Jahresrückblick 2017
Verfasst: 26. Dezember 2017 19:49
Ich bin ein böser Schelm und stelle die alte Ordnung auf den Kopf. Während ihr alle noch über euren Filmlisten brütet habe ich mein Filmjahr 2017 schon abgeschlossen und meinen Jahresrückblick heute zusammengestellt und sortiert.
Wenn ich mir diese schiere Masse an Filmen anschaue und bedenke dass ich alle (ausser TP The Return, eine Fernsehproduktion, die ich aber trotzdem mitgezählt habe) mindestens einmal im Kino gesehen habe plus einige Zweitsichtungen von Ende 2016 plus einige Retrospektiven früherer Jahrgänge komme ich zum Schluss dass ich ein Wahnsinniger bin.
Let's rock.
Pirates of the Caribbean – Dead Men tell no Tales (Espen Sandberg & Joachim Ronning)
Überflüssige Fortsetzung die kurzerhand alle vier Vorgänger neu aufkocht und Javier Bardem der totalen Lächerlichkeit preisgibt. Schade um den charmanten und clever gewitzten Erstling und die teils noch ganz ordentlich gelungenen Teile 2 bis 4 – Die Reihe ist ausgelutschter als ein Hustenbonbon.
3 / 10
Overdrive (Antonio Negret)
0815-Krawall-Heistfilmchen aus der Besson-/Morel-Schmiede. Als Actionfilm uninspirierte Einwegkost, als Drama unfreiwillig komisch und als Komödie ein witzloser Blödsinn. Trash, den die Welt nicht braucht.
3 / 10
Mother! (Darren Aronofsky)
In der ersten Hälfte noch ganz interessant, verkommt aber mehr und mehr zu einem grotesk überzeichneten Abklatsch der viel besseren Polanski-Trilogie, dazu noch versehen mit meterdickem pseudointellektuellem Anstrich.
3,5 / 10
The Transfiguration (Michael O’Shea)
Merkwürdige Mischung aus Moonlight und Only Lovers Left Alive, dazu noch sperrig und spartanisch inszeniert. Nicht wirklich mein Film.
4 / 10
It (Andy Muschietti)
Das Horrorgenre ist in Blockbuster-Sphären angekommen: Weichspüler-Familienunterhaltung, die höchstens ein paar idiotensichere Billig-Schocks zu bieten hat.
4 / 10
Valerian and the City of a Thousand Planets (Luc Besson)
Überkandidelte Sci-Fi-Groteske mit einem geradezu lächerlichen Hauptdarsteller. Besson hätte es nicht nötig gehabt (aber anscheinend doch).
4,5 / 10
Suburbicon (George Clooney)
Clooney hat das Drehbuch der Coen-Brüder leider nicht ganz verstanden und macht aus der Geschichte, die bei den Brüdern sicher viel besser geworden wäre, einen unentschlossen Moral-Komödien-Gangster-Mischmasch.
4,5 / 10
Wendy – der Film (Dagmar Seume)
Kein Kommentar.
5 / 10
Guardians of the Galaxy 2 (James Gunn)
Superhelden – wie originell! Solider Sci-Fi-Schenkelklopfer-Mischmasch nach altbekanntem Rezept.
5 / 10
Churchill (Jonathan Teplitzky)
Gut gespieltes aber auch ziemlich sprödes Winston-Drama. Hoffentlich macht Joe Wright es nächstes Jahr besser.
5 / 10
Collateral Beauty (David Frankel)
Gut gemeintes Gutmenschendrama das lauthals nach Oscars verlangt und im Pathos ersäuft, aber wenigstens mit ein paar guten Ansätzen.
5 / 10
John Wick 2 (Chad Stahelski)
Der Überraschungsfilm von einst ist auf den Franchising-Geschmack gekommen und zeigt nach einer Weile, dass sich die exzentrische Neon-Action nach einer Weile mehr und mehr abnutzt und Regisseur Stahelski nicht viel Abwechslung zu bieten hat.
5 / 10
Hidden Figures (Theodore Melfi)
Historisches Drama mitten in der Oscar-Saison – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Erstaunlich kurzweilig und gut gespielt, aber die völlige Abwesenheit von fassbaren Konflikten und authentischem Zeitgeist machen sich deutlich bemerkbar.
