Das Filmstudio "A24"

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Wenn es ein Filmstudio gibt, das mich abseits der großen Studios Disney, Paramount, Universal, Fox, Warner und wie sie noch alle heißen in den letzten Jahren immer weiter in seinen Bann gezogen hat mit den produzierten bzw. auch vertriebenen Filmen ist es das US-Filmstudio "A24", das sowohl in New York und auch Los Angeles sitzt.

Hier eine Auswahl der "A24"-Filme:
Spring Breakers
Bling Ring
Enemy
Under The Skin
Locke
The Rover
Son of a Gun
A Most Violent Year
While We´re Young
Ex_Machina
Slow West
Dark Places
Room
The Witch
Green Room
The Lobster
Swiss Army Man
Equals
Into The Forest
The Sea of Trees
American Honey
Moonlight
20th Century Women
Trespass Against Us
Free Fire
It Comes At Night
A Ghost Story
Good Time
The Florida Project
The Killing of A Sacred Deer
Lady Bird
The Disaster Artist
The Ballad of Lefty Brown
First Reformed
Hereditary
Woman Walks Ahead
Climax

Von den hier gelisteten Filmen habe ich: Bling Ring, The Rover, Slow West, The Witch, Green Room, Into The Forest, The Florida Project, The Ballad of Lefty Brown, First Reformed und Climax noch nicht gesehen. Aber es ist auf jeden Fall geplant, diese nachzuholen.

Während andere in meinem Umfeld darauf warten, im postheroischen Zeitalter auf den einen neuen Actionheld und Actionstar im Kino zu bekommen, beschränke ich mich darauf, neben den großen Blockbustern immer einen Blick auf die Independentfilme zu werfen um für mich immer wieder neue Perlen und Geheimtipps zu finden. Ich halte bei dem Portfolio des Studios natürlich auch die Augen auf, welche Projekte uns in Zukunft aus diesem Hause erwarten.

Wie steht Ihr zu dem Filmstudio ?
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Re: Das Filmstudio "A24"

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Da ist ja ziemlich alles dabei vertreten, was in den letzten Jahren Rang und Namen hatte. ich wusste nicht, dass die alle unter einer Ägide produziert wurden, interessiere mich in der Regel aber auch nicht so für den ganze Business-Kram hinter den Kulissen sondern mehr für die Filme an sich.

Grün - Meine Wertungen
Blau - Filme für die ich mich in Grund und Boden schäme dass ich sie noch nicht gesehen habe

Hier eine Auswahl der "A24"-Filme:
Spring Breakers
Bling Ring
Enemy
Under The Skin

Locke
The Rover
Son of a Gun
A Most Violent Year
While We´re Young
Ex_Machina
Slow West

Dark Places
Room
The Witch
Green Room
The Lobster
Swiss Army Man

Equals
Into The Forest
The Sea of Trees
American Honey
Moonlight 9 / 10
20th Century Women
Trespass Against Us
Free Fire
It Comes At Night
A Ghost Story
Good Time 7,5 / 10
The Florida Project 8,5 / 10
The Killing of A Sacred Deer 7 / 10
Lady Bird 9,5 / 10
The Disaster Artist 4 / 10

The Ballad of Lefty Brown
First Reformed
Hereditary
Woman Walks Ahead
Climax
We'll always have Marburg

Re: Das Filmstudio "A24"

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GoldenProjectile hat geschrieben: 19. Juli 2018 23:56Swiss Army Man
American Honey
Hier müsstet du einmal die Farben tauschen, Eric. Swiss Army Man ist belanglose Effekthascherei, die auf Spielfilmlänge aufgeblasen wird, während American Honey eines der Erzählepen seiner Zeit geworden ist, ein filmischer Hochgenuss. Außerdem einfärben solltest du Spring Breakers, der bei der ersten Sichtung vielleicht noch irritiert, mit der Zeit aber ebenfalls zu einer betörenden Seherfahrung wächst.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Das Filmstudio "A24"

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gesehen
nicht gesehen
Veröffentlichung erst in Zukunft / noch kein deutscher Starttermin bekannt

