Teil acht meiner Chronologie:
Leben und sterben lassen
Auftritt Roger Moore. Der dritte Bonddarsteller, der angetreten ist, dieser Erfolgsgeschichte weitere Kapitel hinzuzufügen. Mit LALD hatte ich jahrelang meine Probleme, wenn man so will und ich konnte dem Film nicht wirklich was abgewinnen. Das hat sich aber geändert - auch in Bezug auf meine Lieblinge DN und CR zB - weil ich mit den bodenständigeren Filmen einfach mehr anfangen kann.
Los gehts mit einer PTS, die gleich Fragen stellt? Warum sterben diese drei Männer? Wer steckt dahinter? Eine Seltenheit haben wir hier auch: es ist eine PTS ohne 007. Das ist nicht weiter tragisch.
Eine weitere Seltenheit und eine Vorstellung folgen umgehend: Bond's Wohnung und ebenjenen Mann, der sie bewohnt: Roger Moore ist also der Neue. Ausser DN ist LALD der einzige Film, in dem man Bonds Wohnung zu sehen bekommt. Eigentlich schade, wie ich finde, da man sie - sinnvoll eingesetzt - ruhig öfter hätte zeigen können. M und Moneypenny 'besuchen' Bond auch gleich und er erhält seinen Einsatzbefehl ausnahmsweise nicht im Büro. Der zweite Bruch mit dem Gewohnten: Q fehlt in diesem Film. Aber genau diese Abkehr finde ich schon an dieser Stelle erfrischend anders.
Die erste gute halbe Stunde geht sehr zügig voran. Bond ist praktisch sofort im Einsatz. Das Bondthema bei der Taxifahrt vom Flughafen in die City passt sehr gut und die Tötung des guten Charlie ist sehr gelungen. Bonds erste Ermittlungen in Harlem kommen bei mir richtig gut an und das Zusammenspiel mit der CIA und Felix Leiter ist absolut stimmig. Normalerweise gefällt es mir mehr, wenn Bond alleine arbeitet und ermittelt. Hier jedoch passt alles perfekt.
Was mir erst bei dieser Sichtung so richtig aufgefallen ist: Moore ist noch nicht so humorvoll wie in seinen anderen Filmen, sondern noch eher ernst und härter. Sichtbar wird dies in der Szene mit Rosie beim Picknick. Kurz vor diesem Picknick wird uns Zuschauern von Kananga übrigends verraten, dass Rosie zu seinem Gefolge gehört. Ein Zeitpunkt, wo ich noch daran geglaubt habe, dass Rosie wirklich bei der CIA ist. Die Gadgets sind im Vegleich zu manchem Connery-Bond schon fast unspektakulär, richtig 'down-to-earth'. Ich finde sie passend eingesetzt! Eine Frage stelle ich mir bis heute:
Was macht Bond mit der Bürste im Hotelzimmer? Morst er da?
Ein kleines Detail ist mir bei der Picknick-Szene aufgefallen; und zwar ist auf der Rückseite der Tarotkarten das "007"-Logo sichtbar aufgedruckt.
Was mir irrsinnig gut gefällt ist, dass man sowohl bei der Flucht von Bond und Solitaire im Doppeldeckerbus als auch bei der sehr guten Bootsverfolgung zu einem grossen Teil auf Musikuntermalung verzichtet. Da kommt die Action richtig gut rüber! Die Hommage an DN mit Quarrel Jr. ist nett und passt gut ins Gesamtbild.
Ein paar Dinge, die mir nicht so zusagen und die man anders machen hätte können:
- Bonds Flucht auf dem Flughafen vor Kanangas/Mr.Big's Männern ist nur als Action der Action wegen. Weil sie ihn nicht weiterbringt.
- Solitaires Verhalten Bond gegenüber am Flughafen. Stellt sie sich da gegen ihn?
-Wie kommt Felix Leiter aus dem Fillet of Soul raus?
Das Thema Voodoo hat man sehr gut ausgearbeitet - nicht nur so halbgar. Von daher passt es sehr gut, wie ich finde und das Thema 'Drogenhandel und dessen Bekämpfung' spiegelt die Bodenständigkeit von LALD wieder.
Das Forumsmitglied 'simon' (leider seit Jahren nicht aktiv, soweit ich weiss) hat es komplett treffend geschrieben: CR war der Neustart, den man dringend brauchte und LALD war dies ebenfalls. Dem schliesse ich mich an.
Fazit: Moore's bester - für mich. Ein Bösewicht, dem auch Krokodile nicht helfen und der einen unwürdig-albernen Tod stirbt. Ein Sherriff, der die Welt nicht versteht und in diesen Film auf jeden Fall besser passt als in den nächsten. Dazu ein wirklich hübsches Bondgirl. Insgesamt ein bodenständiger, jedoch keinesfalls langweiliger Bondfilm!
8 / 10 Punkte
Re: Filmbesprechung: Live and let die
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Zuletzt geändert von Hannes007 am 20. Februar 2014 20:52, insgesamt 1-mal geändert.
"Warum hast du ihn geheiratet? - "Er hat mir gesagt er liebt mich." - "Das klingt immer gut."
Tomorrow never dies (1997)
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