Re: Der TV Serien Thread

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Nein, glaube ich nicht. Die hat man gesetzt, weil man sich mit der Fantasy-Handlung zwangsläufig dahin bewegen musste und das mit dem erwarteten Bombast auflösen musste. Man kann auch bei jungen Erwachsenen, zumal sie ja noch High-Scholl-Schüler sein sollen (Am Ende der 5. feiern sie ihren Schulabschluss) sehr gut auf das Zwischenmenschliche und Alterstypische setzen.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Der TV Serien Thread

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So, Stranger Things beendet.

Ich kann mich Vodka nur anschließen, die vierte und fünfte Staffel fand ich deutlich schwächer und der Charme ist ein bisschen verloren gegangen. Aber die finale Folge und die letzten 45 Minuten waren großartig. Da wurde die emotionale Klaviatur rauf und runter gespielt. Ein schönes Ende, ich bin sehr zufrieden.

PS: Ich muss mal wieder Purple Rain hören.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Der TV Serien Thread

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Seit Dienstag ist der Streaminganbieter HBO Max am Start - natürlich sofort abonniert, nicht zuletzt, um endlich die abgefeierte Serie "The Pitt" sehen zu können. Preise über Preise, Kritiker überschlagen sich und sind nicht um Superlative wie "aktuell beste Serie der Welt" verlegen. Leider nicht my cup of tea, wie schade - nach sechs Folgen abgebrochen.

Nun kenne ich weder "Emergency Room" (als deren Ableger man "The Pitt" verstehen kann) noch "Grey's Anatomy" noch aktuelle Serien wie "KRANK Berlin". Vielleicht habe ich zu viel erwartet, mehr als eine pausenlose Aneinanderreihung von Patienten - mir fehlt hier eine weitere Handlungsebene, irgendein Spannungsbogen jenseits der Notfälle, die wir begleiten, eine Metaebene. Ich weiß gar nicht, was diese Serie überhaupt erzählen will. Herzinfarkte, abgefahrene Füße, Atemstillstand, Bauchschmerzen, das kann ewig so weitergehen. Und dann?

Die Hauptfigur Dr. Robbie ist mir viel zu klischeehaft, sonore Stimme, gutaussehend, immer verständnisvoll, stets entspannt im Auge des Orkans, gütig, aber streng, wenn nötig.

Und, so klar muss man es auch sagen, es ist einfach nicht die "Schwarzwaldklinik". :wink:
Zuletzt geändert von ollistone am 15. Januar 2026 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
"Der Baggersee war Ozean, die Ente war ein Schwan, ein Topf ein Hut, damals hinterm Mond."

Re: Der TV Serien Thread

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ollistone hat geschrieben: 15. Januar 2026 11:35 mir fehlt hier eine weitere Handlungsebene, irgendein Spannungsbogen jenseits der Notfälle, die wir begleiten, eine Metaebene. Ich weiß gar nicht, was diese Serie überhaupt erzählen will. Herzinfarkte, abgefahrene Füße, Atemstillstand, Bauchschmerzen, das kann ewig so weitergehen. Und dann?
Damit hast du die außergewöhnliche Stärke der Serie eigentlich perfekt beschrieben. Keine Metaebene, keine konstruierten Spannungsbögen, keine dahinterliegenden dramatischen Ebenen - einfach nur der Stress in einer Notaufnahme aufs Extreme hochgedreht. Und das alles weitgehend ohne Pathos präsentiert, einfach als nicht endenden Spießroutenlauf. Genau das hebt die Serie von anderen ab und macht sie in weiten Teilen so großartig. Ein paar Amerikanismen stören, ja, aber ansonsten ist das eine der experimentellsten Sachen, die zurzeit läuft.
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Re: Der TV Serien Thread

1462
Hm, okay, weiß ich nicht, überzeugt mich nicht. Wenn es völlig egal ist, ob es zwei oder zehn Staffeln gibt, ob jede Staffel 8 oder 15 Folgen hat, wenn ich an jedem beliebigen Punkt ein- oder aussteigen kann, weil sich erzählerisch überhaupt nichts entwickelt und ich nichts verpasse, wenn ich ein paar Folgen auslasse, dann habe ich Schwierigkeiten, das als außergewöhnlich stark zu empfinden. Der einzige Erkenntnisgewinn ist, dass ich meinem Sohn nicht empfehlen würde, Medizin zu studieren.
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Re: Der TV Serien Thread

