Re: Zuletzt gesehener Film

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Maibaum hat geschrieben:
GoldenProjectile hat geschrieben:Aaaargh, so schnell kann es gehen und Costner landet im Einkaufswagen. Sorry, Maibaum...
Anfänger ...
Wenn ich an das Treffen zurückdenke argumentiere ich jetzt mal nicht damit, dass ich viele deiner Lieblingsfilme mag...
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

5792
Casino Hille hat geschrieben:Die Rückkehr DES Jedi-RitterS
Im Film kehren vier Jedi-Ritter zurück und wenn man Obi-Wan und Yoda nicht dazuzählen will, dann mit Anakin und Luke wenigstens zwei. :wink:
#London2025

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Zuletzt gesehener Film

5793
GoldenProjectile hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:
GoldenProjectile hat geschrieben:Aaaargh, so schnell kann es gehen und Costner landet im Einkaufswagen. Sorry, Maibaum...
Anfänger ...
Wenn ich an das Treffen zurückdenke argumentiere ich jetzt mal nicht damit, dass ich viele deiner Lieblingsfilme mag...
Um so trauriger daß du jetzt so einen Anfängerfehler machst ... ;)

Aber tatsächlich ist es immer wieder faszinierend das auch bei Leuten die geschmacklich viele Übereinstimmungen haben, trotzdem auch wieder erstaunliche, nur schwer erklärbare Abweichungen auftreten können.

Knock Knock von Eli Roth

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Kinderquatsch mit Kevin. So langsam muss man sich ernsthaft Sorgen machen um die Freunde von Quentin Tarantino. Erst schmiert Robert Rodriguez ( Predators ) in filmische Untiefen ab dann rutscht ihm Knock Knock Regisseur Eli Roth gleich hinter.

Knock Knock ist sowas wie die Kinderversion von Filmen wie "The Loved Ones" oder "Funny Games". Weder schafft es Eli Roth aber den Spiegel der Sozialkritik zu finden, den Funny Games Regisseur Michael Haneke so gerne zeigte noch wird Knock Knock richtig fies oder explizit wie The Loved Ones. Dabei ist Knock Knock von dem Typ, der Hostel 1 und 2 auf den Zuschauer los lies. Von dem Typ, welcher mit anderen Regisseuren ein neues Zeitalter des Terrorkinos einläutete. Der Typ hat jetzt zwar wieder einen Terrorfilm geschaffen, doch dieses mal richtet sich der Terror ausschließlich gegen Präfrontalen Kortex des Zusehers, der darauf nur mit Schädelschmerz und Schwindel reagieren kann..

Knock Knock

Noch schlimmer als das eigene Versagen ist jedoch der Umstand, dass Regisseur Roth ( Cabin Fever ) noch einen anderen mit sich reist, der gerade mit John Wick seine Auferstehung gefeiert hat. Keanu Reeves oh Keanu Reeves. Was den Mann dazu inspiriert hat in diesem Kinderquatsch den Michael zu geben weiß nur er. In Knock Knock spielt er den Familienvater Evan, der gerade Samenstau hat da seine Frau zu viel um die Ohren hat um mit ihm Verstecken zu spielen. Doch es kommt noch schlimmer, Keren ( Ignacia Allamand ) vereist übers Wochenende mit den Kids und trägt nichts zum baldigen Ende des Staus bei. Evan bleibt zurück im riesigen Eigenheim und fristet sein Dasein beim Designen von Modellen aus dem 3D Drucker, die er für sein neuestes Projekt druckt. Doch was die unheilvolle Musik schon zu Beginn des Film mehrfach ankündigte, tritt nun ein: Es passiert etwas Merkwürdiges. Zwei Girlies klopfen klopfen an die Tür...

