iHaveCNit: Midnight Special (2016)
Anfang des Jahres brachte uns der Regisseur von „Mud“ und dem kommenden „Loving“, Jeff Nichols einen interessanten Science-Fiction-Film in die Kinos, den ich mir heute im Heimkino angesehen habe. In „Midnight Special“ sehen wir einen State Trooper und einen aufopferungsvollen Vater, die seinen Sohn aufgrund dessen übernatürlichen Fähigkeiten vor den Behörden und anderen zwielichtigen Gestalten schützen wollen.
Mehr darüber zu schreiben wäre ungerecht, denn dieser Film sollte weitgehend spoilerfrei genossen werden, da genug Mysteriöses und Übernatürliches passiert, was ich hier an dieser Stelle nicht verraten möchte, doch die Spezialeffekte hier sind sehr gut eingesetzt worden. Aus dieser Geschichte um den Jungen entspinnt sich nicht nur ein klassischer Science-Fiction-Film, es ist mehr ein Mysteryfilm, gepaart mit einem Roadtrip und ein wenig Drama, das durch seine angepasste Inszenierung und dem treibenden Soundtrack sehr gut rüberkommt. Vor allem Michael Shannon als engagierter, leicht grimmiger und vielschichtiger Vater gefällt sehr gut wie auch Joel Edgerton als State Trooper und Adam Driver als FBI-Wissenschaftler.
Der Film ist rund, unterhaltsam und geht an sich sehr ambivalent mit seinem Thema um, so dass entsprechend lange über diesen Film diskutieren kann.
„Midnight Special“ - My First Look – 8/10 Punkte.
Rob Zombies Halloween (2007) Kritik von Sam
7232
Rob Zombies Halloween
Rob Zombie präsentiert der Post-Carpenter-Generation den alten Scheiß im neuen Gewand. Zombies Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1978 mag zwar an der Oberfläche glänzen, vor Blut triefen und mit bösen Worten um sich schlagen aber er sprengt nicht das prüde konservative Bild Amerikas. Zombie rationalisiert sogar die Suspense. Jene Eigenheit welches das Genre seit Beginn an in sich trägt. Horror ohne Horror. Den neuen Halloween schauen fühlt sich so etwa an wie zweite Klasse fliegen. Ob man in der ersten oder der zweiten Klasse sitzt im Flugzeug ist für die Ankunftszeit belanglos, beide landen zur selben Zeit. Das WIE ist aber entscheidet. Vor allem im Horror Genre entscheidet das WIE über gut oder schlecht.
Trailer
Konservative Nacktheit
Zombie ist ein Grenzgänger, mit Filmen in seiner Vita wie "The Devils Reject" oder "Haus der 1000 Leichen" hat er eine große Gorehound Fan Szene aufbauen können. Nicht zuletzt drehte er den erstaunlich guten "Lords of Salem " ab und bewies erneut sein Gespür für Stimmung. Halloween war wohl sowas wie ein Herzensprojekt von ihm das er dann endlich 2007 fertig stellen konnte. Wenn man ihn und seine Filme kennt weiß man dass er gerne Grenzen dehnt, in Halloween nicht. Das scheinbar obszöne, viel Sex und nackte Haut das er uns präsentiert ist nur Mittel zum Zweck. In fast allen Szenen des Films wird ausnahmslos blank gezogen ehe einer das zeitliche segnet. Frauenkörper komplett entblößt, Teenies beim Koitus gezeigt. Skandal mögen die meisten schreien, zu obszön, zu eindeutig. Doch so obszön ist das Ganze nicht. Denn jeder findet ja den Tod der blank zieht. Jeder der vorehelichen Sex praktiziert, verliert sein Leben. Das passt dann wiederum ins Bild des ersten Teils, Sex vor der Ehe hat stets Konsequenzen. Nur Leben wir im Jahr 2016. Eigentlich Zeit mit diesem Mechanismus zu brechen. Alter Scheiß im neuen Gewand. Zombie wird dieses Dogma nicht los. Michael Meyers versinnbildlicht das prüde Amerika, nach Außen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber schaut man mal genauer hin...
In Seehofers Partykeller brennt noch Licht...
