Paths of Glory (1957)
I apologize, Sir, for not telling you sooner that you're a degenerate, sadistic old man. And you can go to hell before I apologize to you now or ever again!
Hierbei handelt es sich um einen frühen Film des Meisterregisseurs Stanly Kubrick, Jahre bevor er mit der die Grenzen der Vorstellungskraft auslotenden Raum- und Zeitreise 2001 und der bizarren Gesellschaftssatire A Clockwork Orange Filmgeschichte schrieb. Es ist das Jahr 1916, grausamer Stellungskampf in den Gräben der Westfront. Das 701. Regiment unter der Führung von Colonel Dax erhält den undankbaren Befehl, den "Ameisenhügel" zu erstürmen und einen Tag lang gegen den Feind zu verteidigen. Die Verluste wurden beim Entwerfen der Strategie auf rund sechzig Prozent geschätzt, in den Augen der Generäle und Taktiker ein akzeptables Ergebnis. Nicht aber in den Augen der Männer an der Front, die im Kugelhagel die Aussichtslosigkeit des Unternehmens erkennen und sich so bald als möglich zurückziehen. In den Hauptquartieren plädiert man auf Feigheit vor dem Feind, will ein Exempel statuieren und wahllos einige Soldaten zum Tode verurteilen...
Kubrick erzählt in erster Linie eine Geschichte über den Krieg, die Gesetze der Armee, vor allem aber die Männer die im Krieg schalten, walten und kämpfen. Paths of Glory ist ein erfreulich nüchterner, unparteiischer Film, der sich hütet, in den üblichen Pathos und Heldenkitsch abzudriften. Befreit vom surrealen Bilderrausch späterer Kubrick-Filme zeigt er ein ebenso kurzes wie schlichtes Schwarz-Weiss-Drama, welches das Gemetzel an der Front mit dem ebenso dekadenten wie beschaulichen Leben der höheren Offiziere kontrastiert. Die erste Hälfte spielt sich dabei fast ausschliesslich in den Schützengräben ab und bebildert - wenn auch keine Sekunde länger als für die Stimmung und die Geschichte nötig - den grausamen Überlebenskampf der Soldaten in überaus aufwändigen Plansequenzen. Die zweite Hälfte hingegen thematisiert den sowohl lächerlichen als auch traurigen Todesprozess dreier unglücklich ausgewählter Soldaten, die für ihre angebliche Feigheit büssen sollen. Hier ist Paths of Glory Schauspielkino auf allerhöchstem Niveau. Sei es Kirk Douglas' feurige Darbietung des Verteidigers, die verzweifelten Angeklagten oder die scheinbar völlig herzlosen Ankläger und Generäle, jede Darstellung ist gleichermassen intensiv, glaubwürdig, emotional, ehrlich und unpathetisch. So etwas wie eine Moral gibt es nicht, jeder muss selber ins Geschehen eintauchen. Paths of Glory ist kein Heldenkitsch, keine Lobhudelei auf verstorbene Soldaten, keine pathetisch verzerrte Geschichtsstunde und kein erhobener Zeigefinger - nur ein stilles, nüchternes, erzählerisch und schauspielerisch beeindruckendes Drama über Abgründe.
Es mag sich nicht um Kubricks besten Film handeln. Aber die Bronzemedaille ist ja auch nicht schlecht.
9 / 10
Re: Die Filme des Stanley Kubrick
62Klingt gut. Wird Zeit das ich mich mehr mit Kurbick auseinandersetze. Aber erst ist noch ein bisschen Eastwood dran. 

Re: Der TV Serien Thread
63Gute Nachricht. Ich schaue sehr gerne neue US-Serien, die tw dem Kino den Rang ablaufen. Aber die TV-Fortsetzing eines der langweiligsten Filme aller Zeiten brauche ich nun wirklich nicht.Agent 009 hat geschrieben:Eine weitere Fortsetzung zu 2001? Spoiler zu den anderen Filmen die in Verbindung zu 2001 von Kubrik stehen(Geplant als Serie?)
http://www.serienjunkies.de/news/3001-f ... 63651.html

