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Jahresrückblick 2017

Verfasst: 26. Dezember 2017 19:49
von GoldenProjectile
Ich bin ein böser Schelm und stelle die alte Ordnung auf den Kopf. Während ihr alle noch über euren Filmlisten brütet habe ich mein Filmjahr 2017 schon abgeschlossen und meinen Jahresrückblick heute zusammengestellt und sortiert.

Wenn ich mir diese schiere Masse an Filmen anschaue und bedenke dass ich alle (ausser TP The Return, eine Fernsehproduktion, die ich aber trotzdem mitgezählt habe) mindestens einmal im Kino gesehen habe plus einige Zweitsichtungen von Ende 2016 plus einige Retrospektiven früherer Jahrgänge komme ich zum Schluss dass ich ein Wahnsinniger bin.

Let's rock.

Pirates of the Caribbean – Dead Men tell no Tales (Espen Sandberg & Joachim Ronning)
Überflüssige Fortsetzung die kurzerhand alle vier Vorgänger neu aufkocht und Javier Bardem der totalen Lächerlichkeit preisgibt. Schade um den charmanten und clever gewitzten Erstling und die teils noch ganz ordentlich gelungenen Teile 2 bis 4 – Die Reihe ist ausgelutschter als ein Hustenbonbon.
3 / 10

Overdrive (Antonio Negret)
0815-Krawall-Heistfilmchen aus der Besson-/Morel-Schmiede. Als Actionfilm uninspirierte Einwegkost, als Drama unfreiwillig komisch und als Komödie ein witzloser Blödsinn. Trash, den die Welt nicht braucht.
3 / 10

Mother! (Darren Aronofsky)
In der ersten Hälfte noch ganz interessant, verkommt aber mehr und mehr zu einem grotesk überzeichneten Abklatsch der viel besseren Polanski-Trilogie, dazu noch versehen mit meterdickem pseudointellektuellem Anstrich.
3,5 / 10

The Transfiguration (Michael O’Shea)
Merkwürdige Mischung aus Moonlight und Only Lovers Left Alive, dazu noch sperrig und spartanisch inszeniert. Nicht wirklich mein Film.
4 / 10

It (Andy Muschietti)
Das Horrorgenre ist in Blockbuster-Sphären angekommen: Weichspüler-Familienunterhaltung, die höchstens ein paar idiotensichere Billig-Schocks zu bieten hat.
4 / 10

Valerian and the City of a Thousand Planets (Luc Besson)
Überkandidelte Sci-Fi-Groteske mit einem geradezu lächerlichen Hauptdarsteller. Besson hätte es nicht nötig gehabt (aber anscheinend doch).
4,5 / 10

Suburbicon (George Clooney)
Clooney hat das Drehbuch der Coen-Brüder leider nicht ganz verstanden und macht aus der Geschichte, die bei den Brüdern sicher viel besser geworden wäre, einen unentschlossen Moral-Komödien-Gangster-Mischmasch.
4,5 / 10

Wendy – der Film (Dagmar Seume)
Kein Kommentar.
5 / 10

Guardians of the Galaxy 2 (James Gunn)
Superhelden – wie originell! Solider Sci-Fi-Schenkelklopfer-Mischmasch nach altbekanntem Rezept.
5 / 10

Churchill (Jonathan Teplitzky)
Gut gespieltes aber auch ziemlich sprödes Winston-Drama. Hoffentlich macht Joe Wright es nächstes Jahr besser.
5 / 10

Collateral Beauty (David Frankel)
Gut gemeintes Gutmenschendrama das lauthals nach Oscars verlangt und im Pathos ersäuft, aber wenigstens mit ein paar guten Ansätzen.
5 / 10

John Wick 2 (Chad Stahelski)
Der Überraschungsfilm von einst ist auf den Franchising-Geschmack gekommen und zeigt nach einer Weile, dass sich die exzentrische Neon-Action nach einer Weile mehr und mehr abnutzt und Regisseur Stahelski nicht viel Abwechslung zu bieten hat.
5 / 10

Hidden Figures (Theodore Melfi)
Historisches Drama mitten in der Oscar-Saison – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Erstaunlich kurzweilig und gut gespielt, aber die völlige Abwesenheit von fassbaren Konflikten und authentischem Zeitgeist machen sich deutlich bemerkbar.
5 / 10

Patriots Day (Peter Berg)
Bergs nächstes historisches Katastrophen-/Terroristen-Spektakel macht etwas anders als die meisten Filme des Jahres: Es fängt schwach an und steigert sich in der zweiten Hälfte merklich.
5 / 10

Kingsman: The Golden Circle (Matthew Vaughn)
Leider eine recht schwache Fortführung des gelungenen Erstlings. Vaughn opfert sein Gespür für Humor und cleveres Storytelling zu Gunsten immer groteskerer Actionszenen. Schade, hoffentlich wird sein nächstes Projekt besser.
5,5 / 10

King Arthur: Legend of the Sword (Guy Ritchie)
Witzbold Ritchie hätte das Zeug gehabt, dem Mittelalter-Fantasy-Genre einen neuen Anstrich zu verpassen und hat in dieser Hinsicht auch gute Ansätze auf Lager, bleibt aber leider zu oft im ausgelutschten Blockbuster-Sumpf stecken.
5,5 / 10