Im allgemeinem kommt die Sprache des Films dreckig daher, jedes Kind scheint fasziniert von Sex zu sein. Ob mit dem Bagel oder auf der Mutti, das Thema scheint omnipräsent zu sein. Fast schon bemüht darauf getrimmt. Zombie scheint uns hier weiß machen zu wollen das Teenies den ganzen Tag entweder über Sex reden oder ihn erleben und schickt Michael Meyers an jede Haustür um den ein Ende zu setzten. Zu empfehlen wäre demnach dieser Film der Clique um Seehofer und Stoiber, die sich anhand der auftretenden gelebten Konservativen Einstellung des Herrn Meyers sicher erfreuen dürfen. Perfekter Film für einen launigen Abend im Partybunker, wenn mal wieder kein Flüchtling böses tut wo gegen man hetzten könnte.
Masken die wir tragen
Zu verdanken haben wir Zombie dennoch eine neue Facette aus der Kindheit von Michael Meyers und oder einen möglichen Erklärungsversuch. Die Masken. Michael fängt an Masken zu tragen welche ihm als zweite Identität attestiert werden. Interessanter Aspekt. Hätte aber gar nicht so deutlich ausfallen müssen. Tragen wir nicht alle Masken. Wir sind freilich keine Mörder, Vergewaltiger oder Kinderschänder deswegen. Unsere Masken führen immer zu einer bestimmten Sache. Beliebtheit bei Freuden, Gehaltserhöhung beim Chef. Michaels Maske führt ins Verderben anderer Leute, das ist der Unterschied. Es ist nicht schlimm eine Maske zu tragen um sein Ziel zu erreichen. Wir brauchen sie sogar vieler Orts. Michaels Maske ist vielleicht demnach auch gar keine Maske sondern sein wahres Gesicht. Die wahre Maske die er trägt ist die eines normalen Kindes, erst wenn er die vermeintliche Killermaske trägt kommt es zum Vorschein. Die Symbolik ist sicherlich einer der Stärken des Films, ein wenig dezenter Vorgetragen wäre schön gewesen.
Das Zombie eigentlich mal früher Musiker war merkt man Halloween stark an, so verarbeitet er in einer schönen Montage einen bekannten Hit aus der 80er, der sich so schön ins Bild einbettet das man für kurze Zeit den Rest vergisst den er falsch macht. Leider hat Zombie dabei vergessen das das Halloween Theme eines der Angst einflößendsten Melodien überhaupt ist. Anders kann man sich das nur einmalige Auftreten dieser Melodie nicht erklären. Wenn man noch weiter geht und auf seine Metall Zeit verweisen will ist es vielleicht der wahre Skandal, dass er diese Musik nicht auf seine eigene Art interpretiert hat. Da kam er aber wiederum nicht über sein Konservatives Denken hinaus und lies das Theme unberührt. Dem alten Scheiß hätte ein neues Gewand sehr gut gestanden.
Rob Zombie präsentiert der Post-Carpenter-Generation den alten Scheiß im neuen Gewand. Zombies Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1978 mag zwar an der Oberfläche glänzen, vor Blut triefen und mit bösen Worten um sich schlagen aber er sprengt nicht das prüde konservative Bild Amerikas. Zombie rationalisiert sogar die Suspense. Jene Eigenheit welches das Genre seit Beginn an in sich trägt. Horror ohne Horror. Den neuen Halloween schauen fühlt sich so etwa an wie zweite Klasse fliegen. Ob man in der ersten oder der zweiten Klasse sitzt im Flugzeug ist für die Ankunftszeit belanglos, beide landen zur selben Zeit. Das WIE ist aber entscheidet. Vor allem im Horror Genre entscheidet das WIE über gut oder schlecht.
