Re: Regie für BOND26+
Verfasst: 5. Juli 2022 22:38
Wurde nicht bereits bekanntgegeben, dass P&W mit NTTD ihren Abschied von der Reihe nehmen?
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Ich weiss nicht, ob ich das so kaufen kann. Wenn dem so wäre, dann läge das Versagen ja noch in viel größerem Maße bei den Produzenten, die es zulassen, dass regelmäßig der Drehbuch-Prozess im Chaos endet und die dann auf die rettenden Kräfte von P/W angewiesen sind, dass sie überhaupt mal was gebacken bekommen. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, was sowohl die Produzenten als auch P/W ein Stück weit "entlastet", gleichzeitig aber eben auch nicht. Als eher kritischer Beobachter der letzten knapp 3 Dekaden EON-Treibens fällt es mir jedenfalls schwer P/W da komplett oder weitgehend aus der "Schuld" zu entlassen, da sie dafür einfach zu häufig beteiligt waren und die Filme vielfach dramaturgisch und figürlich auf einen ähnlichen Nenner zu bringen sind.Casino Hille hat geschrieben: 5. Juli 2022 17:01 und das im Forum-beliebte Purvis/Wade-Bashing kann ich so oder so nicht wirklich nachvollziehen. Ohne die hätten wir die letzten 15 Jahre wohl noch weniger Bond-Filme gehabt, weil die Herren den Karren regelmäßig für EON aus dem Dreck ziehen mussten.
Oder eben auch Meisterwerke, je nachdem, wie man es sieht, nicht wahr?Casino Hille hat geschrieben: 5. Juli 2022 17:29Eine Frau auf dem Regie-Stuhl fänd ich für den nächsten Bond eine fabelhafte Idee. Nur bitte keine von diesen Damen, die dann mit ihrem Auteur-Kino Bond nur noch weiter entkernen würden (und teilweise auch ganz schön bescheidene Filme gemacht haben).craigistheman hat geschrieben: 4. Juli 2022 19:34 Catherine Bigelow, Julia Ducournau, Alice Winocour, Patty Jenkins, Sarah Gavron, Shannon Murphy... Sofia Coppola?![]()
Nein.Samedi hat geschrieben: 5. Juli 2022 22:38 Wurde nicht bereits bekanntgegeben, dass P&W mit NTTD ihren Abschied von der Reihe nehmen?
Wenn Winocour, Gavron und Ducournau kein Auteur-Kino machen, dann weiß ich auch nicht mehr. Jenkins ist zugegeben mittlerweile dank der Wunderwumme im Massenkino beheimatet, hat mit dem letzten DC-Quatsch einiges an Kredit verspielt. Und Bigelow würde nie einen Bond machen, die ist so wahrscheinlich wie Spielberg.craigistheman hat geschrieben: 6. Juli 2022 09:40Ich kann bei keinen dieser Damen, Coppola ausgenommen, aber das war offenkundig ein Spaß - eine klar definierte Handschrift oder Haltung erkennen, die mich an Autor*innen-Kino denken lässt. Bond weiter entkernen, schreibst du... Entkernen von was?Casino Hille hat geschrieben: 5. Juli 2022 17:29Eine Frau auf dem Regie-Stuhl fänd ich für den nächsten Bond eine fabelhafte Idee. Nur bitte keine von diesen Damen, die dann mit ihrem Auteur-Kino Bond nur noch weiter entkernen würden (und teilweise auch ganz schön bescheidene Filme gemacht haben).craigistheman hat geschrieben: 4. Juli 2022 19:34 Catherine Bigelow, Julia Ducournau, Alice Winocour, Patty Jenkins, Sarah Gavron, Shannon Murphy... Sofia Coppola?![]()
