Nico hat geschrieben: 29. April 2025 13:52
A View to a Kill – ein Film, der unter Bondfans wohl nicht die allergrößte Fangemeine hat, der mir persönlich aber seit meiner Erstsichtung jedes Mal sehr viel Freude bereitet. Ich kann die Kritikpunkte, die es an dem Film gibt, zwar sehen, finde aber, dass kaum etwas davon so wirklich ins Gewicht fällt. Der Film macht mir einfach durch die Bank weg Spaß, dass ich über den zu alten Moore und die wirre Handlung locker hinweggucken kann.
Das freut mich sehr für dich. AVTAK war einer meiner ersten Bonds als Kind, dementsprechend war er damals natürlich großartig (jeder neu zu guckende Bondfilm war super

),
aber in der heutigen Retrospektive und mit dem filmkritischen Blick auf Bond ist er ein schwacher Beitrag der Reihe.
Pluspunkte:
+ Die PTS in Sibirien (die peinliche "BeachBoys"-Einspielung ignorieren wir jetzt mal), Mikrochips, Russen, Skiaction und Abgang im Eisberg-Boot + "Call me James. It is 5 days to Alaska"
+ der Lunch mit Herr Aubergine im Eiffelturm, clevere Ermordung und cooler Abgang von Mayday
+ Qs neuer Roboter, der den Film schön abschließt: Q calling Grandfather: "007 is well and alive."
+
Nico hat geschrieben: 29. April 2025 13:52
Hier besticht ganz vorne natürlich Christopher Walken als Schurke Max Zorin, dessen Herkunft als „biologisches Experiment“ zwar immer mal wieder angeteasert, aber nie wirklich groß thematisiert wird. Ihm zur Seite steht Grace Jones als Mayday, die einen völlig neuen Typus verkörpert, eine Mischung aus traditionellem Bond-Girl, Henchwoman und doch auch etwas Eigenem – am Ende mit starkem Gesinnungswechsel und einem Ende als Heldin des Tages.
Negativ:
- der Plot ist nicht mega originell
- alle sind sichtlich gealtert (Stichwort: 007, M, Moneypenny in Ascot)
- Roger und Patrick haben zwar eine gute Dynamik als älteres Ermittlerduo, aber der Fight mit den "Bayern" im Chipswerk ist eher schwach - hier merkt man Rogers Alter deutlich, dann rennen sie noch in ihren Trainingsanzügen rum (okay die sind wenigstens praktisch in Sachen Flexibilität und halten nachts warm)
- die Klamottenwechsel sind eh krass: Zuerst Best-dressed-Man Saint-John Smythe im weißen Smoking, dann wie gesagt der blaue Trainingsanzug, später in grauer Jacke und Jeans am Hafen von San Francisco, ähnlich im Büro von Mr.Howe.
Eigentlich passt das sehr gut, denn Bond tritt hier stets incognito als seriöser Investigativjournalist auf, aber dennoch fällt es mir als Zuschauer auf, dass Bond in AVTAK auffallend häufig simpel gekleidet durch die Gegend latscht.
(Vielleicht wirkt der Kontrast so groß, weil gerade Moores Bond in allen Filmen fast durchgängig top gekleidet mit Anzug und Krawatte bzw. Fliege auftritt, so lässig im Beach-Modus wie Connery fast den kompletten TB und Dr.NO sehen wir Moore nie - dafür im dummen Affen- und Clownskostüm)
- Stacey ist jetzt nicht das hilfsreichste Bondgirl bzw. ich muss mir immer in Erinnerung rufen, dass sie bloß Zivilistin ist und Bond von ihr eher weniger praktische Hilfe erwarten darf. So gesehen macht Stacey es ganz gut und darf gegen Ende ihre Kernkompetenz unter Beweis stellen

aber bei mir kommt doch stets der Eindruck des dummen Blondchens an)
- die Action ist für Bondverhältnisse bieder:
Bond fährt mit einem hässlichen Franzosenauto durch Paris, das Springreiten, okay der Fight in Staceys Anwesen ist witzig #Steinsalz

, Verfolgungsjagd mit dem Feuerwehrauto, einzig das Skifahren zu Beginn und die kleine Tauchaction an der Pipeline sind gut,
und auch der Showdown auf der GoldenGate Bridge ist für Bond-Maßstäbe eher schwach, naja die GoldenGate Bridge wertet es ein wenig auf.
Fazit: Roger Moore verabschiedet sich zwar würdig, aber doch mit seinem schwächsten Film.
Es ist ärgerlich, dass Rogers zweiter Einsatz, TMWTGG, durch so einen schwachen Plot verschenkt wurde, denn damals war Roger echt gut in Form und hätte einen starken Film aufs Parkett legen können.