Re: Daniel Craigs Nachfolger

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danielcc hat geschrieben: Heute 11:47 Es geht darum, ob sich ein junger Schauspieler an etwas binden will - für viele Jahre.
Um jung ging es nicht, sondern ob "bekannte Namen" das tun.
Und klar tun sie das. Geld stinkt nicht. Bond blockt einen nicht für alles andere.

Wie craigistheman schreibt: Nur weil Craig abseits von Bond oft nur wenig gemacht hat, muss das nicht für seinen Nachfolger gelten.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Casino Hille hat geschrieben: Heute 11:57
danielcc hat geschrieben: Heute 11:47 Es geht darum, ob sich ein junger Schauspieler an etwas binden will - für viele Jahre.
Um jung ging es nicht, sondern ob "bekannte Namen" das tun.
Und klar tun sie das. Geld stinkt nicht. Bond blockt einen nicht für alles andere.
Nein, aber es könnte einen für den Rest der Karriere mit Bond in Verbindung bringen.
Warum ich "bekannte Namen" geschrieben habe: weil diese auch ohne Bond leichter eine weitere Karriere aufbauen können.

Craig hatte zwischen 1992 und 2005 dreizehn Jahre mit Kino- und TV-Produktionen, in denen er gut verdient hat. Aber auch diese 13 Jahre haben ihn außerhalb von Filmnerds nicht zum "Star" gemacht. Heißt: Er war nicht in der Position, dass Studios und Produktionsfirmen große Filme mit ihm in der Hauptrolle planen würden.
Daher ist es leichter für jemanden in dieser Situation zu sagen: Ich mache Bond.

Elordi ist aber in einer Situation, wo er auch Hauptrollen in großen Filmen spielen darf/kann, ohne Bond als Katalysator zu haben.
Deshalb macht sich jemand in seiner aktuellen Position bestimmt ein paar Gedanken, was es bedeuten würden, wenn man James Bond spielt.

Heißt: es geht nicht allein darum, dass du als Bond nichts anderes mehr machen kannst, sondern um die Kombination aus "Stigmatisierung und Zeitaufwand". Einige stört es nicht, andere schon. Alles was ich sagen wollte, ist, dass jemand, der schon "Star" ist, es sich eher zweimal überlegt als jemand, der "eine Stufe darunter" im Business ist.

Das ist einfach ein Gedanke. Und sollte die Schlagzahl an Bond-Projekten, an denen man beteiligt wäre, unter Amazon erhöht werden (zeitlich und inhaltlich), dann denkt man als bereits prominenter Star mit einer funktionierenden Karriere erst recht zweimal nach.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

5583
Ja man könnte aber auch folgendermaßen argumentieren:
Ein Kandidat wie Elordi, der gerade im Moment gehyped wird, vielleicht weniger für die Rollen, die er spielt, sondern mehr für seine medienwirksamen öffentlichen Auftritte (Betont androgyn durch Röcke, lackierte Fingernägel etc., oder mit Mama = beste Freundin bei den Oscars) muss natürlich aufpassen, dass das Feuer nicht ausgeht.
Bond ist da die ultimative Kanonisierung, der Aufstieg zum Superstar, danach bist du eine Ikone.
Gerade Craig bekommt jetzt ein fettes Angebot nach dem anderen.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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craigistheman hat geschrieben: vor 40 Minuten Gerade Craig bekommt jetzt ein fettes Angebot nach dem anderen.
Connery hat nach Bond um die 15 Jahre gebraucht, bis er "wieder" Superstar-Status hatte und auch in Filmen spielte, die große Hits wurden.
Lazenby und Dalton sind nie zu Superstars geworden. Moore hat nach Bond auch nicht die großen Mainstream-Helden-Rollen bekommen. Und Brosnan ist immer mal wieder präsent, macht sehr viel, ist aber nie in den Status gekommen, wo das Publikum sagt: "Cool. Der neue Pierce Brosnan-Film kommt nächste Woche raus."

Kann natürlich auch sein, dass alle die fetten Angebote alle abgelehnt haben.
Kann aber auch sein, dass viele Studios Angst hatten, dass man nur Bond sieht, wenn Roger Moore über die Leinwand läuft, und die großen Rollen daher lieber anderen Leuten angeboten haben.