Trailer
Konservative Nacktheit
Zombie ist ein Grenzgänger, mit Filmen in seiner Vita wie "The Devils Reject" oder "Haus der 1000 Leichen" hat er eine große Gorehound Fan Szene aufbauen können. Nicht zuletzt drehte er den erstaunlich guten "Lords of Salem " ab und bewies erneut sein Gespür für Stimmung. Halloween war wohl sowas wie ein Herzensprojekt von ihm das er dann endlich 2007 fertig stellen konnte. Wenn man ihn und seine Filme kennt weiß man dass er gerne Grenzen dehnt, in Halloween nicht. Das scheinbar obszöne, viel Sex und nackte Haut das er uns präsentiert ist nur Mittel zum Zweck. In fast allen Szenen des Films wird ausnahmslos blank gezogen ehe einer das zeitliche segnet. Frauenkörper komplett entblößt, Teenies beim Koitus gezeigt. Skandal mögen die meisten schreien, zu obszön, zu eindeutig. Doch so obszön ist das Ganze nicht. Denn jeder findet ja den Tod der blank zieht. Jeder der vorehelichen Sex praktiziert, verliert sein Leben. Das passt dann wiederum ins Bild des ersten Teils, Sex vor der Ehe hat stets Konsequenzen. Nur Leben wir im Jahr 2016. Eigentlich Zeit mit diesem Mechanismus zu brechen. Alter Scheiß im neuen Gewand. Zombie wird dieses Dogma nicht los. Michael Meyers versinnbildlicht das prüde Amerika, nach Außen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber schaut man mal genauer hin...
In Seehofers Partykeller brennt noch Licht...
Im allgemeinem kommt die Sprache des Films dreckig daher, jedes Kind scheint fasziniert von Sex zu sein. Ob mit dem Bagel oder auf der Mutti, das Thema scheint omnipräsent zu sein. Fast schon bemüht darauf getrimmt. Zombie scheint uns hier weiß machen zu wollen das Teenies den ganzen Tag entweder über Sex reden oder ihn erleben und schickt Michael Meyers an jede Haustür um den ein Ende zu setzten. Zu empfehlen wäre demnach dieser Film der Clique um Seehofer und Stoiber, die sich anhand der auftretenden gelebten Konservativen Einstellung des Herrn Meyers sicher erfreuen dürfen. Perfekter Film für einen launigen Abend im Partybunker, wenn mal wieder kein Flüchtling böses tut wo gegen man hetzten könnte.
Masken die wir tragen
Zu verdanken haben wir Zombie dennoch eine neue Facette aus der Kindheit von Michael Meyers und oder einen möglichen Erklärungsversuch. Die Masken. Michael fängt an Masken zu tragen welche ihm als zweite Identität attestiert werden. Interessanter Aspekt. Hätte aber gar nicht so deutlich ausfallen müssen. Tragen wir nicht alle Masken. Wir sind freilich keine Mörder, Vergewaltiger oder Kinderschänder deswegen. Unsere Masken führen immer zu einer bestimmten Sache. Beliebtheit bei Freuden, Gehaltserhöhung beim Chef. Michaels Maske führt ins Verderben anderer Leute, das ist der Unterschied. Es ist nicht schlimm eine Maske zu tragen um sein Ziel zu erreichen. Wir brauchen sie sogar vieler Orts. Michaels Maske ist vielleicht demnach auch gar keine Maske sondern sein wahres Gesicht. Die wahre Maske die er trägt ist die eines normalen Kindes, erst wenn er die vermeintliche Killermaske trägt kommt es zum Vorschein. Die Symbolik ist sicherlich einer der Stärken des Films, ein wenig dezenter Vorgetragen wäre schön gewesen.
Das Zombie eigentlich mal früher Musiker war merkt man Halloween stark an, so verarbeitet er in einer schönen Montage einen bekannten Hit aus der 80er, der sich so schön ins Bild einbettet das man für kurze Zeit den Rest vergisst den er falsch macht. Leider hat Zombie dabei vergessen das das Halloween Theme eines der Angst einflößendsten Melodien überhaupt ist. Anders kann man sich das nur einmalige Auftreten dieser Melodie nicht erklären. Wenn man noch weiter geht und auf seine Metall Zeit verweisen will ist es vielleicht der wahre Skandal, dass er diese Musik nicht auf seine eigene Art interpretiert hat. Da kam er aber wiederum nicht über sein Konservatives Denken hinaus und lies das Theme unberührt. Dem alten Scheiß hätte ein neues Gewand sehr gut gestanden.
