Im Kino - Gangster Squad (2013)
Drehbuch: Will Beall
Regie: Ruben Fleischer
Darsteller: Josh Brolin, Ryan Gosling, Giovanni Ribisi, Anthony Mackie, Robert Patrick, Nick Nolte, Emma Stone, Sean Penn
Harter Film, der sogleich auf Tempo hundert und inmitten einer relativ brutalen Szene mit relativ gelungener Parallelmontage startet. Nach dem Prolog dauert es ein bisschen, bis die Sache weiter ins Rollen kommt, aber sobald alle Figuren erst einmal klar positioniert sind und die Ausgangslage festgelegt ist startet ein solider Gangster-Thriller im Los Angeles der späten 1940er-Jahre. Der
Squad besteht aus saucoolen Typen, angeführt von einem ziemlich grimmigen aber starken Josh Brolin, dessen Charakterverhältnis zum überraschend guten Ryan Gosling leider nicht ganz ausgeschöpft wird. Mit im Team unter anderem auch Giovanni Ribisi,
Terminator Robert Patrick (den man nicht wieder erkennt) und Anthony Mackie. Nolte hat als nuschelnder Auftraggeber eigentlich keine darstellerischen Entfaltungsmöglichkeiten und Sean Penn revolutioniert mit seiner Darstellung zwar den Begriff "Bösewicht" nicht, liefert aber eine gute Performance.
Den grössten Volltreffer landet
Gangster Squad mit seiner visuellen Seite und der allgemeinen Atmosphäre. Der Film bringt einem mitten in die 40er, eine Welt in dr Männer noch Hüte tragen und sich mit verdelten Zippos filterlose Zigaretten anzünden. Dieses Oldschool-L.A. bildet einen tollen Hintergrund für die etwas arg einfach gestrickte aber unterhaltsame Mob-Story. Mit düsterer Bildsprache und knallharten Auseinandersetzungen liefert Regisseur Fleischer coole Actionszenen, allen voran eine sehr schön gefilmte Verfolgungsjagd mit Drive-by. Ausserdem gibt es geschliffene Dialoge und ziemlich viel Wortwitz. Köstlich.
Die Schwächen müssen natürlich auch noch festgehalten werden: einige der eingesetzten visuellen Spielereien (ich nenne sie mal so, andere mögen es Stilmittel nennen) wirken besonders im Finale ziemlich kitschig und aufgesetzt, die Charaktere bleiben cool, aber alles in allem eher oberflächlich, und ein paar Ansätze werden nicht wirklich weiterverfolgt. Im Mittelteil stimmt das Pacing nicht ganz und Emma Stone ist zwar wundervoll anzusehen, wird aber leider auf eben dieses schmückende Beiwerk reduziert und hat wenig Relevanz, was ich als Anbeter ihrer makellosen Erscheinung und Präsenz ein wenig ärgerlich finde.
Alles in allem ein Film, den man sich gut anschauen kann!
Nachtrag! ich habe mich in der Rezension davon blenden lassen, dass mich der Film eigentlich gut unterhalten hat. Jetzt, eine Woche später, muss ich aber sagen dass ich Gangster Squad mittlerweile viel nüchterner wahrnehme. Der Film hat wenig, was einem längerfristig in Erinnerung bleibt, und ist gesamthaft gesehen doch deutlich schwächer als man unmittelbar nach dem Kinobesuch noch denkt. Deshalb nur noch etwa 6 oder 5,5 Punkte...