One night can cost you everything

Der Untertitel nimmt es ja schon vorweg, wie sollte es auch anders sein. Überraschung Überraschung. Keanu verfällt der süßen Versuchung, lümmelt die Beiden zeitgleich mit voller Hingabe. Achtung, wir erinnern uns, er hatte ja Samenstau in der Unterbuchse, verschuldet durch Keren. Passt doch alles. Ja so einfach ist manchmal das Leben oder die Fantasie von Eli Roth. Seis drum, der Plot wäre ja noch nicht einmal das Problem, denn was sollte auch anderes geschehen bei diesen originellen Voraussetzungen? Bevor es aber zur besagten bösen Tat von Keanu kommt wechselt der Mann doch tatsächlich 5-10 den Untersatz für seinen zensiert um der Versuchung zu wiederstehen. Das mulmige Gefühl überkommt einen, eine Filmversion "Der Reise nach Jerusalem" zu sehen, Wahnsinn. Genau diese Art von Umsetzung ist es, was aus Knock Knock, den Kinderquatsch mit Michael in dem Fall Kevin macht.

Die meiste Zeit des Films blickt man auf das mürrische Face von Reeves, der aus seiner gefesselten Position heraus, meist Hasstiraden auf die Girlies feuert. Von da ab beginnt Rot nun wirklich rücksichtslos den Zuseher zu terrorisieren, indem er Reeves zu einer Karikatur von sich selbst werden lässt. Kaum zu ertragende lange Einstellung, in der Reeves nur mit seiner Mimik arbeiten muss, schreit, brüllt und faucht. Hände und Körper gefesselt. Wer will so was sehen? Wer will Reeves minutenlangen Monologen beiwohnen, wo nichts anderes passiert? John Wick Regisseur David Leitch hat alle Vorzüge von Reeves in seinem Actioner von 2015 zum Glänzen gebracht, keine langen Dialoge, Actionhaltige Kost, schweigsamer Assassine. Fertig! Dachte Roth Reeves wäre ein Charakterkopf, der den Zuschauer dadurch fasziniert das er so tolle Monologe halten kann?

Die Essenz eines Haus Terror Films besteht meist aus einem Spannungsbogen, der immer weiter anschwillt und einer bedrohlichen Grundatmosphäre. Bei Knock Knock weiß man zeitweise nicht so recht ob man in einem Ableger der American Pie Reihe gelandet ist oder einer Folge Switch Reloaded beiwohnt. Ja manchmal fühlt man sich als Zuseher echt betrogen. Für dumm verkauft. Dieses Gefühl kommt immer dann auf wenn die handelnden Personen mal wieder dämlich agieren oder man den 48. Logikfehler entdeckt. Beispielsweise Reeves beim Fluchtversuch als er über ein Cat Car stolpert, sein Messer verliert und solange am Boden liegen bleibt bis in seine Häscher wieder stellen können. Oder als Reeves die Chance bekommt im Rahmen eines Todesspiels, sich in wohl gemerkt seinem eigenen Haus zu verstecken und er als Place to be den Boden unter einem Tisch in der Küche auserkoren hat. Das eigene Haus! Tausend Dinge die als Waffen dienen könnten, ganz zu schweigen das das Überraschungsmoment auf seiner Seite gewesen wäre. Tausend Möglichkeiten und das Drehbuch verdammt ihn dazu, stümperhaft zu handeln.

Ein bisschen Gesellschaftskritik übt Roth dann doch irgendwie, als er durch seine Terrorbräute ausrichten lasst, dass es nicht schlau sei alles von sich auf Facebook Preis zu geben. Und auch am Dasein des Mannes wird ein bisschen der gemäkelt es wird sogar ganz arg geschimpft über diese triebgesteuerten Monster. Aber egal wie man es dreht und wendet, je länger man schaut, desto mehr wünscht man sich doch das baldige Ableben des untreuen Ehemannes. Nicht um des Blutes willen oder gar der erhofften Expliziten Szenen, nein damit der Kinderquatsch ein Ende hat. Am Ende wird es jedem Zuseher egal sein was aus ihm wird. Einfach egal. Zu keiner Zeit gibt einem der Film die Chance irgendjemand zu mögen oder Mitgefühl zu entwickeln. Es ist einem einfach egal. Egal Egal.

