Was ist der beste Film von Stanley Kubrick?

Fear and Desire (Keine Stimmen)
Killer's Kiss (Keine Stimmen)
The Killing (Keine Stimmen)
Paths of Glory
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Spartacus (Keine Stimmen)
Lolita
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Dr. Strangelove
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (11%)
2001: A Space Odyssey
Insgesamt abgegebene Stimmen: 8 (29%)
A Clockwork Orange
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (14%)
Barry Lyndon
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
The Shining
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (11%)
Full Metal Jacket
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (25%)
Eyes Wide Shut (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 28

Re: Der TV Serien Thread

76
Also, wenn man 2001 völlig nüchtern ansieht (und gut ausgeruht ist), dann ist es einfach ein faszinierend gemachter und wundervoll erzählter Film, der einen zum Nachdenken anregt und durch das Zusammenspiel vieler äußerst gelungener, wenn nicht sogar makelloser Elemente funktioniert und begeistern kann, genauso aber natürlich durch seine offensichtliche Langatmigkeit die Möglichkeit besitzt, jemanden absolut zu Tode zu langweilen. Kann da beide Parteien gut verstehen, wie von Maibaum aber schon angedeutet, sehe ich eine besondere Qualität des Filmes auch darin, dass man sich dieser Frage (Meisterwerk oder Schlaftablette) heute noch annimmt und er die Gemüter immer noch genauso spaltet, wie er es 1968 getan hat. Bei wie vielen Filmen ist das schon der Fall?
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Re: Der TV Serien Thread

77
Das sehe ich überhaupt nicht als Qualität, im Gegenteil. Man kann das nämlich genausogut negativ deuten und zwar in dem Sinne, dass der Film vielleicht doch kein so grandioses Meisterwerk ist?
Andere "Meisterwerke" polarisieren vielleicht deswegen heute nicht so stark, weil man ihren Status allgemein(er) anerkennt?
Alles eine Frage des Betrachtungswinkels. :wink:
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Re: Der TV Serien Thread

78
Wieso sollte das darauf schließen lassen, dass der Film kein Meisterwerk ist? Wie kann überhaupt ein Film ein anerkanntes Meisterwerk sein? Würde dieser Status nicht in dem Moment verfallen, in dem auch nur einer laut aufschreit "Also ich mag den Film ehrlich gesagt ja eigentlich nicht so..."? 2001 hat im Gegensatz zu anderen "Großen Filmen" seiner Zeit immer noch die Fähigkeit, die einen zu faszinieren und die anderen aus der Haut fahren zu lassen. Das ist vielleicht erstmal kein Qualitätssiegel, zeigt aber auch, dass er nach wie vor extreme Reaktionen hervorruft, während andere ehemals bedeutende Filme heute oft nur noch mit einem müden Achselzucken quittiert werden.
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Re: Der TV Serien Thread

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Casino Hille hat geschrieben:Wieso sollte das darauf schließen lassen, dass der Film kein Meisterwerk ist? Wie kann überhaupt ein Film ein anerkanntes Meisterwerk sein?
Gegenfrage. Wieso sollten die kontroversen Ansichten darauf schließen lassen, dass er eines ist? Die gibt es auch zu "Transformers" :D .
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Re: Der TV Serien Thread

81
vodkamartini hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:Wieso sollte das darauf schließen lassen, dass der Film kein Meisterwerk ist? Wie kann überhaupt ein Film ein anerkanntes Meisterwerk sein?
Wieso sollten die kontroversen Ansichten darauf schließen lassen, dass er eines ist?
Tun sie nicht. Nur hab ich das auch nie gesagt. Ich sagte, dass es für mich ein Zeichen für die besondere Qualität des Filmes an sich ist. (Damit ist noch nicht einmal die filmische Qualität gemeint, da diese ja rein subjektiv ist, sondern viel mehr eben die "besondere Qualität", dass Publikum auch nach beinahe 50 Jahren noch derart zu Diskussionen zu verleiten.)
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Re: Der TV Serien Thread

