Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Gernot hat geschrieben: 21. Juli 2022 20:36 Brosnan hat aus seinen Rollen immer das Maximum herausgeholt, schon in GE hat er mir etwa auch bei den ruhigen Szenen (vor allem in der OV) sehr gut gefallen.
Das mit der OV verstehe ich wieder gar nicht. Glaubrecht wertet Brosnan deutlich auf. In der OV wirkt Brosnan da im direkten Vergleich noch um einiges schwächer.

Generell ist Glaubrecht wohl die deutsche Synchronstimme, die einen Bond-Darsteller am meisten aufwertet.

GGH ist zwar natürlich auch ein besserer Schauspieler als Lazenby, aber leider nicht ganz so passend und nur als auf die Rolle bezogene Kontinuitätsbesetzung zu erklären.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4232
Connery wirkte am enthusiastischen in den frühen Filmen, vor allem in FRWL und GF, und extrem lustlos in YOLT, auch sonst mit Abstand sein schwächster Film.
In TB spielt er eher routiniert, aber das passt sehr gut, da trägt er die Rolle mit seiner Ausstrahlung.
In DAF wirkt er ebenfalls engagiert, aber eben auf eine deutlich selbstironischere Art, und auch da passt das sehr gut. Ähnlich in NSNA, aber da finde ich ihn weniger wirkungsvoll als in DAF.

Ansonsten halte ich Connery insgesamt nicht für einen wirklich guten oder gar wandlungsfähigen Darsteller. Aber er hat aus seinen Limitationen doch so einiges heraus geholt.

Und Craig ist schauspielerisch auch keine Offenbarung. Weder bei Bond noch sonst, aber in CR und QoS konnte er durchaus überzeugen.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

4233
Maibaum hat geschrieben: 21. Juli 2022 23:46 Ansonsten halte ich Connery insgesamt nicht für einen wirklich guten oder gar wandlungsfähigen Darsteller.
Connery ist meiner Meinung nach der Darsteller, der sich nach Bond am meisten gesteigert hat.

Aber das geht natürlich auch damit einher, dass er nach Bond die besten Filme gedreht hat.

Und wandlungsfähig war Connery sowieso.

Da genügt ein Blick in die Filme "Das Geheimnis der verwunschenen Höhle", "Der Name der Rose" und "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug".
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4234
De Palmas The Untouchables könnte man an dieser Stelle noch erwähnen, damit wären dann alle Post-Bond Perlen Connerys genannt. ;)

Ich würde Sean Connery weder Motivationslosigkeit, noch Blasiertheit oder Desinteresse unterstellen, sondern eher eine Form von Routine und Selbstironie. Beide werden durch das sich leider bereits sehr früh abzeichnende Alter des Schauspielers verstärkt, hinzu kommen die generischen Dialoge in YOLT und der körperlich eher sparsam gehaltene Auftritt in DAF. In beiden Filmen ist Connery auch nicht in Form, anders als in den Vorgängern wird sein nackter Oberkörper hier nie aus der Totalen/Halbtotalen gezeigt.

Für alle die es interessiert:

"Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert."
"Doch wer sich bückt nach dem schmalen Taler, verpasst das große Bündel."

Re: Daniel Craigs Nachfolger

4235
craigistheman hat geschrieben: 22. Juli 2022 09:32 damit wären dann alle Post-Bond Perlen Connerys genannt.
Noch lange nicht.

Als da wären:

Forrester - Gefunden!

Verlockende Falle

The Rock: Fels der Entscheidung

Der erste Ritter

Im Sumpf des Verbrechens

Die Wiege der Sonne

Robin Hood - König der Diebe

Das Russland-Haus

Jagd auf Roter Oktober

Presidio

und die Highlander-Filme.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4236
Ich liebe Connery. Ist für mich der perfekte Kinostar weil einfach pures Charisma! Den WILL ich einfach sehen auf der Leinwand.