Blade Runner 2049 (Dennis Villeneuve)
Wird wohl nur Fans des Klassikers begeistern – ziemlich schwafelige Emo-Robo-Philosophie die Ewigkeiten braucht und trotzdem nicht so recht auf den Punkt kommt. Villeneuve ist zu gut für Sellout, dürfte aber wohl der nächste Nolan werden. Schade um ihn.
6 / 10

Justice League (Zack Snyder & Joss Whedon)
Superhelden – wie originell! Gute Sachen, schlechte Sachen und lustiger Trash wechseln sich ab. Kein Hit, aber nicht auf ganzer Linie misslungen.
6 / 10

Lego Batman (Chris McKay)
Blödelige Quasi-Parodie, die die Lachmuskeln hartgesottener Batman-Fans definitive auf die Probe stellt, aber nicht ganz bis zum Ende mithalten kann.
6 / 10

Thor: Ragnarok (Taika Waititi)
Superhelden – wie originell! Bunter Sci-Fi-Komödien-Abenteuer-Eintopf, der einige Dinge anders macht als seine Kollegen aber unterm Strich auch ein bisschen zu sehr zwischen den Stühlen landet.
6 / 10

Elle (Paul Verhoeven)
Bitterböses Thriller-Drama mit interessanten Ideen, dem am Ende aber die Puste auszugehen scheint.
6 / 10

Live by Night (Ben Affleck)
Affleck versucht sich an einem historischen Gangsterfilm der im Kern zwar unterhält, aber auch immer wieder mit erheblichen Schwächen zu kämpfen hat. Die an The Getaway und The Untouchables erinnernde Schlussballerei versöhnt aber einiges.
6 / 10

Dunkirk (Christopher Nolan)
Everybody’s Darling Nolan hat einfach mal eine Wiedergeburt nötig. Stilistisch allmählich fast schon eine Parodie seiner Selbst tischt er alles auf was man von ihm erwartet und bietet auch in einem neuen Genre kaum Überraschungen.
6 / 10

Alien: Covenant (Ridley Scott)
Alien-Remix Teil 1: Scott will Prometheus und den Originalfilm im gleichen Topf kochen und dabei noch neue Würze hinzugeben, was nicht immer ganz klappt, aber als Sci-Fi-Horror-Knaller noch gut unterhält. Bonuspunkte für Michael Fassbenders leidenschaftliches Flötenspiel.
6,5 / 10

Gold (Stephen Gaghan)
Urtypisches Rise-and-Fall-Drama im Goldsuchermilieu. Nichts Bahnbrechendes, aber sehr kurzweilig und mit einem stark aufspielenden McConaughey besetzt.
6,5 / 10

Allied (Robert Zemeckis)
Nettes kleines Spionageabenteuer, solide gespielt und mit einigen funktionierenden Twists.
6,5 / 10

Jackie (Pablo Larrain)
Historische Momentaufnahme die inszenatorisch auf kleiner Flamme köchelt aber damit auch im Wesentlichen überzeugen kann. Keine Sensation, aber durchaus gut.
6,5 / 10

Life (Daniel Espinosa)
Alien-Remix Teil 2: Prinzipiell zwar nur eine Kopie des Scott-Klassikers, aber trotzdem mit Drive und Unterhaltungswert umgesetzt.
6,5 / 10

Spider-Man: Homecoming (Jon Watts)
Superhelden – wie originell! Ganz solide, und hebt sich immerhin recht gut von den vielen vorherigen Spinnenmann-Filmen ab.
6,5 / 10

Wonder Woman (Patty Jenkins)
Superhelden – wie originell! Zum Glück deutlich unterhaltsamer und aufs Wesentliche ausgerichteter als andere DC-Filme seiner Zeit.
6,5 / 10

What Happened to Monday (Tommy Wirkola)
Cooler und frischer Sci-Fi-Dystopiafilm, der sich in der zweiten Hälfte mehr und mehr als supervisuelle Action-Extravaganz auf den Spuren von David Leitch oder Marc Forster entpuppt.
7 / 10

Song to Song (Terrence Malick)
Typischer später Malick, wer sich auf seinen eigensinnigen non-narrativen Stil einlassen kann wird im bizarren Bilderrausch einiges entdecken.
7 / 10

Toivon Tuolla Puolen (Aki Kaurismäki)
Spassige Dramödie, die sich selbst und die Flüchtlingsthematik glücklicherweise nicht zu ernst nimmt.
7 / 10

Happy Death Day (Christopher B. Landon)
Nette Horrorkomödie mit ein paar guten Ideen und ausreichend Eigenständigkeit.
7 / 10

Beguiled (Sofia Coppola)
Nettes historisches Kammerspiel, das vor allem mit seiner kunstfertigen Lichtsetzung beeindruckt. Farrell als misshandelter Hobbygärtner ist auch einen Blick wert.
7 / 10

