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Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 11:17
von danielcc
schöne Zusammenfassung!
Zur Autoverfolgung: Klar, man merkt das Alter. Fast schon ärgerlich: George Lucas hätte sowas sicher inzwischen digital überarbeitet und alles wäre prima

Aber schön finde ich daran, die Idee das ganze aus dem Auto heraus von vorne zu filmen. In gewisser Weise erinnert das ganze so schon an die Autoverfolgung in QOS. Auch dort geht es durch ähnliche Gegenden und die Idee mit dem Baustellenfahrzeug ist auch ähnlich.
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 18:15
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Fast schon ärgerlich: George Lucas hätte sowas sicher inzwischen digital überarbeitet und alles wäre prima
brrrrrrrr, mach mir keine Angst!
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 19:10
von Victor 'Renard' Zokas
AnatolGogol hat geschrieben:danielcc hat geschrieben:Fast schon ärgerlich: George Lucas hätte sowas sicher inzwischen digital überarbeitet und alles wäre prima
brrrrrrrr, mach mir keine Angst!
Immerhin könnte dann ein Großteil der jüngeren Generation die alten Klassiker auf der grossen Leinwand sehen
(Anmerkung: natürlich nicht ernst gemeint
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)
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 19:22
von AnatolGogol
Victor 'Renard' Zokas hat geschrieben:Immerhin könnte dann ein Großteil der jüngeren Generation die alten Klassiker auf der grossen Leinwand sehen
(Anmerkung: natürlich nicht ernst gemeint
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)
Sehr gutes Argument

! Wobei ich befürchte, dass George Lucas wirklich davon überzeugt ist, dass die Filme mit jeder "Verschlimmbesserung" besser werden...
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 19:29
von Victor 'Renard' Zokas
AnatolGogol hat geschrieben:Victor 'Renard' Zokas hat geschrieben:Immerhin könnte dann ein Großteil der jüngeren Generation die alten Klassiker auf der grossen Leinwand sehen
(Anmerkung: natürlich nicht ernst gemeint

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Sehr gutes Argument

! Wobei ich befürchte, dass George Lucas wirklich davon überzeugt ist, dass die Filme mit jeder "Verschlimmbesserung" besser werden...
jaja eine höhere Zahl vor dem "_D" bedeutet doch zwangsläufig ein besseres Endergebnis. In der Collector's Ultimate Extended Special Director's Cut Edition werden wir 2027 dann auch zum ersten Mal eine 7D-Version betrachten dürfen.....
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 19:33
von AnatolGogol
Victor 'Renard' Zokas hat geschrieben:jaja eine höhere Zahl vor dem "_D" bedeutet doch zwangsläufig ein besseres Endergebnis. In der Collector's Ultimate Extended Special Director's Cut Edition werden wir 2027 dann auch zum ersten Mal eine 7D-Version betrachten dürfen.....
Was im Produzenten-Audiokommentar (natürlich in Dolby 17.3) dann dadurch gerechtfertigt wird, dass das schliesslich von Anfang an so von den Filmmachern beabsichtigt, aber mit den damaligen technischen Möglichkeit nicht umsetzbar war...
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 23. Dezember 2010 20:45
von danielcc
LOL
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 10:58
von AnatolGogol
Die Bedeutung von DN wird innerhalb der Bondliteratur hauptsächlich auf die Tatsache reduziert, dass der Film eben der Ausgangspunkt der Serie war. Für mich ist DN aber hauptsächlich deshalb bemerkenswert, da er bereits nahezu alle Elemente enthält, die für den beispiellosen und mittlerweile fast 50 Jahre anhaltenden Erfolg gesorgt haben.