Sind ein und halb Stunden feinsten Hirnterror überstanden und man anfängt sich Gedanken zu machen über die Zutaten des Films wird man sogar noch viel wütender. Ja das war wirklich ein Elie Roth Film. Der Typ der einen der härtesten Terrorfilme der Neuzeit geboren hat. Es war wirklich der Typ, der von Quentin geadelt wurde. Der Typ, der der Bärenjude war und einem SS Schergen das Hirn zermanschte. Was hätte aus Knock Knock werden können? Für mich geht das sogar soweit das er seine Identität verraten hat. Wie kam es dazu? Wie kommt er dazu einen Film zu drehen der abwechselnd langweilt und aufregt. Einen Film zu drehen den selbst Bieber Fans und Bushido Jünger ablehnen würden, die sind ja bekanntermaßen hochgradig schmerzfrei dank der Musik ihrer Idole?

Den größten Frevel begeht Eli Roth aber am Schluss als er zu den Klängen von Where is my Mind, Knock Knock ausklingen lässt. Ich schreibe bewusst nicht welcher Film für immer mit diesem Lied in Verbindung steht, verschmolzen mit ihm ist. Denn Knock Knock soll niemals mit eben jenem Meisterwerk zusammen auf Papier oder im gleichen Text stehen. Eli Roth klopft klopft an die Tür der C- Movie Hölle,Nic Cage macht im gerne auf um mit ihn und Dolph Lundgren den nächsten Film zu planen. Bitte nicht. Eli erinnere dich an deine Wurzeln und dreh wieder geile Gore Scheisse und lass das mit dem Kinderquatsch mit Michael.
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Re: Zuletzt gesehener Film

5796
Hab mir wieder mal "Der Spion, der aus der Kälte kam" gegeben. Ah, tat das gut!
Ich muss zugeben, lange Zeit als ich von den Film nur den Titel kannte, hielt ich ihn irriger Weise für einen Bond-Film.
Welch ein irrtum!
So eine genial wie komplexe Handlung sucht man bei einem Bond Film vergeblich. Wie denn auch. Da sind die Agenten keine Strahlemänner mit schnellen Autos, 5 Sterne Hotels , Yachten und Casinos. Sie sind kleine unscheinbare Mäuse, mit ihren Sehnsüchten und Schwächen.
Und bei so einer komplexen Handlung muss man verdammt viel Mitdenken -kein cineastisches Fast Food!
Als Sahnehäubchen Richard Burton (Wurde er mal für Bond gecastet?) und Oskar Werner -ein Genuss!
Rich spielt da den brit. Geheimagenten Alec Limus, der da seinen Hinauswurf vorspielen muss, damit er vom ostdeutschen Geheimdienst wegen seines Wissens über seine Arbeiten in Berlin angeheuert wird, was auch gelingt, da der 2.Chef des ostdeutschen Geheimdienst, Fiedler (vom großartigen Oskar Werner gespielt!), vermutet, dass sein Chef, Mundt, ein Maulwurf für den MI-6 ist.
Spoiler
In der DDR kommt es zu einer geheimen Gerichtsverhandlung, in der Fiedler glaubt, mit Alec als Zeugen, Mundt zu entmachten. Alec habe sozusagen nichtwissend die Geldtransaktionen für Mundt erledigt.
Mundts Verteidigung gelingt es hingegen, das alles als Verschwörung des Mi-6 mit Fiedler als nützlichen Intimfeind Mundts gegen diesen darzustellen. Für Alec verblüffend wird seine Freundin, Ms. Nancy Perry, als Kronzeugin in den Zeugenstand geladen, wo sie beichtet, 1000 Pfund von Alecs Vorgesetzten, Mr. Smiley, bekommen zu haben.
Alec und Nancy werden weggeführt. Fiedler wird vermutlich hingerichtet.
Doch da werden Alec und Nancy von Mundt befreit. Er beichtet ihm, dass er wirklich DER Maulwurf ist, und der MI-6 mit Alec Fiedler ausschalten wollte, was auch gelang. Alles war ergo keine Verschwörung gegen Mundt, sondern gegen Fiedler!
Sie sollen nun über eine markierte Stelle auf der Mauer nach W-Berlin fliehen. Alec ist schon auf der Mauer oben und will Nancy hochziehen, da wird sie von einem Agenten Mundts erschossen. Obwohl Smiley ihm auf der W-Seite zuruft, zu ihm runterzuspringen, geht Alec auf die O-Seite und läßt sich erschiessen.
Offenbar wollte der MI-6 nancy als Mitwisserin ausschalten.
Ironisch dabei ist, dass hier der brit. Geheimdienst der eigentliche Bösewicht ist, der sein übles Handeln durch den Kalten Krieg entschuldigt, sodass er sogar eigene Agenten opfert. So einen Grad an Selbsteinsicht ware bei einem M unvorstellbar.
"There is sauerkraut in my lederhosen."
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Re: Zuletzt gesehener Film

