Re: Zuletzt gesehener Film

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Eben La La Land gesehen. Umwerfend. Emma Stone, absolut mitreißende Musik, die fabelhafte Emma Stone, tolle Bilder, Stone in Kleidern und eine schöne Geschichte. Und Stone ist toll. Hätte mir tatsächlich nur noch mehr Gesangsnummern gewünscht. Die ließen zum Ende hin doch ein wenig nach. Erwähnte ich schon die hübsche Emma Stone in ihren farbenfrohen Kleidern?
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"

Re: Zuletzt gesehener Film

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dernamenlose hat geschrieben:No Turning Back

10/10

Wer hat den Film sonst noch gesehen 8ist ja eher ein unbekannter Film) und wie sieht der große Tom Hardy Fan HCN007 dieses Werk?
"Locke" (im Originaltitel) bzw. "No Turning Back" = hier werde ich in Kürze mal eine Lieblingsfilmreview schreiben.

Ich sehe das sehr ähnlich bei 10/10 Punkten. Hier wird gekonnt Sozialdrama mit Kammerspiel kombiniert. Alleine die 4 alltäglichen Probleme, mit denen sich Ivan Locke rumplagen muss (Die Vorbereitung des Betonguss, der Abend mit der Familie, sein Fehltritt und auch die Erkältung) sind sehr autenthisch und wie aus dem Leben gegriffen. Und unabhängig davon, wie gut Tom Hardy in manch anderen Filmen gewesen ist, schafft er es perfekt über die komplette Laufzeit den Film alleine zu tragen und ich bin überlegt zu sagen, dass dies vom schauspielerischen Standpunkt her seine beste Performance überhaupt ist. Und die Telefonate mit den nur über die Dialoge greifbaren Situationen sind vom Timing, Pacing, usw. perfekt. Der Film ist keine Minute zu lang oder zu kurz. Ob z.B. einige Dialogpassagen wie z.B. das mit dem "du lässt Beton hinter dir" vielleicht etwas zu gestelzt wirken, muss jeder für sich selbst entscheiden.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Willie's Bait

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Collateral Beauty (2017, David Frankel)

Will Smith ist auf Oscarjagd, gereicht hat es aber nur für eine Razzie-Nominierung. Echt bitter, Willie. Er spielt einen Familienvater, der seine Tochter verloren hat und kurz davor steht, sein berufliches Vermächtnis zu ruinieren. Halb New York, darunter besorgte Therapeutinnen (Harris), noch besorgtere Arbeitskollegen (Norton, Winslet, Peña) und arbeitslose Schauspieler aus der Nachbarschaft (Mirren, Knightley, Latimore) versucht ihm zu helfen, dieser Lebenskrise zu entkommen. Das Geschehen bewegt sich grösstenteils spektakulär unspektakulär aber doch überraschend kurzweilig an der Grenze zwischen liebevollem, optimistischem Drama und schamlos übertriebenem Pathos-Kleister entlang. Natürlich ist es Norton, der darstellerisch über seinen ebenfalls allesamt himbeernominierten Co-Stars thront und einen mit Abstand am meisten für die charakterlichen Ambitionen der Geschichte begeistert. Im Schlussakt wird dann auf die Tränendrüse gedrückt wie ich es nie zuvor erlebt habe, auf der Moraltrommel förmlich Jazz gespielt und Lebens- sowie Binsenweisheiten im Minutentakt abgefeuert, während jeder der Charaktere seine eigenen kleinen Lebensprobleme im Nu überwindet. Ähnlich wie bei McGregors letztjährigem American Pastoral (der im Direktvergleich dann aber doch deutlich schwächer, da näher an der Kardinalssünde Langeweile war) kann man dem Film bei all seinen Intentionen nicht wirklich böse sein - allzu toll war's dann eben aber auch nicht.

Wertung: 5 / 10
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Ben Hur 2016

