Wie bewertet ihr "Der Hauch des Todes" ?

1/10 - Grottenschlecht (Keine Stimmen)
2/10 - Sehr schlecht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
3/10 - Schwach
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
4/10 - Mässig
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (5%)
5/10 - Durchschnittlich
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (2%)
6/10 - Nicht übel
Insgesamt abgegebene Stimmen: 11 (7%)
7/10 - Recht Gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (10%)
8/10 - Gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 20 (13%)
9/10 - Sehr gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 58 (39%)
10/10 - Überragend!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 32 (21%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 149

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

919
Ich habe mir beide Dalton-Bondfilme gerade mal wieder angeschaut, für mich ist er nach wie vor total unterbewertet.
Seine Darstellung finde ich super und auch beide Filme haben Lust auf mehr gemacht, ich hätte gerne noch einen Dritten gesehen.
TLD hat den Vorteil, der letzte im realen Kalten Krieg zu sein.
LTK hätte vom Zeitpunkt des Drehs auch noch in den Kalten Krieges gepasst, spielte aber dann ja in Florida.
Vom Titelsong her mag ich beide, bei TLD allerdings bevorzugt einen bestimmten Remix.
Da ich neu hier bin, weiß ich nicht, ob Youtube Links erlaubt sind.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

924
Eben auf youtube wurde mir dieses Video vorgelschlagen, in der Vorschau konnte ich nur Dalton von den Augen aufwärts und sonst nichts erkennen und sonst nichts (also links und rechts nichts wegen des Bildformates und die untere Hälfts auch nicht, da ich noch nicht so weit runtergeskrollt habe, nur Augen und Stirn), trotzdem wusste ich sofort, worum es geht (also welche Szene welches Filmes das ist). Der scheint also einen ziemlich markanten Blick zu haben. Für mich ist das auch die beste erste Szenen eines neuen Bonddarstellers.
Bei dem immer gleich guckenden Lazenby würde das wohl nicht funktionieren.



https://m.media-amazon.com/images/M/MV5 ... @._V1_.jpg

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

926
Gut möglich. Den Film kenne ich gut. Aber dass ich nur einen minimalen Bildausschnitt (also nur die Augen und die Stirn) sehe und zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal wusste, um welchen Film es geht, ja noch nicht einmal dass es um Bond geht, und das trotzdem sofort zuordnen kann, hat mich schon erstaunt.

Es gint auch ein Bild (finde ich gerade nicht wieder), da wurde ein Kopf aus Ausschnitten der Gesichter sechs Darsteller zusammengeschnitten (also in Richtung Stirn von Connery, Augen von Craig, Nase von Dalton usw.) und da musste ich teilweise schon etwas überlegen, wer das ist.

EDIT:
Hier das Bild https://www.007.com/wp-content/uploads/ ... ndQuiz.pdf (S. 2) Mit etwas Überlegen geht es aber. Überraschenderweise fiel mir eine Zuordnung der Augen am schwersten (blieb nur einer übrig..).

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

928
Gestern mal wieder eingelegt und ja, der Film ist richtig gut. :D

Die PTS ist echt clever gedreht.
Wir sehen M, der die Übungsmission anleitet und der dem Zuschauer Kontinuität vermittelt. Denn Bond und Moneypenny wurden neu besetzt. Zuerst liegt der Fokus jedoch auf 004 und 002, die plötzlich von einem Unbekannten gekillt werden. Erst bei 004s Absturz sehen wir den neuen Bond, der sofort die Verfolgung aufnimmt. Spannende Verfolgungsjagd, Bond erledigt den Killer und landet auf der Yacht einer schönen Unbekannten, die ihn sofort einlädt. :wink:

TS: ordentlich, aber kein Meisterwerk. Der Song gefällt mir.

Bratislava I:
Der Film hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, wir sind in Bratislava im Konzert und Bond soll das Überlaufen des sowj. Generals Koskov mitorganisieren. Bond erweist sich hier bereits als eigensinnig und trotzig (tötet Kara nicht und zeigt sich unbeeindruckt von der Drohung einer Beschwerde bei M; sein Job scheint ihm nicht so wichtig zu sein). General Koskov wird in Österreich von Q empfangen.
In England: Wir erfahren von General Pushkins Plan und Koskov wird wieder entführt. Zugegeben die Briten stellen sich hier beim Schutz ihres Überläufers schon etwas dämlich an.

Bratislava II:
Vor der Reise nach Tanger erleben wir einen erneuten Abstecher nach Bratislava, Bond flieht mit Kara aus der Teschechoslowakei (die Flucht auf dem Cellokasten ist immer ein Highlight!). Die Tage in Wien sind zum einen sehr klassisch (Kutschfahrt, die Walzer spielenden Typen auf dem Platz, Besuch des Praters), aber ebenso sehr romantisch inszeniert (die musikalische Untermalung ist grandios). Saunders Ermordung bringt wieder Pfeffer rein.

