Re: Zuletzt gesehener Film

11179
Hihihi, ich mag den sehr gern. Also 8 Punkte wäre mir der schon wert. Der ist wirklich schön atmosphärisch und die tollen Darsteller liefern gewohnt. Einzig die Ormond ist eigentlich fehlbesetzt, aber macht das im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten ganz ordentlich.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

11181
danielcc hat geschrieben: 28. Dezember 2025 15:23 Oh das habe ich vergessen. Ich fand Julia Ormond in dem Film auch irgendwie richtig gut. Sie spielt so wunderbar übertrieben "unnahbar", arrogant, ablehnend,... sowas sieht man ganz selten als Protagonistin in einem Film.
Ich fand sie auch gut als Smilla, auch wenn sie vom Roman her betrachtet eine typische massiv glättende Besetzung der dort viel herberen und unattraktiveren Smilla ist. An ihr lags nicht daß der Film so dämlich ist. Im Prinzip ist der Film, sorry Anatol, eine Trash Gurke.

Das Hauptproblem des Filme ist daß sich dieser Roman gar nicht für eine konventionelle Verfilmung eignet, also eine die versucht diejenigen nicht zu verschrecken, die erwarten die Romanhandlung im Film wieder zu finden.

Re: Zuletzt gesehener Film

11182
Maibaum hat geschrieben: 28. Dezember 2025 15:34 Im Prinzip ist der Film, sorry Anatol, eine Trash Gurke.
Um Himmels willen, du brauchst dich doch nicht für deinen Geschmack zu entschuldigen! :mrgreen:

Aber mal ohne Flachs: man sieht dem Film halt an, dass im letzten Drittel einiges dem Schnitt zum Opfer gefallen sein muss. Vor allem die Szenen auf Old Adorfs Kahn sind inhaltlich doch merklich sprunghaft. Daher ist für mich Hälfte 2 auch deutlich weniger gelungen als Hälfte 1. Aber wie gesagt mag ich den gern, weil er handwerklich sauber ist und ich die Atmosphäre ganz toll getroffen finde. Vorlagentreue kann ich in Unkenntnis des Romans nicht beurteilen, will aber sagen, dass der Film stilistisch und qualitativ wie ich finde sehr gut in die Reihe der anderen Eichingerschen Literaturverfilmungen reinpasst. Und da finde ich eigentlich auch alle gelungen, ok mit Ausnahme von Christiane F., aber die internationalen Hochglanzproduktionen mag ich allesamt. Schade, dass mit dem Tod von Eichinger diese Gattung Film verloren gegangen ist.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

11184
Der hat doch jede Menge schöner Elemente. Der Anfang mit der großen Druckwelle, die langsam auf den Eskimo zukommt. Die Detektivstory um den toten Jungen in der Smilla ermittelt. Die tolle Szene mit Vanessa Redgrave. Die spröde Liebesgeschichte zwischen Ormond und Byrne. Die lustigen Momente zwischen Smilla und der jungen Frau ihres Vaters. Jürgen Vogel als Möchtegern-Macho. Richard Harris als schön sinistrer Prof Tork. Ich mag auch den Soundtrack sehr gerne, der viel zur Atmo beiträgt. Auch generell das Setting Kopenhagen (das man in Filmen selten genug zu sehen bekommt) und später dann Grönland. Aber klar, ich kann da jetzt noch viel erzählen, wenn einem der Film nicht taugt, dann ist das alles natürlich auch wenig wert. Meine aus der Hüfte gezückten 8 Punkte sind aber tatsächlich zu hoch, 7 wären angesichts der genannten Dinge und da ich den Film generell mag aber gemessen an meinem Geschmack schon ok.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

11188
Revoked hat geschrieben: 28. Dezember 2025 23:43 Wenn man das Buch nicht kennt und den Film das erste Mal sieht ist er toll.

Ein Buch ist für mich für die Bewertung eines Films nicht vollkommen egal, aber auch nicht wirklich wichtig.

Jedenfalls, es hat für mich nichts mit dem Roman zu tun, der tatsächlich sehr spannend ist, sondern nur mit dem Film selber das ich den so schlecht finde.

Jedoch gleichzeitig hat das Vorhandensein des Romans, und der Bestsellerstatus des Romans, und die Summe die die Verfilmungsrechte gekostet haben, dann am Ende doch sehr viel damit zu tun daß der Film so ist wie er ist.
Natürlich kann man das auch anders machen, aber dann müsste man einen persönlichen Bezug zum Roman haben, und auch die Bereitschaft den Roman nur zu benutzen um etwas individuelles, etwas eigenes zu schaffen. daraus eben einen Film zu kreieren, und nicht nur ein bebildertes Buch.
Dann hat man auch die Freiheit einen Roman so zu verfilmen, daß er eventuell nur noch wenig mit dem Roman zu tun hat.

Verfilmungen von Bestsellern und von alten Klassikern, das ist immer ein kniffliges Thema ...
Zuletzt geändert von Maibaum am 29. Dezember 2025 04:02, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Zuletzt gesehener Film

11189
AnatolGogol hat geschrieben: 28. Dezember 2025 18:49 Vorlagentreue kann ich in Unkenntnis des Romans nicht beurteilen, will aber sagen, dass der Film stilistisch und qualitativ wie ich finde sehr gut in die Reihe der anderen Eichingerschen Literaturverfilmungen reinpasst. Und da finde ich eigentlich auch alle gelungen, ok mit Ausnahme von Christiane F., aber die internationalen Hochglanzproduktionen mag ich allesamt. Schade, dass mit dem Tod von Eichinger diese Gattung Film verloren gegangen ist.
Danke für die Vorlage, aber ich finde Der Name der Rose und Das Geisterhaus genau so katastrophal, wie du ja weißt.

Hmm, Christiane F. war zumindest ok ...

Re: Zuletzt gesehener Film

11190
Better Man – Die Robbie Williams Story (2024, Regie: Michael Gracey)

Eigentlich eine Schande für einen großen Robbie Williams Fan der ersten Stunde wie mich, dass ich den Film nicht im Kino gesehen habe. Ich glaube jedoch, dass der Grund dahinter auch das katastrophale Abschneiden am Box Office erklärt: Wenn ich RB sehen will, dann live und echt - und nicht als aufrechtgehenden CGI Affen.

Dachte ich zumindest.

Der Film folgt sicherlich all den bekannten und etablierten Mechanismen eines (Music) Biopics: Die überhöhte Dramaturgie, das Episodenhafte, die platten Charakterzeichnungen, die theatralische Musical-Inszenierung, off Kommentare, Zeitraffer, wilde Kamerafahrten und Schnitte, ein teils wüster Mischmasch aus echter Welt und Traumwelt, und so weiter und so fort. Dennoch berührt der Film - zumal mich als Fan, der ein Großteil der erzählten Zeit Williams "begleitet" hat - ungemein. Besser als diverse "echte" Biographien, die es ja auch gibt, versteht es Gracey das Seelenleben des geplagten Stars zu zeigen. Der Trick ihn offensichtlich als Außenseiter in Form eines Affen zu zeigen, seine Dämonen in Form von Affen immer wieder im Publikum auftauchen zu lassen, aber auch ganz echt und authentisch in den Interaktionen mit seiner durchweg positiv gezeichneten Oma - all das wirkt und lässt einen weich werden.
"It's been a long time - and finally, here we are"