Re: Timothy Dalton

226
Das sehe ich bei QOS beim besten Willen nicht. Für mich ist vor allem der Mangel an konsequenter Storyentwicklung und die auf ein Minimum eingedampften Dialoge der Hauptgrund warum ich den Film überhaupt nicht mag. Dagegen empfinde ich die eigenwillige optische Gestaltung vergleichsweise wenig störend. Bei CR liegt der Fall für mich deutlich anders, das ist gut geschrieben und schön entwickelt. Aber QOS? No way. Allerdings sollte man auch bei CR die Kirche im Dorf lassen. Sicherlich hat man hier mehr Wert auf Charaktertiefe und die Beziehungen der Figuren untereinander gelegt als in vielen Filmen der Vergangenheit (wobei LTK hier meiner Ansicht dem in nichts nachsteht), aber das ist ja nicht das einzige Qualitätskriterium für ein Drehbuch. Ansonsten müssten alle anspruchsvollen Drehbüchern denen der „leichten Muße“ per Definition überlegen sein. In Bezug auf die Dialoge ist es letztlich auch reine Geschmacksfrage ob man nun die pointierten Dialoge aus GF oder die aus CR besser findet. Ja, CR ist gut geschrieben aber sicherlich nicht der heilige Gral und allein aufgrund seines ernsthafteren Ansatzes für mich nicht per se allem Vorangegangenen überlegen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Timothy Dalton

227
Ist doch absolut konsequent entwickelt, und die Dialoge sind sehr gut, genauso gut wie in CR. Aber eher noch etwas besser in die Handlung eingebunden.

Aber ein anspruchsvolles Drehbuch hat sicher nichts mit geistreichen Dialogen zu tun (wobei die natürlich nicht schaden und auch eine Qualität für sich haben). Der Sinn des Drehbuches ergibt sich ohnehin erst in seiner Verfilmung. Und viele Regisseure ändern ja auch sehr viel beim Drehen.

Re: Timothy Dalton

228
Ich poste mal meinen Beitrag aus dem anderen thread, weil es grad gut passt:

Allgemein gibt es ja mehrere Arten von "Anspruch":
- Anspruch was die Darstellung angeht (starke Emotionen...)
- Anspruch was die Story angeht (entweder wegen Komplexität der Handlung oder wegen eines schwierigen Themas)
- Anspruch was die Umsetzung angeht
- Aspruch durch Doppeldeutigkeit oder bestimmte Motive die visuell unterstützt werden (das wäre sowas wie das BEispiel mit dem Bild in Skyfall)
- Anspruch durch Charakterentwicklung
...

Ich finde, QOS erzählt eine mittel-komplexe Story extrem effizient und mit wenigen Worten. Es gibt in der Tat wenig Exposion in den Dialogen und an vielen Stellen finde ich sogar, kann man aufgrund der Hektik in Bild und Dialog der eigentlichen Story kaum folgen. Allerdings sehe ich bei QOS leider weder die Fortführung des THemas Charakterentwicklung aus CR (zumindest nur wenig) noch sehe ich schöne Motive, wie sie bei CR wundervoll thematisiert werden (Poker--> Bluffen --> Jemandem etwas vorspielen --> jemandem Vertrauen können...)
Aber was meinst du mit "bemerkenswertem Komplexitätsgrad" bei QOS?
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Timothy Dalton

229
Maibaum hat geschrieben:Und generell denke ich schon das die Craig Bonds, schon rein vom Niveau von Story und Dialogen her, jeden der alten Bonds übertreffen. Absolut jeden.

Dem stimme ich absolut zu. Selbst wenn QOS als Film für mich weit hinter CR zurückbleibt - auch was das Drehbuch angeht - so haben die Filme seit Craig doch ein ganz anderes Story und Dialog Niveau.
Prinzipiell liegt das daran, weil an die Figuren ernst nimmt und ihnen auch Entwicklungen zutraut. Zudem sind die Beziehungen der Figuren zueinander viel besser ausgearbeitet. Platt gesprochen war es vor allem in der Moore Zeit so, dass Bond eigentlich 2/3 der Zeit zum Publikum geredet hat und nicht auf die Figuren eingegangen ist. Ähnlich in der Brosnan Zeit und späteren Connery Zeit.
Am Anfang war das bei Connery noch OK wobei es doch immer recht oberflächlich und "phrasen-reich" war.