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Timur Bekmambetow ( Wächter der Nacht ) verziert sein Remake des gleichnamigen Klassikers mit Charlton Heston nur mit großen Adjektiven, bleibt es aber schuldig diese mit Inhalt und vor allem Emotionen zu füllen. Das finale Duell der Brüder ( Jack Hutson, Toby Kebbell ) ist weit weniger Spannend als das Sandburgen kaputt hauen von Rosberg und Hamilton im gleichen Jahr. Und die sind noch nicht mal Stiefbrüder wie Judah Ben Hur und Messala. Wenn im Wüstensand von Jerusalem die Hälse brechen, die Pferde schnaufen und die Peitschen zischen, könnte alles gut sein in der CGI erschaffenen Arena des Pontius Pilatus. Ist es aber nicht! Es kommt kein Gefühl an. Ob es an den Gesichtern liegt, die wie Masken wirken oder an der lieblosen Vorarbeit der Figuren, wie der von Ben Hur. Dessen eigentlich interessantem Martyrium weicht einer weiteren CGI Sequenz mit ihm als Galeeren Ruderer in Fünf jähriger Gefangenschaft bei den Römern. Der Schmerz wird auch hier wieder nur sichtbar in Form von Narben auf dem Rücken, aber nie fühlbar. Was wir sehen sind immer nur die Äußerlichkeiten, die Narben, das Blut, in den Mensch hinein schauen wird uns nicht gestattet. Dabei ist die eigentliche Hölle des Leidens immer der Kampf mit den eigenen Überzeugungen. Jesus opfert sich als Symbol, kommt aber über diesen Status im Film nicht hinaus.

Wohin mit der Symbolik
Bekmambetow weiß sowieso nicht genau wohin er seinen Streitwagen steuern möchte. Ben Hur wird zwar im Film gegen Schluss angedeutet, dass er durch einen Sieg beim Wagenrennen einen Kampf gegen die Besatzer beginnen könne aber wofür am Ende? Die Karawane zieht weiter und die Römer sind noch immer da. Es werden böse, grausame Besatzer Römer gezeigt und Juden, die Guerilla ähnlich diese versuchen zu töten und zu vertreiben. Doch wohin das ganze uns führt beantwortet uns der Film nicht. Das Patentrezept welches uns in Form der Jesus Symbolik immer wieder eingeimpft werden soll ist die Botschaft des Friedens. Nur ist das Problem das in Ben Hur weder das friedliche Mittel noch das kämpferische zum Ziel führt. Bevor wir drüber nachdenken können wie es nun weiter geht ist der Film aus. Ben Hur bleibt der Jubel im Auswärtsblock seiner Landleute in der Arena. Eine Revolution wird dadurch aber nicht ausgelöst, das Symbol das er sein könnte, wird zu Staub wie alles andere auch in der Arena von Jerusalem.

Verpasste Chancen

Als Charten Heston noch den Streitwagen steuerte, waren die technischen Möglichkeiten begrenzt, heutzutage kein Problem mehr ein Wagenrennen darzustellen mit samt einer gigantischen Arena aus dem Rechner. Man muss sie nur mit Leben füllen. Umso bitterer, das das eigentliche Highlight des Films, das Wagenrennen, so ungut für den Zuschauer aussieht. Es fühlt sich weder echt an noch kommt Spannung auf. Noch schlimmer, die Kontrahenten verunglücken nahezu jedes Mal auf die selbe lahme Art und Weise. Im Fahrerfeld befinden sich Charaktere die Potenzial hätten, aber dabei bleibt es auch. Wieder schafft es Bekamambetow nicht seine Charaktere nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers zu verankern. Das Ben Hur Rennen fühlt sich in etwa so an wie wenn bei Mariokart nicht die bekannten Gesichter fahren würden sondern Fahrer ohne Gesicht, mit Masken, ohne wiedererkennungswert ohne Ecken ohne Kanten.

Es wird sogar noch peinlicher, wenn Morgan Freeman aus seiner Boxengasse aus Ben Hur jeweils immer im entscheidenden Moment den ultimativen Tipp zubrüllt. Wohl einer der unnötigsten Figuren im ganzen Film. Freeman spielt seinen in letzter Zeit Paradecharakter. Kurze Laufzeit, allwissend und den zu Fleisch gewordenen Gutmenschen in einer von Hallunken nur so wimmelnden Welt. Wahrscheinlich wäre er sich nicht mal zu schade gewesen als Pferd am Streitwagen mit zu rennen nur um seine Nase in einen weiteren Blockbuster zu halten.

Wäre Ben Hur kein Remake, wäre es einfach nur ein sehr sehr mäßig bis schlechter Streifen, der auch noch viel zu lange läuft. Doch ist Regisseur Bekmambetow angetreten um im Jahr 2016 ein Remake eines Klassikers zu drehen. Mit einem 100 Millionen Dollar Budget, einer noch nie da gewesenen Fülle an CGI Möglichkeiten, besserer Kameras und dank der neuen Medien auch mit besseren Vermarktungsmöglichkeiten über den ganzen Erdball mit nur einem Mausklick. Wenn man alleine diese Prämisse heranzieht, verlangt es einem noch mehr Respekt ab was damals im Jahr des Herrn 1959 vollbracht wurde. Fast 60 Jahre später reibt man sich die Augen was mit etwas Phantasie und Handarbeit möglich war was die Technik von heute in den falschen Händen nicht schafft. Dieses Epos zu toppen war wohl niemals die Absicht von Bekmambetow aber er hat sich nicht einmal angenähert. Ben Hur 2016 liegt etliche Wagenlängen hinter seinem Vorgänger.