DN ist im Kern betrachtet eine Kombination aus zwei verschiedenen Genres: zum einen ist DN der harte, spannungsreiche und straffe Agentenreisser. Gleichzeitig geht der Film aber weit darüber hinaus als fantasiereicher und exotischer Abenteuerfilm. Die erste Filmhälfte inklusive Bonds Ermittlungen auf Jamaica repräsentieren dabei ganz klar den Agentenreisser während nahezu alle Szenen beginnend ab Crab Key dann den Abenteurfilm widerspiegeln. Natürlich ist die Trennung nie so ganz klar und beide Elemente greifen immer mal wieder ineinander, aber dennoch fällt der Abenteuer und Fantasy-Faktor (Doktor Nos Laboratorium und die ganze Toppling- und Weltraum-Thematik) ab Crab Key besonders auf. Mit diesem Mix wurde gleichzeitig auch die Erfolgsformel für alle folgenden Filme festgelegt, da es letztlich immer diese beiden Elemente sein sollten, die in unterschiedlichen Mischverhältnissen die Basis der Filme bilden sollten.
Wie bereits erwähnt ist DN ein sehr straffer Film. Kaum eine Szene hält die Handlung auf oder erzählt Dinge, die für die Handlungs- oder die Charakterentwicklung eigentlich überflüssig sind. Durch diese Straffheit wirkt der Film auch heute noch ungemein zügig und rasant. Verstärkt wird diese Wirkung auch noch durch die von Peter Hunt sehr effektvoll geschnittenen Actionszenen, sehr schön zu sehen zB in der Schlägerei mit dem falschen Chauffeur. Eine weitere ganz große Stärke des Films ist das absolut stilprägende Setdesign von Ken Adam. Was Adam in DN mit einem geradezu lächerlich kleinen Budget gezaubert hat ist auch heute noch sensationell und durch seine Arbeit bekamen viele Szenen erst ihre umwerfende Wirkung (zB Dent auf Crab Key oder das komplette Innere von Dr Nos Anwesen).
Handlungstechnisch bietet DN praktisch auch schon all das, was in den nächsten Jahrzehnten gemeinhin als „typisch Bond“ bezeichnet werden sollte. Wir haben geheimnisvolle Todesfälle, die den Ausgangspunkt für Bonds Ermittlungen bilden. Wir haben ein fantasievolles „Leitmotiv“ bzw Bedrohungsszenario in Form des Topplings von Weltraumraketen. Und es wird mit Spectre auch bereits die wichtigste Drahtzieherorganisation eingeführt. Es gab in der Bondgeschichte sicherlich deutlich bessere Storys als die von DN, dennoch ist auch hier die Geschichte und ihre Charaktere so gut und stimmig aufgebaut, dass man sich als Zuschauer nie wirklich die Frage stellt nach Sachen wie Realitätsbezug oder Plausibilität (Beeinflussung von Weltraumraketen durch Radioaktivität?).
Besonders hervorheben sollte man die Tatsache, das es DN gelingt alle Schlüsselfiguren der folgenden Jahrzehnte in verhältnismäßig kurzen Szenen zu charakterisieren. Beginnend natürlich mit der ikonenhaften Einführung von Bond am Spieltisch mit dem Höhepunkt von Connerys legendärerer Vorstellungsformel. Oder Miss Moneypenny, deren schmachtende Unnahbarkeit und ihr permanentes Kokettieren mit dem für sie scheinbar unerreichbaren Bond bereits im ersten Film durch zwei kurze Szenen für immer geprägt wurden. Wir erleben M, den autoritären, kompetenten aber gleichzeitig auch verständnisvollen Chef. Gerade die Inszenierung von M innerhalb seines Büros mit seiner Pfeife, dem roten Telefon, der Doppeltür oder der typischen Büroeinrichtung trägt unheimlich viel zum Wiedererkennungswert der Figur wie auch der Filme an sich in den Folgefilmen bei. Einzig die Figur des Q bleibt in DN (wie auch noch im Nachfolger FRWL) verhältnismäßig blass und sollte erst durch Hamiltons Interpretation in GF zu dem werden, was wir jahrzehntelang an ihr geliebt haben.