Re: Zuletzt gesehener Film
7233iHaveCNit: Toni Erdmann (2016)
Angetrieben von den überschwänglichen Kritiken kam ich einfach nicht drum herum, mir „Toni Erdmann“ anzusehen. Der deutsche Film an sich spaltet sich für mich in 3 grundlegende Bereiche, 1. Der Mainstream mit Komödien und Dramen (vorzugsweise bei Schauspielern wie Schweiger, Schweighöfer und M´Barek anzutreffen) 2. Das Genrekino (z.B. „Stereo“ oder auch „Who am I“) oder auch 3. Den Arthouse-Film, zu dem nun auch „Toni Erdmann“ sich dazugesellen darf. Wohingegen die Tragikomödien des Mainstreams mit platten, übertrieben geschriebenen Figuren aufwarten, die Aktionen machen, die in der Realität nie passieren würden, nicht zu vergessen hin und wieder Schnittgewitter bei Dialogen oder auch eine Sepia-Überflutung, kommt Toni Erdmann als krasser Gegenentwurf daher und liefert für mich einen der besten deutschen Filme seit „Victoria“ aus dem letzten Jahr.
Es geht hier zum einen um den 65-jährigen Winfried Conradi, seines Zeichen Musiklehrer, sehr verkannt und einfühlsam. Und zum anderen um seine Tochter Ines Conradi, die in Bukarest als Unternehmensberaterin gerade an einem großen Projekt arbeitet. Beide sehen sich nur noch sporadisch. Doch als Winfrieds Hund stirbt entschließt er sich, seine Tochter in Bukarest zu besuchen. In Folge skurriler Ereignisse tritt Winfrieds Alter Ego „Toni Erdmann“ auf den Plan und wirft das ganze Bild vor Ort durcheinander.
Regisseurin Maren Ade ist immer sehr nah an den beiden Protagonisten Ines und Winfried, die perfekt von Peter Simonischek und Sandra Hüller gespielt werden. Die Chemie der Beiden gibt dem Film die nötige Würze und macht das Vater-Tochter-Drama so unglaublich gut. Der Kontrast vom menschlichen Winfried zur unmenschlichen Karrieristin Ines und die durch die Annäherung aufkommende Charakterentwicklung ist bis zum Ende hin wirklich treffend. Die Beziehung der Beiden wird durch einen Mix aus alltäglichen und skurrilen Momenten, in dem genug Peinliche Situationen für beide entstehen auf eine Probe gestellt, der Spiegel vorgehalten und mit sehr viel Taktgefühl herrlich unaufgeregt herausgearbeitet. Einziges Problem für mich ist die Hammerlaufzeit von 162 Minuten, die für mich nach der Erstsichtung die Frage aufwirft: War jetzt jede Szene wichtig, um die Beziehung der Beiden auch glaubhaft darzustellen oder hätte man hier und da den Film straffen können ? Das hindert den Film leider, die Höchstwertung zu bekommen.
„Toni Erdmann“ - My First Look – 9/10 Punkte.
Angetrieben von den überschwänglichen Kritiken kam ich einfach nicht drum herum, mir „Toni Erdmann“ anzusehen. Der deutsche Film an sich spaltet sich für mich in 3 grundlegende Bereiche, 1. Der Mainstream mit Komödien und Dramen (vorzugsweise bei Schauspielern wie Schweiger, Schweighöfer und M´Barek anzutreffen) 2. Das Genrekino (z.B. „Stereo“ oder auch „Who am I“) oder auch 3. Den Arthouse-Film, zu dem nun auch „Toni Erdmann“ sich dazugesellen darf. Wohingegen die Tragikomödien des Mainstreams mit platten, übertrieben geschriebenen Figuren aufwarten, die Aktionen machen, die in der Realität nie passieren würden, nicht zu vergessen hin und wieder Schnittgewitter bei Dialogen oder auch eine Sepia-Überflutung, kommt Toni Erdmann als krasser Gegenentwurf daher und liefert für mich einen der besten deutschen Filme seit „Victoria“ aus dem letzten Jahr.
Es geht hier zum einen um den 65-jährigen Winfried Conradi, seines Zeichen Musiklehrer, sehr verkannt und einfühlsam. Und zum anderen um seine Tochter Ines Conradi, die in Bukarest als Unternehmensberaterin gerade an einem großen Projekt arbeitet. Beide sehen sich nur noch sporadisch. Doch als Winfrieds Hund stirbt entschließt er sich, seine Tochter in Bukarest zu besuchen. In Folge skurriler Ereignisse tritt Winfrieds Alter Ego „Toni Erdmann“ auf den Plan und wirft das ganze Bild vor Ort durcheinander.