In der Psychologie gibt es einen Begriff, "Grit", der beschreibt wie sich Spitzensportler ein Ziel setzten um es dann zu erreichen. Zunächst ist es aber wichtig dieses Ziel unerreichbar hoch anzusetzen, ähnlich wie das remaken von Ben Hur, um sich dann später Stück für Stück an zu nähren um es Schluss endlich zu erreichen. Wäre der Regisseur ähnlich verfahren wie ein Spitzensportler und sich ein wenig mehr am Original orientiert hätte und sich dessen angenähert hätte, wäre er wohl nicht auf der Liste der Flops 2017 aufgetaucht. Einen solchen Klassiker der gleichermaßen ein altes wie auch ein junges Publikum anspricht vor die Mauer zu fahren zeugt von großer großer Lustlosigkeit des Regisseurs. Das Publikum sollte es ihm danken und Filme mit der Aufschrift Timur Bekmambetow in Zukunft meiden. Eine Runde Mariokart ist sicherlich die bessere Alternative als Zwei Stunden darauf zu warten bis endlich etwas Geiles passiert. Eine Wagenlänge Abstand von diesem Film bitte.
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Re: Willie's Bait

7359
GoldenProjectile hat geschrieben:Will Smith ist auf Oscarjagd, gereicht hat es aber nur für eine Razzie-Nominierung. Echt bitter, Willie.
Da gehört er ja auch deutlich eher hin. *duckundweg*
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Re: Zuletzt gesehener Film

7361
Maibaum hat geschrieben:Nocturnal Animals - Tom Ford

Direkt nach dem Kino war ich so bei 8/10, aber mit einer Woche Abstand kommt er mir doch eher wie ein 9er vor. Ein starkes Stück Kino das mich hier und da an MulholLand Drive oder auch an Old Boy erinnert hat.
Sag ich ja. 9 wäre hier für mich das Mindeste.

Ich habe mich - teils durch Zufall, teils gewollt - insgesamt drei Mal im Kino wiedergefunden und jedes Mal wieder Neues drin entdeckt, ein ganz starker Film, voller faszinierender Details, unter anderem fand ich diese kurze Autoverfolgung mit Rammen auf dem Highway unglaublich virtuos gefilmt und geschnitten, da bin ich beim Aufprall immer wieder zusammengezuckt. Die gesamte Texas-Sequenz ist unglaublich gut, sowohl in sich gesehen als auch in Relation zur eigentlichen Realitätsebene, vor allem das Ende in der Hütte und die parallele Auflösung beider Stränge mit dem Herzschlag, bevor der Film dann mit der letzten Szene im Restaurant sein faszinierendes, schweigendes Ende findet. Und Gyllenhaal und Shannon sind stark, und Aaron Taylor-Dingsbums ist sensationell in seiner Rolle, und und und...
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Re: Zuletzt gesehener Film

7362
iHaveCNit: Don´t Breathe (2016)

Der erste Film aus 2016, den ich nun im Jahre 2017 im Heimkino nachhole ist „Don´t Breathe“. Das Team hinter dem aktuellsten „Evil Dead“-Remake hat sich nun für diesen Film wieder zusammengetan. „Don´t Breathe“ wurde als Horrorfilm vermarktet, doch das ist er definitiv nicht und das Marketing ist schon ein Fehler gewesen. Wie ich in einem Karriereratgeber mal gelesen habe, lautet eine der Lektionen „Mache exzellente Fehler“ - Genau das trifft auf diesen Film zu.

Der Film dreht sich um ein Trio aus Kleinkriminellen, die gerne in Häuser einbrechen und Besitztümer in nicht unerheblichem Maß mitgehen lassen. Der neueste Coup soll ein Einbruch bei einem blinden, wohlhabendem Veteranen sein. Doch das Trio hat nicht die Rechnung mit seiner konsequenten Erfahrung gemacht, so dass es für das Trio nicht nur um den Coup, sondern auch ums eigene Leben geht.