Die Hauptrolle dem damals quasi unbekannten Sean Connery anzuvertrauen war ein großes Wagnis der Produzenten (wenn gleich man dagegenhalten könnte, dass für richtig große Stars wie den immer wieder kolportierten Cary Grant ja im Budget von DN eh nicht genügend Geld zur Verfügung stand), die aber bereits hier das gleiche glückliche Händchen bewiesen, dass sie in den folgenden Jahrzehnten noch etliche weitere male haben sollten. Connery prägt die Rolle bereits in seinem Erstling dermaßen durch seine Ausstrahlung und sein Charisma, wie es gerade für einen relativen Neuling schon außergewöhnlich wenn nicht sogar einmalig ist. Seine natürliche, harte und maskuline Ausstrahlung kombiniert mit dem Charme und der Eleganz, die Young der Rolle und Connery verordnet hatte prägte die Figur in einer Weise, die ihn für viele auch heute zu „dem Bond“ schlechthin machen. Das einzige Manko, dass seine Darstellung gegenüber den in meinen Augen noch etwas besseren Leistungen in FRWL und GF hat ist die Tatsache, dass Connerys Bond in DN noch nicht den Witz späterer Filme hat. Das kann man natürlich aber auch genauso gut als Vorteil ansehen, da Bond gerade dadurch wesentlich härter und zynischer rüberkommt (so gesehen kann man eigentlich auch nur zu dem Schluß kommen, dass die Besetzung von Kindler auf Connery innerhalb der deutschen Synchro letztlich doch die bessere Variante gegenüber GGH war, da dadurch das humorlosere und zynische Auftreten Connerys auch in der deutschen Version sehr gut transportiert wurde).
Als fast genauso großer Glücksgriff kann die Besetzung von Ursula Andress als Honey Rider angesehen werden. Sie verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes das wilde Naturkind Honey und versprüht eine Erotik, wie es keiner ihrer Nachfolgerinnen auch nur ansatzweise gelang (umso bemerkenswerter dass dies in einem Film des Jahres 1962 geschah!). Die Chemie zwischen Andress und Connery ist famos, das Knistern in der ersten Szene am Strand mit dem launig vor sich hin singenden Connery ist nahezu spürbar! Dass die Figur der Honey eigentlich kaum mehr als eine oberflächliche Männerphantasie ist tut der Wirkung und der Bedeutung von Andress für den Film keinerlei Abbruch, im Gegenteil reduziert gerade diese Klischeehaftigkeit die Figur auf ihre eigentlichen Stärken ohne irgendwelchen pseudoanspruchsvollen Schnickschnack. Auch Joseph Wiseman kann in der Rolle des titelgebenden Doktor No überzeugen. Dies ist alles andere als selbstverständlich, da seine Figur ja über ¾ des Films als gesichtslose Gefahr perfekt aufgebaut wurde und diese innerhalb der Fantasie des Zuschauers aufgebaute „Überfigur“ leicht durch die Enthüllung des wahren Dr No hätte zerstört werden können (Pleasences Blofeld in YOLT ist hierfür sicherlich das Paradebeispiel). Aber Wiseman gelingt es praktisch durch eine einzige Szene, nämlich der Dinnerszene, seiner Figur gleichermaßen Charisma und Gefährlichkeit zu verleihen ohne die zuvor aufgebaute gesichtlose Figur zu beschädigen. Auch das chinesische Makeup und die Metallhände tragen zur Stilisierung des Dr No als fast schon übermenschliches Wesen bei. Auch die Nebenfiguren sind durch die Bank großartig besetzt (Kitzmiller als Quarral, Lord als Leiter, vor allem der grandiose Dawson als Dent!) und tragen dadurch viel zur Gesamtqualität des Films bei.