Deffiniere Auteur-Kino... Das, was ich darunter verstehe, ist eine Kontinuität in der Haltung/stilistischen Handschrift, die es möglich macht Film X Autor*in/Regisseu*in Y zuzuordnen. Und das kann ich bei keinen der besagten Damen erkennen, schon aufgrund der Tatsache nicht, weil diese größtenteils noch relativ am Anfang ihres Schaffens stehen. Arthouse-Kino, Independent-Film vielleicht...Casino Hille hat geschrieben: 6. Juli 2022 09:52Wenn Winocour, Gavron und Ducournau kein Auteur-Kino machen, dann weiß ich auch nicht mehr.craigistheman hat geschrieben: 6. Juli 2022 09:40Ich kann bei keinen dieser Damen, Coppola ausgenommen, aber das war offenkundig ein Spaß - eine klar definierte Handschrift oder Haltung erkennen, die mich an Autor*innen-Kino denken lässt. Bond weiter entkernen, schreibst du... Entkernen von was?Casino Hille hat geschrieben: 5. Juli 2022 17:29
Eine Frau auf dem Regie-Stuhl fänd ich für den nächsten Bond eine fabelhafte Idee. Nur bitte keine von diesen Damen, die dann mit ihrem Auteur-Kino Bond nur noch weiter entkernen würden (und teilweise auch ganz schön bescheidene Filme gemacht haben).![]()
Wie viel von Phoebe Waller-Bridge hast du gesehen? "Fleabag" und die erste Staffel "Killing Eve" tun wirklich alles, außer mit irgendwelchen Keulen fuchteln. Das sind kluge, starke Geschichten über Lebensrealitäten, in denen die Figuren regelmäßig mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden und bei denen die Spannung einzig daraus resultiert, wie sie sich zu diesen Wahrheiten verhalten können und wollen. Toxische Männlichkeit ist in beiden Serien kaum ein Thema, und wenn doch, dann genauso auch toxische Weiblichkeit. Gerade Fleabag als Protagonistin ist teilweise so unsympathisch und in ihrem Handeln fragwürdig, da fällt es mir sehr schwer, hier auch nur im Ansatz "Agenda-Serien" zu erkennen. Selbst wenn ich mich anstrenge.craigistheman hat geschrieben: 6. Juli 2022 10:25 ohne gleich mit der Toxic Masculinity Diskurs-Keule durch die Gegend zu fuchteln, anders als eine Phoebe Waller Bridge z.B. ...
Klar, wir können es nennen, wie wir wollen. Docournau hat nach "Raw" und "Titane" mindestens so sehr eine eigene stilistische Identität als Künstlerin, wie Quentin Tarantino sie nach "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction" hatte (qualitativ liegen da freilich aber noch Galaxien zwischen). Winocour schreibt und dreht Geschichten, in denen auf extreme Weise klassische weibliche Gesellschaftsdefizite der Jetzt-Zeit in Parabeln verhandelt und untersucht werden und hat damit mindestens eine eigene Stimme innerhalb ihres Branchen-Umfelds entwickelt. Gavron verhandelt (subjektive Anmerkung: äußerst plump und ungeschickt) mehrfach die Frage, inwiefern weibliche Individuen es in einer männlich geprägten Gesellschaft schwerer haben, ihre angeborene Weiblichkeit zu entwickeln und wie sehr sie sich in ein Korsett schnüren müssen, teils unbemerkt. Das sind Freiheitsgeschichten mit feministischem Blickwinkel, was mindestens eine "Kontinuität in der Haltung" bedeutet.craigistheman hat geschrieben: 6. Juli 2022 10:25Definiere Auteur-Kino... Das, was ich darunter verstehe, ist eine Kontinuität in der Haltung/stilistischen Handschrift, die es möglich macht Film X Autor*in/Regisseu*in Y zuzuordnen. Und das kann ich bei keinen der besagten Damen erkennen, schon aufgrund der Tatsache nicht, weil diese größtenteils noch relativ am Anfang ihres Schaffens stehen. Arthouse-Kino, Independent-Film vielleicht...Casino Hille hat geschrieben: 6. Juli 2022 09:52 Wenn Winocour, Gavron und Ducournau kein Auteur-Kino machen, dann weiß ich auch nicht mehr.
