James Bond 007 - Ein Quantrum Trost (Quantum of Solace), 2008
Mit ein Quantum Trost kam das erste mal in der Franchise-Geschichte ein direkter Nachfolger. Der Film schließt inhaltlich unmittelbar an Casino Royale an. Craig kehrt als 007 zurück, genau wie Judi Dench als M. Unterstützt wird der MI6 erstmal von Rory Kinnear als Bill Tanner. Der Bösewicht wird von Mathieu Almaric gespielt, die Bondgirls von Olga Kurylenko und Gemma Arterton. Wie beim Vorgänger schon dabei: Jeffrey Wright als Felix leiter. Regisseur des Films ist der Marc Foster, welcher aus Deutschland kommt. (somit der erste deutsche Regisseur in der Geschichte von 007)
Nachdem Bond Mr. White gefangen genommen hatte, will der MI6 alles daran setzen herauszufinden welche Organisation hinter ihm steht und hinter Le Chiffre stand. Beim Versuch White zu verhören kommt es zu einem Zwischenfall und er kann fliehen. Auf der Suche nach White und der Organisation hinter ihm, führt der Weg zu Dominic Greene, Umweltschützer und Leiter einer wohltätigen Organisation. Schon bald gibt es erste Verbindungen zu White, Le Chiffre und der Organisation welche Bond jagt..
Der Film beginnt mit einer rasanten Eröffnungssequenz die es in sich hat. Hier wird eine großartige Autoverfolgung gezeigt, die zwar schnell geschnitten ist, was vielen nicht gefallen mag, aber dennoch sehr unterhaltsam ist. Die Kamerafahrt zu Beginn über den Gardasee ist übrigens äußerst gelungen und toll anzusehen. Daniel Craig ist wieder einmal großartig als Agent mit der Lizenz zum töten und überzeugt erneut als menschlichste Ausgabe des britischen Agenten. Das Thema Rache, das seit Licence to kill nicht mehr so präsent war, ist gut in den Film integriert und wird klasse umgesetzt. Darstellerisch ist der Film äußerst gelungen und gerade der oft als 'schwach' kritisierte Almaric und dessen Figur Dominic Greene haben mir hier sehr gut gefallen. Dieses Anfangs ruhige und beherrschte, dann aber wahnsinnige ist so verdammt gut gespielt. Eine Figur die einem unangenehm ist. Kurylenko als Bondgirl ist ebenfalls gelungen besetzt und überzeugt mit ihrer Darbietung. Sie und Bond/Craig harmonieren im Film perfekt und die Richtung der beiden ist klar vorgegeben und wird im Film gut umgesetzt. Mir gefällt wie sie an einem Strang ziehen und einander verstehen, Verständnis haben und zusammenarbeiten. Mir gefiel wie die Charaktere eingesetzt wurden und miteinander umgingen. Sehr gut.
Die Action im Film ist eigentlich immer sehr unterhaltsam und spannend umgesetzt. Vor allem punkten hier die Eröffnungssequenz und das starke Finale. Der Film wirkt nicht immer so typisch Bond, was auch an dem Höhepunktarmen Soundtrack liegt, der die tollen Szenen im Film nur selten hochwertig unterstützt. Auch sonst ist der Film irgendwie 'der besondere Bond' für mich, weil er eine direkte Fortsetzung ist, viele typische Elemente weglässt und dennoch einiges richtig macht. Aber weiter zur Action und der Umsetzung. Die tollen Kameraaufnahmen von Roberto Schaefer können sich durchaus sehen lassen. Was manchmal aber mich persönlich selten gestört hat sind die schnellen Schnitte, die es zwischendurch etwas unübersichtlich gemacht haben. Manchmal hätte ich mir lange und große Aufnahmen gewünscht, statt viele, schnelle Schnitte. Schade drum. Dennoch weit entfernt von einem Totalausfall.