Für einen ganz großen Darsteller habe ich ihn nie gehalten, dafür hat er einfach gefühlt 90% seiner Rollen nur über seinen Charme und sein Charisma abgedeckt - allerdings ist das für mich immer noch besser als Leute die zu hart versuchen zu "spielen" (für mich zählt in diese Kategore zB auch ein Di Caprio)

Von den Filmen mit ihm die ich kenne, halte ich tatsächlich seine Leistung in Last Crusade (für mich der vielleicht perfekteste Unterhaltungsfilm aller Zeiten) am beachtlichsten, weil er hier wirklich glaubhaft einen total anderen Typen spielt.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Daniel Craigs Nachfolger

4237
danielcc hat geschrieben: 22. Juli 2022 11:23 Von den Filmen mit ihm die ich kenne, halte ich tatsächlich seine Leistung in Last Crusade (für mich der vielleicht perfekteste Unterhaltungsfilm aller Zeiten) am beachtlichsten, weil er hier wirklich glaubhaft einen total anderen Typen spielt.
Exakt. Unter all den Filmen ist Last Crusade auch der Film, den ich mir zur Not auch jeden Tag ansehen könnte und mich dabei nie langweilen würde. Quasi der perfekte Film für eine einsame Insel.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4238
Ich widerspreche euch komplett: Connery sehe ich sehr wohl als beachtlichen Charakterdarsteller mit gewaltigem Repertoire. Der trägt seine Rollen über sein Charisma und seinen Charme? Er war kaum bis gar nicht wandlungsfähig? Gut, wenn man nur seine Bondfilme, Indy 3 und vielleicht noch den Name der Rose gesehen hat, mag man zu dem Urteil kommen. Nur ignoriert man dann seine Auftritte in u.a. "Die Strohpuppe", "Marnie", "Das rote Zelt", "Verflucht bis zum jüngsten Tag", "Der Anderson-Clan", "Sein Leben in meiner Gewalt", "Der Wind und der Löwe", "Der Mann, der König sein wollte", "Robin und Marian", "Die Brücke von Arnheim", "Explosion in Cuba", "Die Unbestechlichen", "Jagd auf Roter Oktober" oder "Das Russland-Haus". Ehrlich gesagt fällt mir kaum ein anderer Schauspieler ein, der für mich seine ganze Karriere über auf diesem Weltklasse-Niveau gespielt hat. Entschuldigt den Vergleich, aber anders als Robert De Niro oder Al Pacino ist er im Herbst seiner Karriere nie zum peinlichen Hampelmann verkommen, sondern war schauspielerisch immer in der Top-Liga. Marlon Brando war auch nur einmal Don Vito Corleone. :wink:

Was ihr über Connery sagt, trifft für mich eher auf Gesellen wie Harrison Ford zu. Trotz einiger toller Auftritte ("Der einzige Zeuge", "Auf der Flucht") kein begnadeter Schauspieler, aber eine unfassbare Rampensau, die mir nie langweilig wird und der allein durch seine Präsenz immer eine Kinokarte wert ist.
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Let the sheep out, kid.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

4239
@ Hille:

Schön, dass wir uns bei Connery größtenteils einig sind.

Ein paar Hampelmann-Filme (auch wenn ich den Begriff hier etwas merkwürdig finde) hatte Connery aber leider auch.

Mir fallen hier z. B. "Mit Schirm, Charme und Melone" und "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" ein.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4240
Klar, die Filme sind mies, aber Connery kommt mit Würde aus ihnen raus. Einen unfassbaren Schund à la "Dirty Grandpa" oder "Jack & Jill" musste er nicht durchleben. De Niro und Pacino scheinen ja seit zwei Jahrzehnten bemüht, ihren sorgfältig aufgebauten Ruf mit Ach und Krach an die Wand zu fahren (teilweise mit Erfolg, denn wenn ich heute De Niro in einer Castingnews lese, dann ist das gleichbedeutend mit Interessensverlust meinerseits). Connery hatte ganz zum Schluss zwei, drei schlechte Filme und hat dann aufgehört, BEVOR es peinlich wurde.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4241
Casino Hille hat geschrieben: 22. Juli 2022 13:00 Klar, die Filme sind mies, aber Connery kommt mit Würde aus ihnen raus. Einen unfassbaren Schund à la "Dirty Grandpa" oder "Jack & Jill" musste er nicht durchleben.
Einen besseren Film zum Abschluss hätte ich ihm trotzdem gegönnt. Schade war auch, dass GGH ihn leider nicht mehr bis zum Ende begleiten konnte.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