The Founder (John Lee Hancock)
Noch ein Aufsteigerdrama, dieses Mal im Umfeld der McDonalds-Gründer. Nett erzählt und Michael Keaton ist immer eine Sichtung wert.
7 / 10

The Party (Sally Potter)
Cooles und böses Kammerspiel, das Polanskis ähnlich gelagertem Carnage zeigt wo es langgeht. Cillian Murphy spielt richtig gut.
7 / 10

Bar Bahar (Maysaloun Hamoud)
Gesellschafts- und Religionsdrama, das authentisch rüberkommt und auch nicht alles ganz so ernst nimmt.
7 / 10

Logan Lucky (Steven Soderbergh)
Ocean’s Seven-Eleven mit einem herrlich gegen den Strich besetzten Daniel Craig. Witziger Backwater-Heist.
7 / 10

Detroit (Kathryn Bigelow)
Spannender und derber Polizeithriller mit Szenen, die an die Nieren gehen.
7,5 / 10

Get Out (Jordan Peele)
Überraschendes Konglomerat aus Satire und Horrorfilm, angenehm eigenständig und sich selbst nicht allzu Ernst nehmend.
7,5 / 10

Atomic Blonde (David Leitch)
Der bessere Film der Wick-Macher, erzählerisch ein bisschen wirr aber mit sensationellen Actionszenen und viel exzentrischem Mauer-Zeitgeist.
7,5 / 10

American Made (Doug Liman)
Der nächste Goodfellas-Aufguss, dieses Mal aber mit Tom Cruise als Escobar-Koka-Pilot. Sehr lustig und temporeich.
7,5 / 10

Lost City of Z (James Gray)
Schön ruhig und besinnlich erzähltes Abenteuerdrama mit kleineren Makeln aber noch viel mehr Stärken.
7,5 / 10

Miss Sloane (John Madden)
Unterhaltsamer und sehr temporeicher Politthriller mit einer starken Jessica Chastain als exzentrische Lobbyistin.
7,5 / 10

Borg/McEnroe (Janus Pedersen)
Coole Zeitreise in die späten 70er, mit viel Charme und ohne Blödsinn umgesetzt. So macht Tennis sogar mir Spass.
7,5 / 10

Split (M. Night Shyamalan)
Mister Night Simsalabim ist zurück mit einem überraschend guten und originellen Horrorthriller. James McAvoy in der Hauptrolle ist bärenstark.
7,5 / 10

Good Time (Josh & Benny Safdie)
Temporeicher nächtlicher Action- und Drama-Trip in grellen Neonfarben. Bobby Pattinson hat den Vampir-Blödsinn hinter sich gelassen und zeigt, was er drauf hat.
7,5 / 10

Lion (Garth Davis)
Verdammt, warum waren die Oscar-Filme dieser Saison alle so gut? Auch Lion geht emotional und dramaturgisch gut auf und schildert die orientalische Waisen-Reise mit dem nötigen Fingerspitzengefühl.
8 / 10

Baby Driver (Edgar Wright)
Das schräge Action-Auto-Jukebox-Musical kommt nicht ganz an Wrights frühere Grosstaten heran, überzeugt aber durchaus und macht Spass ohne Ende.
8 / 10

Logan (James Mangold)
Superhelden – wie originell! Dieses Mal aber wirklich, dank der Umgestaltung in ein ruppiges und brutales Neo-Westerndrama. Der beste Genrefilm seit Jahren.
8 / 10

Hacksaw Ridge (Mel Gibson)
Garfield in Japan Teil 1: Packendes Weltkriegsdrama in dem Gibson sowohl in Bezug auf den Krieg als auch auf das Drama die ganz grossen Geschütze auffährt und damit einen dramaturgischen und emotionalen Volltreffer landet.
8,5 / 10

Silence (Martin Scorsese)
Garfield in Japan Teil 2: Schönes und ungewöhnliches Alterswerk, von Grossmeister Scorsese mit viel Elan und Mühe würdevoll in Szene gesetzt.
8,5 / 10

Star Wars: The Last Jedi (Rian Johnson)
Ein mutiger Schritt für die Sternenkriege und das heutige Blockbusterkino. Johnson bricht und verändert die festgefahrenen Strukturen an den richtigen Stellen und bedient Fan-Erwartungen, indem er sie zunichtemacht. Starke Vorstellung.
9 / 10

Twin Peaks: The Return (David Lynch)
Würdige Abschiedsvorstellung des grössten Filmemachers aller Zeiten, der noch einmal alles was ihn und sein Werk ausmacht in einen grossen Topf wirft und auf die Spitze treibt. Furioser Sinnestrip auf tausend Ebenen.
9 / 10

Moonlight (Barry Jenkins)
Einfallsreich strukturierte Lebenschronik, warmherzig und kunstvoll statt wie befürchtet aufdringlich und moralisierend. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10

Manchester by the Sea (Kenneth Lonergan)
Grossartiges Familien- und Freundschaftsdrama mit kunstfertig herausgearbeiteten Charakteren und Konflikten. Affleck der Jüngere und Newcomer Lucas Hedges triumphieren in den entfremdeten Hauptrollen ganz gross auf. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10