Ich finde, es kommt (wie so oft) darauf an, wie es gemacht wird.Casino Hille hat geschrieben: 6. Juli 2022 12:58 Bond-Filme sind keine Plattform für künstlerische Entfaltung, tiefschürfende Charaktere, subversive Gesellschaftskritik, soziologische Statements oder lautstarke Appelle zum gegenwärtigen Stand der Dinge. Dafür gibt es schlicht andere Filme.
Ich gebe zu, ich habe auf Empfehlung meiner Schwester lediglich ein paar Folgen Fleabag und wenige Ausschnitte aus Killing Eve gesehen (und NTTD natürlich hehe). Vielleicht hatte ich mit den Folgen Pech, aber mir kam der Unterton, vor allem in den Fleabag-Folgen bezüglich gegenwärtiger Feminismus-Diskurse schon sehr gefällig, bemüht, manipulativ und irgendwie platt vor. Naja, ich gebe Fleabag jetzt vor dem schlafen gehen nochmal eine Chance. Vielleicht holt es mich dieses Mal ab und ändert meine bisherige Wahrnehmung.Casino Hille hat geschrieben: 6. Juli 2022 12:58 Wie viel von Phoebe Waller-Bridge hast du gesehen? "Fleabag" und die erste Staffel "Killing Eve" tun wirklich alles, außer mit irgendwelchen Keulen fuchteln. Das sind kluge, starke Geschichten über Lebensrealitäten, in denen die Figuren regelmäßig mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden und bei denen die Spannung einzig daraus resultiert, wie sie sich zu diesen Wahrheiten verhalten können und wollen. Toxische Männlichkeit ist in beiden Serien kaum ein Thema, und wenn doch, dann genauso auch toxische Weiblichkeit. Gerade Fleabag als Protagonistin ist teilweise so unsympathisch und in ihrem Handeln fragwürdig, da fällt es mir sehr schwer, hier auch nur im Ansatz "Agenda-Serien" zu erkennen. Selbst wenn ich mich anstrenge.
Ich bin zwar auch für eine etwas lockere Herangehensweise an B26, aber Waititi hat dabei nicht gerade den Humor, den ich mir für Bond wünschen würde.Martin007 hat geschrieben: 9. Juli 2022 17:37 Gibts hier jemanden, der sich Taika Waititi als Bondregisseur vorstellen könnte? Würde vielleicht passen wenn man sich an einer humoristischeren Auslegung versuchen würde. Aber ich glaube irgendwie nicht, dass man einen Marvel-Regisseur holt.
Wenn man in zwei Jahren den Regisseur präsentiert und MI8 genau dann in die Kinos kommt, dann würde das schon irgendwie merkwürdig wirken. Außerdem wird McQuarrie wohl eher weitere Projekte mit Cruise umsetzen. Z. B. das SpaceX-Projekt.Michael3390 hat geschrieben: 9. Juli 2022 18:39 Viel eher könnte ich mir vorstellen, dass man evtl mal versuchen könnte, Christopher McQuarrie anzubaggern.
Bei Thor zuletzt hat er halt auch das Setting um seinem Klamauk freie Bahn zu lassen.Michael3390 hat geschrieben: 9. Juli 2022 19:20 Ist auch eher unwahrscheinlich. Aber Waititi oder ähnliche, halt ich für noch unwahrscheinlicher.
Wie gesagt hätte ich nix gegen reinen Handwerker, der vllt auch gegenwärtig nicht so im Rampenlicht steht. Waititi dreht sowieso nächstes Jahr erstmal seinen Star Wars.
Rein von seiner Art her, passt er meiner Meinung nach eher zu Marvel oder ähnliches.