Regisseurin Maren Ade ist immer sehr nah an den beiden Protagonisten Ines und Winfried, die perfekt von Peter Simonischek und Sandra Hüller gespielt werden. Die Chemie der Beiden gibt dem Film die nötige Würze und macht das Vater-Tochter-Drama so unglaublich gut. Der Kontrast vom menschlichen Winfried zur unmenschlichen Karrieristin Ines und die durch die Annäherung aufkommende Charakterentwicklung ist bis zum Ende hin wirklich treffend. Die Beziehung der Beiden wird durch einen Mix aus alltäglichen und skurrilen Momenten, in dem genug Peinliche Situationen für beide entstehen auf eine Probe gestellt, der Spiegel vorgehalten und mit sehr viel Taktgefühl herrlich unaufgeregt herausgearbeitet. Einziges Problem für mich ist die Hammerlaufzeit von 162 Minuten, die für mich nach der Erstsichtung die Frage aufwirft: War jetzt jede Szene wichtig, um die Beziehung der Beiden auch glaubhaft darzustellen oder hätte man hier und da den Film straffen können ? Das hindert den Film leider, die Höchstwertung zu bekommen.
„Toni Erdmann“ - My First Look – 9/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Re: Zuletzt gesehener Film
7234Toni Erdmann hat übrigens den europäischen Filmpreis, einen der anspruchsvolleren Filmpreise, gleich in 5 Kategorien gewonnen, und zwar den wichtigsten: Bester Film, Regie, Drehbuch und beide Hauptdarsteller
Wenn er Pech hat kriegt er auch noch den Auslands-Oscar hinterhergeschmissen, aber das wird schon irgendein bewegendes zeitgeschichtliches Drama vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges verhindern.
Wenn er Pech hat kriegt er auch noch den Auslands-Oscar hinterhergeschmissen, aber das wird schon irgendein bewegendes zeitgeschichtliches Drama vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges verhindern.
Re: Zuletzt gesehener Film
7235Du meinst sicherlich den auch von mir gesehenen und mit ebenfalls 9 Punkten bewertete "Under Sandet" aus Dänemark ?
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Re: Zuletzt gesehener Film
7236Nein, das war eine allgemein gehaltene Aussage ohne irgendeinen bestimmten Film im Hinterkopf zu haben.HCN007 hat geschrieben:Du meinst sicherlich den auch von mir gesehenen und mit ebenfalls 9 Punkten bewertete "Under Sandet" aus Dänemark ?
Den habe ich auch noch nicht gesehen, aber vom Lesen her schien das kein typischer Oscar Film zu sein.
Re: Zuletzt gesehener Film
7237Across the Universe (2007, Julie Taymor)
Julie Taymors Across the Universe ist ein Musical, ein Beatles-Musical, um genau zu sein. Über dreissig Lieder der erfolgreichsten Band aller Zeiten, hauptsächlich aus der Spätphase, prägen nicht nur den Soundtrack, sondern auch die Narration und ziehen sich wie ein roter Faden durch die gut zweistündige Geschichte. Für den Film wurden die altbekannten Stücke allesamt neu produziert und eingespielt und von den Darstellern gesungen. Die Ergebnisse weichen daher häufig etwas von den Lennon/Harrison/McCartney-Originalen ab oder variieren diese, besonders im Gesang, der um einiges einfacher und "freier" wirkt, aber auch in der teilweise experimentiell modernisierten Instrumentalisierung. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die musikalische Untermalung (die aber eigentlich viel mehr ist als nur das) die Vertrautheit der Lieder bewahrt, den wundervollen Klassikern aber auch einige erfrischend neue Seiten abgewinnt.
Zwischen und auch während seiner Lieder erzählt Across the Universe aber auch eine Geschichte. Die Geschichte eines Liverpooler Dockarbeiters, Jude, der Ende der 1960er-Jahre nach Amerika reist, um seinen unehelichen Vater ausfindig zu machen. Aber natürlich kommt alles anders als erwartet und bald lebt Jude in einer wild zusammengewürfelten Wohngemeinschaft in New York mit Jojo, Sadie, Prudence, Maxwell und dessen Schwester Lucy, in die er sich verliebt. Kenner werden sofort bemerken, dass diese Charaktere, bzw. ihre Namen, ebenfalls den Liedtexten der Beatles entliehen sind. Dasselbe trifft auch auf kleinere Nebenrollen und einzelne Dialogzeilen zu. Und schliesslich kämpft Jude im New York der Swinging Sixties um und gegen die beiden Drama-Archetypen in ihrer besten Form: Die Liebe und das Leben.
