dernamenlose hat geschrieben:Mit Jahreszahlen kann man bei Bond nicht argumentieren, und daher ist es für mich deutlich logischer, wenn die bisherigen drei Craig Filme vor den anderen spielen.
Das macht ja absolut überhaupt keinen Sinn.
Im selben Satz sagst du, dass man bei Bond nicht mit Jahreszahlen argumentieren kann, und trotzdem möchtest du bestimmte Filme in eine chronologische Reihenfolge bringen?
Bei BOND spielt Chronologie überhaupt keine Rolle - selbst wenn sie ab und zu da ist.
BOND spielt immer in der Gegenwart. Charaktere und Handlungen können immer mal wieder aufgegriffen werden, aber ebenso auch ignoriert werden.
"Casino Royale" ist weder ein Prequel noch ein Reboot, sondern ein Retcon (
http://en.wikipedia.org/wiki/Retroactive_continuity)
Bei CR spielt die Handlung in einer Welt nach dem 11. September, aber der Charakter James Bond steht am Anfang seiner 00-Karriere. Trotzdem gibt es altbekannte Elemente, die neu geordnet werden.
Hier wird aber nicht auf Dr. No hingearbeitet, daher ist es kein Prequel.
Und hier wird am Ende auch nicht die alte Schiene weitergefahren, daher ist es auch kein 100%iger Reboot.
Warum einige Fans überhaupt unbedingt bestimmte Beziehungen zwischen Bondfilmen herstellen wollen, verstehe ich nicht.
Ja, es wird in den Filmen Bezug genommen auf andere Filme der Reihe. Trotzdem war es nie Ziel der Bondfilme, eine geschlossene Kontinuität an den Tag zu legen. Und genau das ist ein Grund für den großen Erfolg.
Würden alle Filme aufeinander aufbauen, wären die Fand und die Erfolge nach 5, 6 Filmen weg gewesen. Denn dann hätte man ja bei jedem neuen Film immer erst alle Vorgängerfilme kennen müssen, um den neuen Film zu verstehen.
Ich will es mal so erklären: jeder Bondfilm hat für sich genommen einen Bezug zu einem oder zwei anderen Bondfilmen. Das heisst im Gegenzug aber nicht, dass alle anderen Bondfilme dann auch in der "Realität" des jeweiligen Filmes stattfanden.
Rein theoretisch könnte "SPECTRE" z.B. Bezug nehmen auf "OHMSS". Die Hochzeit mit Tracy und ihr Tod könnte irgendwann in Bonds Vergangenheit stattgefunden haben, ohne dass Daniel Craig das in einem vorigen Film gespielt hätte. Jeder neue Bondfilm kann sich seine eigene Vergangenheit so bauen wie er will - das nennt man Retcon (Retroactive Continuity).
Damit wird dann aber trotzdem kein direkter zeitlicher Bezug zu George Lazenbys Bondfilm hergestellt.
Denn in "SPECTRE" könnte Bond die Tracy-Episode hinter sich haben, aber trotzdem Blofeld noch nie begegnet sein, da er die anderen Ereignisse aus OHMSS nicht erlebt hat. Wie gesagt: man kann sich das so zusammenbauen, dass eine Geschichte für EINEN Film entsteht, die in sich schlüssig ist. Sie muss aber nicht schlüssig im Zusammenhang mit anderen Filmen sein.
Anders ausgedrückt: man kann Vesper und Tracy vermischen. Man kann es so drehen, dass QUANTUM ein Teil von SPECTRE ist, und QUANTUM steckt ja nunmal hinter Vespers Selbstmord. Somit ist indirekt Blofeld Schuld an Vespers Tod. Genau wie bei Tracy. Also kann Bond ihn auch in 2015 als Erzfeind haben, ohne ihm vorher je begegnet zu sein.
Daher verstehe ich diesen Zwang alles in eine logische Reihenfolge zu bringen nicht. NICHTS spiel davor oder danach. Nur, wenn es in einem Film erwähnt wird, hat es davor stattgefunden, sonst ist es irrelevant.