Der Film hat mit Italien, Österreich, England, Panama, Venezuela, Mexiko und Chile einige tolle Drehorte zu bieten und setzt vor allem Italien und Panama gut ein. Eigentlich ist jeder Drehort gelungen. Auch die Seebühne in Bregenz ist ein großartiger Drehort der für eine fantastische Szene genutzt wurde. Stark umgesetzt und toll eingesetzt. Der Film selber punktet übrigens auch durch das tolle Ende, das irgendwie signalisieren könnte, das wir nun den Bond haben, den wir kennen. Mal abwarten ob dies wirklich der Fall ist. Ein Quantum Trost ist jedenfalls ein unterhaltsamer, spannender Bond der vieles richtig macht, zwischendurch aber zu hastig ist was seine Actionaufnahmen angeht. Die Figur von Arterton wurde etwas verschenkt, was daran liegen könnte das ich die Frau zu schön für 5 Minuten finde. Dafür bekamen wir eine tolle Rückkehr von der Figur Mathis, die hier für ganz tolle, emotionale Momente sorgt. Ebenfalls schade ist, das die Organisation im Film zu kurz kommt und man praktisch nur den Handlungsbogen mit Vesper und Bonds Verarbeitung des Ganzen beendet. Hier wäre mehr drin gewesen. Dennoch, Craig ist großartig und cool in der Rolle, eine echte Bereicherung. Man darf gespannt sein wo der Weg mit ihm noch hinführen wird.
8/10
Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1292Ich fand Craig liefert hier seine schwächste Bond-Vorstellung, mag aber auch am Skript liegen, das ihm außer der "Ein Mann sieht rot"-Schiene praktisch nichts zugesteht. Die PTS finde ich eher schwach. Durch die schnellen Schnitte wirkt es einigermaßen - zugleich aber auch sehr unübersichtlich - rasant, aber im Prinzip ist das eine 08/15 Autoverfolgung die im Nu vorbei ist. Da gibt es im Vorbild Bourne weit bessere Sequenzen. Ich mag sie alle vier sehr gerne.
Zuletzt geändert von vodkamartini am 27. Oktober 2015 16:39, insgesamt 1-mal geändert.
http://www.vodkasreviews.de
https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1293Ich mag sie alle (auch Teil 4) und liebe QoS.vodkamartini hat geschrieben:Ich mag sie vier sehr gerne.
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Früher war mehr Atombombe
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1294QOS wäre als Bourne 4 sehr gut gewesen, als Bond allerdings weniger.
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1295Schöne Kritik, Agent 009. Auch wenn ich QoS höher bewerte als Du und keine Probleme mit den Schnitten habe.
Off topic:
Gerade Bourne Identität finde ich sehr gelungen, spannend erzählt und gut gespielt von Matt Damon und auch Franka Potente (!). Damon macht einen verdammt guten Job, seine Verzweiflung, seine Suche nach seiner Herkunft nehme ich ihm zur jeden Sekunde ab. Auch die Actionszenen können sich sehen lassen. Dadurch, dass der Film im Winter spielt, wirkt er vielleicht etwas grau.
Off topic:
Gerade Bourne Identität finde ich sehr gelungen, spannend erzählt und gut gespielt von Matt Damon und auch Franka Potente (!). Damon macht einen verdammt guten Job, seine Verzweiflung, seine Suche nach seiner Herkunft nehme ich ihm zur jeden Sekunde ab. Auch die Actionszenen können sich sehen lassen. Dadurch, dass der Film im Winter spielt, wirkt er vielleicht etwas grau.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1296Zustimmung in allen Punkten, Agent009! Wie immer eine lesenswerte Kritik und ich wundere mich immer wieder, wie ich QOS jemals ans Ende meiner Rangliste habe verdammen können.
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1297Die Organisation ließ man sich ja eigentlich ganz geschickt offen. Sie ist nun entweder zerschlagen nach QOS oder kann später wieder aufgegriffen werden. Das SF sich für ersteres entschieden hat, würde ich QOS nicht anlasten.Agent 009 hat geschrieben:Ebenfalls schade ist, das die Organisation im Film zu kurz kommt und man praktisch nur den Handlungsbogen mit Vesper und Bonds Verarbeitung des Ganzen beendet.
Na ja, was fehlt denn groß an typischen Elementen? QOS ist doch eigentlich recht klassisch.Agent 009 hat geschrieben:Auch sonst ist der Film irgendwie 'der besondere Bond' für mich, weil er eine direkte Fortsetzung ist, viele typische Elemente weglässt
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/
Let the sheep out, kid.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1298Hinter TWTGG?00T hat geschrieben:Zustimmung in allen Punkten, Agent009! Wie immer eine lesenswerte Kritik und ich wundere mich immer wieder, wie ich QOS jemals ans Ende meiner Rangliste habe verdammen können.