4242
Ich liebe "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen". Kann bis heute nicht verstehen, warum der bei allen so schlecht ankommt. Klar, nichts anspruchsvolles, aber mir allemal lieber als die meisten Marvelfilme von heute. Vor allem dauert er nicht so lange.
Für mich persönlich ein super Abschlussfilm für Connery.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: 22. Juli 2022 12:48 Ich widerspreche euch komplett: Connery sehe ich sehr wohl als beachtlichen Charakterdarsteller mit gewaltigem Repertoire. Der trägt seine Rollen über sein Charisma und seinen Charme? Er war kaum bis gar nicht wandlungsfähig? Gut, wenn man nur seine Bondfilme, Indy 3 und vielleicht noch den Name der Rose gesehen hat, mag man zu dem Urteil kommen. Nur ignoriert man dann seine Auftritte in u.a. "Die Strohpuppe", "Marnie", "Das rote Zelt", "Verflucht bis zum jüngsten Tag", "Der Anderson-Clan", "Sein Leben in meiner Gewalt", "Der Wind und der Löwe", "Der Mann, der König sein wollte", "Robin und Marian", "Die Brücke von Arnheim", "Explosion in Cuba", "Die Unbestechlichen", "Jagd auf Roter Oktober" oder "Das Russland-Haus". Ehrlich gesagt fällt mir kaum ein anderer Schauspieler ein, der für mich seine ganze Karriere über auf diesem Weltklasse-Niveau gespielt hat.
Ich habe die sogar alle gesehen, und meine Meinung steht auch deswegen. Allerdings halte ich Connery nicht für einen eindimensionalen Darsteller, aber seine Wandlungsfähigkeit hat klare Grenzen. Harry Ford ist da sicherlich noch deutlich weniger begabt, und auch für ihn gilt, daß er das durch ein spezielles Charisma oft wieder wett macht. Na ja, so halbwegs ...

Daß die einst großartigen De Niro und Pacino oft nur noch nerven ist leider wahr, aber das hat andere Gründe.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: 22. Juli 2022 12:48 Nur ignoriert man dann seine Auftritte in u.a. "Die Strohpuppe", "Marnie", "Das rote Zelt", "Verflucht bis zum jüngsten Tag", "Der Anderson-Clan", "Sein Leben in meiner Gewalt", "Der Wind und der Löwe", "Der Mann, der König sein wollte", "Robin und Marian", "Die Brücke von Arnheim", "Explosion in Cuba", "Die Unbestechlichen", "Jagd auf Roter Oktober" oder "Das Russland-Haus".
Sehr schöne Auflistung, Lumets The Hill würde da auch noch prima reinpassen. Ich teile auch deine Einschätzung von Connerys darstellerischer Klasse uneingeschränkt. Ich denke die Tatsache, dass er seine schottischen Wurzeln in keiner Rolle je verleugnet könnte ist ein bisschen verantwortlich dafür sein, dass man ihm eine gewisse darstellerische Eindimensionalität unterstellt. Sehe ich aber überhaupt nicht so, im Gegenteil sorgt seine schauspielerische Klasse (in Kombination mit seiner einmaligen Leinwandpräsenz) dafür, dass man dem überhaupt keine Beachtung schenkt, wenn er beispielsweise einen Berber mit schottischem Akzent spielt. Denn dafür legt er seine Figuren viel zu vielschichtig und interessant an und ist vor allem mimisch auch immer in der Lage ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Situationen überzeugend abzudecken.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Daniel Craigs Nachfolger

4245
Ok, dann halt auch. :) Wird keinen überraschen, aber auch ich bin im Club der Connery-Verehrer. Ich würde noch einen drauf setzten und sagen er ist eine Charisma-Rampensau UND ein starker Mime. Er war immer das Eintrittsgeld wert und das kann ich nur von sehr wenigen Darstellern sagen. Er ist sicher kein Method-Actor und hat nie solche "Spielchen" getrieben wie Bale oder Day Lewis oder die oben genannten "ehemaligen" Schwergewichte. Sein überbordendes Charisma hätte er dafür vermutlich unterdrücken müssen und das dürfte praktisch unmöglich sein. Vielleicht hatte er auch schlicht kein Interesse an der Chamäleon-Schiene der Schauspielerei.
Vergleiche zwischen den Fähigkeiten von Mimen sind immer eine eher überflüssige Sache, Rollenwahl, Regie und Skript spielen da auch oft mit rein. Mich stört auch die immer gern getroffene Unterscheidung zwischen Filmstar (also Leuten wie Tom Cruise etc.) und Schauspielstar (also Leute wie DeNiro), als ob das eine nicht ohne das andere möglich wäre.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/