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ollistone hat geschrieben: 15. Januar 2026 12:37 Wenn es völlig egal ist, ob es zwei oder zehn Staffeln gibt, ob jede Staffel 8 oder 15 Folgen hat, wenn ich an jedem beliebigen Punkt ein- oder aussteigen kann, weil sich erzählerisch überhaupt nichts entwickelt und ich nichts verpasse, wenn ich ein paar Folgen auslasse, dann habe ich Schwierigkeiten, das als außergewöhnlich stark zu empfinden.
Die Serie hat halt ein anderes Interesse und verlangt dir was anderes ab, als die meisten anderen Serien. Darauf muss man sich natürlich einlassen können/wollen. Es gibt ja dennoch erzählerische Elemente (die Hauptfiguren entwickeln sich sehr wohl, wenngleich nicht anhand der klassischen Heldenreise-Formel), aber das Ganze ist vor allem als Seherfahrung und wenn man so will als empathischer Stresstest ausgelegt, nicht primär als Spannungsprogramm oder Charakterstudie oder was man halt sonst so in seiner Serienunterhaltung sucht. Man könnte die Serie ein Mosaik des Gesundheitswesens nennen, eine Art Chronik von dauerhafter Überforderung und Unterbesetzung, von maschineller Patientenabfertigung und von erschütternden Einzelschicksalen als Normalzustand am Arbeitsplatz.

Mich hat das gepackt, und gerade der völlige Verzicht auf eine Metaebene, auf das klassische Figurenschreiben, ist hier so positiv zu benennen. Sie hätten es für mich sogar noch radikaler machen können und die Ärzte die ganze Zeit - was auch realistischer wäre - mit Masken rumlaufen lassen, damit noch weniger Identifikationsmöglichkeit da ist. Wer es konventionell(er) möchte, hat so viele andere Arztserien, die er schauen kann. "The Pitt" ist das nicht. Die ist auf eine Art und Weise sehr unmittelbar, direkt und greifbar, und fühlt sich damit real und realistisch an, ohne wirklich realistisch zu sein. Es ist kein Doku-Drama oder so, das wäre übertrieben zu sagen, aber man könnte es Meta-Realismus nennen.

Übrigens finde ich, du hast deine eigene Frage beantwortet. "Das kann ewig so weitergehen" ist, was die Serie erzählen will.
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Re: Der TV Serien Thread

1464
Wenn dich das packt, alles gut. Ich vertrete hier ja eine absolute Mindermeinung. Letzten Endes ist das eben Geschmackssache. Wenn ich in mich hineinhorche und mich frage, ob ich heute Abend Lust auf die nächsten zwei Folgen habe, dann weiß ich, dass ich im Grunde nichts anderes als gestern sehen werde, sondern einfach nur mehr vom Immergleichen. Wieder ein Bauchschuss, wieder eine Überdosierung. Da bin ich schnell übersättigt und auch etwas gelangweilt. Nicht zuletzt, weil mir auch die Charaktere so furchtbar egal sind.

Besprecht ihr die eigentlich demnächst bei "Serienweise"?
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Re: Der TV Serien Thread

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ollistone hat geschrieben: 15. Januar 2026 13:15 Ich vertrete hier ja eine absolute Mindermeinung.
Glaub ich nicht. Das Ding mag vor allem von Kritikern euphorisch aufgenommen worden sein, ist aber hinsichtlich der Ausrichtung deutlich weiter weg vom Mainstream-Publikum als das meiste, was grade so läuft. Da wird es genug geben, die damit auch nichts anfangen können, und die es lieber konventioneller hätten. So nehme ich die Resonanz im Internet auch wahr: Wem es zusagt, der ist auch begeistert, aber wer den Zugang nicht hat, schaltet auch recht früh wieder weg.
ollistone hat geschrieben: 15. Januar 2026 13:15 Besprecht ihr die eigentlich demnächst bei "Serienweise"?
Morgen kommt eine Folge zu fünf Serien, mit denen HBO Max in Deutschland gestartet ist. Da ist "The Pitt" auch bei.
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