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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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Re: Der TV Serien Thread
64Meinst du den Kubrik Film oder dessen Fortsetzung 2010? Das dritte Buch wurde ja ausgelassen und die Serie soll wohl auf dem 4. basieren. Ich kenne weder Bücher noch Filme bisher, habe aber vor zumindest den Kubrik Streifen zu sehen.
Re: Der TV Serien Thread
65Eigentlich kann er beide nicht meinen. Der Kubrick Film ist schließlich einer der besten Filme aller Zeiten und das völlig überflüssige Sequel inhaltlich Banane, aber ansonsten zumindest ganz nett.
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Re: Der TV Serien Thread
66Aha, weil ein Film als einer der besten Filme aller Zeiten gilt - hauptsächlich bei Feuilletonisten - dann muss er natürlich fantastisch sein und jedem gefallen. Sonst ist er entweder dumm, ignorant oder beides. Interessante Ansicht.Casino Hille hat geschrieben:Eigentlich kann er beide nicht meinen. Der Kubrick Film ist schließlich einer der besten Filme aller Zeiten und das völlig überflüssige Sequel inhaltlich Banane, aber ansonsten zumindest ganz nett.

Nein, ich meine natürlich "2001". Ein imo gähnend langweiliges und ob seiner Verschwurbeltheit auch ungemein nervtötendes Stück Kino, dem ich maxiaml 5 Punkte verpassen wurde und zwar einzig und allein aufgrund seiner zugegeben tollen Optik. Denn da war er seiner Zeit weit voraus und hat ein paar bahnbrechende Aufnahmen zu bieten. Rein inhaltlich finde ich dazu nicht den geringsten Zugang, hab den aber auch nie unter Drogeneinfluss gesehen, vielleicht wäre es da interessanter. Aber dass Kubrick in Sachen Ödnis ein Meister ist, sieht man ja auch bei "Bory Lyndon".
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Re: Der TV Serien Thread
67Würde ich unbedingt machen, denn man muss als Filmbegeisterter ja bei solchen "Klassikern" mitreden können. Habe schon viele Leute von dem Film "schwärmen" hören, die den gar nicht gesehen hatten.Agent 009 hat geschrieben:Meinst du den Kubrik Film oder dessen Fortsetzung 2010? Das dritte Buch wurde ja ausgelassen und die Serie soll wohl auf dem 4. basieren. Ich kenne weder Bücher noch Filme bisher, habe aber vor zumindest den Kubrik Streifen zu sehen.