5 / 10
Patriots Day (Peter Berg)
Bergs nächstes historisches Katastrophen-/Terroristen-Spektakel macht etwas anders als die meisten Filme des Jahres: Es fängt schwach an und steigert sich in der zweiten Hälfte merklich.
5 / 10
Kingsman: The Golden Circle (Matthew Vaughn)
Leider eine recht schwache Fortführung des gelungenen Erstlings. Vaughn opfert sein Gespür für Humor und cleveres Storytelling zu Gunsten immer groteskerer Actionszenen. Schade, hoffentlich wird sein nächstes Projekt besser.
5,5 / 10
King Arthur: Legend of the Sword (Guy Ritchie)
Witzbold Ritchie hätte das Zeug gehabt, dem Mittelalter-Fantasy-Genre einen neuen Anstrich zu verpassen und hat in dieser Hinsicht auch gute Ansätze auf Lager, bleibt aber leider zu oft im ausgelutschten Blockbuster-Sumpf stecken.
5,5 / 10
Blade Runner 2049 (Dennis Villeneuve)
Wird wohl nur Fans des Klassikers begeistern – ziemlich schwafelige Emo-Robo-Philosophie die Ewigkeiten braucht und trotzdem nicht so recht auf den Punkt kommt. Villeneuve ist zu gut für Sellout, dürfte aber wohl der nächste Nolan werden. Schade um ihn.
6 / 10
Justice League (Zack Snyder & Joss Whedon)
Superhelden – wie originell! Gute Sachen, schlechte Sachen und lustiger Trash wechseln sich ab. Kein Hit, aber nicht auf ganzer Linie misslungen.
6 / 10
Lego Batman (Chris McKay)
Blödelige Quasi-Parodie, die die Lachmuskeln hartgesottener Batman-Fans definitive auf die Probe stellt, aber nicht ganz bis zum Ende mithalten kann.
6 / 10
Thor: Ragnarok (Taika Waititi)
Superhelden – wie originell! Bunter Sci-Fi-Komödien-Abenteuer-Eintopf, der einige Dinge anders macht als seine Kollegen aber unterm Strich auch ein bisschen zu sehr zwischen den Stühlen landet.
6 / 10
Elle (Paul Verhoeven)
Bitterböses Thriller-Drama mit interessanten Ideen, dem am Ende aber die Puste auszugehen scheint.
6 / 10
Live by Night (Ben Affleck)
Affleck versucht sich an einem historischen Gangsterfilm der im Kern zwar unterhält, aber auch immer wieder mit erheblichen Schwächen zu kämpfen hat. Die an The Getaway und The Untouchables erinnernde Schlussballerei versöhnt aber einiges.
6 / 10
Dunkirk (Christopher Nolan)
Everybody’s Darling Nolan hat einfach mal eine Wiedergeburt nötig. Stilistisch allmählich fast schon eine Parodie seiner Selbst tischt er alles auf was man von ihm erwartet und bietet auch in einem neuen Genre kaum Überraschungen.
6 / 10
Alien: Covenant (Ridley Scott)
Alien-Remix Teil 1: Scott will Prometheus und den Originalfilm im gleichen Topf kochen und dabei noch neue Würze hinzugeben, was nicht immer ganz klappt, aber als Sci-Fi-Horror-Knaller noch gut unterhält. Bonuspunkte für Michael Fassbenders leidenschaftliches Flötenspiel.
6,5 / 10
Gold (Stephen Gaghan)
Urtypisches Rise-and-Fall-Drama im Goldsuchermilieu. Nichts Bahnbrechendes, aber sehr kurzweilig und mit einem stark aufspielenden McConaughey besetzt.
6,5 / 10
Allied (Robert Zemeckis)
Nettes kleines Spionageabenteuer, solide gespielt und mit einigen funktionierenden Twists.
6,5 / 10
Jackie (Pablo Larrain)
Historische Momentaufnahme die inszenatorisch auf kleiner Flamme köchelt aber damit auch im Wesentlichen überzeugen kann. Keine Sensation, aber durchaus gut.
6,5 / 10
Life (Daniel Espinosa)
Alien-Remix Teil 2: Prinzipiell zwar nur eine Kopie des Scott-Klassikers, aber trotzdem mit Drive und Unterhaltungswert umgesetzt.
6,5 / 10
Spider-Man: Homecoming (Jon Watts)
Superhelden – wie originell! Ganz solide, und hebt sich immerhin recht gut von den vielen vorherigen Spinnenmann-Filmen ab.