5797
Black Mass 6/10

Johnny Depps Stirnglatze erzählt uns mehr über Black Mass, als Regisseur Scott Cooper in zähen zwei Stunden Laufzeit. Jene vorhandene bzw. nicht vorhanden Haarpracht des Deppen zeichnet sich durch kahle Stellen aus, geschmückt mit vereinzelten überlebenden Haaren, die nicht der Glatze zum Opfer fielen. Und genau das verkörpert Black Mass, der nunmehr dritte Streich des Regisseurs. Vereinzelt blitzen überragende Szenen auf, gepaart mit dem immer noch vorhandenen Können des Hauptdarstellers, doch meistens bleibt der Film kahl, arm an Höhepunkten und wiederholt sich schrecklich oft. Cooper flirtet nur mit dem Gedanken einen wirklichen Genrebeitrag zu erschaffen, traut sich dann aber doch nicht so recht mit dem Mädel auf den Ball zu gehen...

Black Mass erzählt mehr oder weniger die wahre Geschichte des wohl berühmtesten Glatzenträgers Bostons, dem Gauner und Bandenboss James J. "Whitey" Bulger. Jimmy Bulgers ( Johnny Depp ), Rise and Fall Geschichte. Der unglaublichen Story des FBI, die mit dem Teufel einen Pakt einging bei dem sie später in selbiger landeten und nicht mehr zurück in den Himmel durften. Auf dem Weg dorthin kann der geübte Zuschauer noch so aller Hand Prominenz an jeder Ecke Bostons entdecken. Kevin Bacon, Joel Edgerton oder auch Benedict Cumberbatch sind nur einige der Namen, die den Film schmücken. Selbst für Frank Underwoods ( House of Cards ) ehemaligen Kollegen gibt es einen Schreibtisch Job in Black Mass. Der Mann scheint auf Anzug tragende Unsympathen abonniert zu sein.

Viel Action wird in Black Mass nicht gezeigt, meist immer nur das fertige Resultat, die Tat an sich. Der Weg dorthin ausgelassen. Erfahrbar wird die Welt in der Bulger regiert nie so ganz. Jedenfalls nicht dadurch, dass man als "Fremder" vom Regisseur in die Organisation eingeschleust wird. Weder die Chance erhält sie von innen heraus kennen zu lernen noch Teil des inneren Kreises zu werden.

Das "Wie" an sich, ist Scott Cooper ( Crazy Heart ) egal, er schert sich wenig darum dem Zuschauer zu zeigen wie "Whitey" seine Kohle macht oder den Laden schmeißt. Nur eine Randnotiz die es zu erwähnen gilt oder kurz angerissen wird. Ihn interessiert viel mehr das innere der Hauptfiguren, deren Motivation und Antrieb. In Black Mass fallen dabei ganz oft Worte wie Loyalität, Ehre und Aufrichtigkeit. Scott, versucht statt explodierenden Autos oder Genre typischen Straßen Geballer, das Innere seiner Charaktere zu durchleuchten. Ist bemüht sie in die Ecke zu treiben um dabei zu sehen wie sie reagieren. Diese Interesse am Mensch ist da und auch der Kern des Films, nur gelingt es Scott nur manchmal ganz nah bei seinen Charakteren zu sein. Stimmungen und Gefühle zu kreieren, die nicht nur behauptet sind, sondern spürbar. Wenn das Interesse am Handeln der Charaktere wirklich visualisiert werden kann nimmt Black Mass Fahrt auf und weiß zu unterhalten. Leider sieht man sie zu selten, diese Szenen treten nur vereinzelt auf wie die Haare auf dem Kopf des Hauptdarstellers.