Across the Universe ist quasi das filmische Äquivalent zu der Psychedelic Rock Phase der Fab Four, und setzt deren Songtexte absolut mühelos und ohne Scheuklappen zu seiner eigenen Welt zusammen. Genauso sehr ist der Film aber eine komplexe und tiefsinnige Auseinandersetzung mit den historischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der späten 1960er, Anti-Vietnam-Protesten, Martin Luther King, Kriegstrauma und Pazifismus. Taymor gelingt es dabei, ohne allzu viele Dialoge oder Exposition eine Tiefe aufzubauen, die einen mit den Charakteren mitfiebern und -fühlen lässt, so dass die emotionale Tragweite der Handlung gewährt ist und das Ende, das genau wie die "Vorlage" in der Realität bei einem Konzert auf dem Dach eines Wohnblocks stattfindet, seine volle Wirkung entfalten kann.
Taymors wundervolle Inszenierung strotzt vor ausdrucksstarker Stilisierung, sie holt wirklich das Maximum aus Farben, Formen, Match Cuts und kunstvollen Montagen heraus. Nur selten sind Filme visuell im wahrsten Sinne des Wortes so berauschend, ohne dass sich je das Gefühl erschleicht, die Stilisierung würde nur um ihrer Selbst Willen erfolgen. Im Gegenteil; Bildmontagen, Musik, Songtexte und Inhalt gehen Hand in Hand und verschmelzen zu einer Einheit, dass es einfach nur Spass macht. Einige Momente sind in der Kombination von Musik, Ästhetik und Narration schlicht umwerfend (Come Together, I Am the Walrus, A Day in the Life...).
Across the Universe ist einer dieser Filme, denen Visionen zugrunde liegen, die mit voller Wucht und ohne Kompromisse umgesetzt werden. Die visuell atemberaubend gestaltete, eigensinnige und extravagante Vermengung neuinterpretierter Beatles-Klassiker zu einem emotional tiefschürenden Geschichtsdrama weiss zu gefallen, zu unterhalten, zu faszinieren. Ein fantastischer Film.
Wertung: 9,5 / 10
Julie Taymors Across the Universe ist ein Musical, ein Beatles-Musical, um genau zu sein. Über dreissig Lieder der erfolgreichsten Band aller Zeiten, hauptsächlich aus der Spätphase, prägen nicht nur den Soundtrack, sondern auch die Narration und ziehen sich wie ein roter Faden durch die gut zweistündige Geschichte. Für den Film wurden die altbekannten Stücke allesamt neu produziert und eingespielt und von den Darstellern gesungen. Die Ergebnisse weichen daher häufig etwas von den Lennon/Harrison/McCartney-Originalen ab oder variieren diese, besonders im Gesang, der um einiges einfacher und "freier" wirkt, aber auch in der teilweise experimentiell modernisierten Instrumentalisierung. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die musikalische Untermalung (die aber eigentlich viel mehr ist als nur das) die Vertrautheit der Lieder bewahrt, den wundervollen Klassikern aber auch einige erfrischend neue Seiten abgewinnt.
Zwischen und auch während seiner Lieder erzählt Across the Universe aber auch eine Geschichte. Die Geschichte eines Liverpooler Dockarbeiters, Jude, der Ende der 1960er-Jahre nach Amerika reist, um seinen unehelichen Vater ausfindig zu machen. Aber natürlich kommt alles anders als erwartet und bald lebt Jude in einer wild zusammengewürfelten Wohngemeinschaft in New York mit Jojo, Sadie, Prudence, Maxwell und dessen Schwester Lucy, in die er sich verliebt. Kenner werden sofort bemerken, dass diese Charaktere, bzw. ihre Namen, ebenfalls den Liedtexten der Beatles entliehen sind. Dasselbe trifft auch auf kleinere Nebenrollen und einzelne Dialogzeilen zu. Und schliesslich kämpft Jude im New York der Swinging Sixties um und gegen die beiden Drama-Archetypen in ihrer besten Form: Die Liebe und das Leben.