6,5 / 10
Wonder Woman (Patty Jenkins)
Superhelden – wie originell! Zum Glück deutlich unterhaltsamer und aufs Wesentliche ausgerichteter als andere DC-Filme seiner Zeit.
6,5 / 10
What Happened to Monday (Tommy Wirkola)
Cooler und frischer Sci-Fi-Dystopiafilm, der sich in der zweiten Hälfte mehr und mehr als supervisuelle Action-Extravaganz auf den Spuren von David Leitch oder Marc Forster entpuppt.
7 / 10
Song to Song (Terrence Malick)
Typischer später Malick, wer sich auf seinen eigensinnigen non-narrativen Stil einlassen kann wird im bizarren Bilderrausch einiges entdecken.
7 / 10
Toivon Tuolla Puolen (Aki Kaurismäki)
Spassige Dramödie, die sich selbst und die Flüchtlingsthematik glücklicherweise nicht zu ernst nimmt.
7 / 10
Happy Death Day (Christopher B. Landon)
Nette Horrorkomödie mit ein paar guten Ideen und ausreichend Eigenständigkeit.
7 / 10
Beguiled (Sofia Coppola)
Nettes historisches Kammerspiel, das vor allem mit seiner kunstfertigen Lichtsetzung beeindruckt. Farrell als misshandelter Hobbygärtner ist auch einen Blick wert.
7 / 10
The Founder (John Lee Hancock)
Noch ein Aufsteigerdrama, dieses Mal im Umfeld der McDonalds-Gründer. Nett erzählt und Michael Keaton ist immer eine Sichtung wert.
7 / 10
The Party (Sally Potter)
Cooles und böses Kammerspiel, das Polanskis ähnlich gelagertem Carnage zeigt wo es langgeht. Cillian Murphy spielt richtig gut.
7 / 10
Bar Bahar (Maysaloun Hamoud)
Gesellschafts- und Religionsdrama, das authentisch rüberkommt und auch nicht alles ganz so ernst nimmt.
7 / 10
Logan Lucky (Steven Soderbergh)
Ocean’s Seven-Eleven mit einem herrlich gegen den Strich besetzten Daniel Craig. Witziger Backwater-Heist.
7 / 10
Detroit (Kathryn Bigelow)
Spannender und derber Polizeithriller mit Szenen, die an die Nieren gehen.
7,5 / 10
Get Out (Jordan Peele)
Überraschendes Konglomerat aus Satire und Horrorfilm, angenehm eigenständig und sich selbst nicht allzu Ernst nehmend.
7,5 / 10
Atomic Blonde (David Leitch)
Der bessere Film der Wick-Macher, erzählerisch ein bisschen wirr aber mit sensationellen Actionszenen und viel exzentrischem Mauer-Zeitgeist.
7,5 / 10
American Made (Doug Liman)
Der nächste Goodfellas-Aufguss, dieses Mal aber mit Tom Cruise als Escobar-Koka-Pilot. Sehr lustig und temporeich.
7,5 / 10
Lost City of Z (James Gray)
Schön ruhig und besinnlich erzähltes Abenteuerdrama mit kleineren Makeln aber noch viel mehr Stärken.
7,5 / 10
Miss Sloane (John Madden)
Unterhaltsamer und sehr temporeicher Politthriller mit einer starken Jessica Chastain als exzentrische Lobbyistin.
7,5 / 10
Borg/McEnroe (Janus Pedersen)
Coole Zeitreise in die späten 70er, mit viel Charme und ohne Blödsinn umgesetzt. So macht Tennis sogar mir Spass.
7,5 / 10
Split (M. Night Shyamalan)
Mister Night Simsalabim ist zurück mit einem überraschend guten und originellen Horrorthriller. James McAvoy in der Hauptrolle ist bärenstark.
7,5 / 10
Good Time (Josh & Benny Safdie)
Temporeicher nächtlicher Action- und Drama-Trip in grellen Neonfarben. Bobby Pattinson hat den Vampir-Blödsinn hinter sich gelassen und zeigt, was er drauf hat.
7,5 / 10
Lion (Garth Davis)
Verdammt, warum waren die Oscar-Filme dieser Saison alle so gut? Auch Lion geht emotional und dramaturgisch gut auf und schildert die orientalische Waisen-Reise mit dem nötigen Fingerspitzengefühl.