Die Liste würde ich hier wie folgt werten:
Spring Breakers Noch nicht gewertet
Bling Ring Sichtung nicht geplant
Enemy 9/10
Under The Skin 8/10
Locke 10/10
The Rover Sichtung geplant
Son of a Gun Noch nicht gewertet
A Most Violent Year Noch nicht gewertet
While We´re Young 4/10
Ex_Machina 10/10
Slow West Sichtung nicht geplant
Dark Places Noch nicht gewertet
Room 10/10
The Witch Sichtung geplant
Green Room Sichtung geplant
The Lobster Noch nicht gewertet
Swiss Army Man 9/10
Equals 8/10
Into The Forest Sichtung nicht geplant
The Sea of Trees 7/10
American Honey 7/10
Moonlight 10/10
20th Century Women 9/10
Trespass Against Us 6/10
Free Fire 7/10
It Comes At Night 8/10
A Ghost Story 8/10
Good Time 9/10
The Florida Project Sichtung geplant
The Killing of A Sacred Deer 9/10
Lady Bird 9/10
The Disaster Artist 9/10
The Ballad of Lefty Brown Sichtung geplant
First Reformed Sichtung geplant
Hereditary 10/10
Woman Walks Ahead 7/10
Climax Sichtung geplant

Ich finde auch, dass der Vergleich mit Annapurna Pictures etwas hinkt. Habe mir mal das Portfolio im Sektor Produktion und Vertrieb dieses Filmstudios angesehen und muss sagen, dass dieses Titel beinhaltet, die wesentlich größer im Independent-Bereich sind - vor allem bei Filmen von Namen wie David O´Russell, Kathryn Bigelow und Paul Thomas Anderson. Wenn Bond25 nun auch noch deren Portfolio ergänzen wird erübrigt sich der Vergleich zwischen A24 und Annapurna.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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Wenn man sich die Schauspieler ansieht, die in den A24-Filmen mitspielen, dann sind das auch ziemlich große Namen. Der Vergleich mit Annapurna ist also durchaus legitim.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Mid90s (2019)
07.03.2019


Mir gefallen Filme aus dem Portfolio von A24 und da war es für mich keine Frage, mir das Regiedebüt des bereits mehrfach oscarnominierten Schauspielers Jonah Hill im Kino anzusehen, der mit dem mir bereits positiv in „The Killing of A Sacred Deer“ aufgefallenen Sunny Suljic in der Hauptrolle und sowohl Katherine Waterston und ein sich schon abzeichnender Lieblingsschauspieler von mir, Lucas Hedges in den Nebenrollen schon gut besetzt ist. Also habe ich mit meinem Skateboard in die Kinosaal-Halfpipe begeben und diese sehr zufrieden verlassen.

Los Angeles in den 90ern. Der 13-jährige Stevie hat es nicht leicht. Seine Mutter ist alleinerziehend und auch wenn er zu seinem großen Bruder aufschaut, kassiert er ständig Prügel und Verbote. Ganz zufällig trifft er auf eine Skatergruppe und wird Teil davon. Dort macht er erste Erfahrungen mit Alkohol, Drogen, Mädchen sowie der Polizei und bald muss er feststellen, dass nicht alles Gold daran ist, was glänzt.

Jonah Hill hat mit „Mid90s“ einen richtig coolen und authentischen Coming-Of-Age-Film geschaffen, in dem Hill eine tolle Beobachtung der Skaterszene der 90er in Los Angeles sowie dem Erwachsenwerden in dieser Zeit liefert. Handwerklich ist der Film in 16 mm mit einem 4:3-Format gefilmt worden und die Kameraaufnahmen haben mit richtig gut gefallen. Der Film liefert einen ehrlichen, herzlichen Blick auf die Zeit und auch die Schauspieler, allen voran Sunny Suljic und Na-Kel Smith, der den Skater Ray spielt machen einen richtig tollen Job. Die Chemie unter den Darstellern passt. Das komplette Setdesign, die Klamotten, die Musik, alles versetzt einen regelrecht in die Atmosphäre der 90er. Auf der einen Seite empfinde ich es als Fluch und auch als Segen, dass der Film 85 Minuten Laufzeit hat. Der Fluch daran ist, dass der Film gerne hätte durchaus auch länger und tiefer gehen können, aber das ist auch ein Segen, wenn man bedenkt, dass in der Kürze die Würze liegt und der Film quasi ohne großartig oberflächlich zu sein genau das zeigt, was er zeigen wollte. Aber in der Zeit, in der Filme gerne alles großflächig und lang ausbreiten wollen, finde ich genau diesen kompakten Ansatz mal wieder richtig gut.