"Nicht was Du tust, ist wichtig, sondern wann und wo Du´s tust und wem Du was tust und wer dabei ist. Wenn niemand es sieht, ist es nie passiert."

Den Spruch den er Bulger in den Mund legt um ihn seinen Sohn zu predigen beherzigt Cooper leider selbst nicht. Zu beschäftigt damit beim Versuch jedem einzelnen seiner vielen Sprechrollen in Black Mass Tiefe zu verleihen vergisst er dabei seinen an sich epischen Grundsatz seiner Hauptfigur. All die Dinge, die er dem Zuseher nicht zeigt, passieren für ihn auch nicht. Wie Jimmy seinen sagenhaften Aufstieg bewerkstelligte oder das Innenleben der Organisation die er betreibt, die Mechanismen im inneren Kern seiner Truppe. Scott zeigt wenn er die Winter Hill Gang begleitet nur das Resultat, das meist eine kurze Gewaltspitze darstellt, die nach dem fünften Mal ermüdend wirkt. Schema F: Verräter enttarnt, Schnitt, Mord, Schnitt. Jimmys Arbeit am Opfer wird abgehakt damit es wieder weiter gehen kann, zurück in der Wohlfühlzone des Regisseurs, dem Wühlen in menschlichen Abgründen die a in Black Mass vor allem aus falscher Loyalität, Gier und Skrupellosigkeit besteht. An sich alles hochspannende Themen, wenn der Film ein Krimi nach einer Romanvorlage eines einsamen schwedischen Autors wäre, nicht diesen Trailer rausgehauen hätte und einen Charakter erschaffen hat der nach Coolniss nur so schreit. Scott kann die Waage zwischen den zwei Extremen, Action und Dialog nicht halten. Zu viel wiegt der Anteil, an sich wiederholenden Abfolgen von Büroszenen und schwachen Dialogszenen auf dieser einen Seite der Waage. Dabei ist das Wort Action nicht als bloße Worthülse für Explosionen und Krach zu verstehen sondern als Synonym für Bewegung bzw. Fluss des Films. Der gestaltet sich des Öfteren doch viel zu zäh, teilweise tappt Black Mass sich die Füße wund an ein und derselben Stelle der Geschichte weil nichts vorangeht.

Der nervige Nachbar

So ganz wird man in letzter Zeit nicht mehr schlau aus Johnny Depp. Zeichnete er sich in früheren Zeiten dadurch aus, dass man ihn gerne sah in Rollen wie dem legendärem Jack Sparrow oder als Kleinganove in Blow, ist es jetzt eher so, dass er der nervige Nachbar ist. Den man immer wieder zu sich nach Hause einlädt in der Hoffnung es würde doch ein cooler Abend werden nur um am Ende des Tages abermals zu merken das er der nervige Nachbar geblieben ist. Wie kam es dazu? Was ist nur los? Warum? Das einst aus dem netten Nachbarn, den man gerne ins Heimkino einlud, dieser nervige Nachbar wurde?

