Re: Der unheimliche Mönch (mit der Peitsche)
Verfasst: 28. August 2016 11:59
Besonders gelungen finde ich hier die letzte Fahrt von Sir Richard!Casino Hille hat geschrieben:Spielerisch leicht entwirft er in der kühlen Schwarz-Weiß-Optik dank der wundervollen Innenausstattung Darkmoors und vielen schönen, tiefen Einstellungen, die im Laufe der Zeit eine hervorragende und bestechend übersichtliche Szenengeographie vermitteln, eine stimmige Gruselatmosphäre, welche sich vor vergleichbaren internationalen Konkurrenzwerken der damaligen Zeit nicht zu verstecken braucht und von Reinl noch dadurch verstärkt wird, dass er lange vorhersehbare Passagen entwirft, um die Erwartungen des Zuschauers in deren letzten Momenten kongenial auf den Kopf zu stellen.
Naja, so richtig wird der "Mädchenhandel" eigentlich erst in der Auflösung thematisiert.Casino Hille hat geschrieben:Angenehm unaufgeregt weiß Reinl, eine Stimmung zu entfachen, in der der Zuschauer im erträglichen Sinne mit dem Thema "Mädchenhandel" konfrontiert wird und dennoch angeregt mitfiebernd sich den Kopf darüber zerbrechen kann, welche der vielen finsteren Gestalten es wohl auf die arme unschuldige Gwendolin abgesehen hat und welche Rolle der titelgebende Mönch in dem Komplott der Darkmoor-Bande spielen mag.
Ich denke, die Wirkung war schon so beabsichtigt.Casino Hille hat geschrieben:
erwähenswert natürlich auch Rudolf Schündler in der Rolle des leider etwas unfreiwillig komischen Brieftaubenbesitzers Short
Auf die Ursula (Uschi wurde sie erst später genannt) hätte ich in der Wallace-Reihe gut verzichten können. Für ihre Hauptrollen (z. B. in "Der Mönch mit der Peitsche" oder "Der Gorilla von Soho") hätte ich mir eher Judith Dornys gewünscht, die bei Wallace leider viel zu selten zum Zug kam.Casino Hille hat geschrieben:der erste Filmauftritt von Uschi Glas als eines der Darkmoor-Mädchen.
Sehe ich nicht so. Auf eine genauere Beleuchtung des "Mädchenhandel"-Plots kann ich sehr gut verzichten. Die Haupthandlung ist hier ja die Verschwörung um Gwendolin und ihren Vater. Auch die Gruselatmosphäre wird vor allem dank der Thomas-Musik gewahrt.Casino Hille hat geschrieben:
Ein wenig schade ist trotz aller Sorgfalt der formal ansprechenden Inszenierung nur, dass die entführten Darkmoor-Mädchen etwas zu knapp charakterisiert werden, sodass deren Entführungen fast zur Nebensache geraten, so wie gleichzeitig der Umstand etwas enttäuscht, dass mit dem ansteigenden Tempo der letzten Viertelstunde durch vermehrte Schauplatzwechsel zwar die Rasanz der Aktionen steigt, die schaurige Atmosphäre aber auch etwas verloren geht.
Ich finde die Auflösung vor allem im direkten Vergleich zu "Der Mönch mit der Peitsche" viel besser und plausibler. Auch die Mönchskutte des Täters wird hier erklärt.Casino Hille hat geschrieben:jenes Ende selbst, welches mit einer der überraschendsten Auflösungen aller Edgar Wallace Filme aufwarten kann und sich trotz aller anfänglicher Befremdlichkeit im Nachhinein als konsequenter und folgerichtiger Kniff behaupten kann, der ein zweites bedachtes Ansehen glatt alleine rechtfertigt.