DN ist einfach ein absolut runder und stimmiger Film! Er ist nicht nur der Ausgangspunkt der Serie sondern vielmehr bereits der für die Zukunft der Filme absolut prägende Film. Manches in DN ist sicherlich noch schlichter und nicht ganz so überbordend wie in den späteren Filmen (wodurch DN möglicherweise auf manche Zuschauer etwas unspektakulärer und reizloser erscheint), dafür hat aber gerade DN viele Stärken, die erst richtig durch die Reduzierung auf das Wesentliche herauskommen. Nie war Bond härter und zynischer als in DN (auch nicht in den häufig in diesem Zusammenhang genannten LTK oder CR), nie wieder hatte er eine so rohe und animalische Wirkung. Nie war die Beziehung zwischen Bond und Bondgirl dermaßen prickelnd und erotisch. Und nie wurde ein Gegenspieler derart beängstigend und übergroß eingeführt (am ehesten gelang das noch mit dem wiederum gesichtslosen Blofeld in FRWL und TB). Reduced to the max sozusagen. Die grandiose Besetzung, die für Bondverhältnisse superstraffe Inszenierung sowie das stilprägende Setdesign machen den Erstling für mich zu einem großartigen Film, dem es im Vergleich zu den in meinen Augen allerbesten Serienbeiträgen lediglich etwas an der Größe des Spektakels mangelt. Für mich daher 9 Punkte.
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 12:56
von danielcc
Stimme jedem Satz 100% zu. Vor allem weil du zeigst dass DN eben mehr verdient als ein "naja, war halt der erste Film". DN enthält fast alle Elemente und grade durch die Reduzierung aufs Wesentliche und die straffe Inszenierung ist der Film für mich heute immer wieder ein Genuss
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 14:10
von Maibaum
Ich müsste das mal ein wenig recherchieren, aber ich glaube nicht das DN wirklich eine Billig Produktion war.
Ein B-Picture war es keinesfalls. 1 Mio Dollar war damals schon eine hübsche Summe, und dann waren europäische Filme auch meist bei gleichem Aufwand deutlich billiger zu produzieen als vergleichbare US Filme. Ich denke es war schon eine Prestigeproduktion, wenn auch gewiss keiner der richtig teuren Filme (wie z.B die Protz Produktion Lawrence von Arabien).
Ein Wert der mir gerade so einfällt ist das The Good, the Bad, the Ugly 4 Jahre später 1,2 mio gekostet hat. Ein fast doppelt so langer Film mit 3 Stars und einigen Massenszenen.
Und Marlon Brandos 6 Mio für One Eyed Jacks (1960) galten damals als extreme Maßlosigkeit und Verschwendungssucht. Brandos nie veröffentlichte erste Schnittfassung war dann aber auch 5 Stunden lang.
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 14:20
von AnatolGogol
Maibaum hat geschrieben:Ich müsste das mal ein wenig recherchieren, aber ich glaube nicht das DN wirklich eine Billig Produktion war.
Ein B-Picture war es keinesfalls. 1 Mio Dollar war damals schon eine hübsche Summe, und dann waren europäische Filme auch meist bei gleichem Aufwand deutlich billiger zu produzieen als vergleichbare US Filme. Ich denke es war schon eine Prestigeproduktion, wenn auch gewiss keiner der richtig teuren Filme (wie z.B die Protz Produktion Lawrence von Arabien).
Ein Wert der mir gerade so einfällt ist das The Good, the Bad, the Ugly 4 Jahre später 1,2 mio gekostet hat. Ein fast doppelt so langer Film mit 3 Stars und einigen Massenszenen.
Und Marlon Brandos 6 Mio für One Eyed Jacks (1960) galten damals als extreme Maßlosigkeit und Verschwendungssucht. Brandos nie veröffentlichte erste Schnittfassung war dann aber auch 5 Stunden lang.