8 / 10
Baby Driver (Edgar Wright)
Das schräge Action-Auto-Jukebox-Musical kommt nicht ganz an Wrights frühere Grosstaten heran, überzeugt aber durchaus und macht Spass ohne Ende.
8 / 10
Logan (James Mangold)
Superhelden – wie originell! Dieses Mal aber wirklich, dank der Umgestaltung in ein ruppiges und brutales Neo-Westerndrama. Der beste Genrefilm seit Jahren.
8 / 10
Hacksaw Ridge (Mel Gibson)
Garfield in Japan Teil 1: Packendes Weltkriegsdrama in dem Gibson sowohl in Bezug auf den Krieg als auch auf das Drama die ganz grossen Geschütze auffährt und damit einen dramaturgischen und emotionalen Volltreffer landet.
8,5 / 10
Silence (Martin Scorsese)
Garfield in Japan Teil 2: Schönes und ungewöhnliches Alterswerk, von Grossmeister Scorsese mit viel Elan und Mühe würdevoll in Szene gesetzt.
8,5 / 10
Star Wars: The Last Jedi (Rian Johnson)
Ein mutiger Schritt für die Sternenkriege und das heutige Blockbusterkino. Johnson bricht und verändert die festgefahrenen Strukturen an den richtigen Stellen und bedient Fan-Erwartungen, indem er sie zunichtemacht. Starke Vorstellung.
9 / 10
Twin Peaks: The Return (David Lynch)
Würdige Abschiedsvorstellung des grössten Filmemachers aller Zeiten, der noch einmal alles was ihn und sein Werk ausmacht in einen grossen Topf wirft und auf die Spitze treibt. Furioser Sinnestrip auf tausend Ebenen.
9 / 10
Moonlight (Barry Jenkins)
Einfallsreich strukturierte Lebenschronik, warmherzig und kunstvoll statt wie befürchtet aufdringlich und moralisierend. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10
Manchester by the Sea (Kenneth Lonergan)
Grossartiges Familien- und Freundschaftsdrama mit kunstfertig herausgearbeiteten Charakteren und Konflikten. Affleck der Jüngere und Newcomer Lucas Hedges triumphieren in den entfremdeten Hauptrollen ganz gross auf. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10
La La Land (Damien Chazelle)
Der beste Film des Jahres, visuell auf den Punkt gebracht, toll besetzt und gespielt, farbenfroh, dynamisch, romantisch und lebendig. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9,5 / 10
Wenn ich mir diese schiere Masse an Filmen anschaue und bedenke dass ich alle (ausser TP The Return, eine Fernsehproduktion, die ich aber trotzdem mitgezählt habe) mindestens einmal im Kino gesehen habe plus einige Zweitsichtungen von Ende 2016 plus einige Retrospektiven früherer Jahrgänge komme ich zum Schluss dass ich ein Wahnsinniger bin.
Let's rock.
Pirates of the Caribbean – Dead Men tell no Tales (Espen Sandberg & Joachim Ronning)
Überflüssige Fortsetzung die kurzerhand alle vier Vorgänger neu aufkocht und Javier Bardem der totalen Lächerlichkeit preisgibt. Schade um den charmanten und clever gewitzten Erstling und die teils noch ganz ordentlich gelungenen Teile 2 bis 4 – Die Reihe ist ausgelutschter als ein Hustenbonbon.
3 / 10
Overdrive (Antonio Negret)
0815-Krawall-Heistfilmchen aus der Besson-/Morel-Schmiede. Als Actionfilm uninspirierte Einwegkost, als Drama unfreiwillig komisch und als Komödie ein witzloser Blödsinn. Trash, den die Welt nicht braucht.
3 / 10
Mother! (Darren Aronofsky)
In der ersten Hälfte noch ganz interessant, verkommt aber mehr und mehr zu einem grotesk überzeichneten Abklatsch der viel besseren Polanski-Trilogie, dazu noch versehen mit meterdickem pseudointellektuellem Anstrich.
3,5 / 10
The Transfiguration (Michael O’Shea)
Merkwürdige Mischung aus Moonlight und Only Lovers Left Alive, dazu noch sperrig und spartanisch inszeniert. Nicht wirklich mein Film.
4 / 10
It (Andy Muschietti)
Das Horrorgenre ist in Blockbuster-Sphären angekommen: Weichspüler-Familienunterhaltung, die höchstens ein paar idiotensichere Billig-Schocks zu bieten hat.