Frauen in Black Mass sind grundsätzlich da um verlassen zu werden und oder um begrabscht zu werden. Ferner sie versterben nach wenigen Szenen. Eine Kommuniation zwischen Mann und Frau in Black Mass ist meist durch Hass oder Verachtung geprägt. So krass wie in Lawrence von Arabien in dem keine einzige Frau mitgespielt hat geht es hier nicht zu aber so weit weg bewegen wir uns davon auch nicht. In dieser gezeichneten Welt von Scott Cooper, die von Gier, Skrupellosigkeit und dem Drang zur Macht bestimmt wird verwelken schnell die Personen deren Gebote, Ehrlichkeit und Liebe lauten. Selbst die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, wenn die Guten nicht mehr als die solchen erkannt werden von ihres Gleichen. Wie einst auf dem Schulhof als Jimmy und seine Kumpels Räuber und Gendarm spielten. Die Grenzen verschwimmen und des Öfteren tragen die Bösen jetzt auch Krawatte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

5798
SamTrautman hat geschrieben:So ganz wird man in letzter Zeit nicht mehr schlau aus Johnny Depp. Zeichnete er sich in früheren Zeiten dadurch aus, dass man ihn gerne sah in Rollen wie dem legendärem Jack Sparrow
Depp ist nach Jack Sparrow einfach zu sehr auf diese Extrem-Komödiantischen Rollen zugeschnitten worden, obwohl er eigentlich auch als Charakterdarsteller stark sein kann (hat er ja oft genug bewiesen), nur das nuancierte Spiele seinerseits immer direkt als langweilig abgetan werden vom Publikum, weil die Erwartungshaltung an ihn eine andere ist. Er hat mittlerweile eben leider einen Ruf, der nur einen Teil seines Könnens abdeckt und den anderen zu verdrängen droht.
SamTrautman hat geschrieben: Selbst die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, wenn die Guten nicht mehr als die solchen erkannt werden von ihres Gleichen. Wie einst auf dem Schulhof
Aber gerade auf dem Schulhof sind die Grenzen zwischen Gut und Böse ganz eindeutig, die einen sind Räuber und die anderen Gendarm.
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Re: Zuletzt gesehener Film

5803
Review zu Point Break (2016)

Worum geht es in Point Break ?


Es gibt diverse, perfekt durchgeplante Raubzüge im Stil von Robin Hood, die dem FBI ein Dorn im Auge sind. Der junge FBI-Agent und Extremsportler Johnny Utah erkennt einen Zusammenhang und lässt sich Undercover in die Szene der Extremsportler einschleusen und lernt dabei eine Gruppe von Leuten um den geheimnisvollen Bodhi kennen.

Was halte ich davon ?

Dieser Film ist das Remake des gleichnamigen Films von Kathryn Bigelow aus dem Jahre 1991 mit Keanu Reeves und Patrick Swayze in den Hauptrollen. Der Film übernimmt jedoch nur das Grundgerüst und wichtige Details des Originals, was in meinen Augen eine sehr gute Entscheidung ist - denn das Original gehört mit zu den besten Actionfilmen der frühen 90er-Jahre und beherbergt nicht nur einen fantastischen Patrick Swayze, sondern auch Keanu Reeves in einem seiner besten Filme – eine 1:1-Kopie wäre absolut unpassend gewesen und mit dem Erstling der „The Fast and The Furious-Reihe“ hat man auch schon ein eigenständiges Remake im Untergrundrennsport geschaffen.

Mit welcher Erwartungshaltung bin ich in den Film gegangen ? Ehrlich gesagt mit einer Niedrigen, denn erste Reviews von US-amerikanischen und deutschen Quellen waren nicht so wohlwollend. Da ich aber diesen Film schon seit seiner Ankündigung und meiner Faszination für das Original auf meinen Pflichttermin-Kalender fürs Kino gesetzt habe, wollte ich mir ein eigenes Bild von Point Break machen – und das in der 3D-Fassung.

Und mein Bild von Point Break ist, dass er mir gut gefallen hat. Point Break hat seinen Fokus weniger auf die Ermittlungsarbeit gelegt, sondern mehr auf die Action, Stunts, die Landschaftsaufnahmen und damit ist er ein sehr visueller Film geworden, der am Besten im Kino zur Geltung kommt. Von der Action her ist der Film ein ultimatives Brett und serviert uns eine Reihe von Actionsequenzen mit Motocross, Snowboarding, Skydiving, Surfing und Free-Climbing, die unglaublich gut und rasant gefilmt sind und den Film am Laufen halten.