Bei Craig mag Bond am Ende evtl. noch am meisten geholfen haben einen gewissen Status zu erreichen. Das ist aber nicht die Regel, würde ich sagen.

Re: Daniel Craigs Nachfolger

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Moore war 60, als er mit Bond durch war. Connery war in den 70ern sehr gut beschäftigt.

Was soll denn in dem Fall "Superstar-Status" heißen? Den hat Elordi aktuell auch nicht. Gen Z kennt und mag ihn durch Teenie-Zeug wie "Euphoria" und "The Kissing Booth", und er hat jetzt eine Oscar-Nominierung für "Frankenstein" gehabt, okay, alles schön und gut. Von einem großen Star, dessen neuer Film "der neue Jacob-Elordi-Film" ist ist er aber auch weit entfernt. Verglichen mit anderen Schauspielern seiner Generation wie Tom Holland, Timothée Chalamet oder Austin Butler ist er immer noch nur die zweite Liga.

Mal abgesehen davon ist die ganze Logik etwas verquer. Wir leben in 2026, nicht in den Zeiten der alten Bonds. Große Kino-Stars verpflichten sich mittlerweile für langjährige Streaming-Serien (Bsp.: Anthony Hopkins für "Westworld", Gary Oldman für "Slow Horses") oder schließen Verträge mit Marvel, Netflix etc. über Jahre für mehrere Projekte ab. Die Kino-Branche steckt in einer Krise. "Sichere" Hits von früher sind keine mehr. Und dann soll einer wie Elordi eine Rolle mit enormer Aufmerksamkeit, die ihm über Jahre ein sicheres Gehalt einbringt (erst recht, wenn zwischen den Filmen noch Zusatzprojekte stattfinden) ablehnen, weil er sich nicht "festlegen" will? Liebe Leute, das glaub ich ja meinen Lebtag nicht.

Ich find den Typen blöd und will den auf keinen Fall in der Rolle (wobei ... in einem Villeneuve Bond dann doch irgendwie). Aber von der eigenen Perspektive mal losgelöst: So ein Job wie Bond ist das Beste, was einem wie Elordi passieren kann. Wenn sie ihm das anbieten, müsste er der größte Idiot unter der Sonne sein, es abzulehnen.
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Re: Daniel Craigs Nachfolger

5586
@invincible:
Connery wurde erst durch Bond zum Star, das „wieder“ kannst du gleich ganz weglassen.
Connery wurde als schwierig wahrgenommen, nicht zuletzt aufgrund seines losen Mundwerks, darüber hinaus hat ihn schon während seiner Tenure als Bond Regie mehr interessiert. Nachdem er sich vertraglich einige Projekte hat zusichern lassen, scheiterten diese aber eklatant am BO.
Connery hatte ein Riesenglück in seiner zweiten Lebenshälfte wiederentdeckt zu werden, er war aber der Architekt seines eigenen Pechs als Filmstar nach Bond.

Moore war schon vor Bond ein beliebter TV-Star, Bond ein nice to have. Ansonsten ist Moore trotz Charme und Charisma nunmal kein schauspielerisches Schwergewicht und auch aufgrund seines Pretty Faces nur bedingt als Charakterdarsteller zu gebrauchen. Selbiges gilt auch für Brosnan, ebenfalls ein TV-Star und spielerisch bestenfalls durchschnittlich.

Dalton war und ist in erster Linie ein Theaterschauspieler, dafür brennt er.

Lazenby hat sich maßlos selbst überschätzt und die wohl dümmste Entscheidung seines Lebens getroffen, als er sich von der Rolle verabschiedete. Die Konsequenzen hat er noch in derselben Woche gespürt.

Ich finde es müßig da irgendeine Regel abzuleiten, nach dem Motto „einmal Bond, immer Bond“. Cubby hatte halt ein bestimmtes Darsteller-Profil im Kopf und fischte aus einem ganz bestimmten Pool an Talenten (entweder zweite Reihe oder Größe aus anderem Bereich), nicht zuletzt aus finanziellen Gründen.