Na komm, drei Stars bei Good, Bad & Ugly ist aber auch etwas übertrieben. Wallach war ein einigermaßen bekannter Theaterschauspieler, der auch schon einige Nebenrollen in etwas bekannteren Filmen hatte. Lee Van Cleef kam vor Für ein paar Dollar mehr über kleine Schurkenrollen in Hollywoodwestern nicht raus. Und Clint hatte ausser den beiden Leone-Vorgänger ja auch noch keinen einzigen Hollywooderfolg vorzuweisen. Hat Good, Bad & Ugly tatsächlich nur 1,2 Mio gekostet? Schatz im Silbersee hat 1962 ja bereits 3,6 Millionen gekostet, allerdings Mark. Dennoch kam auch diese Summe nur durch das zu der Zeit noch extrem niedrige Lohnniveau in Jugoslawien zustande. El Cid hat 1961 6,5 Millionen Dollar gekostet, das ist ein ganz guter Vergleichswert einer Top-Hollywood-Produktion (wenngleich auch hier wieder durch den Drehort Spanien und die Subventionierung durch das Franco-Regime tendenziell eher zu niedrig). DN war sicherlich keine Lowbudget-Produktion, aber gemessen an internationalen Standards war das schon unteres Mittelfeld, vor allem im Hinblick auf die Standards die die Serie dann in der Folgezeit setzen sollte (wobei sie sich budgetseitig ja lange Zeit ziemlich zurückhielt). Was man aber denke ich in jedem Fall sagen kann ist, dass DN wesentlich teurer aussieht als er war. Und dass Cary Grant bei einem Buget von unter einer Mille so oder so nicht drin gewesen wäre (auch wenn er der Trauzeuge von Cubby war).
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Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 21:03
von Maibaum
AnatolGogol hat geschrieben:Na komm, drei Stars bei Good, Bad & Ugly ist aber auch etwas übertrieben. Wallach war ein einigermaßen bekannter Theaterschauspieler, der auch schon einige Nebenrollen in etwas bekannteren Filmen hatte. Lee Van Cleef kam vor Für ein paar Dollar mehr über kleine Schurkenrollen in Hollywoodwestern nicht raus. Und Clint hatte ausser den beiden Leone-Vorgänger ja auch noch keinen einzigen Hollywooderfolg vorzuweisen. Hat Good, Bad & Ugly tatsächlich nur 1,2 Mio gekostet?
1,3 mio das ist die offizielle Zahl. Spiel mir das Lied vom Tod hat dann glaube ich 3,5 Mio gekostet.
Und Eastwood hat davon glaube ich 250 000 erhalten (Soviel wie Für eine Handvoll Dollar angeblich gekostet hat, was aber auch verdammt viel wäre verglichen zu Good, Bad & Ugly). Wallach war damals schon bekannt, und Van Cleef war in Italien nach Für ein paar Dollar mehr für ein paar Jahre einer der beliebtesten Schauspieler überhaupt. Und alle anderen Beteiligten bekamen ja auch viel mehr als bei den ersten beiden Dollar Filmen.
Fakt ist das bei den teuren Filmen ein Großteil des Budgets für die Stars draufgeht. Und die hatte DN nicht.
Man müsste Durchschnittswerte aus der Zeit haben um eine sichere Aussage treffen zu können.
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 21:08
von Maibaum
Und was den 1. Film betrifft.
Als ich die Bondfilme alle das erste Mal gesehen hatte, also die 11 die es damals gab, da waren für mich DN und FRWL schon Filme die rausfielen. Die noch nicht so richtig Bond waren, denen das große Bond Spektakel Element fehlte. Das waren damals die eindeutig altmodischen Filme.
Spaß gemacht hatten sie aber schon.
Ich denke ich sehe mir DN auch noch einmal an. Vielleicht noch heute ...
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 28. April 2011 22:30
von danielcc
Maibaum hat geschrieben:´ Die noch nicht so richtig Bond waren, denen das große Bond Spektakel Element fehlte. Das waren damals die eindeutig altmodischen Filme.
...
und grad heute wirken für mich die Filme fast am frischesten von allen. Grade in Zeiten wo der Action-Overkill herrscht, zeigen die beiden Filme worauf es bei Bond eigentlich ankommt.
Re: (DdW)Filmbesprechung "Dr. No"
Verfasst: 29. April 2011 07:38
von AnatolGogol
Maibaum hat geschrieben:Und Eastwood hat davon glaube ich 250 000 erhalten (Soviel wie Für eine Handvoll Dollar angeblich gekostet hat, was aber auch verdammt viel wäre verglichen zu Good, Bad & Ugly). Wallach war damals schon bekannt, und Van Cleef war in Italien nach Für ein paar Dollar mehr für ein paar Jahre einer der beliebtesten Schauspieler überhaupt. Und alle anderen Beteiligten bekamen ja auch viel mehr als bei den ersten beiden Dollar Filmen.