„Mid90s“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Der Leuchtturm (2019)
30.11.2019


A24 bleibt für mich ein Garant für Topfilme, was nun auch „Der Leuchtturm“ belegen wird. Wenn ich so über meine Topfilme des Jahres nachdenke, kann ich glaube ich alle unter dem Schlagwort „Wahnsinn“ zusammenfassen. Egal ob es um Gesellschaftskritik Südkoreas, schwedische Feste, Bergsteigen, Motorsport, amerikanische Politik, Einsamkeit im All, die Machtkämpfe bei Hofe der britischen Königin oder auch den gesellschaftlichen Umgang mit Außenseitern geht. Jeder dieser Filme präsentierte uns in gewisser Art und Weise den „Wahnsinn“ - wie auch „Der Leuchtturm“ von „The Witch“-Regisseur Robert Eggers.

An der Atlantikküste ist ein Leuchtturm zu warten und in Betrieb zu halten. Alle 4 Wochen wird dazu ein Team aus 2 Leuchtturmwärtern dorthin gebracht. Die beiden sich selbst unbekannten sind der alte Seebär Thomas Wake und der junge Neuling Ephraim Winslow. Während Wake sich alleine um den Turm selbst kümmert, darf Winslow nur niedere Hilfsarbeiten ausführen. Das und die Tatsache, dass sich ein starker Sturm aufbraut, der die Ablösung in weite Ferne führt, führt zu unausweichlichen Spannungen zwischen den Beiden.

Der Film wirkt von seiner Optik wie aus der Zeit gefallen. Es ist fast so, als würde uns Robert Eggers knapp ein ganzes Jahrhundert in die Vergangenheit reisen lassen, in dem es noch Stummfilme in Schwarz/Weiß-Optik und ein fast quadratisches Bildverhältnis von 1.19:1 gegeben hat. Und genau das hat mir persönlich richtig gut gefallen, denn diese Optik könnte ich mir in den Kinos viel lieber häufiger ansehen als zum Beispiel den zurecht gefloppten „Gemini Man“, dessen Optik mit der sehr hohen Qualität mehr Trash als Qualität geliefert hat. Mit seiner klaren Begrenzung auf das Eiland des Leuchtturms erschafft Eggers ein sehr atmosphärisches Kammerspiel, das durch das sehr detaillierte und stimmige Szenenbild und den Sound noch unterstützt wird. Vor allem das Brechen der Wellen an der Brandung, das Kreischen der Möwen und die Hornsignale der Schiffe geht durch Mark und Bein. So ungleich die Charaktere von Dafoe und Pattinson sind, so ungleich ist auch ihre Art des Schauspiels. Während Dafoe mehr methodisch an sein Schauspiel herangeht soll der gute Pattinson eher einer sein, der mehr improvisiert und spontan angeht. Beide liefern hier extrem starke Leistungen ab, die Chemie der beiden ist in Bezug auf die Dynamik zwischen ihren beiden Charakteren perfekt und beide spielen sich hier gegenseitig um den Verstand und machen somit den Abgrund und den Wahnsinn aus der Einsamkeit und dem Überlebenskampf greifbar. Auf den Verlauf der Handlung möchte ich bei diesem Psychogramm weniger eingehen, nur greift Eggers hier auch deutlich auf Foreshadowing zurück und auch auf mythologischen Motive und klassischen Seemansgarn, der für mich hier weniger greifbar war und mit einer später folgenden genaueren Analyse des Films sicherlich noch entschlüsselt werden könnte. Würden jetzt im kommenden Dezember nicht noch 2 große Eventblockbuster und wenige kleinere Filme auf mich zukommen, wäre „Der Leuchtturm“ bereits jetzt ein grandioser Schlussstrich für das Jahr 2019.