4 / 10
Valerian and the City of a Thousand Planets (Luc Besson)
Überkandidelte Sci-Fi-Groteske mit einem geradezu lächerlichen Hauptdarsteller. Besson hätte es nicht nötig gehabt (aber anscheinend doch).
4,5 / 10
Suburbicon (George Clooney)
Clooney hat das Drehbuch der Coen-Brüder leider nicht ganz verstanden und macht aus der Geschichte, die bei den Brüdern sicher viel besser geworden wäre, einen unentschlossen Moral-Komödien-Gangster-Mischmasch.
4,5 / 10
Wendy – der Film (Dagmar Seume)
Kein Kommentar.
5 / 10
Guardians of the Galaxy 2 (James Gunn)
Superhelden – wie originell! Solider Sci-Fi-Schenkelklopfer-Mischmasch nach altbekanntem Rezept.
5 / 10
Churchill (Jonathan Teplitzky)
Gut gespieltes aber auch ziemlich sprödes Winston-Drama. Hoffentlich macht Joe Wright es nächstes Jahr besser.
5 / 10
Collateral Beauty (David Frankel)
Gut gemeintes Gutmenschendrama das lauthals nach Oscars verlangt und im Pathos ersäuft, aber wenigstens mit ein paar guten Ansätzen.
5 / 10
John Wick 2 (Chad Stahelski)
Der Überraschungsfilm von einst ist auf den Franchising-Geschmack gekommen und zeigt nach einer Weile, dass sich die exzentrische Neon-Action nach einer Weile mehr und mehr abnutzt und Regisseur Stahelski nicht viel Abwechslung zu bieten hat.
5 / 10
Hidden Figures (Theodore Melfi)
Historisches Drama mitten in der Oscar-Saison – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Erstaunlich kurzweilig und gut gespielt, aber die völlige Abwesenheit von fassbaren Konflikten und authentischem Zeitgeist machen sich deutlich bemerkbar.
5 / 10
Patriots Day (Peter Berg)
Bergs nächstes historisches Katastrophen-/Terroristen-Spektakel macht etwas anders als die meisten Filme des Jahres: Es fängt schwach an und steigert sich in der zweiten Hälfte merklich.
5 / 10
Kingsman: The Golden Circle (Matthew Vaughn)
Leider eine recht schwache Fortführung des gelungenen Erstlings. Vaughn opfert sein Gespür für Humor und cleveres Storytelling zu Gunsten immer groteskerer Actionszenen. Schade, hoffentlich wird sein nächstes Projekt besser.
5,5 / 10
King Arthur: Legend of the Sword (Guy Ritchie)
Witzbold Ritchie hätte das Zeug gehabt, dem Mittelalter-Fantasy-Genre einen neuen Anstrich zu verpassen und hat in dieser Hinsicht auch gute Ansätze auf Lager, bleibt aber leider zu oft im ausgelutschten Blockbuster-Sumpf stecken.
5,5 / 10
Blade Runner 2049 (Dennis Villeneuve)
Wird wohl nur Fans des Klassikers begeistern – ziemlich schwafelige Emo-Robo-Philosophie die Ewigkeiten braucht und trotzdem nicht so recht auf den Punkt kommt. Villeneuve ist zu gut für Sellout, dürfte aber wohl der nächste Nolan werden. Schade um ihn.
6 / 10
Justice League (Zack Snyder & Joss Whedon)
Superhelden – wie originell! Gute Sachen, schlechte Sachen und lustiger Trash wechseln sich ab. Kein Hit, aber nicht auf ganzer Linie misslungen.
6 / 10
Lego Batman (Chris McKay)
Blödelige Quasi-Parodie, die die Lachmuskeln hartgesottener Batman-Fans definitive auf die Probe stellt, aber nicht ganz bis zum Ende mithalten kann.
6 / 10
Thor: Ragnarok (Taika Waititi)
Superhelden – wie originell! Bunter Sci-Fi-Komödien-Abenteuer-Eintopf, der einige Dinge anders macht als seine Kollegen aber unterm Strich auch ein bisschen zu sehr zwischen den Stühlen landet.
6 / 10
Elle (Paul Verhoeven)
Bitterböses Thriller-Drama mit interessanten Ideen, dem am Ende aber die Puste auszugehen scheint.
6 / 10
Live by Night (Ben Affleck)
Affleck versucht sich an einem historischen Gangsterfilm der im Kern zwar unterhält, aber auch immer wieder mit erheblichen Schwächen zu kämpfen hat. Die an The Getaway und The Untouchables erinnernde Schlussballerei versöhnt aber einiges.