Die Dialoge der Craig Filme sind einfach näher am echten Leben, und zudem, zumindest im Falle von CR, auch raffiniertet in Bezug auf die Späße und Sprüche (siehe die Neckereien zwischen Bond und Vesper; aber auch der Schlagabtausch zwischen Bond und M)
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Re: Timothy Dalton

230
danielcc hat geschrieben:Dem stimme ich absolut zu. Selbst wenn QOS als Film für mich weit hinter CR zurückbleibt - auch was das Drehbuch angeht - so haben die Filme seit Craig doch ein ganz anderes Story und Dialog Niveau.
Prinzipiell liegt das daran, weil an die Figuren ernst nimmt und ihnen auch Entwicklungen zutraut. Zudem sind die Beziehungen der Figuren zueinander viel besser ausgearbeitet. Platt gesprochen war es vor allem in der Moore Zeit so, dass Bond eigentlich 2/3 der Zeit zum Publikum geredet hat und nicht auf die Figuren eingegangen ist. Ähnlich in der Brosnan Zeit und späteren Connery Zeit.
Am Anfang war das bei Connery noch OK wobei es doch immer recht oberflächlich und "phrasen-reich" war.

Die Dialoge der Craig Filme sind einfach näher am echten Leben, und zudem, zumindest im Falle von CR, auch raffiniertet in Bezug auf die Späße und Sprüche (siehe die Neckereien zwischen Bond und Vesper; aber auch der Schlagabtausch zwischen Bond und M)
Das ist aber alles kein ultimatives Qualitätskriterium. Wie ich gestern schon schrieb: mehr Ernsthaftigkeit, Realismus oder der vielzitierte „Anspruch“ machen ein Drehbuch oder das was man davon im fertigen Film davon zu vermuten meint nicht automatisch besser. Ist das Drehbuch von CR besser als das von Die Abenteuer des Rabbi Jacob? Gut, schlechtes Beispiel weil im De Funes-Film auf den verschiedenen Ebenen und den Beziehungen zwischen den Personen vermutlich wesentlich mehr „Anspruch“ versteckt ist als in CR. Aber nehmen wir meintehalben die brillante Klamaukerei „Dumm und Dümmer“, für mich fabelhaft gespielt und eben auch sehr schön erzählt und die Story und die grotesken Szenen sind sehr gut entwickelt. Auch die Dialoge sind einfach herrlich. Anspruch? Nö. Ernsthaftigkeit? Nö. Realismus? Nö. Tiefgehende Beziehungen zwischen den Figuren. Nö. Deshalb ist das Drehbuch (oder das was ich davon im fertigen Film davon zu vermuten meine) trotzdem toll geschrieben und steht meiner Meinung dem von CR nicht nach. Ich kann verstehen, dass man es toll findet dass plötzlich auch im James Bond-Universum durch das Thema „Anspruch“ da eine neue Tür aufgestossen wird und einem das super gefällt. Aber dies dann automatisch über alles bisher gewesene zu stellen halte ich für nicht zielführend. Ein Drehbuch für einen Film wie TSWLM oder FYEO lebt nun mal von anderen Zutaten als eines zu den Craigfilmen und eine gut entwickelte Story, schön ge- oder überzeichnete Charaktere, vergnügliche Situationen, prickelnde und pointierte Dialoge und schöne Oneliner sind genauso ein Qualitätskriterium wie das „Anspruch-Dingens“.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Timothy Dalton

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AnatolGogol hat geschrieben:
danielcc hat geschrieben:Dem stimme ich absolut zu. Selbst wenn QOS als Film für mich weit hinter CR zurückbleibt - auch was das Drehbuch angeht - so haben die Filme seit Craig doch ein ganz anderes Story und Dialog Niveau.
Prinzipiell liegt das daran, weil an die Figuren ernst nimmt und ihnen auch Entwicklungen zutraut. Zudem sind die Beziehungen der Figuren zueinander viel besser ausgearbeitet. Platt gesprochen war es vor allem in der Moore Zeit so, dass Bond eigentlich 2/3 der Zeit zum Publikum geredet hat und nicht auf die Figuren eingegangen ist. Ähnlich in der Brosnan Zeit und späteren Connery Zeit.
Am Anfang war das bei Connery noch OK wobei es doch immer recht oberflächlich und "phrasen-reich" war.