La La Land (Damien Chazelle)
Der beste Film des Jahres, visuell auf den Punkt gebracht, toll besetzt und gespielt, farbenfroh, dynamisch, romantisch und lebendig. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9,5 / 10

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 26. Dezember 2017 22:56
von Nico
Okay, und ich dachte, ich wäre der einzige, der dieses Jahr so oft im Kino war... Schöne Liste, meine mal ohne Kommentare und Punktzahlen, sondern ganz roh, was es dieses Jahr so für mich im Kino gab:

Nocturnal Animals

La La Land

Vier gegen die Bank

Jackie - Die First Lady

Der junge Karl Marx

A Cure for Wellness

Logan - The Wolverine

Kong - Skull Island

Die Schöne und das Biest

Fast & Furious 8

Abgang mit Stil

Moonlight

Life

The Founder

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Alien: Covenant

Churchill

Pirates of the Carribbean - Salazars Rache

Born to be blue

Wonder Woman

Baywatch

Loving

Ihre beste Stunde

Die Erfindung der Wahrheit

Begabt - Die Gleichung eines Lebens

Berlin Falling

Florence Foster Jenkins

Spider-Man: Homecoming

Kundschafter des Friedens

Dunkirk

Baby Driver

The Party

Planet der Affen: Survival

Tulpenfieber

Bullyparade - Der Film

The Circle

Killer's Bodyguard

Atomic Blonde

Logan Lucky

Kingsman: The Golden Circle

Schloss aus Glas

Schneemann

Mord im Orientexpress

Justice League

ES

Thor: Tag der Entscheidung

Star Wars: Die letzten Jedi


Geplant bis Ende des Jahres sind noch eine Zweitsichtung von Star Wars, Coco und "Zwischen 2 Leben"...

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 26. Dezember 2017 23:40
von HCN007
Mein Rückblick braucht noch etwas - habe es wirklich dieses Jahr übertrieben. Es kommt eine Top30 im DTV-Bereich und eine Top100 im Kinobereich zustande. Und ich möchte doch noch 1-2-Zeilen zu jedem Film schreiben, ohne einfaches Name-Dropping wie letztes Jahr zu betreiben.

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 27. Dezember 2017 11:40
von vodkamartini
Interessante Liste, Goldie. :wink: Sehe einige Filme anders, aber das macht ja gerade den lohnenden Austausch aus. Da hast du ja dieses Jahr Schwerstarbeit geleistet. Ich war diesmal "nur" 27 Mal (davon 3 Mal "Jedi") im Kino, für mich eine durchschnittliche Ausbeute, aber ich hab einiges aufgrund sehr kurzer Laufzeiten verpasst (Hell or high water, Nocturnal Animals), oder mir mangels starkem Interesse für DVD aufgespart (Wonder Woman). Werde auch noch ne Liste posten die nächsten Tage, aber auch mit Kommentaren, sonst ist es ein wenig fad.

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 27. Dezember 2017 12:13
von GoldenProjectile
Nocturnal Animals (10) und Hell or High Water (8,5) habe ich schon letztes Jahr im Kino gesehen und hatte die auf der 2016er-Liste.

Heimkino-Sachen sichte ich kaum, ich schaue praktisch alles was ich sehen will zuerst im Kino. Twin Peaks ist wie gesagt die einzige Ausnahme in der Liste da eine TV-Produktion (aber vielmehr ein Film-Mehrteiler als eine Serie).

Nachfolgend übrigens noch die diesjährige Ausbeute im Bereich Retrospektiven-Kino:

Alice in den Städten (Wim Wenders 1974) - 10
Cet obscur objet du désir (Luis Buñuel 1977) - 9
Der Himmel über Berlin (Wim Wenders 1987) - 9
Dr. Strangelove (Stanley Kubrick 1964) - 9
Citizen Kane (Orson Welles 1941) - 8,5
I Walked with a Zombie (Jacques Tourneur 1943) - 7
Hercules in New York (Arthur Allan Seidelman 1969) - ohne Wertung

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 27. Dezember 2017 12:21
von vodkamartini
GoldenProjectile hat geschrieben:
Heimkino-Sachen sichte ich kaum, ich schaue praktisch alles was ich sehen will zuerst im Kino. Twin Peaks ist wie gesagt die einzige Ausnahme in der Liste da eine TV-Produktion (aber vielmehr ein Film-Mehrteiler als eine Serie).
Ist auch meine Devise, aber manchmal ist der Film einfach zu schnell weg, oder nur noch in der Spätvorstellung, dazu gehe ich nicht gern allein ins Kino, so dass man auch da erst mal jemand finden muss. etc.

Manches - wie eben Wonder Woman - hat mich aber fürs Kino nicht genug interessiert, aber mal daheim gemütlich sind solche Sachen durchaus ok.