„Der Leuchtturm“ - My First Look – 10/10 Punkte
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Waves (2020)
20.07.2020


Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, dass mich vieles aus dem Hause A24 immer wieder interessiert und auch begeistern wird. Schade, dass die aktuell weltweit anhaltende Situation kurz vor dem Filmstart im März auch meine Kinos zur Pause gezwungen hat, denn so musste ich auf den neuen Film vom „It Comes At Night“-Regisseur Trey Edward Shults mit dem symbolischen Namen „Waves“ noch ein paar Monate warten. Umso mehr freue ich mich, dass er so kurz nach den Öffnungen nun doch in die Kinos gebracht wird, denn „Waves“ ist mal wieder großartiges Kino geworden.

Tyler führt ein gutes Leben, eine Karriere als Profiringer scheint so gut wie sicher, er hat eine Freundin und eine gute Zukunft wartet auf ihn. Doch der Ehrgeiz und der Leistungsdruck hinterlässt seine Spuren, bis eine schicksalhafte Kette von Ereignissen die gesamte Familie auf eine emotionale Prüfung stellt.

Ich habe gelesen und gehört, dass der Titel des Films nicht unbewusst gewählt wurde. Würde man die komplette Struktur des Films in einem Liniendiagramm einzeichnen und den Graphen beurteilen, könnte man zum Ergebnis kommen, dass sich der Film wie eine Welle anfühlt. Zuerst baut sich die Welle auf bis sie über einen hereinbricht und dann immer langsamer ausläuft. Genau das Gefühl hat sich bei mir auch breit gemacht, denn der Anfang des Films ist sehr dynamisch, schnell, rhythmisch und die schicksalhafte Kette der Ereignisse lässt die Welle und die Dramatik immer schneller ansteigen, bis die Welle bricht, der Film seinen dramatischen Höhepunkt erreicht und dann mit den immer kleiner werdenden Nachwellen der Film sich die ganz ruhige Zeit nimmt, die Welle auslaufen zu lassen, denn diese ist notwendig um zu zeigen, welche Auswirkungen der dramatische Höhepunkt des Films hat und wie dieser von allen Beteiligten verarbeitet wird. Der Film ist in seiner Struktur auch zweigeteilt, in dem er den Fokus ab der zweiten Hälfte auf einen anderen Charakter legt. Regisseur Trey Edward Shults schafft es spielend, sowohl Familiendrama, ein wenig „Coming-Of-Age“ und auch Liebesfilm sowie Roadmovie zu kombinieren und eine große Bandbreite an Emotionen von Wut, Trauer und Liebe zu bedienen. Inszenatorisch bietet der Film auf der visuellen Seite eine großartige Kameraarbeit von Drew Daniels und auch der Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross ist genau wie die gewählten Songs großartig auf den Film abgestimmt. Die Kamera hat auch etwas von Terrence Malick und ein Teil der optischen Spielereien hat mich auch an Barry Jenkins Moonlight erinnert. Natürlich gehört auch zu diesem Film das großartige Ensemble um die 4 Darsteller der Familie, angefangen bei Kelvin Harrison Jr, Taylor Russell, Renee Elise Goldsberry und Sterling K. Brown sowie auch zwei wichtige weitere Charaktere, die von Alexa Demie und Lucas Hedges gespielt werden. Während Demie mir bereits positiv in Mid90s aufgefallen ist, muss ich sagen, dass mir Hedges mit seiner Rollen- und Filmauswahl in den letzten Jahren immer wieder gut gefällt und ich ihm eine großartige Zukunft wünsche. Da ich auch nach langer Zeit einfach mal wieder die innere Lust verspüre, einem Film meine Höchstwertung zu geben, zögere ich hier nicht lange und da hat A24 es mal wieder bei mir geschafft.