Fakt ist das bei den teuren Filmen ein Großteil des Budgets für die Stars draufgeht. Und die hatte DN nicht.
Das stimmt alles, aber trotzdem hat Eastwood bei GB&U wohl mit Abstand am meisten verdient. Ich denke die Karl-May-Verfilmungen sind da ein ganz guter Vergleichsmaßstab, vor allem die mit Granger. Dieser hat damals auch mit Abstand am meisten verdient, für seinen Erstling Unter Geier bekam er 350 000 Mark, der zu diesem Zeitpunkt sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms befindliche Pierre Brice (in den 60ern viele Jahre lang der mit Abstand beliebteste Darsteller Deutschlands) bekam für den gleichen Film gerade mal 80 000 Mark. Die Bezahlung von Van Cleef und Wallach wird sich wohl in sehr ähnlichen Regionen abgespielt haben, vermutlich ein klein wenig mehr als Brice aufgrund ihres US-Backgrounds.
Maibaum hat geschrieben:Und was den 1. Film betrifft.
Als ich die Bondfilme alle das erste Mal gesehen hatte, also die 11 die es damals gab, da waren für mich DN und FRWL schon Filme die rausfielen. Die noch nicht so richtig Bond waren, denen das große Bond Spektakel Element fehlte. Das waren damals die eindeutig altmodischen Filme.
Spaß gemacht hatten sie aber schon.
Ich denke ich sehe mir DN auch noch einmal an. Vielleicht noch heute ...
Du hast die Filme erstmals in den 70ern gesehen, also auf dem Höhepunkt der überschwänglichen Superspektakel. Dass da dann die beiden Erstlinge etwas rausfallen ist schon klar, allerdings muss man fairerweise sagen, dass man das gleiche dann auch für etliche Hitchcock-Filme der 50er und 60er Jahre sagen könnte. Ich denke gerade FRWL war schon absolut auf der Höhe der Zeit was Ausstattung und Technik anbelangt, er hatte nur den Nachteil dass man ab GF die Schraube dann immer noch weitergedreht hat und selbst die Benchmarks neu definierte.
Ich habe die Filme erstmals Mitte der 80er gesehen und auf mich wirkten DN und FRWL nicht altbackener oder unspektakulärer als GF oder TB. Erst YOLT konnte meiner damaligen Auffassung nach mit den Moore-Spektakeln in Punkto Modernität und Größe einigermaßen mithalten. Mit den Filmen der 70er (außer vielleicht DAF) hatte ich in der Beziehung damals aber überhaupt keine Probleme. Daher denke ich, dass es eben auch immer darauf ankommt, wann man die Filme erstmals gesehen hat. Bei dir war der Abstand zu den Filmen von Anfang der 60er noch nicht so groß, daher empfandest du sie wahrscheinlich eher etwas altmodisch. Bei mir waren es aber schon über 20 Jahre und ich sah sie da dann eher schon als Klassiker an, Vergleiche mit moderneren Filmen drängten sich da gar nicht auf. Dazu passt ja auch was Daniel geschrieben hat, der die Filme vermutlich noch mal ein paar Jahre später erstmals gesehen hat. Heute spielt das alles für mich eigentlich überhaupt keine Rolle mehr, ich tue mich hingegen eher schwer mit Filmen, die bewusst auf zeitaktuell und modern getrimmt sind (die Brosnanfilme hatten solche Ansätze, aber auch in den Craigs sind da einige Dinge vorhanden, Stichwort Touchscreen). Ich gebe aber gern zu, dass in dieser Beziehung die „alten“ Filme einen klaren Bonus haben, ganz einfach weil alles zeitaktuelle da eh schon Patina angesetzt hat und nicht mehr so aufdringlich wirkt.