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 27. Dezember 2017 12:58
von Casino Hille
GoldenProjectile hat geschrieben:Hercules in New York (Arthur Allan Seidelman 1969) - ohne Wertung
Feigling! :mrgreen: :wink:

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 27. Dezember 2017 21:11
von Nico
Ich habe ja dieses Jahr auch mal den Versuch gewagt und mir detailliert aufgeschrieben, wann ich welchen Film gesehen habe... Es ist echt sehr sehr viel geworden. Falls das wen interessiert, kann ich die Liste ja mal reinstellen, kann man gut sehen, was ich so gucke. Aber ich glaube kaum, dass sowas interessiert? :D

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 29. Dezember 2017 02:21
von Samedi
Nico hat geschrieben:Ich habe ja dieses Jahr auch mal den Versuch gewagt und mir detailliert aufgeschrieben, wann ich welchen Film gesehen habe... Es ist echt sehr sehr viel geworden. Falls das wen interessiert, kann ich die Liste ja mal reinstellen, kann man gut sehen, was ich so gucke. Aber ich glaube kaum, dass sowas interessiert? :D
Mich schon. Her mit der Liste! :D

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 31. Dezember 2017 13:47
von Samedi
Der beste Film des Jahres 2017 war meiner Meinung nach ganz klar "Loving Vincent"! :-)

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 31. Dezember 2017 16:48
von vodkamartini
Kino 2017 – von gestrauchelten, wieder erstarkten und standhaften Helden

Das Kinojahr 2017 war mal wieder super heroisch. Das konnte durchaus Spaß machen. Der Spinnen-Mann erlebte seinen dritten Frühling, der Krallenmann seinen kernigen Abgang, die Wunder-Frau sorgte für Hoffnung und der Hammer-Mann für die erfrischendste Retro-Sause des Jahres. Die hatte man eher von den Galaxis-Wächtern erwartet, die aber verloren sich in selbstreferentiellen Kalauern und plüschigen Kulissen. Die Gerechtigkeitsliga dagegen ging die Sache traditionell bierernst an und erlitt damit traditionell Schiffbruch ...

Hier gehts weiter:

http://vodkasreviews.de/?p=192

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 2. Januar 2018 13:51
von dernamenlose
Kinorückblick 2017


2017 startete, nach einem nur ordentlichen Januar, enorm stark und ließ auf ein stärkeres Kinojahr als 2016 hoffen, was es letztendlich zwar auch wurde, doch leider ging ihm im letzten Drittel die Puste aus. Nicht qualitativ, sondern quantitativ, aber dennoch schade. Meine Filmauswahl hat aber nahezu durchgehend gut funktioniert. Wirklich enttäuscht wurde ich eigentlich nie, weshalb mein Ranking auch bei recht vielen Punkten beginnt. Dennoch gab es in diesem Jahr ein paar richtig gute Filme, mehrere richtig starke und einen überragenden. Im folgenden werden die Filme in ein Ranking gepackt, wobei ich unten anfange.


16. Transformers 5 (Kinowertung: 6,5/10)

Der neuste Teil der Transformers Reihe war der erste, der an den Kinokassen weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Dabei ist er eigentlich nicht schlechter als seine Vorgänger. Aber auch nicht wirklich besser. Er bietet schlichtweg einen neuen Aufguss von dem, was man bereits kennt. Wenn man in der letzten zeit keinen der vier Vorgänger geschaut hat kann das dann durchaus unterhalten, während man im Kino sitzt. Mehr aber auch nicht. Es bleibt nichts hängen, es gibt keine wirklich neuen Bilder und kaum interessante Einfälle. Der Film hat durchaus auch ein paar starke Momente, beispielsweise als er sich über seine eigene übertriebene Musikuntermalung lustig macht und mit Anthony Hopkins ist auch ein richtig guter Schauspieler an Bord, aber trotz allem würde ich heute eher noch einen halben Punkt weniger geben, als zum Zeitpunkt als ich aus dem Kino kam.

15. Abgang mit Stil (Kinowertung: 6,5/10)

Oceans Eleven im Rentnermilleu. Als solches darf man sich „Abgang mit Stil“ ungefähr vorstellen. Mit schauspielerischen Schwergewichten wie Michael Caine und Morgan Freeman macht dieser kleine nette Film durchgehend Spass, weiß aber nie wirklich zu begeistern und bietet auch keine einprägsame Geschichte. Etwa acht Monate nach der Kinosichtung ist quasi nichts mehr hängen geblieben und das habe ich so auch schon direkt danach vermutet. Dennoch war diese Rentnerkomödie sehr charmant und verwendete quasi nie Humor unter der Gürtellinie, wie es andere Genrevertreter zu tun pflegen. Kann man sich durchaus anschauen, muss man aber nicht.

14 .xXx 3 – The Return of Xander Cage (Kinowertung: 7/10)

Um mit diesem Film warm zu werden darf man völlig übertriebener Action, die jeden Realitätsanspruch vermissen lässt, auf keinen all abgeneigt sein, ebenso wie der Verwendung cooler, bis pseudocooler Oneliner oder dem Hauptdarsteller Vin Diesel. Ich kann mit allen drei Elementen etwas anfangen und mir hat „xXx 3 – The Return of Xander Cage“ großen Spass im Kino gemacht – und mich gleichzeitig enttäuscht. Denn es wäre einfach noch viel mehr drin gewesen. Die Action ist viel zu zerschnitten, sodass viele der Stunts und Kämpfe kaum zur Geltung kommen. Dabei hatte man durchaus Schauspieler dabei, die ihr Handwerk beherrschen, wie Tony Yaa und Donnie Yen. Und auch am CGI hätte man in ein, zwei Szenen besser noch ein paar Minuten länger gesessen. Die Geschichte ist natürlich völlig nebensächlich und so flach, dass eine Briefmarke einem wie ein Gebirge vorkommt, doch das stört mich bei dieser Art Film nicht.