6 / 10
Dunkirk (Christopher Nolan)
Everybody’s Darling Nolan hat einfach mal eine Wiedergeburt nötig. Stilistisch allmählich fast schon eine Parodie seiner Selbst tischt er alles auf was man von ihm erwartet und bietet auch in einem neuen Genre kaum Überraschungen.
6 / 10
Alien: Covenant (Ridley Scott)
Alien-Remix Teil 1: Scott will Prometheus und den Originalfilm im gleichen Topf kochen und dabei noch neue Würze hinzugeben, was nicht immer ganz klappt, aber als Sci-Fi-Horror-Knaller noch gut unterhält. Bonuspunkte für Michael Fassbenders leidenschaftliches Flötenspiel.
6,5 / 10
Gold (Stephen Gaghan)
Urtypisches Rise-and-Fall-Drama im Goldsuchermilieu. Nichts Bahnbrechendes, aber sehr kurzweilig und mit einem stark aufspielenden McConaughey besetzt.
6,5 / 10
Allied (Robert Zemeckis)
Nettes kleines Spionageabenteuer, solide gespielt und mit einigen funktionierenden Twists.
6,5 / 10
Jackie (Pablo Larrain)
Historische Momentaufnahme die inszenatorisch auf kleiner Flamme köchelt aber damit auch im Wesentlichen überzeugen kann. Keine Sensation, aber durchaus gut.
6,5 / 10
Life (Daniel Espinosa)
Alien-Remix Teil 2: Prinzipiell zwar nur eine Kopie des Scott-Klassikers, aber trotzdem mit Drive und Unterhaltungswert umgesetzt.
6,5 / 10
Spider-Man: Homecoming (Jon Watts)
Superhelden – wie originell! Ganz solide, und hebt sich immerhin recht gut von den vielen vorherigen Spinnenmann-Filmen ab.
6,5 / 10
Wonder Woman (Patty Jenkins)
Superhelden – wie originell! Zum Glück deutlich unterhaltsamer und aufs Wesentliche ausgerichteter als andere DC-Filme seiner Zeit.
6,5 / 10
What Happened to Monday (Tommy Wirkola)
Cooler und frischer Sci-Fi-Dystopiafilm, der sich in der zweiten Hälfte mehr und mehr als supervisuelle Action-Extravaganz auf den Spuren von David Leitch oder Marc Forster entpuppt.
7 / 10
Song to Song (Terrence Malick)
Typischer später Malick, wer sich auf seinen eigensinnigen non-narrativen Stil einlassen kann wird im bizarren Bilderrausch einiges entdecken.
7 / 10
Toivon Tuolla Puolen (Aki Kaurismäki)
Spassige Dramödie, die sich selbst und die Flüchtlingsthematik glücklicherweise nicht zu ernst nimmt.
7 / 10
Happy Death Day (Christopher B. Landon)
Nette Horrorkomödie mit ein paar guten Ideen und ausreichend Eigenständigkeit.
7 / 10
Beguiled (Sofia Coppola)
Nettes historisches Kammerspiel, das vor allem mit seiner kunstfertigen Lichtsetzung beeindruckt. Farrell als misshandelter Hobbygärtner ist auch einen Blick wert.
7 / 10
The Founder (John Lee Hancock)
Noch ein Aufsteigerdrama, dieses Mal im Umfeld der McDonalds-Gründer. Nett erzählt und Michael Keaton ist immer eine Sichtung wert.
7 / 10
The Party (Sally Potter)
Cooles und böses Kammerspiel, das Polanskis ähnlich gelagertem Carnage zeigt wo es langgeht. Cillian Murphy spielt richtig gut.
7 / 10
Bar Bahar (Maysaloun Hamoud)
Gesellschafts- und Religionsdrama, das authentisch rüberkommt und auch nicht alles ganz so ernst nimmt.
7 / 10
Logan Lucky (Steven Soderbergh)
Ocean’s Seven-Eleven mit einem herrlich gegen den Strich besetzten Daniel Craig. Witziger Backwater-Heist.
7 / 10
Detroit (Kathryn Bigelow)
Spannender und derber Polizeithriller mit Szenen, die an die Nieren gehen.