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Re: Der TV Serien Thread
68Nach vielen Schwärmerein und jetzt deiner Meinung, die so das absolute Gegenteil von allem ist, was ich je über 2001 gehört habe, bin ich umso gespannter. Mein 1. Kubrik war Eyes Wide Shut, der für mich einfach nur seltsam war. Ist aber auch bestimmt 5-7 Jahre her. Shining war ok aber auch nicht der Wahnsinn für mich. Mal schauen was 2001 kann.
Re: Der TV Serien Thread
69Ja, da hast du recht. So ist es.vodkamartini hat geschrieben: Aha, weil ein Film als einer der besten Filme aller Zeiten gilt - hauptsächlich bei Feuilletonisten - dann muss er natürlich fantastisch sein und jedem gefallen. Sonst ist er entweder dumm, ignorant oder beides.
Und ich stimme dir auch zu daß außer Feuilletonisten (ein Synonym für Leute mit einem dicken kulturellen Brett vor dem Döskopf) natürlich niemand den Film mag, und wahrscheinlich langweilt sich der Feuilletonist in Wahrheit auch bei dem Film (wie jeder andere auch), ist aber zu feige es zuzugeben. Dass gilt natürlich auch für alle anderen Bestefilmederwelt. Deswegen lieber Schelchtestefilmedesuniversums schauen, da ist der Spaß garantiert. Und man läuft nicht Gefahr einem Feuilletonisten zu begegnen (obwohl man denen eigentlich leicht ausweichen kann, da man sie schon von weitem an dem Kopfbrett erkennt).
Ansonsten ist es natürlich großartig daß 2001 auch nach fast 50 Jahren noch die Leute aufregt. Was als Beleg dafür genommen werden kann daß er jung und frisch geblieben ist.
Re: Der TV Serien Thread
70Wahrscheinlich noch viel, viel seltsamer.Agent 009 hat geschrieben:Nach vielen Schwärmerein und jetzt deiner Meinung, die so das absolute Gegenteil von allem ist, was ich je über 2001 gehört habe, bin ich umso gespannter. Mein 1. Kubrik war Eyes Wide Shut, der für mich einfach nur seltsam war. Ist aber auch bestimmt 5-7 Jahre her. Shining war ok aber auch nicht der Wahnsinn für mich. Mal schauen was 2001 kann.
Aber Vodkas Meinung ist auch keine Einzelmeinung, sondern eine gängige. 2001 wird auch immer ein Film bleiben, den viele extrem langweilig finden, und andere extrem faszinierend. Von dieser Sorte Film gibt es sehr viele, aber 2001 ist aus verschiedenen Gründen sehr viel bekannter als die meisten dieser Filme. Man hat ihn damals auch schon mal als den "teuersten Underground Film aller Zeiten" bezeichnet.
Zuletzt geändert von Maibaum am 5. November 2014 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Der TV Serien Thread
71Das meine Aussage natürlich spaßig gemeint war, erkennt man auch ohne kulturelles Brett vor dem Kopf. Ansonsten verneige ich mich vor Maibaum, der es mal wieder perfekt auf den Punkt bringt.vodkamartini hat geschrieben:Aha, weil ein Film als einer der besten Filme aller Zeiten gilt - hauptsächlich bei Feuilletonisten - dann muss er natürlich fantastisch sein und jedem gefallen. Sonst ist er entweder dumm, ignorant oder beides. Interessante Ansicht.Casino Hille hat geschrieben:Eigentlich kann er beide nicht meinen. Der Kubrick Film ist schließlich einer der besten Filme aller Zeiten und das völlig überflüssige Sequel inhaltlich Banane, aber ansonsten zumindest ganz nett.
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Re: Der TV Serien Thread
72Jedem gefallen muss er natürlich nicht und ich kann auch gut verstehen, weshalb ihn manche Leute todlangweilig finden. Unter Drogeneinfluss möchte ich 2001 allerdings nie sehen, weil der Film für mich schon selber ein aufregendes, berauschendes Erlebnis darstellt und eine Wirkung auf mich hat, die wohl keine halluzinogene Substanz hinkriegt.vodkamartini hat geschrieben:Aha, weil ein Film als einer der besten Filme aller Zeiten gilt - hauptsächlich bei Feuilletonisten - dann muss er natürlich fantastisch sein und jedem gefallen. Sonst ist er entweder dumm, ignorant oder beides. Interessante Ansicht.![]()
Nein, ich meine natürlich "2001". Ein imo gähnend langweiliges und ob seiner Verschwurbeltheit auch ungemein nervtötendes Stück Kino, dem ich maxiaml 5 Punkte verpassen wurde und zwar einzig und allein aufgrund seiner zugegeben tollen Optik. Denn da war er seiner Zeit weit voraus und hat ein paar bahnbrechende Aufnahmen zu bieten. Rein inhaltlich finde ich dazu nicht den geringsten Zugang, hab den aber auch nie unter Drogeneinfluss gesehen, vielleicht wäre es da interessanter. Aber dass Kubrick in Sachen Ödnis ein Meister ist, sieht man ja auch bei "Bory Lyndon".

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Re: Der TV Serien Thread
73Damit 2001 hier nicht zu gut wegkommt (wäre ja noch schöner
) hier gleich mal der der nächste "rant":
Der Vergleich mit dem Rausch ist nicht schlecht, nur dummerweise erinnert mich 2001 dabei eher an die Nachwirkungen eines Rausches, die 2. Hälfte ist für mich jedenfalls derber als ein ausgewachsener Kater am Morgen danach.

Der Vergleich mit dem Rausch ist nicht schlecht, nur dummerweise erinnert mich 2001 dabei eher an die Nachwirkungen eines Rausches, die 2. Hälfte ist für mich jedenfalls derber als ein ausgewachsener Kater am Morgen danach.

"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"
Re: Der TV Serien Thread
74Hehe, diese Metapher ist vielleicht sogar der beste Weg, 2001 zu beschreiben. Für die einen ein Rausch, für die anderen ein Kater.AnatolGogol hat geschrieben:Der Vergleich mit dem Rausch ist nicht schlecht, nur dummerweise erinnert mich 2001 dabei eher an die Nachwirkungen eines Rausches, die 2. Hälfte ist für mich jedenfalls derber als ein ausgewachsener Kater am Morgen danach.

Wir sind aber immer noch n der Überzahl hier im Forum

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Re: Der TV Serien Thread
75Zum Kater kommt es bei mir da nicht, denn spätestens ab der Hälfte bin ich in der ja bekanntlich sehr erholsamen Tiefschlafphase. 

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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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