13. Passengers (Kinowertung: 7,5/10)

Der erste Film, den ich 2017 gesehen habe war Passengers. Obwohl man die Geschichte besser hätte erzählen können und speziell gegen Ende die typischen Hollywoodstrickmuster überall zu spüren waren, war es doch ein besonderer Film. Er fängt die Weite des Weltraums perfekt ein, die Leere, die Einsamkeit und gleichzeitig ein gewisses Gefühl der Geborgenheit, das vom Raumschiff Avalon ausgestrahlt wird. Ein Mamutanteil an dieser dichten und vor allem speziellen Atmosphäre, liegt an Thomas Newmans fantastischem Score, den ich mir immer wieder anhöre. Wenn man die Geschichte zwar nicht ignorieren, aber doch als hintergründig betrachten kann und sich voll und ganz auf die besondere, teils fast meditative Atmosphäre einlassen kann, der sollte mit Passengers bestens bedient werden.

12. Logan (Kinowertung: 7,5/10)

Logan wurde dieses Jahr gehypt wie kaum ein anderer Film. Endlich ein erwachsener, harter Superheldenfilm mit Qualität, hieß es. Mir gefiel Logan zwar auch gut, aber ich halte ihn dennoch für überbewertet. Es gibt hier zwar endlich mal wieder echte Charaktere, und nicht bloß Stereotype und der Film ist auch nicht unpassend unblutig gemacht worden sondern ist sinnvoll inszeniert worden. Und deshalb schaffte Logan es auch, mich sowohl zu berühren als auch actiontechnisch gut zu unterhalten.
Aber einen Überflieger sehe ich in Logan nicht, sondern lediglich einen Film, der viele, von Superheldenfilmen oft begangene Fehler, nicht macht und einen eigene Ton gefunden hat.
Das ist gut, aber nicht überragend.

11. Wonder Woman (Kinowertung: 7,5/10)

Der zweite Superheldenfilm in diesem Jahr, der sowohl Kritiker als auch die Zuschauer größtenteils überzeugt hat. Und auch der zweite und letzte, den ich mir in diesem Jahr angesehen habe.
Meine Bewertung fällt bei Wonder Woman ähnlich aus, wie bei Logan: Ein Film der viele oft begangene Fehler nicht macht, manche aber schon. Ein Film der unterhaltsam ist und auch teilweise überragende Momente hat, aber im Finale ein viel zu langes und großes CGI-Gewitter aufzieht.
Ein Film, der zwar eigene Charaktere zeichnet, die sich nicht so anfühlen, als hätte man sie schon hundert mal gesehen, die aber auch nicht so markant sind, das man sie Monate später noch wirklich im Kopf hätte. Auch hier lautet also mein Fazit: Richtig gut, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

10. Logan Lucky (Kinowertung: 8/10)

James Bond mal ganz anders, oder auch Oceans Eleven in der Arbeiterschicht. Wer eines von beidem gerne mal sehen will, oder generell Lust auf einen fein geschriebenen, gut inszenierten und toll gespielten Film hat, sollte sich Logan Lucky mal anschauen. Daniel Craig beweist hier, dass er auch nach 9 Jahren Bond nicht verlernt hat auch andere Rollen zu spielen und er liefert eine hervorragende Performence ab. Aber auch der Rest des Casts, insbesondere Channing Tatum und Adam Driver spielen richtig gut und füllen ihre Rollen mit viel Leben.
Die Geschichte und auch die Erzählweise unterscheidet sich nicht besonders von Oceans Eleven, doch durch den neuen Blickwinkel und die damit einhergehende unterschiedliche Inszenierung wirkt der Film dennoch eigenständig. Hier handelt es sich nicht um eine schlechte, spät nachgeschobene Kopie, sondern um einen speziellen Film, der aus der aktuellen Kinolandschaft herraussticht und viel zu wenig eingespielt hat.

9. La La Land (Kinowertung: 8/10)

Der große Oscarfavorit, der am Ende aber nach einer irrtümlichen Ehrung doch leer ausging. Zumindest was die Kategorie: Bester Film anging. Ich bin grundsätzlich absolut kein Musicalfan und dennoch hat mich La La Land gepackt und ist hängen geblieben. In meinen Augen ist er zwar weit vom besten Film des Jahres entfernt, doch das, was ich bei Filmen besonders schätze, das hat er: Er ist etwas Besonderes, man sieht, dass der Regisseur eine Vision hatte, was für einen Film er drehen wollte. La La Land war kein 0815-Film, der zwar Spass macht, den man danach aber wieder vergisst, sondern ein Film mit Seele, der aus der Kinolandschaft heraussticht, auch wenn es, teils konventionellere, Filme gab, die mir besser gefallen haben.