Die Dialoge der Craig Filme sind einfach näher am echten Leben, und zudem, zumindest im Falle von CR, auch raffiniertet in Bezug auf die Späße und Sprüche (siehe die Neckereien zwischen Bond und Vesper; aber auch der Schlagabtausch zwischen Bond und M)
Das ist aber alles kein ultimatives Qualitätskriterium. Wie ich gestern schon schrieb: mehr Ernsthaftigkeit, Realismus oder der vielzitierte „Anspruch“ machen ein Drehbuch oder das was man davon im fertigen Film davon zu vermuten meint nicht automatisch besser. Ist das Drehbuch von CR besser als das von Die Abenteuer des Rabbi Jacob? Gut, schlechtes Beispiel weil im De Funes-Film auf den verschiedenen Ebenen und den Beziehungen zwischen den Personen vermutlich wesentlich mehr „Anspruch“ versteckt ist als in CR. Aber nehmen wir meintehalben die brillante Klamaukerei „Dumm und Dümmer“, für mich fabelhaft gespielt und eben auch sehr schön erzählt und die Story und die grotesken Szenen sind sehr gut entwickelt. Auch die Dialoge sind einfach herrlich. Anspruch? Nö. Ernsthaftigkeit? Nö. Realismus? Nö. Tiefgehende Beziehungen zwischen den Figuren. Nö. Deshalb ist das Drehbuch (oder das was ich davon im fertigen Film davon zu vermuten meine) trotzdem toll geschrieben und steht meiner Meinung dem von CR nicht nach. Ich kann verstehen, dass man es toll findet dass plötzlich auch im James Bond-Universum durch das Thema „Anspruch“ da eine neue Tür aufgestossen wird und einem das super gefällt. Aber dies dann automatisch über alles bisher gewesene zu stellen halte ich für nicht zielführend. Ein Drehbuch für einen Film wie TSWLM oder FYEO lebt nun mal von anderen Zutaten als eines zu den Craigfilmen und eine gut entwickelte Story, schön ge- oder überzeichnete Charaktere, vergnügliche Situationen, prickelnde und pointierte Dialoge und schöne Oneliner sind genauso ein Qualitätskriterium wie das „Anspruch-Dingens“.
Das sind wir absolut einer Meinung.

Die Craig Filme sind für mich deswegen besser, weil sie nicht soviel von ihrem Potential verschenken. Die alten Bond Filme haben es sich oft zu einfach gemacht und statt auf Eleganz auf Plattheit gesetzt.
Aber der direkte Vergleich gerade zwischen TSWLM und CR ist tasächlich gar nicht so einfach. Und der Vergleich von Komödien zu den sogenannten "ernsthaften" Filmen ist fast unmöglich. Eine Komödie die witzig ist eigentlich immer schon automatisch ein Film mit Anspruch, egal wie platt die Gags daherkommen.

Bei den alten Bonds Filmen sind immer zu viele Sachen enthalten wo ich sage "Mensch, das wäre doch so einfach gewesen es besser zu machen", aber die Craig Filme sind wie sie sind.

Re: Timothy Dalton

232
Der Thread hier zaubert bei mir ein breites Grinsen auf das Gesicht. Ich dachte immer ich bin der Einzige für den Dalton die Nr. 1 als Bond ist. Die Gründe wurden hier schon angesprochen. Er Zeigt Gefühle springt nicht sofort und ständig mit den Frauen ins Bett. Sondern ihm ist seine Arbeit wichtig.
Schade, dass er nicht mehr gedreht hat. Apropos:
Was macht TD eigentlich gerade?
OT: More Power! ;-)

Re: Timothy Dalton

233
Cool, noch ein Dalton-als-Bond-Fan! :D

Soweit ich weiss war sein letzter Auftritt als Filmschauspieler vor zwei Jahren in The Tourist, seither hat er zudem für einige (Kurz)filme seine Stimme zur Verfügung gestellt. Ausserdem wird er nach wie vor am Theater engagiert sein.
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Timothy Dalton

234
asterixer hat geschrieben:Der Thread hier zaubert bei mir ein breites Grinsen auf das Gesicht. Ich dachte immer ich bin der Einzige für den Dalton die Nr. 1 als Bond ist. Die Gründe wurden hier schon angesprochen. Er Zeigt Gefühle springt nicht sofort und ständig mit den Frauen ins Bett. Sondern ihm ist seine Arbeit wichtig.
Schade, dass er nicht mehr gedreht hat.
:) Ich fand Dalton in der Bondrolle auch klasse. Meiner Meinung nach kommt er mit seiner Darstellung dem Bond aus den Fleming-Romanen am nächsten.
Plenty O'Toole: I'm Plenty!
James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)