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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1299Nein, ein Bondfilm hinter TMWTGG geht bei mir gar nicht. 
Nach der ersten Sichtung war QOS im Schlusslicht meiner Rangliste, jedoch hat er sich mit jeder Sichtung deutlich gesteigert, im Gegensatz zu TMWTGG.

Nach der ersten Sichtung war QOS im Schlusslicht meiner Rangliste, jedoch hat er sich mit jeder Sichtung deutlich gesteigert, im Gegensatz zu TMWTGG.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1300Sehr schöne Kritik, Agent 009! Punkte hättest du auch noch zwei mehr vergeben können. 

"Warum hast du ihn geheiratet? - "Er hat mir gesagt er liebt mich." - "Das klingt immer gut."
Tomorrow never dies (1997)
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1301Och nö, das reicht. Ist eh schon einer zu viel 

"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."
Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1302Zwei zu viel 

We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1303Banausen. 

"Warum hast du ihn geheiratet? - "Er hat mir gesagt er liebt mich." - "Das klingt immer gut."
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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1304Lass Dich nicht ärgern, Du hast so was von recht.Hannes007 hat geschrieben:Banausen.

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Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
1305Craig-Marathon Teil 2: Ein Quantum Trost
Am Anfang habe ich den Film überhaupt nicht gemocht. CR war ja schon eine Herausforderung für mich und als ich mich dann einigermaßen an CR gewöhnt hatte, kam schließlich QOS raus. Davon war ich anfangs gar nicht begeistert. Mittlerweile hat sich das aber ein wenig geändert.
Fange ich mal mit der PTS an: Sie ist zum Teil sehr unübersichtlich und es ist schwer zu verstehen, wer hier eigentlich wen verfolgt oder wer nur zufällig hineingeraten ist. Das liegt an dem Schnitt, der mir aber allgemein in diesem Film negativ aufgefallen ist. Das Ende der PTS ist dafür ganz stark, auch der Soundtrack ist hier sehr gut!
Der Titelsong sticht nicht sonderlich heraus. Er ist mittelmäßig bis schwach. Die Einblendungen in der TS sagen mir überhaupt nicht zu: Immer wieder gibt es hier Gunbarrel-ähnliche Einblendungen, die wohl als Entschädigung für das Fehlen der GB zu Beginn gedacht sind, aber durch diese permanente Wiederholung verlieren sie an Bedeutung und sind irgendwann nur noch nervig.
Nach der TS gibt es jetzt aber auch mal Szenen, in denen ich den Schnitt äußerst passend finde. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Kampf zwischen Bond und Craig Mitchell im Glockenturm. Diese Szene finde ich äußerst spannend, jeder ist kurz davor, die Waffe zu erreichen und den anderen zu erschießen, aber immer kommt etwas dazwischen. Diese Spannung ist nicht zuletzt dem Schnitt zu verdanken, der sich hier zwar nicht wesentlich von dem im Rest des Filmes unterscheidet, hier aber wirklich passend ist.
Dem Kampf mit Mitchell konnte ich somit noch viel abgewinnen, bei dem Kampf mit Slate sieht es schon anders aus. Erst einmal brauche ich keine zwei Actionszenen dieser Form so unmittelbar hintereinander. Zudem habe ich das Gefühl, dass diese Szene niemandem etwas bringt. Die hätte man weglassen können.
Sehr gelungen finde ich den Track "Pursuit At Port Au Prince", auch die Szenen dazu gefallen mir, zumindest zu Beginn. Leider wird auch diese Szene im weiteren Verlauf unnötig beschleunigt, sodass ich irgendwann nicht mehr wirklich folgen kann, was hier gerade passiert.
Anschließend geht es weiter in Bregenz. Die Schießerei in der Oper wird viel zu stark von Musik unterlegt. Vom eigentlichen Geschehen hört man gar nichts mehr. Damit wirkt die Szene ziemlich langweilig. Auf mich wirkt es beinahe so, als gehört es gar nicht in den Film, die ganze Szene fühlt sich somit wie ein Fremdkörper an, wobei ich rein vom optischen durchaus Potential sehe.