8. Blade Runner 2049 (Kinowertung: 8/10)

Dieser Film hat meine Abneigung gegen 3D nahezu ins unermessliche steigen lassen. Ich weiß nicht genau, ob das 3D einfach schlecht war, ob meine Brille fehlerhaft war oder die Projektion nicht optimal. Jedenfalls sah das 3D nur in ganz wenigen Szenen gut aus und hat in sehr vielen die ansonsten unglaublich schönen Bilder kaputt gemacht. Und das ist unfassbar schade und hat den Film möglicherweise auch einen Punkt gekostet, denn die Bilder, die Villneuve und Deakins hier kreiert haben wären sonst einfach atemberaubend. Und da der Film auch noch eine interessante und unverwechselbare Geschichte erzählt, die zwar manchmal etwas schneller und zum Ende hin etwas klarer erzählt werden hätte dürfen, war der Film vermutlich besser, als so wie ich ihn zu sehen bekam. Schade, aber dafür gibt’s fürs Heimkino viel Luft nach oben.

7. Mord im Orient Express (Kinowertung: 8/10)

Normalerweise halte ich von Remakes ja nicht besonders viel. Im Falle von „Mord im Orient-Express, war meine Erwartungshaltung dennoch hoch. Der Cast und die Optik des Films sahen vielversprechend aus. Im Kino selbst wurde ich dann relativ früh bezüglich des Looks doch etwas skeptisch, da ein paar Außenaufnahmen (speziell Istanbul) ziemlich künstlich aussahen und nicht so recht in den Film herein zu passen schienen. Der Cast überzeugte aber dann in nahezu allen Belangen und Kenneth Branangh spielt die Figur des Meisterdetiktivs hervorragend. Der Zuschauer bleibt durchweg im Dunkeln, obwohl sich die Lösung des Falles eigentlich abzeichnen könnte, doch ich hatte kurz vor der Auflösung einen ganz anderen Verdacht. Mit dem Ende bin ich allerdings nicht ganz zufrieden, und so bleibt ein kleiner fader Beigeschmack zu einem ansonsten großartigen Kinoerlebnis.

6. Atomic Blonde (Kinwertung: 8/10)

Atomic Blonde wurde in Kritiken teilweise als „John Wick“ in weiblich betitelt. Das ist zwar verständlich, wirkt doch sowohl der Look, die Inszenierung der Action und auch der „Hauptgeger“ direkt aus John Wick entnommen. Allerdings ist Atomic Blonde dann doch etwas ganz anderes. Wie schon bei John Wick bekommt die Stadt ihre eigene Persönlichkeit – und Berlin fühlt sich da einfach völlig anders an als New York. Auch das Setting kurz vor dem Mauerfall ist interessant und wirkt in der Kombination mit hart inszenierter Action und Neonlook unverbraucht und orginell. Die Erzählweise gefiel mir ebenso. Was mir negativ aufgefallen ist, war die in Teilen übertriebene Nacktheit. In einigen Szenen passte es perfekt zum Ton des Films, man könnte sogar sagen, der Film benötigte es. In anderen schien es mir, als verkäme sie zum Selbstzweck.
Alles in allem aber ein wunderbarer Vertreter des Actionkinos.

5. Baby Driver (Kinowertung: 8,5/10)

Der Titel mag abschreckend wirken, aber Baby Driver ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man keine hochkomplexe, ultraintelligente Story braucht um ein einmaliges Filmerlebnis zu kreieren. Baby Driver ist von der grundlegenden Story her sehr simpel, behandelt seien Figuren aber sehr liebevoll und gibt ihnen den Raum, den sie brauchen. Er bannt wunderschöne Actionsequenzen auf die Leinwand, die mit der Musik perfekt harmonieren, ja sogar oft auf ihren Takt geschnitten sind. Die ausgewählten Musikstücke (die die Basis des Films bilden und als erstes da waren), passen perfekt und lassen Baby Driver zu einem unvergesslichen und zum Ende hin erstaunlich harten Trip werden, der weder Originalität noch Konsequenz (bis auf eine Szene) vermissen lassen. Hut ab.

4. Kong: Skull Island (Kinowertung: 9/10 – DVD-Wertung: 9/10)

Die King Kong Verfilmung von Peter Jackson habe ich vor ca. 5 Jahren gesehen. Und ich fand den Anfang so langweilig, dass ich Teile des Films übersprungen habe. Bei Kong: Skull Island, kommt dagegen nicht eine Sekunde Langeweile auf. Der Film weiß den Zuschauer zu fesseln, konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich King Kong auch wenn dadurch die Figuren manchem Kritiker zu wenig Tiefe bekamen.
Die Schauspieler machen ihre Rolle gut, die Charaktere funktionieren daher in dem Rahmen in dem sie es müssen, bestens.
Auch die Tatsache, dass darauf verzichtet wird, King Kong von der Insel in die Zivilisation zu holen hat mich überzeugt. In diese tropische Inselwelt passt er hervorragend und entfaltet hier auch sein volles Potential. Er ist perfekt animiert, ebenso wie die anderen Tiere, die die Insel noch so beherbergt was sich in die ohnehin perfekte Optik mit wunderbarer Farbgebung gut einfügt. Auf DVD fand ich ihn zwar minimal schwächer als im Kino, aber immer noch stark genug, um bei meiner Wertung zu bleiben.