„Waves“ - My First Look – 10/10 Punkte
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Eighth Grade (2018)
gesehen auf Netflix
08.02.2021

Ein Film, den ich schon sehr lange auf meiner Liste stehen hatte war Bo Burnhams „Eighth Grade“.
Schade, dass der Film in Deutschland kaum Aufmerksamkeit geschenkt bekommen hat und scheinbar nur als großer Geheimtipp unter Kritikern gilt, denn der Film hätte meiner Meinung nach die Auswertung auf der großen Leinwand verdient. Das Studio A24 hat es bereits mehrfach geschafft mich mit Filmen aus deren Repertoire zu bekommen und „Eighth Grade“ macht hier absolut keine Ausnahme.

Die junge pubertierende Kayla steht kurz vor ihrem Wechsel von der Middle-School auf die High-School. Sie macht nebenbei einen Youtube-Kanal, auf dem sie Tipps für mehr Selbstvertrauen und Lifestyle gibt, obwohl sie eigentlich nicht der Typ dafür ist. Denn üblicherweise flüchtet sie sich in die Welt der sozialen Medien, sie isoliert sich von ihrem alleinerziehenden Vater und auch in der Schule gilt sie als die unauffälligste und leiseste Schülerin ihres Jahrgangs – womit sie natürlich selbst hadert und alles versucht, mehr aus sich herauszukommen.

„Eighth Grade“ hat eine Sache geschafft, die nur wenige Filme schaffen. Er hat mich zu Tränen gerührt. Woran liegt das ? Auch wenn die Hauptprotagonistin Kayla ein Mädchen ist, habe ich bei ihr einiges auch auf mich spiegeln können. In meiner Kindheit und Jugend war ich als Junge auch extrem schüchtern, nachdenklich, sozial isoliert und eine Narbe vom Bauchnabel abwärts die mir auch den fiesen Spitznamen „zensiert“ in Schwimmbädern verpasst hat in Kombination mit Übergewicht hat mein Körpergefühl nicht wirklich positiv geprägt. Auch durch die Scheidung meiner Eltern blieb mir größtenteils der Einfluss einer konstanten Vaterfigur verwehrt, die doch relativ wichtig ist in der Entwicklungsphase. Aber meine alleinerziehende Mutter hat sich alle Mühe gegeben, mir ein im Rahmen ihrer Möglichkeit gutes Gefühl und Unterstützung zu geben. Gerade der Film selbst liefert mit einer sehr empathischen und guten Beobachtung ein Bild, mit welchen Herausforderungen wir in jungen Jahren auch durch den Einfluss durch die Welt der sozialen Medien konfrontiert sind – durch die Augen eines jungen Mädchens, der die eigentlich wichtige, prägende und unterstützende Mutterfigur fehlt. Die Herausforderungen wie gerade der soziale Anschluss, Selbstbewusstsein, ein positives Körpergefühl, erste Liebe und sexuelle Erfahrungen arbeitet der Film auf extrem natürliche und empathische Weise heraus und schafft trotzdem sehr spannende und auch unangenehme Momente. Aber gerade die Beziehung zwischen Kayla, die unglaublich gut von Elsie Fisher gespielt wird und ihrem Vater, den Josh Hamilton verkörpert, gipfelt in wirklich großartigen Momenten, die ähnlich stark emotional reinhauen wie zum Beispiel der Dialog zwischen Vater und Sohn, zwischen Michael Stuhlbarg und Timothee Chalamet in „Call Me By Your Name“. Gerade dort habe ich die Situation richtig gefühlt und auf mich selbst gespiegelt gewünscht, einen Vater wie Kayla in meinem Leben zu haben. Getragen wird der Film dann noch von einem coolen Soundtrack, der den Film dann noch perfekt abrundet. „Eighth Grade“ ist ein Coming-Of-Age-Drama, das es mir besonders angetan hat, irgendwie auch auf persönlicher Ebene und sogar eine Spur besser gefallen hat als zum Beispiel thematisch leicht ähnlich gelagerte Filme wie Greta Gerwigs „Lady Bird“ und Olivia Wildes „Booksmart“. So habe ich auch kein Problem damit, für diesen Film die Höchstwertung rauszuholen. Gucci.