Dannach tötet Bond den Leibwächter des Premierministers (oder jemand ähnliches), weshalb M Bonds Karten usw. sperren lässt. Diese Entscheidung kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Klar ist, dass Bond einen Fehler gemacht hat. Trotzdem besitzt er immer noch die Lizenz zum Töten. So eine Verwechslung ist tragisch, aber die Folgen davon halte ich für überzogen und lassen den weiteren Verlaug lächerlich aussehen.
Dadurch bleibt jetzt nur noch Mathis, der Bond helfen kann und beide reisen nach Bolivien. Auf der Party von Greene ist es für mich zu keiner Zeit ersichtlich, dass jemand Mathis einfängt, verprügelt und in den Kofferraum sperrt. Das wäre aber durchaus sinnvoll gewesen. So wirkt die Szene, in der Mathis schließlich im Kofferraum liegt, ziemlich merkwürdig. Auch verstehe ich Bonds Kommentar auf die Forderungen der Polizisten nicht. Weiss Bond, dass Mathis da liegt? Wissen die Polizisten dass? Was wollen sie sonst in dem Kofferraum? Hier fehlt für mich eindeutig eine Schlüssenszene.
Konsequent und auch gut fand ich die Entscheidung Bonds, anschließend die Polizisten zu töten und den Tatort anders hinzurichten. Das hat an dieser Stelle gepasst.
Bei den Flugzeugszenen in der Wüste geht es mir mal wieder zu schnell. Auch hier ist es teilweise schwer, zu folgen. Im Vergleich zu früheren Szenen gefällt mir diese Szene aber deutlich besser.
Sehr überraschend kommt die Entdeckung des Damms. Das liegt auch daran, dass man vorher praktisch nie auf die Dürre eingegangen ist und auch nie betroffene Orte gezeigt hat.
Dass Bond jetzt suspendiert wird ist wirklich unnötig, wenn ich den Film gucke habe ich spätestens ab der Szene, in der M Bonds Pässe und Karten sperrt das Gefühl, dass Bond nun so gut wie suspendiert ist. Dass er jetzt wirklich suspendiert wird bringt nichts neues und ändert nichts an der Situation. Diese Szene finde ich unnötig.
Gut gefallen hat mir das Gespräch zwischen Bond und Leiter, in der Leiter Bond schnell über alles informiert, bevor die CIA-Schurken zuschlagen können. Sehr cool finde ich Leiters Verhalten: Von dem Zugriff ist er sichtlich unbeeindruckt.
Die Szenen im Wüstenhotel gefallen mir im wesentlichen, aber auch hier habe ich hin und wieder Probleme, der Handlung zu folgen, da zu schnelle Szenenwechsel vorliegen. Trotzdem eine sehr spektakuläre Szene.
Dass Bond Greene nur mit Öl in der Wüste aussetzt passt in die Situation, nicht zuletzt deshalb, weil es in Greenes Geschäften die ganze Zeit nur ums Wasser und nicht um Öl ging.
Am Ende werden noch Andeutungen gemacht, dass die unterirdischen Dämme nun mithilfe von Greenes Mitarbeitern zerstört werden sollen, aber leider wird dies nicht weiter verfolgt oder fortgeführt. Hier hätte man zumindest noch Pläne oder so etwas zeigen können, wo überall sich die Dämme befinden, oder sogar dessen Zerstörung. Ich habe immer das Gefühl, hier gibt es noch viel, was man darüber in künftigen Filmen noch erzählen könnte. Leider fürchte ich, wird dies nie mehr passieren. Skyfall hat einen anderen Weg eingeschlagen. Selbst wenn Spectre Themen aus QOS aufgreifen sollte glaube ich, dass dies nicht mehr thematisiert wird, dafür ist es einfach zu lange her.
Offen bleibt für mich die Frage, wo sich Greene die Kugeln eingefangen hat. Ich gehe mal davon aus, dass es jemand war, den Greene betrogen hat, aber leider wird darauf nicht weiter eingegangen. Diese Bemerkung hätte man sich komplett sparen sollen.
Dass die Gunbarrel am Ende des Filmes ist finde ich passend, da man CR und QOS als Zweiteiler sehen kann. Trotzdem hoffe ich für die Zukunft, dass der Trend wieder hin zu einer GB zu Beginn führt, gerade auch, weil es so viele Themen aus QOS gibt, die man fortführen könnte und dann macht meine Begründung für die GB am Ende von QOS keinen Sinn mehr. Etwas anderes, was mich an der Gunbarrel stört ist, dass sie mit den ersten Tönen des Bond-Themas einsetzt. So wirkt sie nicht mehr wie ein Teil des Films, sondern ziemlich abgehakt. Eine musikalische Überleitung wie in SF wäre besser gewesen und würde die GB mehr wie ein Teil des Filmes wirken lassen.