3. John Wick 2 (Kinowertung: 9/10 – DVD-Wertung: 9/10)

Ich kann durchaus verstehen, dass einige vom zweiten Kapitel der John Wick Saga enttäuscht waren. Er ist durchaus anders als der Vorgänger, und auch in meinen Augen eine Spur schwächer, aber er bietet dennoch so unglaublich viel.
Die Action, die sich in ihren Abläufen stark ähnelt wird zum Ende hin immer dominanter, mich stört das aber keineswegs, und auch die Wiederholungen der Choreographien gehören gewissermaßen zum Konzept. Manchen ermüdet das, mich begeistern sie auch am Ende noch. Die Action ist furios und sucht nach wie vor ihresgleichen und Keanu Reeves spielt den aus dem Ruhestand zurückgekehrten Profikiller mit gleicher Härte aber auch dem gleichen Charisma wie im Vorgänger. Die neuen Figuren erreichen leider nicht den gleichen Widererkennungswert, wie die aus dem ersten Teil wo quasi jeder einminütige Auftritt kleiner Nebenfiguren schon ein Highlight darstellt, dennoch gibt es auch mit ihnen großartige und einprägsame Momente.

2. The Fate of the Furious (Kinowertung: 9/10 – DVD-Wertung: 9/10)

So muss Popkornkino aussehen! Die Fast and Furious Reihe war noch nie für ihre tiefgründigen Plots oder Charaktere bekannt und war auch noch nie realistisch, doch eines war sie fast durchgehend: Kreativ. Wenn man in einen Film dieser Reihe hineingeht weiß man, dass man einen Film zu sehen bekommt, der mit Herz produziert wurde und man weiß auch, dass man Bilder zu sehen bekommen wird, die es so noch nie zu sehen gab. Die Reihe wiederholt sich nicht einfach nur, sondern bietet jedes Mal etwas neues. Auch wenn die Action teils absolut übertrieben ist, sie ist doch ständig mit Augenzwinkern inszeniert und nimmt sich selbst nur in Teilen ernst. Teil 8 hat dieses Konzept wieder perfektioniert bietet so viel grandiose Action, dass es eigentlich für drei Filme reichen würde. Der Cast ist so breit wie nie zuvor und dennoch bekommt jeder der Hauptakteure seine Momente. Heraus sticht besonders die unfassbar gute Charlize Theron die mir hier noch weitaus besser gefiel als in Atomic Blonde, womit ich nie gerechnet hätte. Was die Story angeht wäre noch etwas Luft nach oben, weshalb „The Fate of the Furious“ auch hinter Fast Five zurückbleibt, aber dennoch war es der zweitbeste Film der Reihe und der zweitbeste Film des Jahres.

1. Dunkirk (Kinowertung: 10/10)

Beim ersten Platz musste ich in diesem Jahr nicht so lange nachdenken wie im letzten, als ich fünf punktgleiche Spitzenreiter hatte. In diesem Jahr konnte die Wahl nur auf Dunkirk fallen, auch wenn die DVD-Sichtung noch aussteht. Nolan hat mit diesem Film sein bisheriges Meisterwerk abgeliefert und mir das bisher intensivste Kinoerlebnis beschert. Er bricht mir vielen Konventionen, lässt den Film durchgehend mit einem nervenaufreibenden Soundtrack untermalen, verzichtet absichtlich auf eine Charakterisierung der Protagonisten, lässt das Gefühl für Raum und Zeit völlig verschwimmen und zeigt die Grausamkeit des Krieges nicht, sondern lässt sie den Zuschauer spüren. Dazu der Verzicht auf lange Dialoge und eine verhältnismäßig kurze Laufzeit und heraus kommt ein Film den ich nie von ihm erwartet hätte. Zwar bleibt er was Kamera und Schnitt geht seinem Stil treu und liefert dadurch auch wieder beeindruckende Bilder doch das Konzentrieren auf andere Elemente als bisher lassen den Film völlig anders als seine anderen Filme wirken. Wenn hier nicht der ein oder andere Oscar auf Dunkirk wartet, dann weiß ich auch nicht mehr...

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 2. Januar 2018 13:59
von Casino Hille
Keine Sorge. Dunkirk wird bestimmt ein paar Oscars erhalten. Aber den wichtigeren Preis, nämlich die Aufnahme in mein Bluray-Regal, die wird ihm verwehrt bleiben. Fragt sich, was Nolan mehr interessieren dürfte (wenn er clever ist, dann ist die Antwort natürlich klar).

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 2. Januar 2018 21:50
von vodkamartini
Glaube, der gewinnt nichts. Wüsste auch nicht für was.

Re: Jahresrückblick 2017

Verfasst: 2. Januar 2018 22:03
von Maibaum
Regie, Bester Film, Kamera, Musik etc