Die Pausen während der Actionsequenzen sind nur existent, um ein wenig die Ermittlungsarbeit abzuhaken, teilweise pseudophilosophische und wirtschaftskritische Kommentare einfließen und quasi ein wenig die Handlung von Actionszene zu Actionszene springen zu lassen.
Die Charaktere im Film sind stellenweise sehr oberflächlich, die Motivationen scheinen auch nicht immer glaubwürdig nachvollziehbar zu sein. Aber das Zusammenspiel von Luke Bracey (Utah) und Edgar Ramirez (Bodhi) bildet den Kern des Films und sorgt hier neben der Action dazu, den Film zusammenzuhalten.

Ob dieser Film ein wenig besser funktioniert hätte, hätte man nicht den Namen und die Charaktere aus dem Original verwendet – vermutlich schon, aber das hätte auch dem Erfolg schaden können.
Ich gehe bei meiner Bewertung davon aus, was ich von einem Actionfilm erwarte. Da kann ich Abzüge im Plot und den Charakteren einfacher tolerieren. Die Action an sich ist sehr gut, es passiert genug, um den Film nicht langweilig werden zu lassen. Für einen Actionfilm-Abend eignet sich der Film perfekt – Ich werde ihn mir auf jeden Fall auf Bluray zum Release holen, denn der „Replay Value“ ist absolut gegeben.

Point Break (2016) bekommt von mir 7/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

5805
Ich wollte hier jetzt auch einfach mal meinen Senf zu Iñárritus neuestem Film "The Revenant" dazu geben. Habe ihn mir direkt 3 Tage nach Premiere angesehen, weil eine Freundin so sehr davon geschwärmt hat. Und bin deswegen sogar bis in die nächst größere Stadt gefahren.
Bitte nur lesen, wer den Film schon gesehen hat.

The Revenant - Der Rückkehrer
Positiv:
Die Leistungen des Regisseurs, des Kameramanns, der Maskenbildner, der Kostümdesigner und der Schauspieler sind alle Top. Die wunderschöne Natur Kanadas wurde durch die Kamera perfekt eingefangen und hat mich einmal mehr darin bestärkt, Kanada eines Tages zu besuchen. Und auch die Kostüme der Schauspieler waren toll, sehr passend. Von den mehr als realistischen Kampfwunden mal ganz zu Schweigen, wirklich große Klasse!

Die Oscars für die Beste Kamera, das Beste Kostümdesign und das Beste Makeup hat dieser Film definitiv verdient (Zu bester Ton/Tonschnitt kann ich nicht so viel sagen, ehrlich gesagt läuft die Musik in meinem Kopf immer sehr im Hintergrund ab). Ob er ihn für den Besten Schnitt verdient hat? Ich weiß nicht so recht. Wirklich viel wurde am Film ja nicht geschnitten. Selbst der Bärenkampf, allgemein alle Kämpfe, wurden kaum bis gar nicht geschnitten (weswegen der Film wohl auch so lange dauert). Natürlich spricht das FÜR die Qualität des Films, aber nicht für einen Oscar in dieser Kategorie. Allein für den Bärenkampf sollte man The Revenant allerdings in Beste visuelle Effekte auszeichnen, unfassbar realistisch, da hat man richtig Gänsehaut bekommen!
Allgemein gesagt wurde mir in ziemlich vielen Szenen ziemlich flau in der Magengegend (Bärenkampf und die Verarztung danach, der Showdown zwischen den beiden Haupfiguren am Ende, der Indianerangriff zu Beginn...). Was wohl zeigt wie realistisch alles gemacht wurde. Da kann ich nur ein riesiges Lob aussprechen! (Erstaunlicherweiße hat es mir nichts ausgemacht, als er das Pferd ausgenommen hat :D).

