Ich widerspreche euch komplett: Connery sehe ich sehr wohl als beachtlichen Charakterdarsteller mit gewaltigem Repertoire. Der trägt seine Rollen über sein Charisma und seinen Charme? Er war kaum bis gar nicht wandlungsfähig? Gut, wenn man nur seine Bondfilme, Indy 3 und vielleicht noch den Name der Rose gesehen hat, mag man zu dem Urteil kommen. Nur ignoriert man dann seine Auftritte in u.a. "Die Strohpuppe", "Marnie", "Das rote Zelt", "Verflucht bis zum jüngsten Tag", "Der Anderson-Clan", "Sein Leben in meiner Gewalt", "Der Wind und der Löwe", "Der Mann, der König sein wollte", "Robin und Marian", "Die Brücke von Arnheim", "Explosion in Cuba", "Die Unbestechlichen", "Jagd auf Roter Oktober" oder "Das Russland-Haus". Ehrlich gesagt fällt mir kaum ein anderer Schauspieler ein, der für mich seine ganze Karriere über auf diesem Weltklasse-Niveau gespielt hat. Entschuldigt den Vergleich, aber anders als Robert De Niro oder Al Pacino ist er im Herbst seiner Karriere nie zum peinlichen Hampelmann verkommen, sondern war schauspielerisch immer in der Top-Liga. Marlon Brando war auch nur einmal Don Vito Corleone.
Was ihr über Connery sagt, trifft für mich eher auf Gesellen wie Harrison Ford zu. Trotz einiger toller Auftritte ("Der einzige Zeuge", "Auf der Flucht") kein begnadeter Schauspieler, aber eine unfassbare Rampensau, die mir nie langweilig wird und der allein durch seine Präsenz immer eine Kinokarte wert ist.