Re: Timothy Dalton

235
ob jetzt dalton oder craig von deren interpretation der rolle näher am fleming'schen original sind, da bin ich mir nicht so sicher... die drehbücher bei craig sind aber insgesamt gesehen wohl besser...

dafür finde ich, dass dalton von allen darstellern dem fleming'schen bond am ähnlichsten sieht. jedenfalls in meiner vorstellung, wenn ich die bücher oder die beschreibungen von fleming las, dann hatte ich immer jemanden wie dalton im kopf, mit den schwarzen haaren, der locke über der stirn und dem schmalen gesicht...
Bond... JamesBond.de

Re: Timothy Dalton

236
Gernot hat geschrieben:dafür finde ich, dass dalton von allen darstellern dem fleming'schen bond am ähnlichsten sieht. jedenfalls in meiner vorstellung, wenn ich die bücher oder die beschreibungen von fleming las, dann hatte ich immer jemanden wie dalton im kopf, mit den schwarzen haaren, der locke über der stirn und dem schmalen gesicht...
Ja, vom Aussehen sowieso. Vom Aussehen verbinde ich Daniel Craig - offen gesagt - nach wie vor am wenigsten mit James Bond von den bisherigen Bond-Darstellern. :|
Plenty O'Toole: I'm Plenty!
James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)

Re: Timothy Dalton

238
Gernot hat geschrieben:also so wie er zb. hier in meinem avatar-bild aussieht, sieht craig für mich schon sehr nach bond aus...! ;)
Mein Beitrag ist weg, daher nur noch in Kurzform:

Ja, das Bild ist klasse. In meiner Vorstellung war Bond immer schwarzhaarig, hat regelmäßige Gesichtszüge - ein attraktiver Gentleman. Daniel Craig in ein wirklich klasse Schauspieler - sehr viril, humorvoll und lässig. Aber als sehr attraktiv würde ich ihn nicht bezeichnen, zumindest weniger attraktiv als die anderen bisherigen Bonddarsteller.
Plenty O'Toole: I'm Plenty!
James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)

Re: Timothy Dalton

239
Tanaka hat geschrieben:
Gernot hat geschrieben:also so wie er zb. hier in meinem avatar-bild aussieht, sieht craig für mich schon sehr nach bond aus...! ;)
Mein Beitrag ist weg, daher nur noch in Kurzform:

Ja, das Bild ist klasse. In meiner Vorstellung war Bond immer schwarzhaarig, hat regelmäßige Gesichtszüge - ein attraktiver Gentleman. Daniel Craig in ein wirklich klasse Schauspieler - sehr viril, humorvoll und lässig. Aber als sehr attraktiv würde ich ihn nicht bezeichnen, zumindest weniger attraktiv als die anderen bisherigen Bonddarsteller.
Das Urteil würde ich eher den Frauen überlassen.

Für mich als Mann ist die Frage eher: Ist er cool, hat er die richtige Ausstrahlung von Charme bis Härte, will ich so sein wie er, ist er glaubhaft in Action und in den Frauenszenen...

Da bevorzuge ich Craig allemal gegenüber Moore, Brosnan oder Dalton ohne diese abwerten zu wollen
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Timothy Dalton

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danielcc hat geschrieben:Das Urteil würde ich eher den Frauen überlassen.
Die Damen in meinem Bekannten- und Freundeskreis oder auch meine Partnerin finden Daniel Craig zwar maskulin, jedoch weniger gutaussehend als etwa Sir Sean Connery.
danielcc hat geschrieben:Für mich als Mann ist die Frage eher: Ist er cool, hat er die richtige Ausstrahlung von Charme bis Härte, will ich so sein wie er, ist er glaubhaft in Action und in den Frauenszenen...

Da bevorzuge ich Craig allemal gegenüber Moore, Brosnan oder Dalton ohne diese abwerten zu wollen.
Von diesem Blickwinkel aus betrachet, würde ich eher wie Connery oder Dalton sein wollen als wie Craig. Brosnan mag vielleicht gut aussehen, mir war er aber immer zu glatt. Aber jeder hat da einen anderen Geschmack. Craig ist sehr cool und lässig, den Gentleman kaufe ich ihm jedoch weniger ab als Connery oder Dalton. Aber wahrscheinlich wirkt das gentlemanhafte aus der Zeit der 1960er auch heute nur noch antiquitiert und muss es mit Action und besonderer Lässigkeit bringen.
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James Bond: But of course you are!
("Diamonds Are Forever", 1971)