Mehr als 7/10 kann ich dem Film nicht geben. Ich denke, damit ist er gut bedient. Im Craig-Ranking steht er derzeit auf Platz drei und ehrlich gesagt hoffe ich, dass er in wenigen Wochen auf die 4 abrutschen wird.
Am Anfang habe ich den Film überhaupt nicht gemocht. CR war ja schon eine Herausforderung für mich und als ich mich dann einigermaßen an CR gewöhnt hatte, kam schließlich QOS raus. Davon war ich anfangs gar nicht begeistert. Mittlerweile hat sich das aber ein wenig geändert.
Fange ich mal mit der PTS an: Sie ist zum Teil sehr unübersichtlich und es ist schwer zu verstehen, wer hier eigentlich wen verfolgt oder wer nur zufällig hineingeraten ist. Das liegt an dem Schnitt, der mir aber allgemein in diesem Film negativ aufgefallen ist. Das Ende der PTS ist dafür ganz stark, auch der Soundtrack ist hier sehr gut!
Der Titelsong sticht nicht sonderlich heraus. Er ist mittelmäßig bis schwach. Die Einblendungen in der TS sagen mir überhaupt nicht zu: Immer wieder gibt es hier Gunbarrel-ähnliche Einblendungen, die wohl als Entschädigung für das Fehlen der GB zu Beginn gedacht sind, aber durch diese permanente Wiederholung verlieren sie an Bedeutung und sind irgendwann nur noch nervig.
Nach der TS gibt es jetzt aber auch mal Szenen, in denen ich den Schnitt äußerst passend finde. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Kampf zwischen Bond und Craig Mitchell im Glockenturm. Diese Szene finde ich äußerst spannend, jeder ist kurz davor, die Waffe zu erreichen und den anderen zu erschießen, aber immer kommt etwas dazwischen. Diese Spannung ist nicht zuletzt dem Schnitt zu verdanken, der sich hier zwar nicht wesentlich von dem im Rest des Filmes unterscheidet, hier aber wirklich passend ist.
Dem Kampf mit Mitchell konnte ich somit noch viel abgewinnen, bei dem Kampf mit Slate sieht es schon anders aus. Erst einmal brauche ich keine zwei Actionszenen dieser Form so unmittelbar hintereinander. Zudem habe ich das Gefühl, dass diese Szene niemandem etwas bringt. Die hätte man weglassen können.
Sehr gelungen finde ich den Track "Pursuit At Port Au Prince", auch die Szenen dazu gefallen mir, zumindest zu Beginn. Leider wird auch diese Szene im weiteren Verlauf unnötig beschleunigt, sodass ich irgendwann nicht mehr wirklich folgen kann, was hier gerade passiert.
Anschließend geht es weiter in Bregenz. Die Schießerei in der Oper wird viel zu stark von Musik unterlegt. Vom eigentlichen Geschehen hört man gar nichts mehr. Damit wirkt die Szene ziemlich langweilig. Auf mich wirkt es beinahe so, als gehört es gar nicht in den Film, die ganze Szene fühlt sich somit wie ein Fremdkörper an, wobei ich rein vom optischen durchaus Potential sehe.
Dannach tötet Bond den Leibwächter des Premierministers (oder jemand ähnliches), weshalb M Bonds Karten usw. sperren lässt. Diese Entscheidung kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Klar ist, dass Bond einen Fehler gemacht hat. Trotzdem besitzt er immer noch die Lizenz zum Töten. So eine Verwechslung ist tragisch, aber die Folgen davon halte ich für überzogen und lassen den weiteren Verlaug lächerlich aussehen.