7,5 / 10
Get Out (Jordan Peele)
Überraschendes Konglomerat aus Satire und Horrorfilm, angenehm eigenständig und sich selbst nicht allzu Ernst nehmend.
7,5 / 10
Atomic Blonde (David Leitch)
Der bessere Film der Wick-Macher, erzählerisch ein bisschen wirr aber mit sensationellen Actionszenen und viel exzentrischem Mauer-Zeitgeist.
7,5 / 10
American Made (Doug Liman)
Der nächste Goodfellas-Aufguss, dieses Mal aber mit Tom Cruise als Escobar-Koka-Pilot. Sehr lustig und temporeich.
7,5 / 10
Lost City of Z (James Gray)
Schön ruhig und besinnlich erzähltes Abenteuerdrama mit kleineren Makeln aber noch viel mehr Stärken.
7,5 / 10
Miss Sloane (John Madden)
Unterhaltsamer und sehr temporeicher Politthriller mit einer starken Jessica Chastain als exzentrische Lobbyistin.
7,5 / 10
Borg/McEnroe (Janus Pedersen)
Coole Zeitreise in die späten 70er, mit viel Charme und ohne Blödsinn umgesetzt. So macht Tennis sogar mir Spass.
7,5 / 10
Split (M. Night Shyamalan)
Mister Night Simsalabim ist zurück mit einem überraschend guten und originellen Horrorthriller. James McAvoy in der Hauptrolle ist bärenstark.
7,5 / 10
Good Time (Josh & Benny Safdie)
Temporeicher nächtlicher Action- und Drama-Trip in grellen Neonfarben. Bobby Pattinson hat den Vampir-Blödsinn hinter sich gelassen und zeigt, was er drauf hat.
7,5 / 10
Lion (Garth Davis)
Verdammt, warum waren die Oscar-Filme dieser Saison alle so gut? Auch Lion geht emotional und dramaturgisch gut auf und schildert die orientalische Waisen-Reise mit dem nötigen Fingerspitzengefühl.
8 / 10
Baby Driver (Edgar Wright)
Das schräge Action-Auto-Jukebox-Musical kommt nicht ganz an Wrights frühere Grosstaten heran, überzeugt aber durchaus und macht Spass ohne Ende.
8 / 10
Logan (James Mangold)
Superhelden – wie originell! Dieses Mal aber wirklich, dank der Umgestaltung in ein ruppiges und brutales Neo-Westerndrama. Der beste Genrefilm seit Jahren.
8 / 10
Hacksaw Ridge (Mel Gibson)
Garfield in Japan Teil 1: Packendes Weltkriegsdrama in dem Gibson sowohl in Bezug auf den Krieg als auch auf das Drama die ganz grossen Geschütze auffährt und damit einen dramaturgischen und emotionalen Volltreffer landet.
8,5 / 10
Silence (Martin Scorsese)
Garfield in Japan Teil 2: Schönes und ungewöhnliches Alterswerk, von Grossmeister Scorsese mit viel Elan und Mühe würdevoll in Szene gesetzt.
8,5 / 10
Star Wars: The Last Jedi (Rian Johnson)
Ein mutiger Schritt für die Sternenkriege und das heutige Blockbusterkino. Johnson bricht und verändert die festgefahrenen Strukturen an den richtigen Stellen und bedient Fan-Erwartungen, indem er sie zunichtemacht. Starke Vorstellung.
9 / 10
Twin Peaks: The Return (David Lynch)
Würdige Abschiedsvorstellung des grössten Filmemachers aller Zeiten, der noch einmal alles was ihn und sein Werk ausmacht in einen grossen Topf wirft und auf die Spitze treibt. Furioser Sinnestrip auf tausend Ebenen.
9 / 10
Moonlight (Barry Jenkins)
Einfallsreich strukturierte Lebenschronik, warmherzig und kunstvoll statt wie befürchtet aufdringlich und moralisierend. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10
Manchester by the Sea (Kenneth Lonergan)
Grossartiges Familien- und Freundschaftsdrama mit kunstfertig herausgearbeiteten Charakteren und Konflikten. Affleck der Jüngere und Newcomer Lucas Hedges triumphieren in den entfremdeten Hauptrollen ganz gross auf. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9 / 10
La La Land (Damien Chazelle)
Der beste Film des Jahres, visuell auf den Punkt gebracht, toll besetzt und gespielt, farbenfroh, dynamisch, romantisch und lebendig. Zu Recht mit Preisen überhäuft.
9,5 / 10