Mal vorweg: die Liste habe ich tatsächlich quick & dirty aus der Hüfte rausgehauen und das auch eher gefühlsmäßig. Will sagen: ich habe mir nicht bei jedem überlegt, welche Filme genau da definitiv als Klassiker durchgehen. Nichtsdestotrotz fallen mir bei allen eine Handvoll davon ein, auch ohne Überlegung. Aber aufgrund der eher ungenauen Vorgehensweise ist mir durchaus klar, dass da nicht alle Namen einer genauen Untersuchung standhalten (wenn wir von Spielbergs Volumen an Klassikern sprechen, wobei auch hier natürlich erst mal zu definieren wäre was genau bei ihm als Klassiker durchgeht und ich sehe da schon auch den einen oder anderen diskussionswürdigen Titel). Aber mir ging es ja auch eher um das Gesamtbild, nämlich dass es eben durchaus eine große Zahl an Regisseuren mit einer vergleichsweise hohen Zahl an Klassikern gibt.
Casino Hille hat geschrieben: 1. Dezember 2022 21:12
Auf Gefahr hin, mich jetzt brutal zu blamieren: Hat Coppola nicht letztlich nur den Paten und Apo Now zu verzeichnen? Was würdest du da hinsichtlich eines filmhistorischen Klassikerstatus da noch nennen? "Dracula"? "The Outsiders"? "Der Dialog"?
Tatsächlich sehe ich neben Pate 1, Pate 2 & Apo Now auch "nur" noch Der Dialog, den aber eigentlich unzweifelhaft (obwohl ich persönlich nicht viel damit anfangen kann, aber filmhistorisch hat der ja seine Meriten und gilt sicherlich auch nicht zu unrecht als Klassiker des Paranoia-Thrillers). Und tatsächlich ist Coppola wohl auch einer der Namen, die einer Überprüfung nicht standhalten.
Casino Hille hat geschrieben: 1. Dezember 2022 21:12Und gleich Blamage Nr. 2 hinterher: Was hat denn Roman Polański noch abseits von "Rosemaries Baby" und "Chinatown", das in so hohen Ehren gehalten wird? Ich liebe ja "Der Tod und das Mädchen", aber der hat wohl nicht dieses Maß an Anerkennung in der Filmgeschichte, von dem wir jetzt sprechen.
Zumindest Der Pianist und Tanz der Vampire würde ich da aber zweifelsfrei auch mitzählen. Es gibt darüberhinaus ein paar Filme, die diskutabel sind, z.B. der bereits von GP erwähnte Ekel oder auch Wenn Katelbach kommt (Cul-de-sac, btw: was für ein scheiss deutscher Titel

), wo ich aber nicht zwingend für einen Klassiker-Status argumentieren würde.
Casino Hille hat geschrieben: 1. Dezember 2022 21:12
Da bin ich vollkommen bei dir! Und bezogen auf die Diskussion von vor anderthalb Seiten: Genau deshalb finde ich es auch vermessen, Spielberg nicht als Künstler sehen zu wollen, denn in diesem filmhistorischen Konsens ist er bestens und verdientermaßen vertreten.
In einem Wort: ja!
GoldenProjectile hat geschrieben: 1. Dezember 2022 21:48
Die reichen. Sind immerhin drei Filme und mit die grössten "Klassiker" der gesamten Liste.
Das ist sicherlich auch beachtenswerter Punkt, aber da die Frage ja explizit nach der Quantität an Titeln war finde ich wie oben geschrieben Coppola tatsächlich diskutabel auf der Liste.
Casino Hille hat geschrieben: 1. Dezember 2022 21:12
Tatsächlich finde ich von der Liste den blutigen Sam mit am diskutierwürdigsten. Bis auf Wild Bunch, der nun wirklich ein "anerkannter Klassiker" ist, ist er mir bisher eher als "Nischenregisseur" erschienen - verglichen mit den anderen von der Liste natürlich.
Ich würde folgende Filme definitiv als Klassiker sehen: Wild Bunch, Straw Dogs, Ein Mann explodiert (für alle running-gag-Unkundigen: The Getaway) und Pat Garrett & Billy the Kid (Anatolischer Cut, gleich noch ein Insider-Gag

). Ride the High Country wäre für mich ein Fall wie die beiden zweifelhaften Polanskis. >> Unsere Samarathon-Auswahl ist ja nicht ohne Grund so.
Aber um mal auch noch ein Gegenbeispiel von einem wie ich finde der unzweifelhaftesten Namen auf der Liste zu bringen:
John Ford:
Stagecoach / Ringo
Drums along the Mohawk / Trommeln am Mohawk
My Darling Clementine / Faustrecht der Prärie
The Grapes of Wrath / Die Früchte des Zorns
She wore a yellow ribbon / Der Teufelshauptmann
Fort Apache / Bis zum letzten Mann
The Quiet Man / Der Sieger
The Searchers / Der schwarze Falke
The Man who shot Liberty Valance / Der Mann, der Liberty Valance erschoss
Und die Liste müsste auch damit nicht zwangsläufig zu Ende sein. Bei Ford sehe ich dann tatsächlich auch nur den Blockbuster-Aspekt, wo ihm Spielberg voraus wäre. Wobei Ford ja auch kommerziell sehr erfolgreich war.