82
Naja, wenn ein kleiner Kern von Fans für die nächsten 50 Jahre Transformers vergöttert, dann gilt das auch für Transformers :-)

Ein hartnäckiger Kern von Leute muss nur lange genug etwas postulieren, irgendwann stimmen dann andere in den Chor ein
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Der TV Serien Thread

88
vodkamartini hat geschrieben:Ich wage mal die ketzerische These, dass der Film heute niemanden mehr zu Diskussionen verleiten würde, wenn er mittelprächtige, heute deutlich angestaubt wirkende Spezialeffekte aufweisen würde.
Sehr gut möglich, aber so ganz verstehe ich die Aussage dahinter jetzt nicht. Es ist also falsch, dass der Film durch famose Effekte vielen im Gedächtnis geblieben ist? 2001 ist doch ein Film, der eben auch durch seine Optik lebt und natürlich funktioniert das vor allem durch seinen makellosen optischen Glanz. So what?
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Re: Der TV Serien Thread

89
Für einen Film der einen Schwierigkeitsgrad wie 2001 besitzt ist seine Breitenwirkung, von seinem kommerziellen Anfangserfolg bis zur Gegenwart, mehr als erstaunlich. Das breite Publikum kommt mit ähnlich komplizierten und komplexen Werken ja meist gar nicht erst in Berührung, hat also dadurch auch keine Gelegenheit diese abzulehnen.
Die Ablehnung von 2001 kommt ja meist (aber natürlich nicht ausschließlich) von Leuten die dem Film intellektuell (und auch emotional) gar nicht gewachsen sind. Das heißt, sie haben oft nicht die geringst Ahnung wovon der Film handeln könnte, bzw sehen meist überhaupt keine Handlung.

Ich kannte mal einen der sonst nur relativ "einfache" Filme schaute, aber er befasste sich mit populärwissenschaftlichen Abhandlungen über die Ursprünge der Welt (das umfasste Hoimar von Ditfurth aber auch Erich von Däniken). Der hatte die Handlung von 2001 auch auf einer tieferen Ebene sofort verstanden, und fand ihn unter anderem auch deswegen Klasse.


Bei Leuten die sich intensiv mit Film in all seinen Formen beschäftigen ist er dagegen in der Reputation beständig gewachsen, wenn auch nach vor nicht unumstritten. Aber da Geschmäcker voneinander abweichen gibt es auch gar keine wirklich unumstrittenen Filme. Schon gar nicht wenn diese eine Breitenwirkung haben.

In der S&S liste ist er glaube ich beständig gestiegen, und hat das Zeug dazu diese auch eines Tages zu toppen (möglicherweise dann wenn etliche ältere Kritiker weggestorben sind).

Im Criterion Forum ist er in dem Listen Projekt aktuell zum besten Film der 60er gewählt worden. Und die Leute die da mitmachen haben ein sehr, sehr breites Spektrum.

Re: Der TV Serien Thread

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Maibaum hat geschrieben:Die Ablehnung von 2001 kommt ja meist (aber natürlich nicht ausschließlich) von Leuten die dem Film intellektuell (und auch emotional) gar nicht gewachsen sind. Das heißt, sie haben oft nicht die geringst Ahnung wovon der Film handeln könnte, bzw sehen meist überhaupt keine Handlung.
Das würde ich jetzt nicht sagen. 2001 hat sicher eine sehr tiefgehende Handlung und ist voller intellektueller Bedeutung, so wie er natürlich auch viel Interpretationsspielraum für weitere Metaebenen lässt, aber man kann ihn genauso gut auch völlig genießen, wenn man sich darüber keine Gedanken macht und ihn auf der simpelsten Ebene der Handlung betrachtet, weil er eben darüber hinaus in seinen Einfachheiten noch besser ist, als das allermeiste, was die Konkurrenz zu bieten hat. Eben das mag ich an dem Film, dass er den intellektuellen Zuschauer herausfordern kann (aber nicht muss) und auch "einfachere Gemüter" ihre Chance haben, sich in dem Werk wiederzufinden und das macht auch einen nicht unwesentlichen Teil seiner Faszination aus.
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