Tanger:
Treffen mit Pushkin und Inszenierung dessen Todes. Karas überraschender Verrat.
Der Sprung nach Afghanistan ist etwas überraschend, vor allem als plötzlich die Diamanten auftauchen und Koskov sich als der eigentliche Schurke entpuppt. Gefangenschaft und Flucht mit Kamran Shah ist relativ 08/15, wobei die Inszenierung der Mudschahedin aus heutiger Sicht für etwas Stirnrunzeln sorgt. Das Treffen mit der Schneeleopardenbruderschaft und Koskov löst endlich die Fragen wegen des zweckentfremdeten KGB-Geldes, den Waffen, den Diamanten aus Amsterdam, etc. (obwohl ich das früher nie richtig kapiert habe). Der Angriff auf das Russenlager ist gut gemacht und vor allem die Flucht Bonds mit dem Flugzeug, während Kara noch am Boden reitet, ist spannend inszeniert.
Der abschließende Zweikampf mit Whitaker in dessen exzentrisch und raffiniert ausgestattetem Haus ist cool und witzig: „Er hat sein Waterloo gefunden!“ :lol: Und wird kurz und knapp abgehandelt, ohne zu abrupt zu wirken.

Schluss: Angemessen romantisches Ende mit Champagner in der „Opernhausloge“. Der Schlusssong ist richtig romantisch.

Figuren:
Dalton spielt einen erfahrenen Bond, der den richtigen Riecher in Bezug auf Koskovs Verstrickungen hat. Er bleibt meistens zurückhaltend und etwas kalt, wobei er mit Kara in Wien auch gelöst und witzig wirkt, doch nach Saunders‘ Ermordung reagiert er betroffen und sehr ernst. Also Dalton ist nicht zu Tränen gerührt oder geschockt, aber ich nehme einen Stimmungswechsel wahr. Den Auftrag zu Pushkins Liquidierung nimmt er professionell auf und in Pushkins Suite tritt er knallhart auf.

Kara: Ihre Rolle bleibt etwas diffus. Vormittags Cellistin, die von Konzerten im Westen träumt, nachts Attentäterin, zugleich Koskovs naiv-verliebte Freundin. Insgesamt ein hübsches, sympathisches Mädel, aber doch irgendwie ein blasses Bondgirl.

Koskov: spielt seine Rolle gut und die Wandlung vom „Helden“ zum eigentlichen Schurken des Films ist mal was anderes. :bat: Aber sein Tod geschieht immer etwas unvermittelt und so im Vorbeigehen.

Pushkin: Immer wieder krass ihn mit Sallah (aus den Indy-Filmen) und Gimli in Verbindung zu setzen. Verkörpert den erfahrenen Machtmensch und Politiker/KGB-Chef überzeugend.

Die Episode in Tanger mit Leiter wirkt etwas unnötig und passt für mich nicht so gut in den Film rein.

Necros: Sein Auftritt als wortkarger, falscher Milchmann und Luftballonverkäufer sind witzig, aber zugleich zeigt er sich eiskalt (Erdrosseln des Milchmanns) und gefährlich (Kampf mit dem Koch). Man merkt, dass mit dem Typ nicht gut Kirschen essen ist. In Whitakers Pool zeigt er seine beeindruckende Physis (P.S.Andreas Wisniewski ist Balletttänzer und man kennt ihn auch aus Stirb Langsam 1). Necros hätte einen besseren Endkampf verdient. Der Sturz aus dem Flugzeug ist etwas billig.

Whitaker: Der großmäulige, bisschen derbe Amerikaner, Pushkin „entlarvt“ ihn schnell als Versager („in WestPoint rausgeflogen, ebenso bei der Armee, dann nur Söldner im Kongo, etc.“), der das kompensiert in dem er in seinem Haus den „General“ spielt (seine Waffensammlung, die Wachsfiguren großer Generale, das Nachspielen berühmter Schlachten, seine uniformierten und salutierenden Bediensteten). Doch sein Waffenfimmel passt gut zu ihm. Auch ein Pluspunkt des Films.

Fazit: Klassische Kalte-Kriegs-Story, Begrenzung auf wenige Handlungsorte (Bratislava, kurz England, Wien, Tanger, Afghanistan) und Personen (Beziehungsdreieck Bond, Kara, Koskov bzw. Pushkin), sinnvoller Einsatz der Gadgets und gutes Rollendebüt für Dalton, Musik ist top.
9/10 Punkte.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

929
Hab ich auch neulich erst gesehen und wurde sehr gut unterhalten. Ich fand ja die mittlere Actionszene immer etwas durchwachsen (Lasergadged!), aber ich hatte diesen Mal richtig Spaß und mir gefällt Dalton als Bond immer besser. Der Plot ist clever, die Schauplätze gut eingefangen und in der Wüste kommt ein bisschen Lawrence von Arabien Feeling auf. Mit einem jungen Roger Moore wäre der Film locker in der Top 5, so reicht es für die Top 10.

Zur PTS: Es stirbt doch nur ein 00-Agent? Der andere wird doch durch einen Schuss mit einer Farbpatrone aus dem Spiel genommen?
#Marburg2025

Früher war mehr Atombombe