GoldenProjectile hat geschrieben:Ganz ähnlich sehe ich es in Bezug auf Hans Zimmer, der gerade in meinem nicht besonders filmerprobten Freundeskreis aber auch auf diversen Online-Seiten immer hymnenhaft gelobt wird, obschon sich gerade seine pompösen Blockbuster-Soundtracks doch mittlerweile stark abnutzen und auch häufig wiederholen. Dabei sind es in erster Linie seine dezenteren Arbeiten wie Hannibal oder Sherlock Holmes, die ich besonders schätze, und "sein" populärster und auch von mir geliebter Blockbuster-Soundtrack zu Pirates of the Caribbean stammt ursprünglich gar nicht von ihm sondern von seinem Schüler Klaus Badelt. Williams hingegen ist für mich der um Längen bessere Zimmer, gerade weil seine Blockbuster-Scores zwar auch sehr pompös und spektakulär daherkommen, dabei aber viel abwechslungsreicher und ikonographischer wirken. Ich denke da in erster Linie an Indiana Jones, Jurassic Park und seine monumentalen Star-Wars-Beiträge Duel of the Fates, Across the Stars und Imperial March. Und ich bin nun wahrlich kein Fan der Harry-Potter-Filme, aber was Williams da gezaubert hat ist buchstäblich magisch. Müsste ich mich auf den "unzweifelhaft größten Soundtrack-Komponisten aller Zeiten" festlegen würde ich Morricone Williams aber noch vorziehen.
Den Soundtrack-Zimmermann hatte ich aber auch nicht im Sinn, als ich von "in derselben Liga spielen" sprach. Ich mag Zimmers Hollywood-Kleister (dazu zähle ich auch seine Piratenmusik, sorry) gar nicht, ist mir viel zu zuckrig-süss. Zimmer hat aber auch wirklich tolle Arbeiten abgeliefert, den Hannibal-Score finde ich richtig stark. In der frühen Phase seiner Karriere arbeitete er auch viel mit E-Gitarren, Keyboard und Schlagzeug, z.B. seine Scores zu K2 oder Days of Thunder, das gefiel mir deutlich besser als seine späteren "weichgespülten" symphonischen Scores, auch wenn er damals natürlich auch schon sehr mainstreamig orientiert war:
Ich konnte bislang eher wenig mit Williams Kompositionen anfangen, ich muss da immerzu an den ersten "Indiana Jones" denken, in welchem dasselbe Thema ständig wiederholt wurde. Das gefiel mir leider nicht.
Hans Zimmers Musik fand ich bis ca. 2003 durchaus gelungen, danach konnte mich nur noch wenig begeistern.
Ich liebe sowohl Zimmers als auch Williams' Arbeiten, muss aber sagen, dass mir Williams einen Ticken besser gefällt. Beide haben auch total unterschiedliche Heransgehensweisen. Während Zimmer (meistens!) eher einen Klangteppich kreiert, setzt Williams auf klassisches großes Orchester und hat im Endeffekt die deutlich einprägsameren Melodien... Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Aber spontan fällt mir keine einzige Melodie von Zimmer ein...
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"
Hier mal Zimmer at his very best. Ganz anders als sein übliches Nolan-Bumbum, das er in den letzten Jahren in jeden Film (egal ob Nolan oder was ganz anderes) gekleistert hat. Launig und einprägsam.
Gut, den Film hab ich nur einmal gesehen und das ist auch schon lange her. Liegt wahrscheinlich daran. Ich frage mich, wie Zimmer einen Bondscore gestalten würde...
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Nico hat geschrieben:Gut, den Film hab ich nur einmal gesehen und das ist auch schon lange her. Liegt wahrscheinlich daran. Ich frage mich, wie Zimmer einen Bondscore gestalten würde...
Ich mag diese ganzen altmodischen Orchester Soundtracks ohnehin nicht all zu sehr.
Der Jazz Score zu Birdman, der war wirklich herausragend, oder die Art wie Cliff Martinez Musik gestaltet. Die Qualität des frühen Morricone lag auch darin andere Klangfarben zu erzeugen, und erfrischend anders zu klingen.
Ich mag Hans Zimmer auch sehr gerne - wobei ich denke, dass er mit dem Soundtrack zum Cultureclash-Yakuza-Cop-Thriller "Black Rain" für so viele seiner späteren Soundtracks kreativ den Grundstein gelegt hat. Darüber hinaus gefällt mir auch sehr sein Soundtrack zu The Last Samurai und auch den Nolan-Filmen BB, TDK, TDKR, INC, INT.
Auch der Tom Cruise Film "Collateral" hat einen überaus gut abgemischten Soundtrack, durch den die Situationen und die Stimmung richtig gut unterstützt werden.
Ein paar Filme aus 2015, die ebenfalls einen grandiosen Soundtrack haben sind der Junkie XL-Score von Mad Max Fury Road, der Soundtrack von Geoff Barrow und Ben Salisbury zu Ex_Machina oder Johan Johanssons Score zu Sicario !
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Anlässlich des gestrigen ersten Todestages von James Roy Horner wird das Soundtrack-Label Varèse Sarabande die Konzertaufnahme »Hollywood in Vienna 2013«; die der ORF seinerzeit ausgestrahlt hat, auf blu-ray im 5.1 HD-DTS-Master-Ton veröffentlichen:
01 Hollywood In Vienna Fanfare
02 Metropolis - Prelude
03 Space Mountain - De La Terre A La Lune
04 Star Trek Suite
05 Gattaca - The Departure
06 A.I. (Artificial Intelligence) - Where Dreams Are Made
07 Independence Day Suite
08 Universal Fanfare
09 Star Trek II: The Wrath Of Khan - End Titles
10 Braveheart - End Titles
11 Horner Medley - Willow A Beautiful Mind Apollo 13 Aliens The Mask Of Zorro The Rocketeer
12 An American Tail - Somewhere Out There
13 Avatar - Suite
14 Legends Of The Fall
15 Titanic - Suite
16 Max Steiner Film Music Achievement Award - Presented to James Horner
17 The Land Before Time - If We Hold On Together
Wer sich gerne mal einen Eindruck von dem damaligen Konzert machen möchte: