiederholung von Altbekanntem anstatt etwas Interessantes zu versuchen. Kompetentes Unterhaltungskino, aber zu keiner Sekunde herausragend.

Star Wars: The Last Jedi (2017)

Ganz wie JJ Abrams weiß Rian Johnson, was die Fans wollen. Im Gegensatz zu ersterem hielt Johnson jedoch nicht viel davon, den Fans auch zu geben, was sie wollen. Und so entstand der wohl umstrittenste Beitrag der Filmreihe.
Es ist erst einmal erstaunlich, wie konsequent Johnson seine Vision des Films ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht, was einen mutigen und starken Film zur Folge hat. Dabei bedient Johnson an sich alle Konventionen der Filmreihe, wie man sie seit jeher kennt, verdreht diese aber so weit, wie es ihm möglich ist, und wartet mit allerlei Wendungen und Neuinterpretationen altbekannter Charaktere und Plotpunkte auf. Er versieht das naive Weltraummärchen mit ernstzunehmenden moralischen Grauzonen und unterminiert die ewige Gut-Böse-Konstellation nicht nur bezogen auf die Charaktere, sondern auch auf den titelgebenden Krieg selbst. Ganz wie das Spin-Off „Rogue One“ betrachtet „The Last Jedi“ den Krieg als mehr als als bloße Ausgangslage für bunte Weltraumschlachten, geht aber noch weiter als ersterer Film und wirft einen erfrischenden Blick hinter die Kulissen, suggeriert eine Ebene des Krieges, die weit über das Blitzen bunter Laserstrahlen hinausgeht. Dies hätte zugegebenermaßen noch weiter ausgebaut werden können, funktioniert in dem Film, den Johnson gedreht hat, jedoch gut genug.
Es begeistert, wie zielsicher die Handlung durch die charakterliche Entwicklung der Prota- und Antagonisten entsteht und vorangetrieben wird. Johnson präsentiert für Star Wars typische Figurenmuster, in die besonders die männlichen Charaktere dann jedoch nicht wirklich hineinpassen wollen und erst jeder für sich wichtige Erfahrungen machen müssen, um die Rollen zu erfüllen, die die Story eigentlich für sie vorsieht. Dies resultiert in einigen der faszinierendsten Charakterdarstellungen, Luke Skywalkers interessantestem Auftritt und der besten Antagonisten-Konstellation der gesamten Reihe. Dass das dann noch von allen Beteiligten grandios gespielt wird, macht das Ganze nur umso besser.
Doch natürlich bietet Johnsons Film auch das Spektakel, welches man von einem Star Wars-Film erwartet, und das auf wundervolle Weise. Die Inszenierung ist mitreißend und weist Momente visueller Schönheit auf, wie sie in keinem anderen Vertreter der Reihe zu finden sind. Die Actionsequenzen sind packend in Szene gesetzt und gut austariert, ebenso beeindrucken jedoch die leiseren Momente, ganz besonders jene, in denen Johnson das Mysterium der Macht thematisiert und nicht mehr als eine nur einer bestimmten Gruppe Auserwählter vorbehaltene Superkraft definiert, sondern sie wieder ihrer ursprünglichen, universalen Ethik nahebringt.
„The Last Jedi“ ist ein sehr eigenwilliger Film und es verwundert nicht, dass er so manchem sauer aufgestoßen ist und es immer noch tut. Und auch wenn der Nachfolgefilm die Entwicklungen dieses Films größtenteils wieder ihrer Relevanz beraubt hat, bleibt Johnsons Versuch, eine andere Art von Star Wars-Film zu präsentieren, weiterhin bestehen und seine mutigen Ansätze werden irgendwann vielleicht wieder aufgegriffen und erweitert werden. Bis dahin bleibt festzuhalten, dass „The Last Jedi“ ein Film ist, der unverzagt seinen eigenwilligen Weg geht und dies auf höchst unterhaltsame, feinsinnige und intelligente Art tut.

Star Wars: The Rise of Skywalker (2019)

Wo fängt man hier nur an? „The Last Jedi“ war sicherlich ein polarisierender Film, und seine Hasser teilweise so laut, dass es durchaus nachvollziehbar ist, dass Disney Nostalgiekönig JJ Abrams erneut ins Boot holte, um die erbosten Fans zu beruhigen. Der Abschluss der Sequel-Trilogie steht ganz im Zeichen einer Kurskorrektur, oder besser gesagt, der Eliminierung des direkten Vorgängers. Abrams macht nahezu alle Entwicklungen von Johnsons Film auf schrecklich lapidare Art und Weise wieder rückgängig, anstatt dessen interessante Ideen weiterzuführen. So bringen er und sein Schreibepartner Chris Terrio die Welt und die Charaktere wieder in denselben Zustand, wo man sie am Ende von Episode 7 zurückgelassen hat, und sind sich selbst für kleinliche Sticheleien gegen Johnsons Film nicht zu schade („A Jedi‘s weapon deserves more respect“). Wie schon in Abrams‘ erstem Film ist hier die Devise des Altbekannten entscheidend, was in der sinnlosen Rückkehr mehrerer Charaktere aus der Originaltrilogie resultiert, wobei ganz besonders die Rückkehr des Imperatoren-Opa (was leider wörtlich zu verstehen ist) als böser Obermotz enttäuschend ist, für dessen plötzliches Auftauchen der Film sich nicht einmal eine halbwegs vernünftige Erklärung einfallen lassen will. Erneut stellt Abrams Nostalgie über Eigenständigkeit, was in diesem Film, der nicht nur ein Abschluss der Sequel-Trilogie, sondern der gesamten Filmreihe sein will, viel weniger gut funktioniert als in „The Force Awakens“. Gerade die nostalgischen Anspielungen geraten hier überaus peinlich, so zum Beispiel wenn Chewbacca ohne Kommentar eine Goldmedaille in die Hand gedrückt bekommt.
Bei all den Versuchen, Nostalgie zu erzeugen und die Geschehnisse des Vorgängers ungeschehen zu machen, vergisst Abrams leider, eine sinnvolle und spannende Geschichte zu erzählen. Der Großteil des Films besteht in einer Schnitzeljagd, die in ihrer Unsinnigkeit eine einzige Frechheit darstellt und in ihrer konfusen Art an den Plot von Lucas‘ zweiter Episode erinnert. Sein Pacing kriegt der Film überhaupt nicht in den Griff, so ist besonders die erste Stunde des Films quasi nur eine Aneinanderreihung von Actionszenen ohne Sinn und Verstand. Für Charaktere haben die Autoren dabei überhaupt keine Zeit, bis auf Rey und Kylo werden alle übrigen Charaktere an die Seitenlinie verbannt. Rey und Kylo sind die einzigen, die wirklich eine Rolle spielen und sich entwickeln dürfen, doch ihre jeweiligen Entwicklungen sind langweilig und wiederholen nur, was in der Reihe schon sehr viel früher sehr viel besser gemacht wurde. Wäre das starke Spiel von Daisy Ridley und Adam Driver nicht, es gäbe hier nichts, was sich irgendwie zu sehen lohnt.
Denn der Teil der Story, der sich nicht um die chaotische Schnitzeljagd dreht, ist wirklich nur eine schwache Nacherzählung der Geschichte der Originaltrilogie, die dem Mythos Star Wars rein gar nichts hinzufügt, ihm eher etwas nimmt. Es ist schon erschreckend, wie wenig sich das Autorenduo um Kreativität oder eigene Ideen zu scheren scheint. Einen solchen Mangel an Fantasie kann man keinem der übrigen Beiträge des Franchises vorwerfen, weder den sonst gern gescholtenen Prequels noch Abrams‘ eigenem ersten Star Wars-Film, der bei aller Ähnlichkeit zur Originaltrilogie immerhin noch eine eigene Note hatte und das Ganze unterhaltsam zu verpacken wusste.
Natürlich sind die Actionszenen hier auch kompetent und einigermaßen spannend inszeniert, wenn auch nichts Weltbewegendes, und die Darsteller tun, was sie können, aber das ist im Anbetracht dessen, was hier dramaturgisch und filmisch schief läuft, einfach zu wenig.
Letztlich muss festgehalten werden: Das große Finale dieser Trilogie ist ein Schauspiel an Kreativ- und Mutlosigkeit der Extraklasse, welches der gesamten Sequel-Trilogie rückwirkend jede künstlerische Legitimation abspricht, da sie in letzter Instanz doch nur ein faktisches Remake der Originaltrilogie darstellt. Und dazu nicht einmal ein sonderlich unterhaltsames.

Die Spin-Offs, oder: Star Wars Stories, die niemand je hören wollte

Ich habe eigentlich keine große Lust, einen Einleitungstext hierzu zu schreiben. Die Reviews sollten für sich selbst sprechen.

Rogue One: A Star Wars Story (2016)

Der erste von nur zwei „A Star Wars Story“-Filmen gehört nicht zur Hauptreihe und will das auch überdeutlich zeigen. Der Ton ist ernst, das Ambiente dreckig und die Helden keine moralischen Strahlemännchen. Von der märchenhaften Naivität der Originaltrilogie ist wenig zu spüren, und zum ersten Mal in der Geschichte des Franchises wird der titelgebende Krieg als mehr inszeniert als als bloßer Aufhänger für ein typisches Gut-gegen-Böse-Märchen. Dass diese Voraussetzungen allerdings noch keinen guten Film bedeuten, wird hier gleich mit unter Beweis gestellt.
So mutig der Ausgangsgedanke hinter dem Film auch sein mag, mal etwas anderes in der weit entfernten Galaxie zu versuchen, so uninspiriert ist das Ergebnis. Die Handlung an sich ist recht ordentlich konzipiert und birgt in sich durchaus das Potenzial für einen spannenden Film, doch die Art und Weise, auf die Regisseur Gareth Edwards die Protagonisten durch das Geschehen jagt ist zu konventionell, zu einfallslos und teilweise auch ein wenig dröge. Sicherlich gibt es einige unterhaltsame Actionsequenzen und Spannungsmomente, die aber allesamt nichts Besonderes bieten. Dabei hilft es auch nicht, dass sämtliche Protagonisten uninteressante, blasse und teils ziemlich unsympathische Zeitgenossen sind – nicht die Art von Personal, mit dem man bei der wichtigsten Mission der Rebellion mitfiebern würde. Tatsächlich ist vom Charakter-Ensemble Ben Mendelssohns Schurke die interessanteste Figur, ebenso wie die beiden Auftritte der Originalschurken von 1977 überzeugen können.
Hier offenbart sich auch ein weiterer Punkt, in dem „Rogue One“ sich selbst ein Bein stellt: Für all seine offensichtlichen Bemühungen, sich vom typischen Star Wars-Geschehen abzulösen, bleibt „Rogue One“ letztlich die meiste Zeit fest im klassischen Muster verankert. Die Handlung in all ihrer Simplizität ist klassisch Star Wars, wenn man einmal vom Ende der Protagonisten absieht. Dazu ist der Film so vollgestopft mit Anleihen an die Hauptreihe, dass selbst ein JJ Abrams neidisch würde. Und ironischerweise sind die unterhaltsamsten Szenen des Films gerade diejenigen, die auf irgendeine Weise die alte Trilogie zitieren. Aber was soll man auch von einem Film erwarten, der letztlich nur die filmische Realisierung des Opening Crawls des Originalfilms darstellt?
Dennoch hat „Rogue One“ seine Momente, und gerade das Finale ist durchaus spannend und das Ende der Protagonisten-Truppe recht geschmackvoll inszeniert – wenn man doch bloß so etwas wie eine emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut hätte. Und die Verknüpfung mit dem Anfang des Original-Films ist dann sogar richtig gut gelungen.
Insgesamt ist „Rogue One“ ein uninspirierter Actionfilm, der den Konventionen der Filmreihe, zu der er gehört, entkommen will und doch erliegt. Als filmischer Ersatz für den Opening Crawl des 1977er Krieg der Sterne eignet er sich letztlich nur bedingt.

Solo: A Star Wars Story (2018)

Überflüssig, uninteressant, uninspiriert – dies sind alles Worte, mit denen sich dieses Prequel zur Figur des Han Solo treffend umschreiben lässt. Ganz abgesehen von der fragwürdigen Intention, dem beliebtesten Schurken der Galaxis eine entmystifizierende Vorgeschichte zu verpassen, hat „Solo“ nicht einmal den Anstand, ein guter Film zu sein.
Von der Tatsache abgesehen, dass der Film aussieht, als ob auf einmal die gesamte Galaxie in der berüchtigten Müllpresse des Todessterns gelandet ist, hat er erstaunlich wenig zu erzählen. Dem Charakter Han Solo wird jedenfalls nichts hinzugefügt, das für irgendjemanden von großem Mehrwert wäre, der Plot ist der eines recht einfallslosen Heist-Movies mit Star Wars-Elementen und einem letzten Drittel, das in einem Gewimmel an uninteressanten und vorhersehbaren Twists geradezu erstickt. Hauptdarsteller Alden Ehrenreich ist zwar passabel, lässt aber jegliche Coolness und Charisma eines Harrison Ford vermissen, während die übrigen Komparsen unspektakulär ihre Rolle herunterspielen und kaum mehr als Pappaufsteller sein dürfen. Einzig Donald Glovers Lando Calrissian bildet hier eine charismatische und spaßige Ausnahme.
Ein weiteres Problem des Films, das auch den ersten „A Star Wars Story“ – Film „Rogue One“ plagte, sind die unzähligen und teilweise erschreckend konstruiert wirkenden Verknüpfungen mit den Filmen der Hauptreihe, welche einen eher aus dem Filmgeschehen reißen als dass sich der beabsichtigte nostalgische Kick einstellt. Als negativer Höhepunkt sei hier der merkwürdige Auftritt eines Prequel-Charakters genannt, der lediglich als Teaser auf künftige Filme fungiert, ganz nach Marvel-Rezeptur.
Nun ist „Solo“ nicht gänzlich ohne Unterhaltungswert, besonders die erste Heist-Szene des Films, eine Hetzjagd durch einen Weltall-Tornado mit Riesenmonster sowie der finale Zweikampf mit einem als Schurke sichtlich unterforderten Paul Bettany sind nett mitanzusehen, bleiben aber nicht im Gedächtnis.
Und das ist es, was Solo letztlich ist: Ein vergessenwertes Abenteuer, das mehr daran interessiert ist, in den Originalfilmen gefallene Nebensätze zu einem zweistündigen Geschehen aufzublasen, anstatt ein eigenständiger und unterhaltsamer Film zu sein.


So viel zu meinen Überlegungen, die natürlich so nicht jeder teilen muss. Der Vollständigkeit halber hier noch das obligatorische Ranking mit Zahlen:

1. The Empire Strikes Back (9/10)
2. The Last Jedi (9/10)
3. Return of the Jedi (8/10)
4. Star Wars (8/10)
5. The Force Awakens (6/10)
6. The Phantom Menace (5/10)
7. Rogue One (5/10)
8. Revenge of the Sith (4/10)
9. Solo (3,5/10)
10. The Rise of Skywalker (3/10)
11. Attack of the Clones (3/10)
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)

Re: Star Wars

6085
Ein neuer Boba Fett Trailer ist am Start



Hat ganz den Anschein, als ob in Rückblenden die Flucht aus dem Sarlacc thematisiert wird. Was er dort mitmachen musste, erklärt dieses Video sehr gut



Nachdem ich The Bad Batch eher weniger anfangen konnte, sieht mir Book Of Boba Fett wieder weit interessanter aus.
www.nachhilfe-graen.de

Re: Star Wars

6087
Agent 1770 hat geschrieben: 10. März 2022 10:33 Der Kenobi-Teaser ist draußen
Man scheint hier offenbar einen ähnlichen Weg zu gehen wie bei Boba Fett und gleich noch andere Handlungsstränge mit einzuflechten.
#London2025

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Star Wars

6088
Bissel absurd. Kenobi sitzt auf Tatooine, passt auf Luke auf, fliegt für ein Abenteuer weg, und kommt wieder zurück, weil er ja noch auf Luke aufpassen muss. :mrgreen: Aus meiner Sicht hätte ein erster Teaser mir irgendeine Art von Handlung verkaufen müssen, damit ich mich drauf freue.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Star Wars

6089
Ich sag ja schon lange, dass man das ganz anders aufziehen müsste und zwar als eine Art Ein seltsames Paar mit den dauerzankenden Fast-Opas Ben-Obi und Owen Lars. Schade, dass Matthau und Lemmon nicht mehr leben...

"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Star Wars

6090
So ganz überzeugt bin ich in der Tat auch noch nicht. Und nach Book of Boba Fett ohnehin etwas vorsichtig geworden. Da hatte ich den Eindruck, dass man eigentlich nicht so wirklich wusste, wo man mit Story und Figur hin wollte.
Gerüchten zufolge soll es in Kenobi zu einem erneuten Schlagaustausch zwischen Vader und Kenobi kommen, was sich meiner Meinung nach schon ziemlich mit dem Aufeinandertreffen in E4 beißen würde. Ich hoffe mal, dass es sich dabei nur um Traumsequenzen handelt.
www.nachhilfe-graen.de