Den Schauspielern wurde sehr viel abverlangt, da zolle ich auch meinen größten Respekt davor. Was DiCaprio und Hardy da durchmachen mussten (Stimmt es, dass Leo 4 mal die Grippe hatte während den Dreharbeiten?) war vermutlich mehr als hart. Für die körperliche Angstrengung könnte man beiden den Oscar geben, aber teilweise muss ich bei DiCaprio die schauspielerische Leistung an sich bemängeln. Aber dazu unten mehr...

Negativ:
Der Film dauerte zu lange: Einige Passagen waren für mich wirklich sehr langweilig, ich mag DiCaprio als Schauspieler wirklich sehr gern, aber ich muss nicht Minuten am Stück sein regungsloses Gesicht sehen - und das öfters im Film. Teilweise waren die Naturaufnahmen auch zu ausführlich. Was nicht heißen soll, dass ich sie nicht mochte, aber man kann es auch übertreiben. All diese Sachen und dazu noch die Story, die eigentlich überhaupt nichts hergibt, haben den Film unnötig in die Länge gezogen, was ihn für mich auch etwas fad machte. Im Gegensatz dazu waren natürlich einige Szenen mehr als einprägsam (ich glaube jeder weiß, welche ich meine), ohne die gute Qualität dieser, wäre der Film nur halb so gut geworden.

Die Leistung DiCaprios sehe ich in meinem Augen höchstens bei 7/10. Ihm wurde viel abverlangt, was die meisten Punkte in meinem Ranking ausmacht, allerdings fand ich ihn schon arg emotionslos. Ich weiß, das liegt einfach hauptsächlich an der Rolle selbst, aber er hat schon bessere Leistungen abgeliefert. Für das, was er kann, hat die Rolle (und die Story) zu wenig hergegeben. Den Oscar hätte er für andere Filme eher verdient gehabt, als für diesen (Vielleicht kann man einen Oscar für "Die körperlich anstrengenste Filmrolle" einführen? Den hätte er!).
Bei Tom Hardy in etwa das selbe, obwohl ich ihn einen Tick abwechslungsreicher empfand. Er kann den Oscar bekommen, hab ich kein Problem mit.

Die Story hat, wie schon erwähnt, fast nichts hergegeben. Klar, so konnte man den Hauptaugenmerk auf die Survival-Sache legen, die auch wirklich gut gelungen ist, aber ich bin einfach auch ein Fan von Story und wurde hier deshalb arg enttäuscht. Ich verlange wirklich keine großen Storyplots und Verschwörungen vorn und hinten oder total tiefgründige Charaktere... Doch die Geschichte in The Revenant hat wirklich kein großes Lob verdient. Das sehen viele wahrscheinlich anders, weil andere Dinge im Film zu überragend waren, aber für mich ist das ein großer Kritikpunkt. Als schön empfand ich die Rückblicke in Glass' Leben und die abschließende Szene, als er Fitzgerald den Indianern übergibt. Es passieren schon die ein oder anderen Sachen, aber irgendwie nie etwas richtig überraschendes... Einzig als der Indianer, der Glass einige Zeit begleitet hatte, plötzlich am Baum hing, war ich etwas verblüfft.
Es ist natürlich schon erstaunlich wie sich Glass ins Leben zurück kämpft, aber das reicht für mich einfach nicht.

Fazit:
Mein Kinojahr hat durch diesen Film gut begonnen. Allerdings zähle ich ihn nicht zu besten Filmen, die ich jemals gesehen habe und er wird auch nicht der beste Film dieses Jahres für mich sein. Durch die langweilige Story hat The Revenant viel bei mir eingebüßt, viele andere Leistungen des Films waren dafür aber grandios. Wer auf Survival steht, sollte ihn auf jeden Fall anschauen! Wer Fan von Story und abwechslungsreichem Schauspiel ist, allerdings nicht zwingend. Aber dadurch, dass er so hoch gelobt wird, sollte man ihn als Kinofan zumindest gesehen haben. Bereuen tue ich es nicht.

7/10
Zuletzt geändert von BlofeldsKatze am 27. Januar 2016 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
The name's Bond, James Bond.