Horror ist ja nicht mein Genre – Thriller dagegen schon. Und wir haben mit diesem Film einen kleinen, feinen, klaustrophobischen Thriller serviert bekommen. Der Aufbau braucht trotz kurzer Laufzeit von 88 Minuten schon seine Zeit, die sich jedoch lohnt, als das erste Aufeinandertreffen des Trios mit dem blinden Mann passiert. Ab hier geht es extrem hart, konsequent und auch kreativ um die Jagd und ums nackte Überleben. Vor allem die Ereignisse im Haus selbst haben schon das Gefühl des Echtzeitcharakters und sind extrem spannend und nervenzerfetzend. Auch sehr gut finde ich die Figurenzeichnung, die sehr ambivalent rüberkommt und sich die Einbrecher sowie auch der Blinde nie wirklich genau definiert auf der guten oder der bösen Seite befinden. Nur ein Charakter im Trio hat etwas von einer leichten Karikatur eines schablonenhaften Gangsters. Stephen Lang hingegen ist ein regelrechtes Tier – bereits in „Avatar“ ist er mit seiner massiven Statur und perfekter Physis aufgefallen und er macht nun auch in „Don´t Breathe“ keine halben Sachen. Insgesamt war der Film für mich sehr spannend, auch wenn ein paar Kürzungen dem Film gut getan hätten.

„Don´t Breathe“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

7363
Point Blank

Sehr stilsicher und inszenatorisch innovativ, wobei die Geschichte vordergründig sehr einfach ist, aber doch ein paar subtil versteckte doppelte Böden bereithält. Außerdem ist Lee Marvin wirklich eine Wucht!

8,5/10 Punkte
"Nelly, I'm about to get neck-ed back here. So: No peekin'! ... I said: No peekin'!"
(Joe Bang)

Re: Zuletzt gesehener Film

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iHaveCNit: Verborgene Schönheit (2017)

Es gibt ja unzählige Trinkspiele zu Filmen. Während dem ich mir nun „Verborgene Schönheit“ angesehen habe, ist mir die Idee zu einem weiteren Filmtrinkspiel eingefallen, die ich auch noch im Laufe der Review vorstellen werde.Da der Cast sich schonmal großartig liest mit Will Smith, Edward Norton, Kate Winslet, Michael Pena, Naomie Harris, Helen Mirren, Keira Knightley und Jacob Latimore und der Trailer mir ebenfalls Lust auf mehr gemacht hat, stand nun der Film auf meiner Liste.

Es geht um Howard Inlet, erfolgreicher Geschäftsmann, der nach dem Tod seiner Tochter in eine schwere Depression verfällt. Seine befreundeten Kollegen finden keinen Zugang mehr zu ihm. Da diese mitbekommen, dass er Briefe an „Liebe“ ; „Tod“ und „Zeit“ schreibt, kommt seinen Kollegen eine Idee, wie sie wieder einen Zugang zu ihm finden können.

Das Setting in New York, die Hochglanzoptik und sein namhafter Cast ist schon mal eine gute Voraussetzung für den Film. Die Idee des Films ist zwar ein wenig konstruiert, aber an sich sehr interessant. Die Rehabilitation eines gebrochenen Mannes bildet unseren Hauptplot, in dem vor allem Will Smith extrem gut spielt. Auch schön ist, dass seine befreundeten Kollegen mit Edward Norton, Kate Winslet und Michael Pena mit der Bindung zu den 3 Grundbegriffen des Films eine schöne ergänzende Hintergrundgeschichte geliefert bekommen. Und der Schlusstwist war für mich auch schön und leicht überraschend. Die Dialoge sind jedoch ein wenig zu viel des Guten. Zum Glück hat man hier nicht versucht, pseudoreligiöse Botschaften unterzubringen, mit denen ich nichts anfangen kann, dafür sind jedoch philosophische Botschaften am laufenden Band in den Dialogen zu finden. Wenn man nun diesen Film sieht, könnte man eigentlich für jeden dieser Sprüche einen Schnaps trinken und einen Geldbetrag ins Phrasenschwein schmeißen. Wer am Ende des Films noch aufrecht steht (und das könnte extrem schwer werden – auch für trinkfeste Leute), bekommt den Geldpott.

Im Allgemeinen wurde ich vom Film gut unterhalten. Weder positiv überrascht oder negativ enttäuscht. Ein kleines, feines, interessantes und witziges Drama, dass aufgrund seiner Laufzeit doch etwas oberflächlich und plakativ bleibt.

„Verborgene Schönheit“ - My First Look – 6/10 Punkte.
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