Across the Universe ist quasi das filmische Äquivalent zu der Psychedelic Rock Phase der Fab Four, und setzt deren Songtexte absolut mühelos und ohne Scheuklappen zu seiner eigenen Welt zusammen. Genauso sehr ist der Film aber eine komplexe und tiefsinnige Auseinandersetzung mit den historischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der späten 1960er, Anti-Vietnam-Protesten, Martin Luther King, Kriegstrauma und Pazifismus. Taymor gelingt es dabei, ohne allzu viele Dialoge oder Exposition eine Tiefe aufzubauen, die einen mit den Charakteren mitfiebern und -fühlen lässt, so dass die emotionale Tragweite der Handlung gewährt ist und das Ende, das genau wie die "Vorlage" in der Realität bei einem Konzert auf dem Dach eines Wohnblocks stattfindet, seine volle Wirkung entfalten kann.
Taymors wundervolle Inszenierung strotzt vor ausdrucksstarker Stilisierung, sie holt wirklich das Maximum aus Farben, Formen, Match Cuts und kunstvollen Montagen heraus. Nur selten sind Filme visuell im wahrsten Sinne des Wortes so berauschend, ohne dass sich je das Gefühl erschleicht, die Stilisierung würde nur um ihrer Selbst Willen erfolgen. Im Gegenteil; Bildmontagen, Musik, Songtexte und Inhalt gehen Hand in Hand und verschmelzen zu einer Einheit, dass es einfach nur Spass macht. Einige Momente sind in der Kombination von Musik, Ästhetik und Narration schlicht umwerfend (Come Together, I Am the Walrus, A Day in the Life...).
Across the Universe ist einer dieser Filme, denen Visionen zugrunde liegen, die mit voller Wucht und ohne Kompromisse umgesetzt werden. Die visuell atemberaubend gestaltete, eigensinnige und extravagante Vermengung neuinterpretierter Beatles-Klassiker zu einem emotional tiefschürenden Geschichtsdrama weiss zu gefallen, zu unterhalten, zu faszinieren. Ein fantastischer Film.
Wertung: 9,5 / 10
We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.
Let the sheep out, kid.
Re: Zuletzt gesehener Film
7238Den mochte ich auch sehr.
Die Neuinterpretationen der Lieder ist auch sehr stark, und der Soundtrack eine echte Empfehlung.
Die Neuinterpretationen der Lieder ist auch sehr stark, und der Soundtrack eine echte Empfehlung.
Re: Zuletzt gesehener Film
7239Wunderbar. Noch einfacher on point ist der Film mit einem Satz wahrlich nicht zu beschreiben. Für Beatles-Fans ist der Film ein wahrliches Sammelsurium aus Fan-Geschenken, tollen Referenzen, cleveren Anspielungen etc. usw. Zudem der seltene Glücksfall, in dem die Ästhetik die Töne der Handlung wirklich bereichert, statt ihnen nur zu entsprechen. Und besonders Evan Rachel Wood, ohnehin fraglos eine famose Schauspielerin, hat es mir dort angetan, und sie ist eine ungemein wichtige Stütze für den Film, wie empfandest du ihre Leistung?GoldenProjectile hat geschrieben:Across the Universe ist quasi das filmische Äquivalent zu der Psychedelic Rock Phase der Fab Four
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/
Let the sheep out, kid.
https://letterboxd.com/casinohille/
Let the sheep out, kid.
Re: Zuletzt gesehener Film
7240Wirklich intensiv habe ich die Darsteller im Film eigentlich nicht wahrgenommen, das war einer dieser Fälle, in denen die Figuren lebendig und ihre Darsteller treffend sind, ohne dass konkrete schauspielerische Leistungen hervorstechen. Amüsant empfand ich die schrägen, kleineren Auftritte bekannter Darsteller bzw. Beatles-Figuren, also U2's Bono als Doctor Robert oder Eddie Izzard als Mr. Kite. Und der Jojo-Darsteller ist einer von denen, die in der Ecke einer Bar sitzen und "gently" Harrisons While my Guitar gently weeps "weepen" können, und dabei in Zusammenspiel mit der Inszenierung mehr ausdrücken als so mancher Oscargewinner in seinen hochgelobtesten Rollen.Casino Hille hat geschrieben:Wunderbar. Noch einfacher on point ist der Film mit einem Satz wahrlich nicht zu beschreiben. Für Beatles-Fans ist der Film ein wahrliches Sammelsurium aus Fan-Geschenken, tollen Referenzen, cleveren Anspielungen etc. usw. Zudem der seltene Glücksfall, in dem die Ästhetik die Töne der Handlung wirklich bereichert, statt ihnen nur zu entsprechen. Und besonders Evan Rachel Wood, ohnehin fraglos eine famose Schauspielerin, hat es mir dort angetan, und sie ist eine ungemein wichtige Stütze für den Film, wie empfandest du ihre Leistung?GoldenProjectile hat geschrieben:Across the Universe ist quasi das filmische Äquivalent zu der Psychedelic Rock Phase der Fab Four
We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.