„Eighth Grade“ - My First Look – 10/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Minari (2021) – Lee Isaac Chung – A24
Deutscher Kinostart: 15.07.2021
gesehen am 16.07.2021
Arthouse Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 6, Sitz 14 – 20:15 Uhr


Irgendwie steht dieses Kinostartwochenende ganz im Zeichen von Familiengeschichten. Auch wenn der von mir bereits gesehene „Fast + Furious 9“ als „Familienfilm“ wohl den größeren Kreis an Zuschauern bekommen wird, qualitativ muss er sich aber in jeglicher Hinsicht dem kleinen, feinen „Minari“ von Lee Isaac Chung geschlagen geben, dessen Veröffentlichung ich natürlich auch nicht mehr erwarten konnte, gerade in meiner Oscar-Nachlese. Und ich wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht – ein feines Highlight des Kinojahres 2021.

Jacob Yi hat ein Stück Land in den Ozarks Arkansas gekauft. Mit seiner Frau Monica und den Kindern David und Anne zieht er aus Kalifornien dorthin um eine Farm aufzubauen. Seine Frau ist davon wenig begeistert und die Sorgen um den herzkranken Sohn machen die Sache nicht sehr einfach. Der Anfang ist schwer und beide verdingen sich noch in einer örtlichen Fabrik als Chickensexer, da jedoch die Betreuung der Kinder nicht immer sichergestellt ist, lassen Sie die Mutter von Monica aus Korea kommen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Differenzen scheint sich der kleine David schrittweise auf seine Oma ein.

„Minari“ ist ein wundervoller Film, der auf eigenen Erfahrungen und Erinnerungen des Regisseurs und Drehbuchautors Lee Isaac Chung basiert. Genau diese Erfahrungen und Erinnerungen machen „Minari“ zu einem wundervollen, warmherzigen und feinfühligen Film, der gekonnt viele Klischees umschifft und einen sehr authentischen Blick in das Herz einer koreanischen Familie wirft. Die Familie hier ist in seiner Dynamik und in seiner kompletten Besetzung eine Freude kennenzulernen, jeder Charakter ist großartig geschrieben und wird auch sehr gut verkörpert. Man spürt hier sowohl die Geschichte und das Leben, dass die Familie vor Einsetzen der Filmhandlung hatte als auch das, was nach Ende der Filmhandlung noch für die Familie kommen wird. Bei all den großartigen Darstellungen eine besonders rauszupicken ist schwer, gerade weil das Ensemble so großartig aufspielt – aber da hier vor allem Alan Kim als Sohn eine große Rolle spielt, hat mir der Sohn großartig gefallen und natürlich der für den Oscar nominierte Steven Yeun. Wenn es aber um eine der coolsten Film-Omis der Filmgeschichte geht, führt kein Weg an Soon-Ja vorbei, die hier von Yuh-Jung Youn gespielt wird und die zurecht dafür den Goldjungen bekommen hat. So schrullig, herzlich und vielschichtig, dass es eine Freude ist, sie und vor allem den jungen David zu beobachten und zu erleben. Aber auch die weiteren Konflikte der Familie mit der kriselnden Ehe, den finanziellen Schwierigkeiten und so weiter sind großartig und glaubwürdig erzählt. Trotz aller kritischen und durchaus schwierigen Situationen bleibt der Film bei allem immer noch eine Spur positiv. Darüberhinaus bekommen wir noch den ein oder anderen schrulligen, hilfsbereiten Nachbarn und Nebencharakter serviert. Es ist auch erfrischend, dass der Film mal komplett ohne schwere gesellschaftliche Kritik – unter anderem wenn es um anti-asiatischen Rassismus und den amerikanischen Traum geht – auskommt und seinen Fokus klar auf die intimen Konflikte und Dramen innerhalb der Familie legt. Ob man es da verschmerzen kann, dass durchaus die Abfolge der Ereignisse und Zufälle innerhalb der Handlung und die daraus folgenden Konklussionen vielleicht etwas konstruiert und forciert wirken, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. „Minari“ ist auf jeden Fall ein kleines Highlight des Kinojahres 2021.

„Minari“ - My First Look – 9/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
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