Dadurch bleibt jetzt nur noch Mathis, der Bond helfen kann und beide reisen nach Bolivien. Auf der Party von Greene ist es für mich zu keiner Zeit ersichtlich, dass jemand Mathis einfängt, verprügelt und in den Kofferraum sperrt. Das wäre aber durchaus sinnvoll gewesen. So wirkt die Szene, in der Mathis schließlich im Kofferraum liegt, ziemlich merkwürdig. Auch verstehe ich Bonds Kommentar auf die Forderungen der Polizisten nicht. Weiss Bond, dass Mathis da liegt? Wissen die Polizisten dass? Was wollen sie sonst in dem Kofferraum? Hier fehlt für mich eindeutig eine Schlüssenszene.
Konsequent und auch gut fand ich die Entscheidung Bonds, anschließend die Polizisten zu töten und den Tatort anders hinzurichten. Das hat an dieser Stelle gepasst.
Bei den Flugzeugszenen in der Wüste geht es mir mal wieder zu schnell. Auch hier ist es teilweise schwer, zu folgen. Im Vergleich zu früheren Szenen gefällt mir diese Szene aber deutlich besser.
Sehr überraschend kommt die Entdeckung des Damms. Das liegt auch daran, dass man vorher praktisch nie auf die Dürre eingegangen ist und auch nie betroffene Orte gezeigt hat.
Dass Bond jetzt suspendiert wird ist wirklich unnötig, wenn ich den Film gucke habe ich spätestens ab der Szene, in der M Bonds Pässe und Karten sperrt das Gefühl, dass Bond nun so gut wie suspendiert ist. Dass er jetzt wirklich suspendiert wird bringt nichts neues und ändert nichts an der Situation. Diese Szene finde ich unnötig.
Gut gefallen hat mir das Gespräch zwischen Bond und Leiter, in der Leiter Bond schnell über alles informiert, bevor die CIA-Schurken zuschlagen können. Sehr cool finde ich Leiters Verhalten: Von dem Zugriff ist er sichtlich unbeeindruckt.
Die Szenen im Wüstenhotel gefallen mir im wesentlichen, aber auch hier habe ich hin und wieder Probleme, der Handlung zu folgen, da zu schnelle Szenenwechsel vorliegen. Trotzdem eine sehr spektakuläre Szene.
Dass Bond Greene nur mit Öl in der Wüste aussetzt passt in die Situation, nicht zuletzt deshalb, weil es in Greenes Geschäften die ganze Zeit nur ums Wasser und nicht um Öl ging.
Am Ende werden noch Andeutungen gemacht, dass die unterirdischen Dämme nun mithilfe von Greenes Mitarbeitern zerstört werden sollen, aber leider wird dies nicht weiter verfolgt oder fortgeführt. Hier hätte man zumindest noch Pläne oder so etwas zeigen können, wo überall sich die Dämme befinden, oder sogar dessen Zerstörung. Ich habe immer das Gefühl, hier gibt es noch viel, was man darüber in künftigen Filmen noch erzählen könnte. Leider fürchte ich, wird dies nie mehr passieren. Skyfall hat einen anderen Weg eingeschlagen. Selbst wenn Spectre Themen aus QOS aufgreifen sollte glaube ich, dass dies nicht mehr thematisiert wird, dafür ist es einfach zu lange her.
Offen bleibt für mich die Frage, wo sich Greene die Kugeln eingefangen hat. Ich gehe mal davon aus, dass es jemand war, den Greene betrogen hat, aber leider wird darauf nicht weiter eingegangen. Diese Bemerkung hätte man sich komplett sparen sollen.
Dass die Gunbarrel am Ende des Filmes ist finde ich passend, da man CR und QOS als Zweiteiler sehen kann. Trotzdem hoffe ich für die Zukunft, dass der Trend wieder hin zu einer GB zu Beginn führt, gerade auch, weil es so viele Themen aus QOS gibt, die man fortführen könnte und dann macht meine Begründung für die GB am Ende von QOS keinen Sinn mehr. Etwas anderes, was mich an der Gunbarrel stört ist, dass sie mit den ersten Tönen des Bond-Themas einsetzt. So wirkt sie nicht mehr wie ein Teil des Films, sondern ziemlich abgehakt. Eine musikalische Überleitung wie in SF wäre besser gewesen und würde die GB mehr wie ein Teil des Filmes wirken lassen.
Mehr als 7/10 kann ich dem Film nicht geben. Ich denke, damit ist er gut bedient. Im Craig-Ranking steht er derzeit auf Platz drei und ehrlich gesagt hoffe ich, dass er in wenigen Wochen auf die 4 abrutschen wird.