Let the sheep out, kid.
Re: Zuletzt gesehener Film
7241Hab mir gestern "Plötzlich Papa" angesehen. Wirklich ein hammer Film und einer der besten Filme des Jahres. Auch wenn es eine Komödie ist, hat der Film unglaublich viel Tiefgang und vor allem Gloria Colston überzeugt als lebenslustige Tochter von Omar Sy. Wenn sie will, steht ihr noch eine große Karriere bevor.
#London2025
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."
Re: Zuletzt gesehener Film
7242Ok, ja. Das kann ich bis zu einem gewissen Grad sogar nachvollziehen, gerade in diesem Film. Ich fand aber schon, dass Wood besonders stark war, dass sie über ihre Rolle hinaus Eindruck gemacht hat. Allerdings ist Wood auch eine Schauspielerin, die mir immer besonders auffällt, die sehr angenehm aus einem Cast hervorzustechen weiß. Und das nicht mal immer nur in großen Rollen.GoldenProjectile hat geschrieben:Wirklich intensiv habe ich die Darsteller im Film eigentlich nicht wahrgenommen
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/
Let the sheep out, kid.
https://letterboxd.com/casinohille/
Let the sheep out, kid.
Re: Zuletzt gesehener Film
7243Hier ist noch eine exzellente Szene aus Across the Universe. Ich glaube spätestens hier habe ich mich in den Film verliebt. Und die Variation des altbekannten Hit-Songs ist fantastisch. Übermenschlich. Gigantisch. Unendlich schön. Kaum zu fassen, dass die Milchstrasse nach diesen 2 Minuten 44 noch steht. Und das Mädchen ist auch bezaubernd.
We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.
Let the sheep out, kid.
Re: Zuletzt gesehener Film
7244Viel schöner als der Original Song. Die frühen Beatles interessieren mich ohnehin nicht so sehr.
Die blonde Cheerleaderin kommt mir irgendwie bekannt vor. Wer ist das?
Albern war allerdings die Drogenszene am Anfang, bei der sie angeblich (wegen PG13?) nicht richtig zeigen durften daß die kiffen.
Die blonde Cheerleaderin kommt mir irgendwie bekannt vor. Wer ist das?
Albern war allerdings die Drogenszene am Anfang, bei der sie angeblich (wegen PG13?) nicht richtig zeigen durften daß die kiffen.
Re: Zuletzt gesehener Film
7245Ja, das langsame Tempo und die sehr reduzierte aber klangvolle Instrumentalisierung passen besser als der konventionellere Ansatz des Originals, wobei ich Lennon & MCCartney aber natürlich dennoch Respekt zolle für ihre Arbeit, die dieses tolle Cover überhaupt erst möglich gemacht habe. Und das Original mag ich im Prinzip auch.Maibaum hat geschrieben:Viel schöner als der Original Song. Die frühen Beatles interessieren mich ohnehin nicht so sehr.
Die blonde Cheerleaderin kommt mir irgendwie bekannt vor. Wer ist das?
Albern war allerdings die Drogenszene am Anfang, bei der sie angeblich (wegen PG13?) nicht richtig zeigen durften daß die kiffen.
Die frühen Beatles finde ich gut, aber eben auch nicht wirklich interessant. Die Songs machen Spass und es sind auch einige Perlen dabei, aber stundenlang zuhören würde ich ihnen da auch nicht. Ab Help, spätestens ab Rubber Soul wurde es dann aber grossartig.
Keine Ahnung, wer das Blondchen ist und welche Kiffszene du meinst. Bei With a Little Help from my Friend sieht man einen Joint, wenn ich mich nicht irre.
We'll always have Marburg
Let the sheep out, kid.
Let the sheep out, kid.